Diepholz in alten Ansichten Band 1

Diepholz in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Wilfried Gerke
Gemeente
:   Diepholz
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6504-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Diepholz in alten Ansichten Band 1'

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9 Das war die Vorwerksbrücke bis 1905. Drei Bogen überspannten die Lohne und verbanden Postdamm und Lange Straße. Sie war gewiß ansehnlicher als die heutige nüchterne Nachfolgerin, die dafür besser den Anforderun gen des schneller fließenden Verkehrs gerecht wird. Die Brücke führte zum Vorwerk, einem landwirtschaftlichen Hof, der der Schloßverwaltung unterstellt war. Die Straße am Lohneufer existierte noch nicht, aber das Ufer wurde bereits durch Holzpfähle gesichert. In dieser Gegend dürfte der Hexentanzplatz zu suchen sein, auf dem 'Zeugen' um 1650 den Teufel und seine Gespielinnen gesehen haben wollen.

10 Die Münte geht zurück auf den (Falsch- )Münzmeister Lambert Vleminck des Edelherrn Friedrich. Das Gebäude selbst wurde vornehmlich im Dreißigjährigen Krieg (1635) undim westlichen (hier: linken) Teil 1 775 von zwei Witwen von Voß errichtet. Die Familie von Voß hat noch den Grafen mehrere Beamte gestellt und ist 1870 ausgestorben. Die Aufnahme stammte aus den dreißiger [ahren, als die Münte von der Familie des Sanitätsrates Dr. Frank bewohnt wurde. Seit 1979 dient sie als Restaurant. Ihre Erhaltung ist einer Bürgerinitiative und dem Rat der Stadt zu verdanken, obwohl der Rat auch schon den Abbruch des alten Gemäuers beschlossen hatte.

1 1 Aus dem 17. Jahrhundert vermutlich stammt diese Figur aus dem Zyklus 'Die Jahreszeiten'. Sehr wahrscheinlich waren sie ursprünglich von der Familie von Schloen gekauft worden. 1808 vom Gut Dörpel auf den Hof der Münte umgesetzt, stürzte der 'Sommer ' bei dem großen Luftangriff am 21. Februar 1944 vom Sockel, ein Vorgang, der scheinbar den Herbst der Münte einleitete. Alle Figuren wurden 1958 verkauft. Heimatfreunde bedauern dies seit [ahren, vor allem, seit die Münte einen zweiten Frühling erlebt. Überlegungen, die Figuren zurückzukaufen oder nachzugestalten, konnten nicht verwirklicht werden.

121m Fachwerkgebäude links vorn kam Frieda Duensing zurWelt. Die Beamtentochter wuchs hier auf und wurde in der evangelischen Kirche (rechts) getauft und konfirmiert. Sie promovierte in Zürich als erste Diepholzerin, als das Frauenstudium in ihrem Heimatstaat Preußen noch die große Ausnahme und eine Doktorprüfung unmöglich war, und propagierte erfolgreich die Verbesserung der Jugendfürsorge und der Jugendgerichtsbarkeit. Sie bereitete entsprechende Gesetzeswerke mit vor, konnte ihre Umsetzung in der Weimarer Republik aber nicht mehr erleben. Ihre Schwester Anna war eine begabte Malerin.

Die Mauer rechts begrenzte den Amtsgarten, der zum Landratsamt gehörte.

DIEPHOLZ

Langes/rape mit Kiroh»

1 3 Gäste des Hotels Gerke wurden vor dem Ersten Weltkrieg mit der Equipage vom Bahnhof abgeholt. Der Schimmel und der 'wohlbehütete' Kutscher vermitteln einen Eindruck von Eleganz, den alle 'guten Häuser' schuldig waren. Der Vorliebe für Biergärten entsprach hier die Möglichkeit, vor dem Hause zu sitzen und die Vorübergehenden und -fahrenden zu beobachten. Fahrräder wurden seit Anfang der neunziger [ahre benutzt. Zu den Stammgästen gehörten die Honoratioren wie von 1918 bis 1934 der Landrat von Wuthenau oder die Mitglieder des Akademischen Kegelclubs, nachdem Fritz Gerke eine Kegelbahn hatte bauen lassen.

Auch der Krimiautor Conan Doyle war hier!

Hotel F. (3 rke.

14 Nichts bleibt, wie es war. Zwar hat der Besitzer Fritz Gerke die Antiqua gegen die Fraktur ausgetauscht, so daß das Haus einen älteren Eindruck erweckt, doch ist die Sitzgelegenheit links weggeräumt, die Kutsche ist durch einAutomobil ersetzt worden. Unter dem Dach die neueste Technik! Das Textilhaus rechts entspricht noch dem alten Haustyp mit Erdgeschoß und Giebelwohnung. Die Motorisierung fiel den Anliegern schon um 1930 auf die Nerven. Durch Diepholz lief die Fernstraße von Osnabrück nach Bremen über Willenberg, Postdarnm, Lange Straße und Auf dem Esch. Aber auch wer nach Nienburg oder nach Oldenburg wollte, fuhr mitten durch die Innenstadt.

15 So sah das Innere der evangelischen Kirche von 1805 am Ende des 19. [ahrhunderts aus. 1954 wurden die Seitenemporen beseitigt, die Türen neu gestaltet, die Bänke ausgewechselt, Kanzel, Lesepult und Taufbecken neu aufgestellt. Erhalten geblieben ist die Altarwand, die nach dem Vorbild eines griechischen Tempels im korinthischen Stil gestaltet ist. Das entsprach dem Geschmack des Klassizismus. Beachtenswert ist die im November 1932 fertiggestellte Tafel der im Ersten Weltkrieg Gefallenen im Eingang, auf der die Namen von Lutheranern, Katholiken und [uden aufgeführt sind. DerTurm von

1 81 8 war bis kurz vor dem Ersten Weltkrieg im Besitz der politischen Gemeinde.

16 Im [ahre 1909 bezog Buchbinder Johannes Döbbeling das Haus Mühlenstraße 2 als Nachfolger des Buchdruckereibesitzers Friedrich Schröder. In dieser Gegend führt heute der Buch- und Schreibwarenhändler Paul

W Günzel die lange unterbrochene Tradition weiter. Das übernächste Gebäude, ein Fachwerkhaus mit kleinem Walm (Nr. 5), warvon 1835 bis 1938 und von 1946 bis 1953 Synagoge und wurde am 10.November 1938von der SA entweiht und demoliert. Die Täter mußten die Kosten der Wiederherstellung 1946 tragen. In den fünfziger [ahren wurde das Haus verkauft und abgerissen und hat einem Neubau Platz gemacht. Die Stadt hat eine Gedenktafel anbringen lassen.

Diepholz

Mühlenstrasse

17 Die Diepholzer Wassermühle am Zusammenfluß von Vorderlohne und Mühlkanal (Vorderlohne ) brannte am 31. [anuar 1928 ab. Eine ihrer Vorgängerinnen wurde schon 1356 in einer Urkunde erwähnt. Sie diente ursprünglich als Kornmühle, später auch als Tuch-Walkmühle. Die Wassermüller lagen oft im Streit mit den Oberliegern, also den Landwirten im Amt Lemförde und auf der Graftlage, deren Wiesen je nach dem Bedarf der Wassermüller überschwemmt oder zu trocken waren. Schon Graf [ohann traf 1539 eine staatliche Regelung. Eine weitere Wassermühle, die Dustmühle, stand in früherer Zeit nordwestlich der Stadt. Nach ihr ist heute ein großer Stadtteil benannt.

18 Jahrzehntelang marschierte die Noltesche Kapelle durch Diepholz und gab auch Konzerte, zum Beispiel in Kaffeegärten. Hier schreitet sie einer Gruppe von Sportlern durch die Steinstraße voran. Rechts das Büntesche Haus Nr. 37, dahinter die Gerberei Müller Nr. 36. Die Kapelle bildete auch Lehrlinge aus. Der Gründer hatte sich vor dem Ersten Weltkrieg in Mühlhausen in Thüringen selbständig gemacht und war wieder nach Diepholz gezogen. Sein Sohn hielt den Betrieb in der Weimarer Republik und im Dritten Reich aufrecht. Marschmusik war damals beliebt, und wenn ein Konzert durch Streicher 'angereichert' wurde, fehlte vielen das rechte Maß.

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