Diepholz in alten Ansichten Band 1

Diepholz in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Wilfried Gerke
Gemeente
:   Diepholz
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6504-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Diepholz in alten Ansichten Band 1'

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19 Ruhe allerorten.

Die Steinstraße begann an der Lohnebrücke mit einem Eisengeländer und führte

zum Willenberg, dem landwirtschaftlich geprägten Stadtteil, der erst 1834 nach Diepholz eingemeindet worden war und als 'KohschietenWillenberg' noch lange nicht völlig integriert war. Erst am Ende des 18. Jahrhunderts traten dem Vogt lokale Vorsteher zur Seite, und erst am Ende der fünfziger [ahre des

2 O. Jahrhunderts fingen 'langer und kurzer Willenberg' an, ihren dörflichen Charakter zu verlieren, da die landwirtschaftlichen Flächen in der Nähe bebaut wurden und der technische Wandel in der Agrarwirtschaft die alten Häuser unrentabel werden ließ.

Steinstrasse,

Willenberg.

20 Als das Krankenhaus am Willenberg 1908 fertiggestellt war, stellten sich die Bauarbeiter für ein Erinnerungsfoto auf. Dieses erste Städtische Krankenhaus erwies sich bald als in vieler Hinsicht unzulänglich, so daß ein neues Haus an der Wilhelmstraße (seit 1933: Hindenburgstraße) gebaut werden mußte. Das erste Gebäude nahm 1929 das Altersheim auf, das dort blieb, bis es vor [ahren einem Supermarkt wich, da die Unterbringung nicht mehr den veränderten Ansprüchen entsprach. Wie es damals üblich war, wurden Küchenabfälle gleich an Ort und Stelle durch das liebe Hausvieh 'recycelt', doch ist davon auf dieser Karte natürlich nichts zu sehen.

Diepholz.

Krankenhaus.

2 1 So sah es in den fünfziger und sechziger [ahren am Pohl aus. Die B 2 14 verlief noch von der Steinstraße zum Parkweg. Das ist an den Richtungsweisern erkennbar: Die Namen Nienburg, Lohne und Lingen stehen darauf Der Pohl wurde durch die eingefriedigte Mitte angedeutet; hier befand sich früher ein Feuerlöschteich. Die sprachliche Verwandtschaft mit dem englischen 'pool' ist gut zu erkennen. Auch der Willenberg mit seinem ortsbildprägenden Häuserensemble an der Ecke zur Lüderstraße und diese selbst beginnen hier. In der Mitte das Haus der Seilermeisterfarnilie Kemper, die sich 1880 auf dieser Stelle niedergelassen hat, und rechts davon das von Schuhmacher KarlHarms.

22 Vor dem 24. Oktober 1907 war zum Bedauern des Schreibers 'Mama furchtbar erkältet und auch nicht gut zufrieden' . Für die Heutigen ist interessanter der Blick auf die Gastwirtschaft Conrad Bruns am Pohl und die 'Esch partie vom Marktplatz gesehen' . Das Brunssche Haus hat erst vor wenigen [ahren als Gasthaus ausgedient, ist aber renoviert, während die schöne Allee dem Ausbau der B 51 zum Opfer gefallen ist. 'Conny' Bruns eröffnete am 1. Februar 1913 das erste Kino in Diepholz und bot schon am nächsten Tag die erste Kindervorstellung an. Hier fanden die Aufführungen der 'Volksbûhnc' und seit 1929 auch die ersten glanzvollen Abiturfeiern der GrafFriedrich-Schule statt.

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gusohen.

23 Die Häuser Nr. 1-5 der Lohnstraße auf der Ansichtskarte von 1928 sind Bestandteile der früheren Tuchmachersiedlung in der 'Neustadt'. Auf der Lohneinsel werden die pfannkuchen nur auf einer Seite gebacken, denn die Straße ist nur an der Westseite bebaut. Hinter den Häusern sind kleine Hofräume, und dahinter fließt bereits die Hinterlohne. Die Tuchmacherei ging infolge der britischen Konkurrenz und der mangelnden Kapitaldecke im Laufe des 19. [ahrhunderts ein. Das vor allem für Holzschuhe ('Holschen') geeignete pflaster ist bei der Erneuerung 1989 in etwa erhalten geblieben, um den historischen Charakter der Straße zu bewahren.

24 Die Stadt wurde von Kanälen durchzogen, die mit 'Lohnekähnen' befahrbar waren. Da diese Wasserläufe meistens von Dümmer und Hunte gespeist - oft durch Stege überbrückt wurden, mußten sich die stakenden Schiffer immer wieder ducken. Die Flachbodenschiffe dienten vor allem dem Transport von Heu und Feldfrüchten. An Sonn- und Feiertagen unternahmen die Familien Ausflüge, und werktags durften auch die Kinder staken, wenn die Kähne nicht anderweitig gebraucht wurden. Der letzte echte Lohneschiffer war August Precht. Ein kleiner ungeteerter Neubau lief vor einigen [ahren schon bei der Jungfernfahrt voll Wasser.

25 Der Fotograf ist da, und alle stehen erwartungsvoll still (um 1904). Das damalige 'Kulturviertel' ist hier in südlicher Richtung festgehalten worden von der Buch- und Papierhandlung Stuke bis zur Superintendentur und der evangelischen Kirche auf der linken Seite und zurück zum Hotel Zum Grafen, in dessen Saal sich oft viele Menschen in fröhlicher Runde versammelt haben. Der Jüngling im Vordergrund könnte ein Präparand gewesen sein, da er eine Mütze trug. Merkwürdig:

Hier hörte Diepholz im Mittelalter auf, die kirchlichen Gebäude standen schon südlich des Stadtgrabens auf dem Gelände der Edelherren.

26 Die 1908 verwendete Karte hat - stark nachgezeichnet - die beliebte Sicht von 'Paradieks Ecke' auf die Eckhäuser Hermann Stubbe / Emil Bruns und Wilhelm Paradiek zum Schloß- und zum Kirchturm festgehalten. Sie belegt, daß schon damals Automobil-Benzin verkauft wurde, wenngleich von einer Tankstelle noch nichts zu sehen war und in Diepholz noch niemand ein Auto

besaß. In viel späterer Zeit wurde diese Straßenecke nach der Filmschauspielerin Gina Lollobrigida auch Lollo-Ecke genannt, weil das Eckhaus so vorsprang, daß es den Autofahrern die Sicht nahm und den Bürgersteig verengte. Geradezu atemberaubend!

Diepholz,

Lançestrasse mit Kirche -.

27 Die Lange Straße mit den Häusern Nr. 41 (Friseur Borghardt), Nr. 42 (Apotheke Jäger, dann Dunkhase) ,Nr. 43 (Schlachter Alms) und Nr. 44 (Kaufmann und Gastwirt Paradiek) . Die heutige Löwen-Apotheke besteht seit 1669, einenApotheker gab es schon im Dreißigjährigen Krieg, doch raubten ihm die Söldner alles, so daß er keine Existenzgrundlage mehr besaß. Der Apotheker Dunkhase brachte in den zwanziger [ahren ein Rezept für Eierlikör mit, das in einem Privathaus noch heute in abgewandelter Geschmacksrichtung (unter Zusatz von Kaffee) angewendet wird. Der Pkw verweist auf die zwanziger oder dreißiger [ahre als Entstehungszeit der Aufnahme.

28 Die Hinterstraße sah in den späten fünfziger [ahren weitgehend noch so aus wie ein halbes Jahrhundert vorher. Fachwerkhäuser und ein holpriges Steinpflaster, kein Bürgersteig - das waren die Merkmale dieser Straße zwischen dem heutigen Ärztehaus und dem gegenwärtigen Nachtasyl des Diakonischen Werks. Die Luken im Dachgeschoß dienten der Aufnahme von Lasten (zum Beispiel Heu) auf dem Dachboden. Die ältesten Dokumente sprechen von der Straße 'hinter' oder 'achter den Plancken', also an der städtischen Befestigung aus Holzpfählen. Hier von rechts die Häuser Jungeblut, Kammacher und das Armenhaus.

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