Diepholz in alten Ansichten Band 1

Diepholz in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Wilfried Gerke
Gemeente
:   Diepholz
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6504-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Diepholz in alten Ansichten Band 1'

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29 Vor 1904 nahm Fotograf Hans Riemann dieses Bild auf Er stand im Dachgeschoß des Paradiekschen Eckhauses und genoß den Umzug auf der Langen Straße vermutlich aus Anlaß des Sedantages am

2. September. Einige Bürger haben die schwarz-weiß-rote Nationalflagge des Kaiserreiches gehißt. So erlebte der Franzose Louis-Ferdinand Destouches einen seiner ersten Tage als Gastschüler 1907 in Diepholz. Er ärgerte sich natürlich mächtig über die 'Preußen", die den Sieg von 1870 über sein Vaterland feierten. Später wurde er unter dem Pseudonym Céline ein erfolgreicher Schriftsteller. Diepholz und Thouars in Westfrankreich sind erfreulicherweise seit [ahrzehnten Partnerstädte.

30 Aus derselben Position blickte ein anderer Fotograf über dreißig [ahre später. Im April 1937 marschierten Luftwaffensoldaten durch Diepholz zum Fliegerhorst. Ein [ahr zuvor war die Stadt Garnison geworden. Am linken Bildrand sind gerade noch die Schilder der Schloßdrogerie Otto Hoffmann zu erkennen, gegenüber das Café Haselhorst und das Fruchthaus Böse. Keine zweieinhalb [ahre später ertönten die Sirenen erstmals zum ' echten' Luftalarm. Schon im Mai 1939 wurden Angehörige der Legion Condor nach dem Spanienkrieg in Diepholz begrüßt. Einer von ihnen war Stadtkommandant in Sevilla

gewesen.

311m Haus Lange Straße

Nr. 46 wurde die Diepholzer Kreiszeitung vor dem Umzug in die Bahnhofstraße (1914) gedruckt. Die Schrödersche Buchdruckerei gab 1862 die erste Zeitung heraus, das Diepholzer Wochenblatt. Allmählich konnte das Presseorgan häufiger erscheinen und wurde schließlich in eine Tageszeitung umgewandelt. Der ursprüngliche Titel wurde später von einem Anzeigenblatt wiederverwen det. Die Tageszeitung 'Diepholzer Krcisblatt' ist heute Lokalausgabe der 'Kreiszeitung' in Syke. Die Lokalredaktion arbeitet seit 1914 an der selben Stelle.

321mjahre 1909 fuhr das erste Diepholzer Automobil durch die Lange Straße. Eine Sensation! Die Mädchen in Stiefeln und Schürzenkleidern, die jungen Damen mit Hüten staunten - nicht etwa, daß das Lenkrad rechts angebracht war oder daß der Motor angekurbelt werden mußte, sondern über den sensationellen Luxus eines Automobils. Heute würden ihre Nachfolgerinnen genauso über dieses Auto staunen, weil es ein wertvoller Oldtimer geworden wäre, mit dem man sich natürlich auch wieder fotografieren lassen würde. Aus Diepholz aber ist eine Stadt geworden, die durch die Flugplatzrennen auch im Ausland bekannt ist.

33 Der neue Superintendent Penshorn schrieb am 24. November 1906 vor seinem Umzug nach Diepholz an die Mutter: 'Ein« Haupt- und Residenzstadt ist es nicht.' Soeben war er in seinem zukünftigen Wirkungsort gewesen und faßte seinen ersten flüchtigen Eindruck mit diesen bezeichnenden Worten zusammen. Vor dem Hotel Stadt Hannover stehen sieben Bierfässer, daneben hat das Geschäft der Gebrüder Barmeyer schon die Schaufenster vergrößert und damit der Entwicklung werbewirksam angepaßt, denn in der neuen Zeit zeigte man der Kundschaft, daß es lohnte, den Laden zu betreten.

34 Die Lange Straße zwischen Kolkstraße (damals noch Judenstraße) und Gebr. Barmeyer wurde beherrscht vom Rathaus, das von einem Architekten der Postverwaltung in Hannover entworfen worden war und von 1905 bis 1925 im Erdgeschoß das Postamt beherbergte. Das Barmeyersche Haus rechts war seit 1891 Geschäftshaus und wurde unter dem Namen 'Esbc' zum ersten Selbstbedienungsgeschäft in Diepholz umgebaut (heute Juwelier Ahrens). Das linke Nachbargebäude ist seit 1884 Hotel ('Stadt Hannover') und allmählich das einzige mitten in der Stadt geworden. Links steht das Deutsche Haus (Café und Bäckerei Wiechers, heute N evegal). Zuletzt bediente dort der' deutsche Herrnann ' (Jungclaus) den Stadtrat nach anstrengenden Sitzungen.

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35 Das Rathaus in dieser schlichten Form wurde 1789 gebaut, als die Neue Holländische Poststraße von Nienburg nach Osnabrück neue Brücken und ungefährliche Durchfahrten verlangte. Bis dahin stand das Rathaus als Torgebäude über der Straße und kontrollierte die Durchfahrt in die Innenstadt. Die Postkarte wurde zur Erinnerung an das alte Rathaus produziert, weil 1904/05 das heutige 'Alte Rathaus' gebaut wurde. Dessen hier zu sehender Vorgänger wurde sorgfältig zerlegt und nach Barnstorf gebracht, wo er als Schuppen einer Firma wiederaufgebaut wurde und noch [ahrzehnte seinen Dienst tat.

36 So gemütlich lebte es sich in der Ackerbürgerstadt um 1900. Die beiden miteinander plaudernden Männer zeigen mit ihrer unterschiedlichen Kleidung vor dem Geschäftshaus Carl Friedrich Lehnkering (Nr. S3, heute Ihr Platz), daß Standesunterschiede nicht betont wurden. Rechts die Neumüllersche Schmiede (Lange Straße 1 1) mit einem sogenannten Stehim- Wege, bestehend aus Mauer und Prellsteinen, die arn Stadtgraben die Bürgersteige rücksichtslos unterbrachen. Noch gab es keine Wellestraße, denn die Welle war ein feuchtes Gebiet, das von Gärten geprägt wurde. An freien Tagen bummelte man die Lange Straße auf und ab.

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37 Der 'Gruss aus Diepholz' überliefert für das Haus Nr.

8b als Eigentümer Kürschner Bernhard Roberg, der letzter Inhaber in einer Reihe von Angehörigen der jüdischen Gemeinde war. Roberg lieferte neben Kopfbedeckungen für Erwachsene auch Schülermützen, die bis in die dreißiger [ahre im Gebrauch blieben. Das Haus unter dem 'Gruss' (Nr. 54) war lange im Gebrauch von Bierbrauern, Bäckern und Gastwirten. Die Lange Straße an dieser Stelle stellte die erste Stadterweiterung nach Norden zwischen Rathaus und Lappenberger pforte dar. Die rechts abzweigende Ledebourstraße lag ebenfalls nördlich der ersten Befestigung.

Langes/rasse.

38 Die Ledebourstraße mit ihren giebelständigen Häusern führte auf den Häuserkomplex der Getreidehandelsfirma C. Schwarze, Inhaber Otto und Alfred Schwarze (Nr. 6 und 7) zu, die ihn 1910 und 1914 erworben hatte. Die Familie Schwarze stammte aus Drebber. Benannt wurde die Straße nach Heinrich Ledebur, der 1696 das Bürgerrecht und 1695 und 1698 Nr. 6 undNr. 7 erwarb. Er war Malzproduzent und Branntweinbrenner und einer der wichtigsten Steuerzahler. Nr. 3 ist seit 1777 in Familienbesitz (Müller / Thomas) und steht seit über einem Jahrhundert im Dienst der Hausverschönemng (Malerarbeiten, Teppiche) .

Diepholz.

Ledebourslra5SC.

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