Diepholz in alten Ansichten Band 1

Diepholz in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Wilfried Gerke
Gemeente
:   Diepholz
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6504-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Diepholz in alten Ansichten Band 1'

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39 Das seit 1870 so genannte Hotel 'ßrauner Hirsch' existierte über dreihundert [ahre lang als Gasthaus und war von 1929 bis 1945 Lokal der NSDAP. In ihm fand nach dem Zweiten Weltkrieg das geheimnisumwitterte Tanzlokal 'ßrauner Bornber' Platz. Wehe, wenn Schüler sich dort blicken ließen! Hier vor der Lappenberger pforte befand sich schon vor [ahrhunderten eine Gaststätte mit Ausspann, wo pferde versorgt werden konnten. Der große Saal und eine Kegelbahn wurden rege genutzt. Der schwarze Balken verdeckt die Worte 'Straße der SA', denn mit dem neuen Aufdruck durfte die Karte nach dem Zweiten Weltkrieg weiter verkauft werden.

40 Am S. Oktober 1919 strömten die Deutschhannoveraner des Kreises Diepholz auf dem Marktplatz zusammen. Von dort marschierten sie durch die Innenstadt und feierten anschließend in den Gaststätten. Ihr Ziel war ein von Preußen unabhängiger Freistaat Hannover, nachdem Wilhelm 1. und Bismarck das Königreich Hannover auf der Landkarte ausgelöscht und Preußen einverleibt hatten. Der blinde König aus dem Welfenhaus war ins Exil gegangen. Die Hoffnungen der preußenfeindlichen Hannoveraner erfüllten sich damals noch nicht. Erst die britische Besatzungsmacht verschaffte ihnen 1946 mit der Gründung des Landes Niedersachsen eine späte Genugtuung. (Aufnahme Stadtarchiv. )

41 Der Vaterländische Frauen- Verein vom Roten Kreuz in Diepholz wurde 1903 gegründet. Zehn [ahre später, am 23. November

191 3, stellten sich die Kinder zum 'Fest bei den Osterhäschcn' ein. Der zeitgemäß gekleidete 'starke Held' rechts mit dem Stock wirkt mit seiner Pickelhaube so, als sei er bei der falschen Veranstaltung. Damals empfanden viele Deutsche anders, denn der Vaterländische Frauen-Verein war eng mit dem Staat verbunden, dessen Regierung einen 'Platz an der Sonne' der Weltpolitik anstrebte. Im Verein führend waren damals Dr. med. Helwes und seine Frau. (Aufnahme Stadtarchiv.)

42 Die Diepholzerinnen und Diepholzer waren gern zum Feiern aufgelegt. Von 191 1 bis 1914 gingen sie über die gewohnten Maskenbälle hinaus, gründeten eine Karnevalsgesellschaft und organisierten sogar einen bescheidenen Rosenmontagszug auch schon mit einem Pkw. Unverkennbar orientierten sie sich wie auch in anderen nordwestdeutschen Orten an dem rheinischen Vorbild. Der Krieg bereitete der Narretei ein rasches Ende. Seit den sechziger [ahren ist Sankt Hülfe ('wie es singt und lacht') das Rosenmontagszentrum im Stadtgebiet. Züge werden allerdings - im Gegensatz zum benachbarten Damme im Kreis Vechta nicht mehr durchgeführt.

43 So feierten die Diepholzerinnen und Diepholzer gern zu Kaiser Wilhelrus Il. Zeiten wie hier der Gesellenverein: mit Herolden, Trommel und Ehrendamen und Ehrenjungfrauen. Jedes Bild wurde sorgfältig arrangiert und wenigstens in der ersten Reihe auf Symmetrie hin angelegt. Der Gesellenverein entstand in den achtziger [ahren, schliefbald ein und wurde nach 1900 zu neuem Leben erweckt. Um 1930 schloß er sich dem Verband der evangelischen Gesellenvereine Deutschlands an. An die Öffentlichkeit trat er fast nur mit Bällen vor allem am Jahresende, zu denen er auch die Handwerksmeister einlud. Politische Absichten verfolgte er nicht. (Aufnahme Stadtarchiv.)

44 Links, Nr. 61, das alte Wegehaus (seit 191 5 Buchhandlung Schöttler, Neubau 1931), Nr. 62 das inzwischen ebenfalls ersetzte Geburtshaus Georg Mollers, des klassizistischen Hofbaumeisters in Darmstadt, Anregers zur Vollendung des Kölner Doms und 'einzigen gebürtigen Diepholzers, mit dem Goethe korrespondiert har' (K. Seehafer). An diesem Knotenpunkt des Verkehrs lag auch der hannoversche Offizier Scharnhorst im Quartier, der später in preußischen Diensten zu den bedeutendsten Militärreformern gehörte. Postkarte vom Bremer Eek um 1920,damals noch nach dem kleinen Haus in der Mitte 'Harrns-Eck' genannt.

45 Das Bremer Eck am Ende der fünfziger [ahre. Die Lastzüge quälen sich über die Lange Straße, und die Anwohner halten möglichst die Fenster geschlossen, um den Lärmpegel zu senken. Der damalige Plan, die Innenstadt zu sperren und die B 214 nicht mehr mit der B 5 1 zusammen über die Lange Straße zu lenken, wird angesichts dieser Aufnahme verständlich. Im Hintergrund stehen bereits die Neubauten der Kreissparkasse, des Postamts und des Central-Theaters. Vorn links eine Bäckerei, die nach ihrem Ankauf durch die Stadt 1967 dem Verkehr an diesem Brennpunkt weichen mußte, da sich an der Ecke die B 51 (mit Verkehr von der B 69) und die B 214 kreuzten.

46 Das kurz nach 1900 erbauteAmmon'sche Haus in der Bahnhofstraße (hier um 1925) hatte viel zu bieten. Vater Max aus Bayreuth und Sohn Alfred Ammon waren Steinmetze, und die aus Wittenberge stammende Ehefrau des Gründers Ottilie Ammon betrieb eine Kranzbinderei. Doch war die Familie so flexibel, daß sie auch eine Gärtnerei anschloß und Speiseeis produzierte. Das Gründerpaar ließ sich 1897 in Diepholz nieder. Mit großer Zähigkeit haben die weiblichen Angehörigen des Hauses trotz wirtschaftlichen Niedergangs und zeitweiliger Verlegung die Firma in vier Generationen bis 1993 aufrechterhalten.

47 Eis produzierte Alfred Amman in den zwanziger [ahren, und seine Frau Erna verkaufte es von einem Wagen aus, der immerhin auf sechs Sorten ausgelegt war. Die Lage des Betriebs war günstig, denn gegenüber stand die Mittelschule, und manch einer, der zum Bahnhof ging, schleckte noch ein Eis. Auch ein Diepholzer Café und die Kundschaft in Barnstorf wurden beliefert. Aus späteren [ahren müssen in diesem Zusammenhang noch das Café Haselhorst (Inhaber zuletzt Gerhard Barg) und die Milchbar an der Wellestraße genannt werden. Schülermützen waren damals pflicht in Aufbau- und Mittelschule, für die Mädchen erst seit 1924.

48 Die Schulstadt Diepholz um 1905 präsentiert diese Karte: das um 1900 bezogene Gebäude der Mittelschule und die 1895 von dem ihrer Heimat sehr verbundenen Mäzenen Friedrich Heinrich Lübkemann und Frau in Altona gestiftete Volksschule (beide an der Bahnhofstraße ), die Präparandenanstalt und die 1904 an der Grafenstraße erbaute Landwirtschaftliche Winterschule, die 1888 gegründet worden ist. Die Schulhäuser belegen den Bildungsdrang der Kaiserzeit nicht nur im Bürgertum, sondern auch unter den Landwirten, die begriffen hatten, daß eine solide Ausbildung in den Realien notwendiger denn je geworden war.

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