Diepholz in alten Ansichten Band 1

Diepholz in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Wilfried Gerke
Gemeente
:   Diepholz
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6504-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Diepholz in alten Ansichten Band 1'

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69 Im Sommer 1925 hielt sich der Osnabrücker Künstler Franz Hecker (1944 bei einem Luftangriff auf seine Heimatstadt umgekommen) aufEinladung eines einheimischen Mäzens in Diepholz auf und verarbeitete bekannte Motive. Im Dezember stellte er die so entstandenen Radierungen in der Buchhandlung Schöttler aus. Die Hengemühle wurde schon 1 356 urkundlich erwähnt. Sie bestand aus mehreren Gebäuden. Bei Heckers hier verwendetem Motiv handelt es sich um die Leinsaatölmühle mit unterschlächtigem Wasserrad. Bei einem Besuch im Süden des Kreises verarbeitete er Eindrücke von einem Besuch des Dümmers und des Stemweder Bergs.

70 Ein typisches Beispiel des niedersächsischen Einheitshauses: der Hof große Mehrholz in Aschen von 1 736 (ersetzt 1947 -1950). Das wuchtige Zweiständerhaus vereinte Tiere und Menschen unter einem Dach. Wer vom Hof durch die Grotdör, das Scheunentor, auf die Deele trat, konnte vom Lebenszentrum, dem offenen Feuer, über dem der Kesselhaken hing, von weitem gesehen werden. Zunächst passierte er die seitlich angeordneten Plätze für das Vieh und näherte sich dem zentralen Platz, über dem die Schinken durch den aufsteigenden Rauch konserviert wurden. Größere Vorräte wie die Streu für die Rinder und pferde wurden unter dem Dach gelagert.

71 Kleiner als das Bauernhaus war das Miets- oder Heuerlingshaus. Der Zustand dieses Beispiels ist auch ein Abbild der geringeren sozialen Stellung seiner Bewohner. Die Gefache sind teilweise geweißt, teilweise ist der Lehmuntergrund zu sehen. Die Heuerlinge durften in solchen Häusern in der Nähe der großen Höfe wohnen, hatten zwei Kühe, Garten und eine Weide und halfen dem Grundbesitzer bei seinen landwirtschaftlichen Arbeiten. Die Zahl der Arbeitstage war genau festgelegt. Gerade aus dieser Bevölkerungsschicht wanderten viele in der Hoffnung auf mehr Selbständigkeit im 19. [ahrhundert nach Amerika aus.

72 In den [ahren nach 1922 ist diese Doppelansicht von Aschen hergestellt worden. Das Gasthaus Milbe und sein Wirt werden allgemein der 'Piesel' genannt. Damals konnten die Gäste noch draußen sitzen. Hin und wieder nur fuhr vielleicht ein Ackerwagen auf der Dorfstraße vorbei. Der 'Piesel' besteht seit 1885 und ist stets in Familienbesitz geblieben. 1906 wurde er durch einen Saalbau zu einem Mittelpunkt der dörflichen Gemeinschaft. Der Kriegergedenkstein mit dem schlafenden Löwen war kurz vor der Aufnahme aufgestellt worden. (Die Karte ist rückseitig mit dem Rechteckstempel' Aschen / Diepholz Land' versehen.)

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73 Das Gasthaus von Carl Lohaus (1819 gegründet von dem Bremer Castendieck) war das am meisten besuchte Ausflugslokal im Umkreis von fast zehn Kilometern. Zum sonntäglichen Kaffeetrinken ging 'man' 'nach Lohaus' . Lohaus hatte einen Saal und seit 1927 einen Tennisplatz mit mehreren Feldern, seit 1939 Hotelbetrieb, und warTreffpunkt der Jäger. Bis zum Bau der Hansa-Linie übernachteten hier gern Niederländer und viele Dänen, die mit dem Danebrog und in ihrer Sprache herzlich willkommen geheißen wurden. Ein Kaffee- und Biergarten waren ebenso attraktiv wie später das Reitzentrum.

Gruß vom Gasthaus Lohaus SbHülfe

Tel. 245 Aml Diephola. Bea, Bremen

74 Am 20. Oktober 1906 brannte das noch ländlich wirkende Gasthaus mit Ausspann von Heinrich Haake in Sankt Hülfe ab. Es war schon damals ein beliebtes Ausflugslokal. Der Besitzer ersetzte die Ruine durch einen stattlichen Neubau mit einem Saalanbau. Leider verfiel der massive Ziegelbau seit Ende der siebziger [ahre mehr und mehr. In der Nähe wurde der Kieke- und Griepemarkt abgehalten. Manchmal meinten die Schausteller, es werde zuviel 'gekiekt' (geschaut) und zu wenig 'gegriept' (zugegriffen, gekauft). Das bedeutendere Ereignis in Sankt Hülfe war und ist heute erst recht seit der Einstellung des Marktes die Maifeier, ein Schützenfest, das es schon 1498 gegeben hat.

75 Das Diepholzer Schützenfest blickt wie das Sankt Hülfer auf eine lange Tradition zurück. 1498 stiftete ein Edelherr den silbernen Vogel (oder 'Papagoy') für den jeweiligen Schützenkönig. In der ersten Hälfte des 18. [ahrhunderts wurde das Schützenwesen verboten. Erst 1850 wurde es wieder zugelassen. Im Bürgerpark 'auf dem Busche' (Lüdersbusch) wurde die Tradition wiederaufgenommen. Träger ist heute das Schützenkorps. Der zweite Schützenverein in der Stadt wurde 1953 gegründet. Älter aber ist der Diepholzer Großmarkt, den zumindest die Organisatoren auf das vom Edelherrn [ohann 1380 verliehene Marktrecht zurückführen.

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76 Die Heeder Bruchhütte war wie die entsprechende Diepholzer seit etwa 1760 als einfache Erdhütte zum Schlafen und Essen entstanden. Als im 19. und 20.Jahrhundert die Gemeinheiten (Allmende) aufgeteilt wurden, entstanden aus den Hütten der Wiesenhirten aufKosten der Bruchgenossenschaften Bauernhäuser in Fachwerkbauweise, in diesem Fall im [ahre 1914. Die Bruchhütte brannte 1938 ab. Die Beurteilung des zunächst pionierhaften Lebens so weit draußen schwankt zwischen Neid auf das Leben in der Natur, Bewunderung für die Fähigkeit, in dieser Abgeschiedenheit zu leben, und der Ablehnung, für jede Besorgung mehrere Kilometer weit bis zum nächsten Geschäft fahren

zu mussen.

Heeder Bruchhütte b. Dlepholz

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