Diepholz in alten Ansichten Band 2

Diepholz in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Wilfried Gerke
Gemeente
:   Diepholz
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6660-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Diepholz in alten Ansichten Band 2'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

9 So präsentierte sich um den Ersten Weltkrieg herum die südliche Lange Straße in Höhe der Zufahrt zum Schloss. Es gab schon Bürgersteige und Laternen, aber die stark verschmutzte Straße machte noch einen ländlichen Eindruck. Links die Lohne mit der Müntebrücke, die mit einem weiß gestrichenen Holzgeländer ausgestattet war. Rechts das Haus, in dem die Beamtenfamilie Duensing lebte. Hier wuchsen die Töchter Anna (später Künstlerin) und Frieda (später eine der ersten deutschen ]uristinnen mit Doktortitel, Vorkämpferin für ]ugendgerichtshilfe und verantwortungsbewusste Wahrnehmung der Fürsorgepflicht) in großer Freiheit auf.

10 Die Vorwerksbrücke wurde 1905/06 als Nachfolgerin einer dreibogigen Vorgängerin errichtet. Ein Paddler befindet sich auf dem Rückweg zum Anleger des Gasthofs Stadt Osnabrück und wird von der Brücke und vom Ufer aus beobachtet. Leider hat sich das Bootsfahren in Diepholz nie recht durchsetzen lassen - trotz der Bemühungen des Gastwirts Behrens, der Graf-FriedrichSchule, der Kanu-Abteilung des Männer- Turnvereins und der Tischlerei Schierbaum. Diejenigen, die Freude daran empfanden, bevorzugten lohnendere Reviere wie die Hunte unterhalb Barnstorfs, den Dümmer und dieWeser.

11 Ein Diepholzer sei

hier ausführlich vorgestellt, weil er auf verschiedenen Gebieten aktiv war. Hotelier Fritz Gerke war ein humorvoller Mensch, sangesfreudig und daher bei Festlichkeiten begehrt. 1 906 besang er den Hauptmann von Köpenick, 1908 die Sparsamkeit des Magistrats gegenüber der Freiwilligen Feuerwehr und 1909 die Frauenbewegung. Er gehörte dem Vergnügungsausschuss des Männergesangvereins an und beteiligte sich an der Großen Diepholzer Carnevalsgesellschaft, die im Februar 1912 gegründet wurde und mit einer Sitzung am 2. März 1 9 12 um 20. 11 Uhr ihren ersten Höhepunkt erlebte. An dem Festzug am 19. Ianuar 1913 beteiligte Gerke sich

zusammen mit dem Kaufmann Wilhelm Horn mit einem von neun Wagen. Fastnachtsbälle und Maskeraden feierte die dafür aufgeschlossene Bevölkerung schon vor der Kaiserzeit.

12 Das Schützenfest hat eine lange Tradition. Schon 1498 stiftete der Edelherr Rudolf den versilberten Papagoy-Orden für den Schützenkönig. Der Schützenkönig war für ein Iahr frei von Steuern, militärischer Einquartierung und Bürgerdiensten. 1710 wurde das Fest vom Landesherrn verboten, 1742 wieder erlaubt, 1750 erneut verboten. Am 20. Juli 1850 wurde ein Schützenverein, das heutige Schützencorps, gegründet, der zusammen mit der Schützenfestzelt - Aktiengesellschaft (gegründet am 13. Ianuar 1851) das Schützenfest 'auf dem Busche' veranstaltete. Neben dem Großmarkt war es das populärste weltliche Fest. 1953 bildete sich ein zweiter Schützenverein im südlichen Neubaugebiet.

Fritz Gerke glänzte 1 927 als Adjutant mit einer Damenrede, warb 1931/32 mit Kaufmann Samenfeld 56 Mitglieder, sodass der geschwächte Verein um mehr als das Doppelte zunahm, und stieg 195 1 zur Würde eines 'Generals der Artillerie' auf.

, ,

13 Zur Grafenzeit waren die Jagd- und Reitemeier, bestimmte Hofbesitzer, zuständig für die Jagdhundezucht des Landesherrn. Die Diepholzer Umgebung mit ihren Mooren und Brüchen und dem Dümmer bot von jeher ausgezeichnete Jagdmöglichkeiten aufNiederwild und Vögel. Schon aus dem 16. Iahrhundert ist ein Bericht über Wilderer aus dem benachbarten Amt Vechta überliefert. Diese Zeit war lange vorbei, als Hotelier Fritz Gerke 1904 einen Verein zur Jagd und Förderung des Gebrauchs reinrassiger Jagdhunde ins Leben rief. Mit seiner Lieblingsrasse, dem Deutschen Langhaar, nahm er j ahrelang an international besetzten Hundeausstellungen zum Beispiel in Düsseldorf, Elberfeld und

Hamburg teil und errang Spitzenpreise.

14 Neben dem Hotel Gerke stand 'Gerken Peerstall'. Als die pferde abgeschafft wurden, da das Automobil zum Reisefahrzeug der 'feinen Leute' wurde, vermietete der Hotelier den Stall als' Auto Garage'. Mit Emailschildern wies er auf die Serviceleistungen seines Hauses hin: Dapolin (Benzin und Öl), Automobil- Reparatur- Werkplatz von Henry W Behrens, der ein Autogeschäft besaß, seit 1913 Führerscheine ausstellen durfte und 1925 die erste Fahrschule in Diepholz eröffnete. Die Garage diente noch immer als Ausspann. 1 930 wurde der Stall abgebrochen. Ein Dokument zur Verkehrsgeschichte! Über das Hotel Gerke prophezeite übrigens der Spinnereiarbeiter Klatte im 19. Jahrhundert, es werde

eine blutige Schlacht am Dümmer geschlagen, und dann werde der Diepholzer Kirchturm auf Gerkes Haus fallen.

15 Ein Foto vermutlich aus den zwanziger Iahren. Hier spielt die N oltesche Kapelle, auch Diepholzer Kapelle genannt, mit sieben Mann auf der Langen Straße zwischen derVeranda des Hotels Gerke und der Kirche. Das Haus rechts ist die Superintendentur, die noch an der Straße stand und 1937 durch einen Neubau ersetzt wurde. Die Straße ist mit schwarz-weiß-roten Fahnen geschmückt. Die Kapelle hatte ihren ersten Standort in Mühlhausen in Thüringen und kam bald im August 1903 nach Diepholz. Sie war berechtigt, Lehrlinge auszubilden, war bei allen Festen dabei und wurde auch in der Umgebung engagiert.

16 Johannes Böhm, Leihbuchhändler, Inhaber eines Zigarrengeschäfts und leidenschaftlicher Schachspieler, ließ diese Ansichtskarte der Nicolaikirche in den fünfziger Iahren herstellen. Bei Hochzeiten wurde die Lange Straße gesperrt. Dann schritt das Brautpaar nach vollzogener kirchlicherTrauung über den roten Teppich einen schmalen roten Läufer - hinüber ins Hotel Gerke. In dem Fachwerkgebäude vor der Kirche war die Schule untergebracht. Der Lehrer musste sich vom Pastor überwachen lassen und Leichenzüge zum Friedhof mit Schülern singend begleiten. Ursprünglich musste er auch die Kirche säubern und Orgel spielen. Daher sprach man von den 'Niederen Küsterdiensten'

und vom Schulhaus als 'Kûsterhaus' .

Der Amtsgarten im Vordergrund wurde im Frühjahr 1951 als öffentliche Parkanlage gestaltet.

1 7 Diepholz vor dem Ersten Weltkrieg war eine fast autofreie Stadt. Das Hotel Zum Grafen von Diepholz (rechts) lud mit seinen überdachten Lauben zum Sitzen im Freien ein, und mächtige Bäume neben der Superintendentur (vor der Kirche) und vor dem früheren Haus der Kreissparkasse sorgten für Grün in der Stadt. Von links Lange Straße 23 (Kaufmann Gerndt, seit 1 9 12 Samenfeld) , 24 (Buchbinder Stuke, dann Kaufmann Weißbrodt und Allgemeine Ortskrankenkasse), 25 (Kaufmann Grelle 18461890, Sparkasse 18651889,Neubau 1872-

1 874, Rentner Fröhlking und Oberlandmesser Engelke), 26 (Malermeister Neumüller), 27 (Rentner Zwickert und Feuß Erben), 28 (Superintendentur).

Gruss aus J)ieph6lz

18 Die Ruhe der Kleinstadt in den fünfziger Iahren des 20. Jahrhunderts. Zwischen der evangelischen Kirche, der Superintendent Bobzien erst 1954 ihren heutigen Namen St. Nicolai gab, zurück zum Hotel Zum Grafen, in dem 1800 der Gastwirt und Postverwalter Wilhelm Schütte amtierte, Friseur Borghardt, der Diepholzer Apotheke, die damals

nicht mehr die einzige war und als 'Lówen-Apotheke' von der 'Adler-Apotheke' unterschieden wurde. Vor der Schlachterei Alms steht das Haus des Kaufmanns Paradiek, der für Produkte der Firma Eckes warb.

An 'Paradieks Ecke' zur Mühlenstraße verwies ein Schild auf den VW-Dienst auf einem Hinterhof, dem heutigen Gänsemarkt.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek