Diepholz in alten Ansichten Band 2

Diepholz in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Wilfried Gerke
Gemeente
:   Diepholz
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6660-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Diepholz in alten Ansichten Band 2'

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29 Die Buchhandlung Ferdinand Schöttler ließ diese Ansichtskarte in den fünfziger Iahren drucken. Die Firma, die auch über eine kleine Druckerei verfügte, entstand im Kriegsjahr 1915.Im 19.Jahrhundert betrieb die Familie eine bescheidene Tuchfabrik auf dem Kohlhöfen, deren Schornstein noch steht und lange Zeit von Störchen als Nistplatz 'umgewidmet' wurde. Das Geschäft profitierte auch von seiner Nähe zur GrafFriedrich-Schule. Die genagelte Fahrbahnmarkierung aufholprigem Fahrbahnpflaster, dem ungeliebten Blaubasalt, die kleinteiligen Fensterkreuze

am Hause rechts, das Möbelhaus Steffens (erbaut nach dem Brand von 1937) - alles ist Vergangenheit. Buchhändler Horst Schöttler war mit seiner Tätigkeit im 'Kultur-

ring' seit den fünfziger Iahren des 20. Iahrhunderts einer der bedeutendsten Organisatoren des Kulturlebens in Diepholz.

30 Dreizehn Herren haben sich (um 1863?) zum Kegeln versammelt. Der zweite von links notiert die Würfe. Einer raucht eine lange Pfeife, auf dem Tisch stehen Gläser. Und ein 'Kegelbruder' wird gleich die Kugel rollen lassen. Wie alt die Bahn ist, zeigt sich daran, dass nur der Sitzplatz überdacht ist. Vermutlich renommierte Bürger haben sich hier bei Meyering (dem späteren Hotel Stadt Bremen am Bremer Eck) fotografieren lassen. Das Foto stammt aus dem Nachlass des Anwalts Dr. Schrader. Kegelbahnen hatten auch der Lüdersbusch seit 1872, der Braune Hirsch 1873 und die Kaiserhalle seit 1879.

3 1 Eine Aufnahme von Photo Petersen hat in winterlicher Ungemütlichkeit die noch schmale Straße Auf dem Esch festgehalten, wie sie sich am Ende der scheinbar Goldenen Zwanziger darbot. So blickte der Fotograf vom Rande des Marktplatzes auf die Häuser Nr. 61, 63 und 64. Diese Häuser sind in der zweiten Hälfte des 1 9. Jahrhunderts entstanden. In ihrer Umgebung gab es Ansätze zu gewerblicher Entwicklung. Bis 1 869 stand dort die Schwarzesche Windmühle. 1871 baute Helmsmüller eine kleine Maschinenfabrik, 1881 Münder und Reeßing eine Kunstbutterfabrik, 1896 Runte eine Dampfmühle. Geblieben ist davon nichts. Das Eschfeld ist der wirtschaftliche Kern des ursprünglichen

Diepholz. 'Esch' hängt mit 'Essen' zusammen; hier waren die Roggenfelder der Ur-Diepholzer vom Kohlhöfen, Bremer Eck und der westlichen Hindenburgstraße, hier besa-

ßen auch viele spätere Ackerbürger schmale Ackerstreifen.

32 Hier beginnt auch ein altes Stück Diepholz.

1599 wurde der Friedhof von dem Gelände um die Kirche in den Norden des Eschfelds verlegt. Das hier zu sehende neue Friedhofstor fertigte Schlossermeister Friedrich Diestelhorst aus der Judenstraße (heute: Kolkstraße) 'in künstlerischer Ausführung' an, wie die Tagespresse 1905 schrieb. Die Kosten von über 1000 Mark übernahm Rentier Plate, der als einer der wichtigen Mäzene oder Sponsoren van Diepholz und Barnstorf gelten kann. Er wohnte in einem inzwischen abgerissenen Haus am Bremer Eck. Da der Rost das Tor zu zersetzen drohte, ließ die Stadt es im

Iahre 2000 restaurieren. Eigentlich hatte sich der Kunstschlosser Diestelhorst auf Geldschränke spezialisiert, von denen er bis 1912 über 300 verkauft hatte.

33 Im Iahre 1834 wurde die neue Friedhofskapelle aufInitiative des Superintendenten Freytag und des Bürgermeisters Storkmann gebaut. Den Entwurflieferte der Diepholzer Amtsmaurermeister Göhner im neugotischen Stil. Göhner und der Amtstischlermeister Grelle führten den Plan aus.Am V.Juli 1845 weihte Freytag den Bau ein. Rund 125 Iahre hat die Kapelle fürTrauerfeiern zurVerfügung gestanden, bis sie durch die Nachfolgerin links vom neuen Zugang am Heldenhain ersetzt wurde. An die Vorgängerin der Kapelle von 1834 erinnert am Hauptweg noch ein Grabstein, auf dessen Rückseite die Anfang des 18.Jahrhunderts gestiftete Glocke dargestellt ist.

34 Das Säuglingsheim war das Lebenswerk der Margarethe van Wuthenau geb. van der Wense. Zuerst in der Grafenstraße, seit 1929 an der Stüvenstraße,

nach dem Krieg in der Runteschen Villa auf dem Esch, kann es zu den sozialen Errungenschaften der Weimarer Republik gerechnet werden. Schwache

Kinder wurden gepflegt, uneheliche bis zur Adoption versorgt. Ganz im Geist der gesundheitsbewussten Zeit gingen Diakonissen und Helferinnen gern

nach draußen. Sogar eine Schaukel hatte man bereits im alten Heim an der Grafenstraße.

35 Von diesem frühen Foto aus Diepholz ist der Aufnahmetag 1885 bekannt. In dem Fachblatt 'Haus und Schule' wurde ein Bericht abgedruckt: 'Der 12. Oktober war für die hiesige königliche Präparandenanstalt ein ganz außerordentlicher Festtag; denn an diesem Tag wurde das von der Stadt neuerbaute Anstaltsgebäude seiner Bestimmung übergeben .... Sodann wurde in der Frühe des Morgens vor dem neuen Hause eine Eingangspforte aufgerichtet, auch wurden die Eingänge des Hauses und der Aula mit Kränzen und zutreffenden Inschriften versehen. Zum ersten Male wallten zwei neue Fahnen in den preußischen und

deutschen Farben von dem Dache des stattlichen Gebäudes hernieder; auch die Nachbarhäuser hatten zur Ehre des Tages Flaggenschmuck angelegt.'

36 'Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstage sendet dir deine Cousine Ida.' Das schrieb Ida auf die Ansichtskarte, die der Verlag Wilhelm Berneburg herausgegeben hatte. Die Präparandenanstalt bildete in der Kaiserzeit und noch bis 1922 Schüler aus, die nach ihrer Volksschulzeit auf den Besuch eines Lehrerseminars vorbereitet wurden. DerVolksschullehrer war in der Dorfschule oft der einzige Pädagoge und musste daher Allround-Lehrer sein. Da

er vielfach auch Organist und Chorleiter zu sein hatte, wurde auf seine musikalische Ausbildung (Geige, Orgel) großerWert gelegt. Die von auswärts zuziehenden Präparanden wohnten in Diepholzer Familien als 'Pensionäre'. Für sie wurde eine Kost-

ordnung herausgegeben, die vorsah, dass sie Diepholzer Schwarzbrot nicht essen mussten, da es nicht allen bekam.

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37 Diese Luftaufnahme aus der Zeit kurz nach 1930 zeigt die Wilhelmstraße. Oben rechts steht das neue Krankenhaus (1929), vorn sehen wir die Graf-Friedrich-Schule mit ihrem Erweiterungsbau und der Turnhalle, dahinter ein Fußballtor. Stüvenstraße und Eschfeldstraße sind erst teilweise bebaut. 1933 wurde die Wilhelmstraße in Hindenburgstraße umbenannt, um zu dokumentieren, dass man die Kaiserzeit hinter sich gelassen hatte und den damaligen Reichspräsidenten ehren wollte. Das war ein politischer Akt, da zugleich die Eschfeldstraße nach dem neuen Reichskanzler Hitier benannt wurde. Die Benennung nach lebenden Personen war und ist unüblich.

38 Die Häuser am Bremer Eck mit den Nummern Hindenburgstraße

68 und 69 sahen in der NS-Zeit so aus. Links die Besohlanstalt Stuppi, nebenan die 'Wirtschaft', die als einer der wenigen Betriebe am Bremer Eck das Jahrhundert überdauerte. Immerhin gab es damals schon ein Parkverbot.

1913 hatten die Erben des Arztes Dr. med. Friedrich Gerding dessen Haus an Bauunternehmer Hermann Rathje verkauft. Er ließ es abbrechen und in der hier gezeigten Form neu errichten. Unser Blick wird an der Ostseite der Langen Straße entlang bis zum Schlossturm geführt, der, ob sichtbar oder nicht, einfach vorhanden sein musste!

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