Diepholz in alten Ansichten Band 2

Diepholz in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Wilfried Gerke
Gemeente
:   Diepholz
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6660-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Diepholz in alten Ansichten Band 2'

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39 An der Bahnhofstraße zeigte sich die Auswirkung des Eisenbahnbaus zu Beginn der Kaiserzeit.

1873 entstanden Bahnhofsgebäude, Postamt und

die Plinckesche Gastwirtschaft, 1874 der Gasthof Zum Bahnhof (Nr. 1), ein Wohnhaus und ein Lagerhaus (Nr. 2), 1877 eine Gastwirtschaft mit Kegelbahn (Bahnhofstraße 3, später Mühle). Die Aufnahme zeigt links das

1 889 von Fabrikdirektor Dr. AdolfPrinzhorn (Hannover) für seinen Vater, den Lehrer und Kantor Friedrich Prinzhorn, gebauteWohnhaus Nr. 15. Rechts stand die 1878 gegründete Schlosserei Schröder (Nr. 15). Eine Dame Stella schrieb an Vera Vahlbruch in Colnrade auf der Rückseite der von Hermann Stubbe verlegten

Karte: 'Ich bin schon 3mal zum Anprobieren gewesen und einmal nach Lies zum Kränzchen.'

40 Im Iahre 1898 wurden 272 000 Ziegelsteine für den Bau der 'gehobenen Schule' geliefert. Im Oktober 1899 wurde der erste Unterricht in der neuen Mittelschule an der Bahnhofstraße erteilt. Die Uhr an dem Bauwerk hatte der Unternehmer Simon Fontheim in Berlin gestiftet, und die Bürger Plate, Prinzhorn und H. Schröder hatten ebenfalls finanzielle Beiträge geleistet. Architektonisch fand das Gebäude sein Vorbild an der norddeutschen Backsteingotik, wie an dem Treppengiebel und an den Fensterfarmen zu erkennen ist. Die Aula wurde mit Wandsprüchen und Büsten der drei Kaiser, der Königin Luise und der Kaiserin Auguste Victoria geschmückt. Superintendent Stölting erklärte damals:

'Pûr einen Ort wie Diepholz, der keine Industrie hat, ist das einzige, was den Ort nach jeder Richtung zu heben imstande ist, möglichst viele und möglichst gute Schulen.'

41 Wo wir heute auf der Promenade am Ostufer des Burggrabens spazieren gehen, war noch nach der Erweiterung der Mittelschule im Iahre 1909 Sumpfland. Der Schulplatz wurde dadurch angelegt, dass Sand vom Sandstich in die Südwestecke der Schlosswiese gefahren wurde. Links ist ein Teil der Schlossinsel zu erkennen. An der Südwestecke des Burggrabens wurde noch im 19. Jahrhundert das Hexenloch gezeigt, in dem um 1650 die 'Hexen' Wasserproben zum Beweis ihrer Unschuld vergebens über sich ergehen ließen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Gelände rechts allmählich bebaut und als Schlossstraße bezeichnet. Es gehörte zu den besseren Wohnlagen.

42 Die älteste Diepholzer Druckerei war die Schrödersche. 1 91 2 war es den Eigentümern Humboldt Rumpel und Fritz Schröder an der Langen Straße 81 zu eng geworden, und sie beschlossen einen Neubau an der Bahnhofstraße zu errichten. Den Bauplan lieferte Oskar Schröder, der Stiefsohn Rumpels. Ende Oktober 1914 wurden die Geschäftsräume in Betrieb genommen. Eine zweite Setzmaschine und eine Rotationsmaschine für vier Seiten ermöglichten, dass ab 1. Ianuar 1915 eine Tageszeitung erscheinen konnte, während das Lokalblatt bis dahin nur dreimal wöchentlich he-

rausgekommen war. Der Verlag machte Diepholz damit zum kleinsten Ort im Deutschen Reich, in dem eine Rotationsmaschine stand. Gedruckt wurden auch Akzidenz-

sachen für Geschäfte und Familienereignisse sowie Bücher (die Dissertation von Dr. Kinghorst und 'Dannappels' von IanhinnerkWördemann).

43 Das Haus Bahnhofstraße 30 (links) ist das Geschäft mit der längsten Tradition als Fotogeschäft in Diepholz, denn am 20. Oktober 1907 bezog der Fotograf Petersen den Anbau im Garten des Uhrmachers Barmeyer, der dort seit 1893 wohnte. Da, wo heute die Gartenstraße einmündet, stand seit

1913 ein Zaun, und daneben erhebt sich der für damalige kleinstädtische Verhältnisse imposante Bau der Kreissparkasse, der von dem Leiter des Staatshochbauamts entworfen worden war. Der kleinere Nachbar Nr. 30 beherbergte van 1889 bis 1913 die Kreissparkasse und dann

die Wohnung des Hausmeisters der Sparkasse und eines Angestellten. Es war um 1878 entstanden und damit auch eine Folge des Baus der Bahnhofstraße.

44 Das Gasthaus Zum Bahnhof wurde 1 874 eröffnet. 1906 wurde Franz Ewers der vierte Wirt. Er war am 1. Dezember 1878 in Bad Rothenfelde geboren und starb am 27. Oktober 1949 in Diepholz. Das einstöckige Haus lud mit acht erhöhten Terrassenplätzen zum Sitzen im Freien ein. Am 17. Dezember 1942 und am 15. März 1945 wurde das Haus durch alliierte Bombenabwürfe auf das Gelände um den Bahnhof so schwer getroffen, dass es nach dem Krieg von derTochter Wilma Klostermann geb. Ewers und ihrem Vater vollständig neu gebaut werden musste.

Das Gasthaus darf nicht verwechselt werden mit der Gastwirtschaft im Bahnhof, die schon 1873 eröffnet wurde.

45 Im Iahre 1873 wurde der Bahnhof Diepholz als Station an der Strecke vom Ruhrgebiet (WanneEickel) über Münster (Westfalen) und Osnabrück nach Bremen und Hamburg in Betrieb genommen. 1923 kam die Verbindung nach Nienburg über Sulingen hinzu. Eine Verlängerung in westliche Richtung über Lohne ins Emsland wurde aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr gebaut. Ende der dreißiger Iahre erhielt der neue Fliegerhorst einen Gleisanschluss an die Hauptstrecke, nach dem Krieg auch die Schöttlersche Maschinenfabrik (Schöma). Das

Schöma-Gleis wurde in den achtziger Iahren abgekoppelt, die Strecke nach Nienburg blieb nur als Umleitungsmöglichkeit erhalten.

Aufnahme September

1944 von der 'Hûhnerleiter' in Richtung Norden auf das Bahnbetriebsgelände. Die winkende Hand im Vordergrund macht das Foto lebendig.

46 Im September 1944 fuhren nachts alarmierte Diepholzer Schüler in Begleitung zweier Lehrer mit dem 'Sulinger Alli' über Sulingen nach Hannover, von dort in einem Sammeltransport mit Jungen anderer Schulen zu Schanzarbeiten nach Nimwegen in den Niederlanden zur Abwehr des befürchteten britischen Angriffs auf die südliche Niederlande (die kurz darauf erfolgende Luftlandung bei Arnheim). Dieses Kommando war völlig sinnlos, kostete einen Lehrer bei einem Luftangriff auf die Gruppe das Leben, als er einen Schüler von der Straße in den schüt-

zenden Graben holen wollte, und endete im Chaos. Die Schüler marschierten auf eigene Faust zurück ins nahe Deutschland und schlugen sich mit der Bahn nach Diep-

holz durch. Das Foto zeigt den Abschied auf dem Diepholzer Bahnhof.

47 In dem feuchten Gartengebiet der Welle begann Ende Februar 1938 der Bau eines Gebäudes für Zollamt und Krankenkasse. Kurz vorher waren die Straßen an dem Eckgrundstück nach den erschossenen Nationalisten Horst Wessel und Albert Leo Schlageter benannt worden (seit 1945 Wellestraße und Gartenstraße ). Schon am 14.April wurde Richtfest gefeiert. Ende September 1938 bezogen Zollamt, Allgemeine Ortskrankenkasse und Landkrankenkasse das noch völlig isoliert stehende Gebäude. Es wurde zum Kern des später auch mal scherzhaft als 'Regierungsviertel' be-

zeichneten Stadtteils, in dem Kreissparkasse, Volksbank, AOK, Postamt, Stadtund Kreisergänzungsbücherei (heute Stadtbibliothek) ihren Platz fanden.

48 Zum Postamt wurde der Grundstein im März 1951 auf einem Gelände gelegt, das die Reichspost 1 937 gekauft hatte. Das schon 1935 benötigte Gebäude wurde im März 1952 eröffnet. Welche Bedeutung die Deutsche Bundespost Diepholz zulegte, zeigt sich an der Bildung des Fernmeldebaubezirks Diepholz am

1. April 1952 und am Bau von dreißig Wohnungen für Postbedienstete. Früher war die Post vielleicht auf dem Gelände der Münte, mit Sicherheit seit 1819 am Bremer Eck, seit 15. Mai 1873 in einem eigens errichteten Gebäude am Bahnhof,seit30.Juli 1905

im Rathaus an der Langen Straße und seit Herbst 1926 in dem am 27. Juni 1925 erworbenen 'Beamtenhaus' an der Bahnhofstraße.

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