Diepholz in alten Ansichten Band 2

Diepholz in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Wilfried Gerke
Gemeente
:   Diepholz
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6660-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Diepholz in alten Ansichten Band 2'

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49 Katholische Gottesdienste wurden 1918 erstmals seit der Reformation in Diepholz gehalten. Mit Hilfe der evangelischen Kirche wurden seit 1943 Messen für die Evakuierten aus den Großstädten und vom Niederrhein gelesen, denen sich 1945 Flüchtlinge und 1946 Heimatvertriebene aus Ostpreußen und aus Schlesien hinzugesellten. Im April 1950 wurde am Weizenkamp ein Holzkreuz aufgestellt, am l1.Juni 1950 der Grundstein für die Christkönig-Kirche gelegt und über ein Iahr später konnte das Gotteshaus geweiht werden. Initiator war der erste Geistliche der jungen

Gemeinde, der aus Köln stammende Josef Schmidt. Da die Diasporagemeinde arm war, halfen katholische Christen in anderen Teilen Deutschlands finanziell.

50 Das öffentliche Baden hat in DiepholzTradition. Schon im späten 19. Iahrhundert bestand eine Badeanstalt in der Lohne am Hotel Stadt Osnabrück. Außerdem verkaufte August Meyer vam Willenberg Badekarten für die Bohningkuhle. Später schuf die Fleckensverwaltung ein Bad in der Lohne. Diejenigen, die aufUmkleidekabinen und Gebühren verzichteten, nahmen mit der Hunte am Scheurenkamp und mit dem 'Deutschen Eck' am Ausfluss der Strothe aus der Großen Lohne vorlieb. Als im Zusammenhang mit der neuen Garnison die Bevölkerungszahl wuchs, setzte Bürgermeister Brüning (Verwaltungs-

chef 1910-1950!) durch, dass mit Hilfe einer Aktiengesellschaft eine Badeanstalt gebaut wurde,

die lange Zeit noch mit gefiltertem Lohnewasser gespeist wurde.

5 1 Im März 1 938 wurde der Badeverein Diepholz e.V gegründet. Bürgermeister Brüning wollte auf diese Weise der Stadt zu einer zeitgemäßen Badeanstalt verhelfen. Die Mitglieder zeichneten zuerst Anteile van 5 0 0 Reichsmark, seit Mai 1938 auch von 200 RM, um schnell zum Ziel zu gelangen.

Das Prinzip der Bausteine bewährte sich. Am 5. September begannen die Bauarbeiten, und am 18. Mai 1939 wurde das Bad mit einer Schwimmveranstaltung eröffnet. Der Bremisehe Schwimmverband, der Männer- Turnverein Diepholz, der Luftwaffensportverein Adlerhorst Diepholz und die Wasser-

freunde 98 Hannover nahmen teil. Die Krönung bot das Turmspringen mit Sportlerinnen und Sportlern aus Bremen und Osnabrück. Die Bretter hatten eine Höhe von 1 und 3 m

über dem Wasser, derTurm bot Sprunghöhen von 5 m und 10 m.

52 Am 22. September

1 938 wurde diese Karte an Ella Koop in Bremen geschickt. Das Photo-Spezialhaus Ewald Warnecke am PohllieB hier in die Schauburg blieken, die Conrad ('Conny') Bruns 1913 hatte bauen lassen.

Bruns zeigte damals noch Stummfilme; er war aber auch derjenige, der 1931 den ersten Tonfilm in Diepholz vorführen lieB ('Die Drei von der Tankstelle") . Bruns sah Kino als Kunst und statte te den Saal mit drapierten Vorhängen aus; über der Bühne wiesen Masken auf den Zweck

des Film-'Theaters' hin. Nach dem Krieg wurden hier von der britischen Be-

satzungsmacht Sondervorführungen für die befreiten Zwangsarbeiter organisiert, und die Diepholzer sahen den KZ-Film 'Todesmühlen'.

53 Die meistfotografierten Häuser auf dem Willenberg sind Nr. 95, 96 und 97. Auftraggeber von Nr. 95 (links) war das Ehepaar Evers. Kaufmann Heinrich Evers war der letzte Vorsteher der Gemeinde Willenberg und wurde 1826 vereidigt. Die neue Schauseite von Nr. 96 wurde 1 788 vom Ehepaar Ruhase gebaut. Auch Nr. 97 (rechts) war lange Zeit (bis 1798) in der Hand dieser Familie. Um 1950 wohnten hier ein Möbeltischler und zwei Landwirte. Die Balkeninschrift am Haus Nr. 96lautet: '0 Gott nimm uns in Deiner Huth / Und schütz dis Haus für Feuers Gluth. / Laß, wenn

wir gehen aus und ein, / All unsre Wege richtig seyn. / Erhöre unser Flehn, / So wird es woll im Hause stehn.'

54 Die Volksschule an der Bahnhofstraße genügte angesichts der seit den dreißiger Iahren zuerst durch Wehrmachtsangehörige, dann durch Luftkriegsevakuierte und schließlich durch Vertriebene und Flüchtlinge beträchtlich angestiegenen Schülerzahl nicht mehr. Sobald es die Finanzen erlaubten, wurde für die Schülerschaft des neuen Stadtteils im Süden, besonders an der Herrenweide, eine Schule geplant und gebaut.Am 25. März 1950 wurde der Grundstein gelegt, und 13 Monate später zogen Lehrerkollegium, Schülerinnen und Schüler von ihrer alten Schule durch die Stadt in das neue Gebäude, das im März den Namen 'Neue Volkssschule'

(heute: Mühlenkampschuie) erhalten hatte. Über

dem Eingang grüßte der Spruch: 'Gott segne euren Einzug!' Keine starre Pultordnung mehr für den Frontalunterricht, sondern Sitzgruppen für vier bis sechs Kinder, Drehstühle, Tafeln für die Ganzwortmethode, olivgrüne Schiefertafeln, Lehrertisch an der Stelle eines Katheders - daraufwaren alle stolz.

55 Das Foto zeigt trotz der Pause deutlich, was für eine schwere ArbeitTorfstechen bedeutete. Auf dem Grund des Stichs steht ein Mann in Holzschuhen, der die einzelnen Schwarztorfsoden sticht und nach oben wirft. Dort lädt ein zweiter Mann die Soden auf die Schubkarre und fährt sie auf weichem Boden zum nächsten Torfhaufen, wo die noch feuchten Brocken sorgfältig aufgeschichtet werden, um trocknen zu können. Iahrhundertelang gingen die Leute ins Moor, bis sie gleich nach dem Ersten Weltkrieg entdeckten, dass sie mit dem Fahrrad schneller dorthin gelangten. Draußen waren sie der Witterung ausgesetzt und mögen oft sorgenvoll zum Himmel geblickt haben, denn einen Schutz gegen Sonne, Regen und Gewitter gab es nicht.

56 So ging's jahrhundertelang zu beim Handstich. Der Stecher warf die Soden aus dem Stich nach oben. Der dort stehende zweite Mann fing die Soden mit beiden Händen auf und legte sie zu dem Stapel auf der Schubkarre. Angesichts der Hitze im schattenlosen Moor arbeitete der Mann mit nacktem Oberkörper und Mütze zum Schutz gegen die Sonne. War jemand zum ersten Mal dabei, wurden allerlei Scherze mit ihm getrieben. Wer aber zu der Gemeinschaft gehören wollte, musste gute Miene zum (nicht bös gemeinten) Spiel machen und sich foppen lassen. Das war ein

Initiationsritus wie etwa die Äquatortaufe der Seeleute oder das Gautschen der Buchdrucker.

57 Der Verlag H. Wolle in Sulingen gab vor dem Ersten Weltkrieg diesen Gruß aus dem Wietingsmoor vielleicht bei Freistatt oder Wehrbleck heraus. Ein eindrucksvolles Bild aus der Wildnis zwischen den Kreisen Sulingen und Diepholz, das die Mühsal des Lebens nur erahnen lässt. Genügt heute ein Handgriff an der Heizung, so musste vor einem Iahrhundert derTorf gestochen und geringelt, getrocknet, aufgeladen und mit dem Ochsenwagen abgefahren werden. Das war Arbeit für Frauen und für Männer. Mit Bülten und Schlenken durchsetzt war auch das Grenzgebiet zwischen

Vechta - Lohne und Aschen - Diepholz, wo sich das Aschener, das Heeder und das Diepholzer Moor hinzogen.

Gruss aus dem Wietingsmoor

58 Ein seltenes Foto, aber kein seltenes Bild auf der SteinstraBe: Glaues Gänse werden über die SteinstraBe zum Bahnhof getrieben. In der Weihnachtswoche 1 898 wurden im Bahnhof 700 Zentner Schlachtgänse verladen, dazu kamen die, die mit der Post versandt wurden. Glaue lieferte an einem Tag im Iahre 1916 fünfhundert Gänse nach Berlin. Die Diepholzer Frühbrüter wurden mit der Bahn beispielsweise nach BerlinRummeisburg, Hamburg, Bremen oder nach Neustadt am Rübenberge transportiert und dort gemästet. Rund um Diepholz wuchs diese abgehärtete

Rasse, die heute zu den geschützten Haustierarten gehört. Die Tiere waren im Weidegebiet des Bruches gefährdet durch Krankheiten und Füchse.

Die Diepholzer Gans wird

heute von den wenigen verbliebenen Züchtern nicht nur in der früheren Grafschaft Diepholz gehalten.

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