Diepholz in alten Ansichten Band 2

Diepholz in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Wilfried Gerke
Gemeente
:   Diepholz
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6660-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Diepholz in alten Ansichten Band 2'

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59 ZumAbschied von Diepholz gehen wir in die Luft. Auf dieser Aufnahme etwa von 1930 ist die Achse der Langen Straße gut erkennbar. Links zieht sich die Lohnstraße entlang, vorn sehen wir die Schlossinsel. Vor dem Schloss sind Gartenbeete angelegt, und im Osten und Süden der Insel locken Wege zum Spazierengehen.

Eine Kleinstadt, die sich seit Jahrhunderten von oben betrachtet wenig verändert hatte. Nur die Bahnhofstraße zeigte, dass die Bebauungsgrenze nach Osten verlegt worden war. Der helle Platz rechts oben ist der Schulhof der Volksschule, die später den Namen Lübkemannschule erhielt, um das Stifterehepaar zu ehren und die Schule von der Neuen Volksschule (Mühlenkampschule) zu unterscheiden.

60 Einen Blick vom Kirchturm auf die Lange Straße mit ihren meist giebelständigen Wohnhäusern gewährt die Karte aus dem Verlag Hermann Stubbe in Diepholz. In der rechten Bildhälfte fallen zwei zweistöckige hellere Häuser auf. Das eine ist das Café Wiechering (Ecke Bahnhof-/Hinterstraße), das andere schräg gegenüber das Haus Hagemann (später durch Krapp ersetzt). Auf die Rückseite schrieb Anton an Sophie Toben in Hohenkirchen (Oldenburg) am 7. Juni 1904: 'Teile dir mit, dass ich Arbeit erhalten habe. Morgen geht's los. Es ist eine Möbelfabrik. Dieser Ort ist

noch eine gute Strecke von Bremen entfernt. Mit dem Zuge 2 Std. Nicht weit von Osnabrück. Es ist hier etwa so groß wie Hohenkirchen. Meine Adresse: Diepholz, Buddemeyer.'

61 Über diese massiv gemauerte und abgestützte Bogenbrücke führte die Straße nach Wetschen. Das Foto ist der Tatsache zu verdanken, dass der Brückenpfeiler in den zwanziger Iahren mehrfach geborsten war. Die Straße (heute B 2 14) war 1 789 als die 'Neue holländische Poststraße' von Hannover über Nienburg und Sulingen nach Diepholz aufgewertet worden. Von Diepholz lief sie weiter nach Osnabrück und nach Holland. Im Zuge des Ausbaus wurden Steinbrücken erbaut und in Diepholz das Rathaus abgerissen und ein neues errichtet.

Die Bezeichnungen

'Postdamm' und 'Alte Poststraße' erinnern an den teilweise neuen Straßenverlauf.

62 An derWildnis, der Allmende oder Gemeinheit, hatten auch die Heeder Landwirte Anteil.

Im Westen waren sie zum Torfstechen berechtigt, im Süden zum Weiden und Heurnachen. Um die Verkehrsverhältnisse zu verbessern, wurden seit dem 19. Jahrhundert Wege angelegt und Brücken gebaut. Der Ausbau der Infrastruktur war sowohl eine Folge der Privatisierung der Gemeinheitsflächen als auch der Politik, besonders in der ersten Hälfte des

20. Jahrhunderts, 'Ödland' in landwirtschaftlich intensiver genutzte Flächen umzuwandeln.

'Triftweg' ist der Weg, auf dem das Vieh von den Ställen ins Fladder und ins Bruch 'getrieben' wurde.

63 Der Brerieden-Hof, dann Hof Lüdersbusch östlich der Bahnstrecke gehörte von 177 5 bis 1803 dem Anwalt Lüders, nach dem auch die Lüderstraße benannt worden ist. Zwar gab die aus dem Westfälischen zugewanderte Familie Vahrenkamp die mit dem Hof verbundene Gastwirtschaft im Ianuar 1920 auf, hauchte der Örtlichkeit aber auch neues Leben ein. 1922 legte sie eine pferderennbahn an, auf der im nächsten Iahr das erste Rennen stattfand. Sonstiger Sport wurde hier durch den Diepholzer Sport-Club von 192 9 betrieben. 1924 wurde der

Hof an die Überlandzentrale angeschlossen und erhielt dadurch Strom.

Am 18. November 1928 wurde ein neuer Saal eingeweiht. Wenigstens zum Schützenfest sollte es mög-

lieh sein, hier 'draußen' ein Dach über dem Kopf zu bieten.

64 Schon 1854 genehmigte die Amtsverwaltung die Anlage einer Gastwirtschaft auf dem Lüdersbusch. 1872 folgte eine Kegelbahn. Als die Eisenbahnstrecke gebaut wurde, arbeiteten an ihr seit

1. November 1870 auch französische Kriegsgefangene, die wie ihre Aufseher von der Küche der Gastwirtschaft versorgt wurden. Lüdersbusch wurde 1 908 von Christian Vahrenhorst aus Dielingen gekauft, der an Pfingsten gleich ein Konzert veranstaltete. Die Tochter des 1914 in Belgien gefallenen Haferben sorgte dafür, dass der Hof in der Familie blieb, indem sie den Landwirt Landgrafheiratete.

Cnr, Vahrer-'rorst Lud sbu cb -Di pi 0 Z

65 Van 1817 bis 1849 wurde das Gemeine oder Hörster Bruch geteilt. Es umfasste ein gewaltiges Areal von Diepholz, Wetsehen und Rehden im Norden bis nach Quernheim und Brockum im Süden. Oberforstmeister von Voß erhielt für das Burgmannsgut Münte eine Abfindung bei Lembruch am Westrand des Diepholzer Bruchs. Dort ließ er einen Hof errichten, den Vossen Bruchhof. Nach dem Aussterben der von Voß wurde der Hof 1 872 an Wilhelm Tietmeyer verkauft, von dem er 1877 an die Familie Wendt überging.

Als das Bruch noch Allmende war, hatte jeder Weideberechtigte die Erlaubnis, eine festgelegte Stückzahl Vieh zu halten. Doch wurde dieses Gebot oft missachtet. 1794 führ-

te der Staat Kontrollen ein. Das Diepholzische Vieh musste mitA.D. (Amt Diepholz) gebrandmarkt werden, damit man es von dem aus demAmt Lemförde unterscheiden konnte.

Vossen Bruchhof b. Diepholz

66 Der Bruchhirte trug das Vieh ins Hirtenbuch ein, kennzeichnete Pferde, Schafe und Hornvieh durch Brandmale und Hornzeichen oder Einschnitte in die Ohren, Gänse durch Einschnitte in die Schwimmhäute. Er war verantwortlich für das Vieh und haftete bei Verlusten. Um sie zu verhindern, sollte er zweimal täglich Kontrollgänge machen. Sein Haus hatten dieTeilungsinteressenten nach der Bruchteilung gebaut. Durch das Schankrecht hatte er einen kleinen N ebenverdienst. Urn 1850 wird erstmals der Bruchhirte Kriete erwähnt, 1878 kam die Familie Thiesing

in die Diepholzer Bruchhütte, die 1899 erweitert wurde. 1935 schufen Thiesings die stattlichen Hofgebäude, die noch heute zu bewundern sind.

Diepholzer Bruchhütte b, Diepholz

67 Im Iahre 1901 kaufte Brennereibesitzer Ludwig Kellenberg zu Kellenberg das Rittergut Falkenhardt und richtete hier eine Schnapsbrennerei ein. 1916 stellte er die Kombrennerei auf Spiritusbrennerei um und nahm die Produktion von Presshefe auf. Auf dem Luftfoto ist rechts die Allee von der Straße Vechta-Diepholz her zu sehen, an deren westlichem Ende die beiden Türme, dann der Hof und vorn die Hefefabrik zu sehen sind. Links ist das Herrenhaus zu erahnen. Die dunkle Fläche im Hintergrund ist der Falkenhardt, was sa viel wie Falkenwald heißt.

68 Das Rittergut Falkenhardt war seit 1 61 9 ein landständiges Gut. Das bedeutete, dass sein Eigentümer an derWahl zur Ständeversammlung teilnehmen durfte. Im 18. Iahrhundert verlor es den Namen 'Stemshorri' und wurde in 'Palkenhardt' umbenannt. Van 1794 bis

1 871 war es im Besitz der Familie von Voß, an die dieses Büchlein schon bei der Münte und dem Vossen Bruchhof erinnert hat. Auch im Vossenreitweg nahe der Michaeliskirche und in Vossen Neufeld ist der Name dieser bedeutenden Burgmannsfamilie erhalten. Vor dem Ersten Weltkrieg wurden die

burgartigen Tortürme gebaut. Die Allee führt von der Vechtaer Landstraße auf das Herrenhaus zu, und der Hofmit den Wirtschaftsgebäuden erinnert an Anlagen in Holstein

und östlich der Elbe. Das Erbbegräbnis auf dem Diepholzer Friedhof wird von einer liegenden Platte mit einem Falken geschmückt.

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