Diepholz in alten Ansichten Band 3

Diepholz in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Wilfried Gerke
Gemeente
:   Diepholz
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6737-6
Pagina's
:   84
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Diepholz in alten Ansichten Band 3'

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Einleitung

Die Kreisstadt Diepholz entwickelte sich seit 1936 in deutlichen Sprüngen. Schon vor dem Ersten Weltkrieg reichten die bisherigen Straßen für die Wohnbebauung nicht mehr aus. Die alte Nord-SûdAchse von der Langen Straße über Mûhlen- und Steinstraße bis zum Willenberg wurde zur Basis eindrucksvoller Erweiterungen.

Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg wurde die Siedlung Herrenweide begonnen und im wesentlichen in den sechziger [ahren abgeschlossen. Dieses Viertel nahm später vor allem Vertriebene (zunächst in Baracken) auf. Die Bevölkerungszahl stieg von 3 561 (192 5) auf 6 5 16 (1 939) und - besonders 1946 durch vertriebene Schlesier - auf9 591 (1950). Die Vertriebenen bauten seit 1950 Siedlungshäuser, in den sechziger Iahren zum Beispiel an der Engen Straße.

Einen weiteren Schub gab es durch die Bundeswehr seit 1956. Im Iahre 1961 stieg die Einwohnerzahl auf 10917, 1970 auf 11 877 .Angesichts gestiegener Wohnbedürfnisse wurden ältere Wohngebiete (Fnedrichstraße, Rudolfstraße) aufgefüllt, neue geschaffen (Moorstraße, Dustmühle, Schlossstraße-Süd, Barlage). Selten sind die Häuser höher als zwei Stockwerke; die Regel ist das Einfamilienhaus. Bis auf wenige Exemplare sind die Bauernhäuser auf dem Willenberg und die Ackerbürgerhäuser in Alt-Diepholz verschwunden oder völlig umgebaut.

Nur durch die Eingemeindungen (1974) der wachstumsfreudigen Dörfer Aschen, Heede und Sankt Hülfe erreichte die Bevölkerungszahl 1975 14 225. Entscheidend für die jüngste Wachsturnsstufe war die Niederlassung der Spätaussiedler aus Kasachstan und anderen GUSStaaten in den neunziger [ahren, so dass angesichts der mehr als 16 000 Bewohner Kapellenkamp, Alte Poststraße-Süd und Fladder bebaut wurden.

Heute ist Diepholz, die Stadt im Grünen zwischen Geest, Bruch und Moor, gekennzeichnet durch Diesellokfabrikation, Kunststoff- und Metallindustrie besonders für Kraftfahrzeuge, Tonträgerproduktion und Dienstleistungen (Bundeswehr, Ausbildung, Verwaltung, Gesundheitswesen, Freizeit). Zeitweise stand hier auch eine Kugelschreiberfabrik.

An der Spitze des Aufstiegs in der Berichtszeit standen die Bürgermeister Willy Samenfeld (1946-1961), Bernhard Langhorst (1961-1979) und Bernhard Wehring (1979-1981) sowie die Stadtdirektoren Brüning (seit 1910 Bürgermeister, nach dem Krieg Verwaltungschef), Udo Veltkamp (1950-1959) und Wolfgang Hintze (1959-1987). Vermerkt sei, dass die Parmerschaft mit der französischen Stadt Thouars auf die sechziger Jahre und die mit der polnischen Stadt Starogard Gdanski auf die neunziger Iahre zurückgeht. Diepholz hat eine Bürgerschaft, die mit dem 'Diepholzer Kreisblatt' heimatbezogen und zugleich weltoffen ist.

Dazu beigetragen haben nicht zuletzt der 'Kulturring' , die Stadtbibliothek sowie die Buchhandlungen Berneburg/Günzel und SchöttIer (Röder).

Fotos für das Buch stellten zur Verfügung: der Heimatverein Aschen, Helge Bredemeyer, die Archive des MGV (vermittelt durch Wolfgang Follrichs), der Kirchengemeinde St. Michaelis und der Graf-FriedrichSchule, Fotografin Anneliese Helm, Anke Wiechering-Sudmann (Sankt Hülfe, durch Vermittlung von Beate Schumann). In der Regel konnte der Autor auf seine eigene Sammlung zurückgreifen, ergänzt durch Aufnahmen seines verstorbenen Vaters Dr. Hans Gerke.

1. Wie wäre es mit einem Ausflug in die Vergangenheit? Diese Aufnahme entstand auf dem BahnhofDiepholz mit Bliek auf Gleis 3 am 7. September 1944, als Graf-Friedrich-Schüler zum Schanzeinsatz nach Nimwegen (Njimegen) über Hannover 'in Marsch gesetzt' wurden. Am 17. September beendeten sie ihren Einsatz von sich aus, da sie an diesem Tag in die 'Operation Market Garden' (alliierte Luftlandungen von Flandern bis nachArnheim) gerieten. Sie schlugen sich auf das rechte Rheinufer durch und fuhren auf dem schnellsten Weg nach Hause. Angesichts dieser 'Reise' wenden wir uns lieber der friedlichen Zeit nach der 1955 zugestandenen Souveränität der Bundesrepublik Deutschland zu.

2. Im Iahre 1980 feierte die Stadt Diepholz den 600. Jahrestag der Verleihung von Stadtrechten durch den Edelherrn Johann III. Höhepunkt für die Bevölkerung war zweifellos der Festzug. Die ZugNr. 49 (Bild oben) bildeten die Freiwilligen Feuerwehren - auch aus den Ortsteilen Aschen, Sankt Hülfe und Heede -, deren erste 1892 im 'Flecken' Diepholz selbst gegründet wurde. Ihre Präsentation wurde angeführt von Männern in preußischblauen Uniformen mit einer Handdruckspritze. Ihnen folgte ein bespannter Spritzenwagen.

Bild unten: Eine andere wichtige Institution ist die des Schützenkorps, das 'auf dem Busche' (Bürgerpark Lüdersbusch) feiert, in seinen Wurzeln auf die Revolution von 1848 zurückzuführen ist und mit seinem Gründungsjahr 1850 erheblich älter ist als die Vereine in Diepholz-Süd, Heeder Fladder, Ossenbeek undAschen, aber nicht so alt wie die Maifeier Sankt Hülfe von 1498. Höhepunkt des ganzen [ahres ist das Schützenfest (meist bei brütender Hitze), weil dann alle Mitglieder ihr Können zeigen und die Spannung wächst, wer Schützenkönig wird.

3. Oben: Am Festzug über den Willenberg nahmen auch Diepholzer Schulkinder als Gänse verkleidet teil. Voran führten sie das Schild mit der Aufschrift De Deerholter Gaas, de schmeckt all gat, veel beter as dat dröge Brot. Damit erinnerten sie an die Diepholzer Herdbuchgans, eine Frühbrüterin, die bis tief ins 20. [ahrhundert hinein das Bild der Bruchweiden bis Brockum im Süden prägte, nach dem Zweiten Weltkrieg aber selten wurde und zu den vom Aussterben bedrohten Hanstierrassen gehört.

Unten: Auf andere Art 'beschwingt' präsentierten sich die Tanzsportbegeisterten unter dem Motto "Ianz verbindet weltweit'. 'Damals', nämlich seit den fünfziger Iahren, ging 'man' zur Tanzschule von Friedel und Evelin Hoppenburg (gegr. 1953 in Drebber und Cornau) und ließ sich meist vor der 'Mittleren Reife' im richtigen Schritt und in Manieren unterweisen. Diepholz war damals eine sportbegeisterte Stadt, und die Sportgemeinschaft erreichte zeitweise über 2 500 Mitglieder.

4. Oben: Auch der Stadtrat marschierte irn Festzug 1980 mit. In der ersten Reihe befanden sich Ratsherr Hoffmann, Ratsherrin Iahn, Bürgermeister Wehring (alle SPD), Stadtdirektor Hintze und Ratsherrin Bredemeyer (CDU). Die stets stärkste Fraktion, die der CDU, hielt sich ebenso wie die traditionell relativ starke Fraktion der FDP im Hintergrund.

Unten: An die landwirtschaftliche Tradition der Ortsteile, des noch bis tief ins 19. [ahrhundert von Diepholz unabhängigen Ortsteils Willenberg, aber auch der Ackerbürgerstadt Diepholz erinnerten die Radfahrerin mit den Milchkannen, die Fußgängerin mit dem Esskorb und der Mann mit der Torfkarre. Diepholz wurde im 19. Iahrhundert nur noch als 'Flecken' bezeichnet und bekam die Stadtrechte erst 192 9 durch die preußische Regierung wieder zuerkannt.

5. Im [anuar 1980 wurde der Heimatverein Diepholz e.V ins Leben gerufen, der sich bald als ein wesentliches Ziel setzte, den Schlossturm allgemein zugänglich zu machen. Bei einem Probelauf dazu entstanden die beiden Fotos vor dem früheren Schlosstor (links die Vorstandsmitglieder 'Kalle' Bredemeyer und Erwin Herbst mit Besen) bzw. vor der Münte mit den Vorstandsmitgliedern Bredemeyer, Türke (dem späteren 'Grafen von Diepholz'), Peinz, Schwieger, Fick, Gerke, Wehring und König.

6. Im Mai 1956 wurde der Schlossturm erstmals angestral:tlt. Bald wurde auch ein rotes licht auf die Turmspitze gesetzt, um Flugzeugpiloten zu warnen. Glücklicherweise sind die vielen militàrischen und inzwischen auch zivilen Landungen auf dem Flugplatz nie so misslungen, dass Menschen und Gebäude in Mitleidenschaft gezogen wurden. Kam es zu einer Notlandung, litt lediglich eine Weide oder ein Acker.

7. Ein wenig verwildert sah sie aus, die Münte in den fünfziger Jahren. Doch noch war das Erdgeschoss bewohnt, wie Gardinen und Terrassenmöbel belegen. Aber die Efeuranken wucherten schon bis zu den Fensterehen im Dachgeschoss, und die Tage des Fachwerkgebäudes schienen gezählt. Was damit geschehen sollte, war umstritten, ein Problem, das auf den Nägeln brannte, bei gelindem 'Feuer', denn erst in den siebziger Iahren beschloss der Rat den Abbruch, dann einen Aufschub 111ld schließlich Entkernung und Wiederaufbau. Ein Erfolg der Bürgerinitiative Münte e.V unter Leitung von Dr. Hans Gerke auf Amegung von Adolf Iacobs:

8. Auch im historischen, scheinbar unangetasteten Teil von Diepholz hat sich manches geändert. 1966 war die Straßenfront des früheren Schul- und damaligen Küsterhauses mit Fenstern und Haustûr bereits modernisiert, aber in ihrer nach Westen hin konzipierten Giebelseite noch erhalten. Das traditionsreiche Hotel Gerke gegenüber der Nicolaikirche warb als 'erstes Haus am Platze mit dem Emblem des ADAC (hier von Gerken Gang aus aufgenommen). Nach Hotelier Fritz Gerke waltete hier RalfPetersen als letzter Wirt des Hotels, das auch mal den Namen 'Zum goldenen Engel' getragen harte,

9. Im neuen Gebäude an der Hinterstraße wurde Konfirmandenunterricht erteilt. Hier haben sich die Jungen der Jahrgänge 1956-1958 mit Superintendent Bobzien zu einem Erinnerungsfoto aufgestellt. Im Jugendheim am Postdatum bereitete PastorTaube die evangelischen Mädchen und Jungen des 2. Pfarrbezirks auf die Konfirmation vor, die nach öffentlicher Prüfung für alle in der Nicolaikirche vorgenommen wurde.

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