Diez in alten Ansichten

Diez in alten Ansichten

Auteur
:   Fred Storto
Gemeente
:   Diez
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3446-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Diez in alten Ansichten'

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19. Das ehemalige Geschäftshaus Pilgrim in der Rosenstraße, in dessen rechten Hälfte die Realschule untergebracht war. Den Schülern stand während der Pausen ein großer Hof zwischen Rosen- und Schulstraße zur Verfügung. Dort befand sich auch die Turnhalle. 1927 wurde die Realschule zum Realreformgymnasium erhoben und nach Oranienstein in das ehemalige Kadettenlehrgebäude verlegt. Durch die große Toreinfahrt auf der linken Seite kam man zum Rathaus. Hier befand sich bis April 1938 die Stadtverwaltung. Vor einigen Jahren wurde das stattliche Gebäude niedergelegt und an seiner Stelle der BON-Markt errichtet.

20. Recht beschaulich zeigt sich der Diezer Marktplatz auf diesem alten Foto aus dem Jahre 1865. Die alten Häuser lehnen wie schutzsuchend an der mächtigen Burg. Man erkennt rechts Haus Schmiemann. In der heutigen Apotheke Stein befand sich damals die Bauund Möbelschreinerei Jakob Wagner und gleich daneben die Brauerei und Gastwirtschaft Wilhelm Stoll (heute Brernser). Das hübsche Paar konnte noch ungestört vom Verkehrslärm mitten auf dem Platz ein Schwätzchen halten.

21. Die dem Bild links gegenüberliegende Seite des Marktplatzes fotografierte Carl Bender vierzig Jahre später, also im Jahre 1905. Der Häuserblock blieb in der Grundkonzeption bis heute erhalten, lediglich Haus Königsberger (zweites von links) wurde 1913 niedergelegt und neu aufgebaut. Die übrigen Häuser veränderten sich nur durch Schaufenstereinbauren im Erdgeschoß. Das imposante Haus in der Mitte beherbergte damals das Restaurant 'Zur ewigen Ampel'. Besitzer war Jean Jung. Der Marktplatz ist mit dem Obermarkt durch die Aarbrücke verbunden, deren Schlußstein im Andenken an die Erbauerin Fürstin Amalie von Nassau-Diez-Oranien zwei ineinander gestellte 'A' und die Jahreszahl1707 trägt.

22. In den achtziger Jahren war das Fotografieren eine noch umständliche und zeitraubende Angelegenheit. Bis zur Belichtung eincr Naßplatte in der meist großformatigen Kamera vergingen oft viele Minuten. Zwischcnzeitlich stellten sich die Passanten 'in Positur', denn Fotoaufnahmen waren teuer und wurden selten gemacht. So nützen bei dieser 1885 entstandenen Aufnahme des Hauses Thielmann an der Ecke Rosenstraße-Marktstraße nicht weniger als fünfundsiebzig Personen die Gelegenheit, mit auf das Bild zu kommen. Rechts angebaut ist das Haus Seckei mit der großen Steintreppc vor der Haustür. Beide Häuser wurden niedergelegt und vollkommen verandert wieder aufgebaut.

23. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges (1914) fand zusammen mit dem Viehmarkt der einst so berühmte Diezer Fruchtmarkt allwöchentlich freitags auf dem Obermarkt (Ernst-Scheuern-Platz) statt. Mit Pferdefuhrwerken wurden große Mengen Getreide angeliefert und hier verkauft. Viehhändler in weißen Kitteln boten laut und gestenreich ihr Vieh an. Während die Verkäufe mit Handschlag besiegelt wurden, warteten Kälber, Rinder und Kühe, auf beiden Seiten des Marktplatzes am Eisengeländer befestigt, geduldig auf die neuen Besitzer. Auf der noch nicht verbreiterten Aarbrücke priesen derweil Sattler neue Pferdegeschirre und Peitschen an.

DIEZ

Marktplatz

24. Zu den in Diez ansässigen jüdischen Geschäftsleuten Arfeld, Fried , Heching, Heyrnann, Koeuigsberger, Lehrnann, Levita, LöwenthaI, Meyer, (Kaffee-) Meyer, Rosental, Schaumburger, SeckeI und Stern, gehörte auch Adolph Meyer mit seinem bekarmten Schuhhaus am Marktplatz.

25. Ältere Diezer Bürger erinnern sich sicherlich noch an das für die damalige Zeit elegant eingerichtete Schuhwarenhaus. Vom rechten Bildrand blickt Geschäftsinhaber Otto Meyer in die Kamera. während Frau Meyer die Kasse bedient. Durch den Boykott jüdischer Geschäftshäuser ab 1936 sah sich auch Otto Meyer gezwungen, sein Haus in 'arische' Hände übergehen zu lassen und mit seiner Familie auszuwandern.

26. Unser Bild zeigt im Vordergrund die 1863 nach den Entwürfen des herzoglichen Oberbaurates Boos in der unteren Canalstraße erbaute neue Synagoge. Der erste uns bekannte Betsaal der israelitischen Kultusgemeinde, die 'alt Judenschul', wie sie im Volksmund genannt wurde, befand sich in der Altstadtstraße. Das Gebäude war an die Stadtmauer angebaut, die früher parallel zwischen Altstadtund Rosenstraße verlief.

27. Diese schräg gegenüber der untersten Aarbrücke errichtete Synagoge der jüdischen Diezer Kultusgemeinde gehörte zum Rabbinatsbezirk Bad Ems, dessen letzter Rabbiner Dr. Fritz Laupheimer war. Das stattliche Gebäude hat mit nur geringen Beschädigungen die Schrecken der 'Reichskristallnacht' und die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges überdauert. Erst nach 1945 wurde es niedergelegt, da sich in Diez keine neue jüdische Gemeinde zu bilden vermochte.

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t 28. Das Deutsch-Israelitische Waisenhaus, auch Kinderheim genannt, wurde 1893 als 'Reichswaisenhaus' am Schloßberg erbaut. Hier lebten ständig etwa fünfzig jüdische Waisenkinder, die auch Diezer Schulen besuchten. Die letzten Pflegeeltern waren das allseits beliebte Ehepaar Kadden. 1936 wurde das Haus von Amts wegen geschlossen und die Insassen mit unbekanntem Ziel abtransportiert. Das Gebäude diente danach zuerst als Volksschule und nach dem Zweiten Weltkrieg als Berufsschule. Schließlich wurde es im Zusammenhang mit der Krankenhauserweiterung niedergelegt.

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