Dillenburg in alten Ansichten

Dillenburg in alten Ansichten

Auteur
:   Thomas Schmidt
Gemeente
:   Dillenburg
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2782-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dillenburg in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Die neuere Geschichtsschreibung legt die Erbauung der alten Burganlage in die erste Hälfte des 12. Jahrhunderts. Die Grafen von Laurenburg-Nassau wollten mit dieser Burg auf dem Gipfel des 295 Meter hohen Schloßberges ihre Landesgrenze, die von Siegen bis zur Mainmündung verlief, absichern. Immer wieder taucht die Frage auf, mit welchem Recht die Nassauer Grafen sich das Gebiet an der Dill aneigneten. Darüber haben sich schon viele Historiker Gedanken gemacht, aber immer noch bleibt dieses Kapitel nicht restlos geklärt. Es darf aber mit davon ausgegangen werden, daß die 'Nassauer' das Recht des Stärkeren in Anspruch nahmen, um an dieses Gebiet zu gelangen.

Man kann sich gut vorstellen, daß dieses Vorgehen dem alteingesessenen Landadel, den Adeligen von Dernbach, von Wilnsdorf, von Bicken, von Selbach und von Haiger nicht so recht paßte. Freiwillig gab man die alten Herrschaftsrechte nicht ab. Schon bald zeigte der aus dem freien Bauerntum hervorgegangene Landadel den Nassauer Grafen die 'Zähne ', und manche Auseinandersetzung mußten unsere Grafen austragen, um das wertvolle Land in ihrem Besitz zu halten.

In der lange andauernden Fehde mit den Herren von Dernbach muß die Dillenburg, dies bezeugen Grabungsergebnisse, um 1325 in Schutt und Asche gelegt worden sein. Während die Burg rasch wieder aufgebaut und erweitert wurde, entwickelte sich die Siedlung im 'Thal' nur Iangsam. Die Keimzelle dieses mittelalterlichen Dorfes war das Gebiet zwischen

Kirchberg und Hüttenplatz, welches schon vor 1200 besiedelt war. Im Jahre 1344 erhielt Dillenburg durch Kaiser Ludwig den Bayer Stadtrechte. 1447 hören wir von 85 und 1479 von nur 95 steuerpflichtigen Haushalten in unserer Stadt. Im Jahre 1466 erfahren wir erstmals den Namen von Bürgermeistern der Stadt Dillenburg: Contze Rage hieß der ältere und Contze Burges der jüngere Bürgermeister. 1476 wird schon ein Rathaus genannt. Neben einer schon 1458 erwähnten Mahlmühle, bestanden 1475 zwei Öhlmühlen, eine Bohrmühle und wahrscheinlich eine Walkmühle. Um diese Zeit mussen auch die ersten Häuser in der Hintergasse entstanden sein. In 1490 werden Auweg und Scheunenvierteljenseits der Dill erstmals genannt. Anfang des 16. Jahrhunderts entstand langsam die Bebauung der mittleren Marbach. 1524 zerstörte ein Großbrand zahlreiche Häuser,

Unter Graf Wilhelm dem Reichen wurde das Schloß ausgebaut und erhielt weitere starke Befestigungsanlagen. So fällt in die Jahre 1525-1535 auch der Bau der 'Hohen Mauer', die noch heute dem Schloßberg ein imposantes Aussehen verleiht. Das wohl wichtigste Ereignis war die Geburt des ersten Sohnes von Wilhelm dem Reichen und der Juliane von Stolberg. 1533 erblickte auf dem Dillenburger Schloß Wilhelm von Nassau, der spätere Prinz von Oranien, das Licht der Welt. Auf Grund seiner Erfolge als Diplomat und Heerführer, sowie seiner ersten Ehé mit einer der reichsten Erbinnen der Niederlande (Anna von Büren), wurde er der Führer des

niederländischen Adels. Mit seinen Brüdern Johann VI., Ludwig, Adolf und Heinrich von Nassau-Dillenburg leitete er die Befreiung der Niederlande von spanischer Unterdrückung ab 1568 von Dillenburg aus ein. In dieser Zeit, in der die Gesandten und Diplomaten aus ganz Europa in unserem Schloß ein- und ausgingen, war Dillenburg, laut Heinrich von Treitschke, 'Hort der Freiheit der Welt'. Nachdem Wilhelm der Schweiger 1584 im Prinzenhof zu Delft von einem gedungenen Mörder erschossen wurde, führte sein 1567 in Dillenburg geborener Sohn Moritz das Befreiungswerk seines Vaters in den Niederlanden weiter.

Im Dreißigjährigen Krieg brandschatzte eine wilde Soldateska unsere ganze Umgegend; auch das Schloß wurde belagert, konnte aber dank seiner starken Verteidigungsanlagen nicht eingenommen werden.

Im Jahre 1723 entzündete eine Kindesmörderin, die in der Hintergasse in Gefangenschaft saß, das Dach eines Hauses. Dieser Brand breitete sich schnell aus und vernichtete über 200 Gebäude, mehr als die Hälfte der Stadt.

Der Siebenjährige Krieg schrieb das traurigste Kapitel Dillenburger Geschichte. Das neutrale Schloß wurde nach 14tägiger Belagerung von den Franzosen am 13. Juli 1760 durch glühend gemachte Kugeln beschossen und zum größten Teil zerstört. Da die Befestigungsanlagen noch intakt geblieben waren, fürchtete man, das Schloß könnte von einer kriegsführenden Partei zum Stützpunkt erklärt werden. Auf Be-

treiben der Dillenburger Regierungsbeamten wurden die Schloßgebäude in den folgenden Jahren geschleift und die unterirdischen Verteidigungsanlagen zerstört und mit Schutt aufgefüllt. Erst 1930-1934 und 1967-1968 wurde ein großer Teil dieser spätmittelalterlichen Kasematten wieder ausgegraben und zur Besichtigung freigegeben.

Mit dem Tode des letzten Dillenburger Fürsten Christian hatte unsere Stadt 1739 zwar aufgehört Residenz zu sein, blieb aber bis 1806 und von 1813-1815 Regierungssitz des Fürstentums Oranien-Nassau mit der vorgesetzten Behörde, dem 'Deutschen Kabinett', in Den Haag. In der 7jährigen Zwischenzeit war Dillenburg Hauptstadt des Siegdepartements, des südlichen Teils des französisch verwalteten Großherzogtums Berg mit der Hauptstadt Düsseldorf.

Bis 1815, aber auch noch in der Zeit seiner Zugehörigkeit zum Herzogtum Nassau (1815-1866), war Dillenburg vorwiegend Beamten- und Behördenstadt. Danach setzte eine aufsteigende Entwicklung in der Bergwerks-, Hütten-, Tabakund Lederindustrie, sowie im Handwerk, Handel und Gewerbe ein. Ab hier soll nun das vorliegende Büchlein berichten.

Bei den vielen Dillenburgern, die mir durch reiche Informationen und mit Bildmaterial zur Seite standen, bedanke ich mich an dieser Stelle ganz herzlich. Ohne die nette Mithilfe unserer Einwohner hätte das vorliegende Werk niemals erscheinen können.

1. Im Dillenburger Wochenblatt vom 10. November 1863 annoncierte erstmals der wohl kurz vorher zugezogene Rudolf Goepel die Eröffnung seines Ateliers im Kuhn'schen Garten. Goepel fertigte die wohl älteste Aufnahme unserer Stadt um 1864/65 vom Fuße des Laufenden Steins aus an. Rechts im Hintergrund erkennen wir die 1861/62 angelegte Bahnlinie. Auf dem Schloßberg sieht man seitlich des alten Gefängnisses die Ruinen des ehemaligen Schlosses. Außer dem alten 'Reeh'schen' Wohnhaus mit Stall sieht man noch keine Bebauung auf diesem historischen Gelände. Auch der Wilhelmsturm wird erst rund zehn Jahre später erbaut. Am linken Bildrand sehen wir das ehemalige Archiv, und rechts davon das Untertor-Gebäude (Stadtschloß).

2. Zum Andenken an Wilhelm von Oranien wurde in den Jahren 1872-1875 auf dem Schloßberg der Wilhelmsturm erbaut. Von den Gesamtbaukosten in Höhe von 29 122 Talern trug allein die Prinzessin Marianne der Niederlande mit 18 000 Talern den 'Löwenanteil', Unser Foto aus dem Jahre 1873 zeigt die Erbauung des unteren Teiles unseres oranien-nassauischen Museums. Einige der Handwerker konnten wir erkennen. Links im Bild, mit Peitsche und der Pfeife im Mund, steht Bäckermeister Fey aus der Oranienstraße, in der Mitte, im dunklen Anzug, Maurermeister Gustav Rompf, ebenfalls Oranienstraße, neben ihm, mit der Bauzeichnung in der Hand, steht Bauleiter Borsdorf und neben ihm Maurer Conrad Hafer aus der Friedrichstraße 9. Als letzten Herrn erkennen wir, im dunklen Anzug mit Hut, den Steiger Gräf aus Herbornseelbach.

3. Am 11. und 12. August 1906 fand in unserer Stadt zum zweiten Mal das Jahresfest des 1888 gegründeten Westerwald-Klubs statt. Die Damen des evangelischen Kirchengesangvereins erfreuten an beiden Tagen die Festteilnehmer mit ihren Liedvorträgen und nicht zuletzt mit ihren hübschen Trachten. Dem Fotografen stellten sich vor dem Portal des Wilhelmsturmes folgende Damen zur Aufnahme; hintere Reihe, von links nach rechts: Ida Kann geborene Schindehütte, Luise Bleibtreu geborene Schorn, Marie Schütz geborene Zimmermann, Johanette Spengler geborene Spengler, Anna Schindehütte, Elise Stahl, Emilie Stahl geborene Schneider, Luise Hahn geborene Feindler, Emmi Wilhelm geborene Zimmermann und Johanna Ruhs geborene Stahl. Sitzend: Anna Wemer, Frieda Heidfeld, Marie Fieseler geborene Brambach und Susanne Feller geborene Werner,

4. 100 Jahre nachdem die letzten vier Kanonen des alten Dillenburger Schlosses abgegeben werden mußten, wurden durch vier kapitalkräftige Honoratioren unserer Stadt, zwei eiserne 24-Pftinder Geschützrohre und die passenden Lafetten dazu angekauft und der Stadt geschenkt. Am 3. Oktober 1906 wurden die Geschütze zum Wilhelmsturm gebracht und auf die Plattform der ersten Etage manövriert. Da man bei uns in dieser Zeit viele Feierlichkeiten und Einweihungen durchführte und die Geschütze dabei kräftig 'sprechen' ließ, zeigten sich nach einigen Jahren die ersten Risse in der Plattform des Turmes. Daraufhin wurden sie, wie das Foto zeigt, in den Hof der Jugendherberge gestellt, Unsere beiden Kanonen mußten Anfang des letzten Krieges bei der 'Altmetallabgabe' abgeliefert werden.

DILLENBURG

Wilhelmslinde

5. Die WiJhelmslinde ist wohl der Baum, nach dem noch heute, besonders von unseren niederländischen Besuchern, am meisten gefragt wird. Unter dieser Linde, unsere Aufnahme zeigt den Baum in den ersten Jahren unseres Jahrhunderts, welche vor dem Hauptportal des alten Schlosses stand, soll Wilhelm 1. von Oranien am 14. April 1568 eine niederländische Gesandtschaft empfangen haben die ihn bat, sich zur Rettung ihrer Angelegenheiten an die Spitze des Volkes zu stellen. Im Laufe der Jahrhunderte hat unsere Linde sehr gelitten. 1884 schlug der Blitz in diesen Baum ein; 1892 und 1930 wurde der hohle Stamm dann ausgemauert. Schließlich wurde die Zernentfüllung entfernt und die altersschwache Linde notdürftig abgestützt.

6. Unsere Aufnahme aus dem Jahre 1905 zeigt 'Klomanns Garten' mit dem Ende des vorigen Jahrhunderts errichteten Café. Ursprünglich nur ein Garten mit einem bescheidenen Ausschank, entstand einige Jahre später ein aufwendiges Haus, das Schloßhotel. Hier traf man sich zu Tanz- oder Theatervorstellungen oder auch nur zum gemütlichen Beisammensein. Noch bis zu seinem Abriß im Jahre 1971, bei dem auch ein Brand mithalf, spürte man etwas von der Würde und Behaglichkeit vergangener Tage, die das Haus seinem letzten Besitzer, dem Hotelier Fritz Klomann, welcher 1970 im hohen Alter von 90 Jahren verstarb, zu verdanken hatte.

7. Häufig lesen wir in den Zeitungsbänden zu Anfang unseres Jahrhunderts von Konzerten der Stadtkapelle und des Militärs. Bald kam bei der Bevölkerung der Wunsch auf, neben diesen lauten, schmetternden Weisen, einmal Musik mit Streich- und Zupfinstrumenten zu hören. Im Sommer 1908 schlossen sich einige musikliebende junge Leute zusammen, die den Zitherklub 'Loreley' gründeten. Schon im Jahre 1912 gab man sich den Namen 'Zitherverein Concordia Dillenburg'. Die Mitgliederzahl stieg auf rund 20 Personen und man führte, neben den gut besuchten Konzerten, sogar Theaterstücke auf. Infolge der im Ersten Weltkrieg und durch Wegzug einiger Spieler erlittenen Verluste, schlief der Verein in den ersten Nachkriegsjahren ein.

8. Von rechts nach links zieht sich die alte Bahnhofstraße durch unsere in den neunziger Jahren entstandene Aufnahme. Nach dem Bau der Eisenbahnlinie Köln-Gießen im Jahre 1861/62 wurde diese Straße angelegt, an die sich im Jahre 1873 die Oranienstraße anschloß. Auch im Neuen Weg begannen die Bautätigkeiten erst in den siebziger Jahren. Rund 20 Jahre später erfolgte dann die Besiedlung des Gebietes zwischen Dill und Oranienstraße. Treffend umschrieben wurde die 'Größe' unseres Städtchens am 7. Januar 1890 in der Zeitung für das Dillthal: Zur großen Belustigung unserer Schuljugend produzierte sich am Sonntag Mittag dahier der Schnellläufer Wilhelm Weisheit aus Gotha, welcher alle Straßen und Nebenstraßen der Stadt 4mal in etwas mehr als 45 Minuten durchlief.

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