Dinkelsbühl in alten Ansichten

Dinkelsbühl in alten Ansichten

Auteur
:   Hartmut Schötz
Gemeente
:   Dinkelsbühl
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3280-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dinkelsbühl in alten Ansichten'

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39. Nach dem Entwurf von Mathias Binder, dem Ordensbaumeister der Ballei Franken, entstand der 'Deutsehe Hof', das frühere Deutschordensgebäude. Der vorherige Bau des fürstlich-öttingischen Baurates Heinrich Beringer wurde in Restform als Nordwestf1ügel der Anlage beibehalten. Ein Teil dessen ist das hier abgebildete um 1710 entstandene Portal im Hof mit dem Wappen des Deutschherrenordens. Unter dem pompösen Wappen im Giebel des Mitteltraktes ist die Jahreszahl1764 angegeben. Die geschlossene Vierflügelanlage an dem steil ansteigenden Hang des Dönersbergs befindet sich in staatlichem Besitz.

40. Der Deutsche Orden kam ungefähr 1387 in der Gegend um Dinkelsbühl zu Besitzungen, die er von dem ehemaligen Orden der Tempelherren übernommen hatte. In der Stadt stand sein Eigentum in der Rothenburger Vorstadt. Als der Rat die heutige äußere Stadtmauer erbaute, kaufte er das Besitztum des Deutschen Ordens, der dafür einige Häuser am Föhrenberg erwarb. 1709 wurde das Wohnhaus des Vogtes neugebaut, das andere Gebäude, das als Kastenhaus diente, blieb stehen. Beide Gebäude wurden 1761 größtenteils abgebrochen. Der heutige Bau entstand 1761-1764. Durch das Portal im Hof mit dem Wappen des Deutschherrenordens kommt man in der zweiten Etage zu der um die Jahrhundertwende grundlegend renovierten Hauskapelle, die ein wahres Kabinettstück zierlicher Rokokoarbeit ist.

41. Der Eingang in das ehemalige Karmeliterkloster erfolgt durch ein prächtiges Renaissanceportal das mit einer herrlichen Madonnenstatue bekrönt ist, Dinkelsbühl hat vermutlich bei der Gründung des Klosters schon als Stadt bestanden. Urkundlich wird das Karmeliterkloster erst um 1400 erwähnt, als Paulus Zindel Prior war und der Ritter Kuno von Killlingen ihm 100 rheinische Gulden vermachte. Zur Reformationszeit wendete sich Prior Hans Haßold der evangelischen Kirche zu. Von 1534 bis 1549 war es mit allen Einkünften in den Händen der Protestanten. Kaiser Karl V. setzte 1549 die vertriebenen Karmeliter wieder ein. Im Laufe der Zeit hatte das Kloster seinen Besitz durch Ankauf und Schenkung sehr erweitert, bis es im Jahr 1803 säkularisiert und der Klosterverband aufgehoben wurde.

42. In dem von einem hochgewölbten, einfachen Kreuzgang umgebenen Klosterhof fallen vor allem zwei Figuren an der Wand auf, die beide das Dinkelbäuerlein darstellen und der Tracht desselben nach etwa aus dem Ende des 17. Jahrhunderts stammen. Eine ähnliche Statue befand sich früher an der Ecke der ehemaligen Karmeliterkirche, die an der Stelle der jetzigen, von 1840 bis 1844 erbauten protestantischen Hauptkirche stand. Darunter stand die Jahreszahl 1290. Die Deckengemälde in der Karmeliterkirche, welche die Geschichte des Propheten Elias vorstellten, stammten von einem Eichstätter Maler. Der Hochaltar enthielt ein Bild der heiligen Katharina wie sie mit den heidnischen Philosophen verhandelt. Gegenüber des Oratoriums befand sich ein Bild der Heiligen Familie.

Dinkelsbühl

43. Im Spitalltof befand sich früher auch ein kleiner Friedhof, in weIchem unter anderen 1702 eine Frau von Engel begraben wurde. Jene, für welche das Spital in erster Linie errichtet wurde, die Pfründner und armen Leute hatten ihre Wohnungen in jenen Gebäudeteilen, die heute teilweise als Museum und Ausstellungsraum dienen. Es gab auch reiche Pfründner, die sich mit einem größeren Betrag ins Spital einkauften, ihre eigene Kammer hatten und alle Tage eine Maß Wein erhielten. In der Herrenpfründner-Stube hatte jeder bei den gemeinsamen Mahlzeiten seinen Platz. Doch durfte nichts vom Tisch mitgenommen werden und was übrig blieb, erhielten die armen Leute in der hinteren Spitalstube. Im jetzigen 'alten' Altersheim befand sich viele Jahre das städtische Krankenhaus.

44. Der hier abgebildete Nordflügel des Spitals der Heiligen Maria und des Heiligen Geistes wurde 1599 errichtet, Dem heutigen Museumseingang vorgebaut ist der erdgeschossige Eingangsraum -mit Pultdach und den zwei sogenannten Stichbogeneingängen, Von dort kann man den dreigeschossigen, sechsseitigen Turm über eine Wendeltreppe besteigen. Der Turm bildet das Nordwesteck des Nordflügels, Gegenüber ist der gleiche Treppenturm. Beide flankieren das breite, aus Quadern gefügte Rundbogentor in den Spitalhof.

45. Die Untere Schmiedgasse erhielt diesen Namen, weil dort das im Mittelalter blühende Handwerk der Sichel- und Sensenschmiede seinen Hauptsitz harte. Der Sage nach sind die Sichel- und Sensenschmiede aus Nürnberg eingewandert, nachdem sie dort im Zorn den Sohn des Burggrafen getötet hatten und fliehen muisten. Die beiden querstehenden Häuser im Hintergrund sind das Kaffee Gehring und die dort nicht mehr bestehende Schmiede Müller. Auf der rechten Straßenseite reiht sich neben dem Giebel der Wirtschaft 'Zum Goldenen Anker' das Gebäude der erloschenen Hafnerei Krebs.

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46. Durch die obere Schmiedgasse gelangt man in die Bauhofsgasse. Ihren Namen hat diese von dem dort befindlichen alten Bauhof, in welchem die Bau- und Zimmerarbeiten für die Stadt angefertigt und die Arbeitsgeräte und Materialien aufbewahrt wurden. Er stand unter Aufsicht des städtischen Baumeisters, der seine Dienstwohnung in dem Haus rechts beim Eingang in den Bauhof hatte und dem auch eine große Anzahl städtischer Arbeiter unterstellt war. In der Banhofstube mußte stets eine der kleinen Feuerspritzen mit Wasser gefüllt bereit stehen und alle Vierteljalu mußten sämtliche Löschmaschinen der Stadt, vorher gründlich gereinigt, mit trabenden Pferden um den Stock im Bauhof geführt werden.

47. In einer der weiträumigsten Hauptstraßen, der Lutherstraße, reckt sich als Zeichen der Gastlichkeit das Wirtshausschild 'Zum Greifen'. Im dunklen Laubkranz gefangen, steht es, jenes geflügelteFabeltier mit dem kraftvollen Raubtierunterkörper und dem Vogelkopf, Christoph von Schmid, der bekannte Jugenderzähler, berichtet, daß das Schild von seinem Onkel, Joseph Hartel, geschmiedet sei: Ich erinnere mich noch sehr lebhaft. daß er für seinen nächsten Nachbarn, den Greifenwirt, ein neues Schild bearbeitet hat. Den großartigen Vogel Greif hatte er selbst gezeichnet und so glücklich ausgefiihrt, daß jedermann dieses Werk bewunderte, und beteuerte, kein Gasthof in der Stadt habe ein schöneres Schild als der Wirt zum goldenen Greifen.

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48. Zu Reichstadtzeiten diente auch der Rothenburger Turm als Gefängnis. Gerade über der Tordurchfahrt liegt eine hohe mächtige Halle, in der ehemals Gefängnisse eingerichtet waren. Noch älter sind allerdings die diesen Zwecken dienenden Räume im obersten Stock des Turmes. Durch eine steile und sehr enge Treppe gelangt man aus der großen Halle hinauf, um oben den ganzen Schrecken der früheren Justizpflege nachzuempfinden, denn die Gefangenen waren in jenen engen Gelassen kaum imstande, sich zu stellen oder zu setzen und konnten sich fast keinen Schritt fortbewegen. Der Tradition nach sollen sich auch unter dem Turm Räume befunden haben, in denen die Gefangenen 'peinlich' befragt, d.h. gefoltert wurden.

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