Dinkelsbühl in alten Ansichten

Dinkelsbühl in alten Ansichten

Auteur
:   Hartmut Schötz
Gemeente
:   Dinkelsbühl
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3280-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dinkelsbühl in alten Ansichten'

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59. Aus der Wölbung des nahen Segringer Tores schauen wir die schattende Stadtmauer entlang und empfangen ein Bild, still und rein, als gäbe es nicht Hast und Harm. So spitz sitzt das Dach auf der alten Kapelle, daß man an die Kopfbedeckung des einen Königs, des Balthasar, erinnert wird. Spitz schließen auch die Fensterbogen aus gotischer Zeit. 1378 als Kapelle erwähnt, wurde sie 1834 verkauft und ein Laden darin eingerichtet. Nach dem Ersten Weltkrieg erwarb der Stadtrat die Kapelle und gestaltete sie würdig zur Kriegergedächtnisstätte urn.

Dinke'~bühl

60. Gelungen ist 1938 der Umbau des ehemaligen Kornhauses an der Koppengasse 10. Die jetzige Jugendherberge wurde 1508 als Kornspeicher erbaut. Im Bildhintergrund sehen wir den östlichen Fachwerkgiebel mit den vier leicht vorkragenden Geschossen. Von den Aufzugluken der Giebelfront ist eine spitzbogig, die übrigen sind rund- bzw, stichbogig. Noch zu sehen ist ein Teil des Dachstuhls aus der Bauzeit, Im Innern sind durch den Umbau die Holzstützen und Büge der Obergeschosse teilweise verdeckt. Bei dem rechten Gebäude im Vordergrund sieht man noch ein Stück Dach B:;« .uf d., ~o"h,", .m ~.pU'; ne "·.9 u.d 6rO ne , Term. mit den für die Dinkelsbühler Gegend typisohen Nonnenziegeln.

61. Stadtbaumeister Neeser hat in der vom Weißen Turm herabführenden Wethgasse, ein gutes Stück weiter unten, einen Teil der Grundfesten des wirklich bestandenen Ulmer Tores gefunden. An den Weißen Turm knüpft sich die Sage vom 'Turmherrle'. Dort soll sich nämlich zu gewissen Zeiten der Teufeloder das Turmherrle sehen lassen. Er ist mit Geißfüßen ausgestattet und verschafft denen Geld, die sich ihm verschrieben haben. Noch im Jahr 1737 wurde vom Stadtmagistrat verfügt, daß der Weiße Turm so verwahrt werde, daß niemand ihn passieren könne, weil er von Kindern frequentiert werde und sich ein gewisser Bub in den Finger schneiden ließ, um Geld zu erhalten.

E~1 ·;:!C:'l~er aus der çuten ellen Zeit.

62. Die eingespannten Kühe und Ochsen als Lastentiere im bäuerlichen Alltag, hier bei einer Fütterung außerhalb des Segringer Tores, gehören längst der Vergangenheit an. Die Aufnahme entstand um 1910 nach der Renovierung des Segringer Torturmes in den Jahren 1907/08. Die Reparatur war notwendig geworden, weil am Dach, das dem Anprall der westlichen Wetterstürme am meisten ausgesetzt war, schwere Vermorschungen eingetreten waren. Die ganze Kuppel wurde abgetragen, ein neuer Dachstuhl mit Latemenaufsatz gefertigt und die bunten, glasierten Ziegelplatten, so weit sie noch gut waren, wieder verwendet, Die Arbeiten wurden von Zimmermeister Link und Maurermeister Geupert unter Leitung von Stadtbaumeister Neeser ausgeführt.

63. Am Allerheiligentag des Jahres 1928 entstand dieses Foto. Es zeigt rechts eine Ecke des Segringer Turmes und in der linken Hintergrundhälfte den grünen Turm mit Teilen des ehemaligen Kapuzinerklosters. Zusammen ergibt alles einen burgartigen Anblick. Eine Dame im Vordergrund stellt uns die Mode der 'goldenen' zwanziger Jahre vor, Die Kopfbedeckung erinnert fast an Till Eulenspiegel. Beim Fahrrad fállt auf, daß die Lampe noch durch eine Batterie gespeist wurde. Im Stil der Zeit ist auch die Handtasche.

64. An der linken Seite des Segringer Turmes ziehen sich an der Stadtmauer einige Reihen von putzigen Häuschen hinauf, ebenso in der dort beginnenden Nestleinsberggasse. Dort liegen die schönen Sommerkeiler der Brauereien, von denen sich derjenige des 'Braunen Hirschen' durch Größe schöne Lage und Aussicht besonders auszeichnet. Oberhalb dieser Keiler zieht sich die Stadtmauer mit vielgestaltigen Türmen und reizendem Zwinger um das Segringer Viertel. Nahe bei dem Wächtersturm befanden sich früher die Frauenhäuser.

65. Nach den Frauenhäusern folgt der efeuumsponnene Berlinsturm, genannt nach der uralten Patrizierfamilie der Berlin. Es folgt der etwas kleinere, runde Dönersturm mit dem wundervollen echten Biedermeierzwinger, auch Dauters-Zwinger genannt. In diesem Zwinger ist auch noch ein Teil der vorderen Zwingermauer mit den Schießscharten zu sehen. Das Segringer Viertel findet seinen Abschluß mit einem der interessantesten Türme, dem Weißen Turm. Eine große spitzbogige Toröffnung, welche aber längst zugemauert ist, gab wohl die Veranlassung, daß dieser Turm immer für das alte Ulmer Tor gehalten wurde,

66. Merkwürdig erscheint uns die Bauart der Nördlinger Straße. Fast alle Häuser stehen so, daß sie um die Breite eines oder zweier Fensterstöcke dem Nachbarhaus vcrragen. Dies geschah früher weniger aus Verteidigungszwecken, wie manche annehmen, sondern weil die Bewohner auch einen Ausblick von der Seite ihrer Häuser haben wollten. Auch aus dieser Bauart erkennt man, daß die Nördlinger Straße später als die meisten anderen angelegt wurde. An der Ecke der von rechts einmündenden Manggasse erhebt sich das im Jahr 1900 von der Stadt erbaute Progymnasium. An seiner Stelle stand ein sehr stattliches Patrizierhaus mit einer reichen Geschichte.

67. Auf dem Platz gegenüber dem Gasthaus 'Zum Schwan' in der Nördlinger Straße fand Stadtbaumeister Neeser die Grundfesten des ältesten, inneren Nördlinger Tores. Vor dem Tor breitet sich die Weth oder Pferdeschwemme aus. Rechts mündet die malerische Wethgasse ein, deren Abschluß vom Weißen Turm gebildet wird. An der linken Seite des Wethplatzes gegen die Stadtmauer liegt der sogenannte Drysatz, so genannt nach einem der dortigen Häuser, welches ehemals drei Besitzer und auch drei Haustüren und drei Nummern hatte. Gleich nebenan liegt auch das ehemalige Nördlinger Bad, später eine Scheune mit einem Wappen geschmückt. Hier sollte nach einem Antrag ein städtisches Schlachthaus angelegt werden, was aber nicht zur Ausführung kam.

68. Die gute Seele der Alten und Kranken war die evangelische Gemeindeschwester Ida Lippert. Sie war viele Jahre im Dinkelsbühler Pflegedienst tätig und wohnte in der Nördlinger Straße. Ihr Dienst am Nächsten bestand nicht nur darin, Insulinspritzen zu verabreichen, sondern sie hielt auch Nachtwachen, kochte im Notfall und half im Haushalt. Eine getreue Freundin fand sie in der Dame links im Bild: Pauline Wiedemann, verstorben 1970. Ihr gehörte das Haus Wethgasse 3, das sie zusammen mit ihrer Halbschwester Luise Gundelfinger, verstorben 1983, bewohnte. Die Aufnahme entstand im Jahr 1961 kurz vor dem plötzlichen Tod von Schwester Ida.

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