Dinklage in alten Ansichten

Dinklage in alten Ansichten

Auteur
:   Andreas Kathe
Gemeente
:   Dinklage
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6554-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Dinklage in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  >  |  >>

Einleitung

Lassen Sie sich überraschen vom alten Dinklage. In diesem Buch finden Sie viele Ansichten unserer heutigen Stadt, die so noch nicht veröffentlicht wurden. Manche Bilder sind bekannt; sie standen schon im Buch 'Dinklage im Wandel der Zeit' (1985), das aber längst vergriffen ist. Zudem sind die Angaben zu den Aufnahmen erweitert worden.

Natürlich kann hier keine umfassende Dinklager Geschichte geboten werden. Die Fotos mit ihren Kommentaren erlauben aber interessante Einblicke in die Entwicklung des Ortes und der Dinklager Gesellschaft in der Zeit zwischen der Jahrhundertwende und den fünfziger [ahren. Eines wird dabei gleich deutlich: Es sind bisher nicht sehr viele Fotografien aus dem vergangenen [ahrhundert bekannt, und auch zu Beginn dieses [ahrhunderts sind Dinklager Fotos zumeist nur als Postkartendrucke überliefert. Das ist nicht weiter erstaunlich: Privatleute verfügten noch nicht über die teuren und aufwendigen Kameras, ein Fotostudio gab es noch nicht vor Ort. Nur einmal tritt ein E]. Münzebrock als Dinklager 'Photograph' auf; er hatte noch vor der Jahrhundertwende in Oldenburg das Fotografenhandwerk erlernt, starb aber schon in frühen [ahren. Und so waren es zumeist die herumreisenden Profifotografen und Litographen aus den Großstädten, die Dinklager Straßen, Gebäude und Menschen in Szene setzten.

Ein Blick auf die frühen Postkarten zeigt zweierlei: Markante Gebäude wie die Burg Dinklage, die Villa Dr. Meyer (heutiges Rat-

haus) oder das Krankenhaus (Villa van der Wal) tauchen immer wieder auf. Und: Geschäftsleute nutzten das noch relativ junge Medium Postkarte gleichzeitig zu Werbezwecken; zu sehen zum Beispiel auf einer der ältesten Dinklager Karten mit dem Gasthof Fangmann.

Die gar nicht einmal so geringe Zahl von Postkarten, die wir aus der Zeit der Jahrhundertwende und dem ersten [ahrzehnt dieses Jahrhunderts vorfinden, läßt auch den Rückschluß zu, daß zu dieser Zeit Dinklage innerhalb des damals noch existierenden Großherzogtums Oldenburg eine nicht ganz unbedeutende Stellung hatte. In derTat gab es mit der florierenden Maschinenfabrik Holthaus - sie wird auf einigen der Ansichtskarten gezeigt - und der Weberei und Färberei van der Wal zwei größere Betriebe vor Ort. Dinklage war zusammen mit der Nachbarstadt Lohne damals das 'industrielle Zentrum' des südlichen Oldenburg.

Das förderte ein Selbstbewußtsein der Einwohnerschaft, das sich zugleich auf die langen Iahre einer besonderen politischen Stellung der 'Herrlichkeit Dinklage' stützte. Dinklage gehörte früher gemeinsam mit den anderen Kirchspielen der Ämter Vechta und Cloppenburg zum sogenannten Niederstift Münster; Landesherr war der jeweilige Bischof von Münster. Vom 17. [ahrhundert an amtierte die Familie von Galen als Vertreter des Bischofs - Drosten - in Vechta. Wohnsitz derer von Galen wurde aber die Burg Dinklage; und aus dem damaligen Kirchspiel- verbunden mit der

heutigen Lohner Bauerschaft Brockdorf - wurde ein eigenständiger Rechts- und Verwaltungsbezirk. Die 'Hcrrlichkcit' unterstand zwar offiziell der münsterschen Landesherrschaft, vor Ort aber regierte der Freiherr oder - später - Graf von Galen. Erst 1827 trat die Familie ihre letzten politischen Rechte an den neuen Landesherren, den Oldenburger Herzog ab.

Die Zeit der von Galen und ihrer Vorgänger, der Herren von Dinklage, hat bis heute Spuren hinterlassen. Da ist natürlich einmal

die Burganlage mit der Dietrichsburg - der schönsten Wasserburg des Oldenburger Landes -, der alten Rentei und der gräflichen Burgkapelle. Da ist zum anderen auch die Person des Kardinals Clemens August Graf von Galen. Der 'Lówe von Münster', 1878 aufBurg Dinklage geboren, gilt als einer der entschiedendsten Gegner des NS-Regimes. Ein Denkmal vor der pfarrkirche St. Catharina und eine kleine Ausstellung im alten Schulgebäude hinter der Kirche erinnern heute an den wohl größten Sohn Dinklages. Dinklage heute - das ist ein moderner Ort mit knapp 12 000 Einwohnern, der im September 1995 die Stadtrechte verliehen bekam. In den vergangenen [ahrzehnten hat sich dabei das Stadtbild umfassend verändert. An die Stelle vieler älterer Geschäftsund Wohnhäuser traten größere Neubauten, neue Straßenzüge zum Beispiel die innerörtliche Umgehungsstraße - entstanden, im Rahmen der Stadtsanierung wurden ältere Straßenzüge und Plätze umgebaut, neue Plätze und Parkanlagen kamen hinzu. Und

so wird ein Besucher, der Dinklage vielleicht vor vierzig [ahren zum letzten Mal gesehen hat, die Stadt heute kaum wiedererkennen. Diese rasante Veränderung, die einhergeht mit einem starken Bevölkerungsanstieg - 1939 lag die Einwohnerzahl noch bei 5 100 -läßt sich auch an den Bildern dieses Bandes ablesen. Manchmal muß man schon zweimal hinschauen, um selbst als alteingesessener Dinklager die abgebildeten Gebäude und ihr Umfeld wiederzuerkennen. Gehen wir also ein wenig im alten Dinklage spazieren und lassen die Eindrücke auf uns wirken.

Bedanken möchte ich mich bei allen, die für diesen Band alte Karten und Aufnahmen zur Verfügung stellten. Mit manchen älteren Dinklager Einwohnern habe ich über die 'Ansichten' gesprochen und viel Wissenswertes dabei erfahren. Eine Fülle von Angaben stammt natürlich auch aus bereits erschienenen Dinklage-Büchern der letzten [ahrzehnte. Ein ganz besonderer Dank geht an Luzie Frerker, Paula Wendeln und Hans Münzebrock aus Dinklage, die mich sehr unterstützt haben. Der Steinfelder Postkartensannnler Ludger Migowski und die Familie Sextro aus Oythe stellten eine Reihe alter Ansichten zur Verfügung. Viele Fotos sind zudem - auch wenn es sich nicht immer eindeutig zuordnen läßt - vom früheren Dinklager Fotostudio Hölzen gemacht worden.

1 Beginnen wir die kleine Zeitreise durch die Dinklager Vergangenheit mit einer Farblithographie, die etwa um 1898/99 entstanden sein dürfte. Damals stand diese Kartenart mit den ausgemalten und dabei auch etwas verfremdeten Fotografien in großer Blüte. Als Urheber (Fotograf und Verleger) tritt uns der schon einmal erwähnte Dinklager F.]. Münzebrock gegenüber. Er zeigt uns die damals markantesten Gebäude und Plätze des Ortes: Oben den Marktplatz mit dem Gasthof Fangmann (links) und dem Geschäftshaus Frerker (rechts), darunter die 'Kónigstraße' - die heutige Langestraße - und daneben die Wasserburg Dinklage. Die Ortsansicht oben aus Richtung Süden zeigt uns eine recht dominante pfarrkirche inmitten einer kleinenAnsiedlung. Inwieweit der Litho-

graph dabei seiner Phantasie freien Spielraum ließ, läßt sich heute nicht mehr genau nachvollziehen.

GrdSS aus C[)IN~LAGE

r . I.

I

2 Zu Beginn unseres [ahrhunderts zeigt uns diese frühe Fotografie die noch fast völlig freien Flächen rund um das Dinklager Krankenhaus. Die Bezeichnung 'Hórst' ist dabei etwas irreführend, denn auf dem Bild zu sehen sind auf der rechten Seite nur die Ge-

bäude, die zwischen dem eigentlichen Ort Dinklage links die pfarrkirche und der Schornstein der Weberei van der Wal- und dem vom Ort abgetrennten Ortsteil Hörst neu errichtet worden waren. Am rechten Bildrand ist das Haus Borgmann (heute: Ver-

waltung der Anna-Stiftung) zu sehen. Links daneben stehen die Gebäude des Krankenhauses. Gut zu erkennen ist dabei noch in der Mitte die alte Villa van der Wal. Fabrikant Franz van der Wal hatte bei seinem Tod im [ahr 1890 die 1885 errichtete Villa dem

Krankenhaus zur Verfügung gestellt. 1901 wurde der neue Krankenhaus-Nordf1ügel in Betrieb genommen. Links neben dem Krankenhaus steht das Haus des Arztes Dr. Aschern.

Gruss aus Dinklag~

HOrst

3 Die möglicherweise älteste Dinklager Postkarte stammt vermutlich aus dem [ahr 1897. Carl Bohl aus Eisenach brachte sie heraus. Die insgesamt sechs Ansichten zeigen als markante Punkte unter anderem die Burg Dinklage (oben links) mit der gräflichen Kapelle und der Wassermühle (unten links) und die Hauptstraße (Langestraße) mit dem Kirchturm im Hintergrund und dem Hotel Grote (Hotel Im Stern) auf der rechten Seite (Bild oben rechts). Grote war vielleicht der Auftraggeber für diese Farbpostkarte. Interessant sind die Abbildungen in der Mitte: 'Dinklage van der Hörst gesehen'und'Krankenhausund Hörst'. Die Brücke über den Dinklager Mühlenbach führt auf die noch kaum bebaute Straße zur Hörst. Links stehen das Haus Dr. Aschern und das Krankenhaus (Villa van der

Wal; nur mit der Remise und ohneAnbau des NordflügeIs). Im Hintergrund erkennt man den früheren Hof Burwinkel

auf der Hörst. Auf dem Bild oben in der Mitte ist links das Gebäude der Weberei van der Wal zu sehen.

4 Nicht viel später wird diese Ansichtskarte (Farblithographie) van Dinklage entstanden sein. Hier wird der Dinklager Fabrikant und Gastwirt Franz van der Wal (GasthofFangmann am Marktplatz) der Auftraggeber gewesen sein. Die Karte fertigte der Verlag von G. Kahlmeyer in Oldenburg an. Fangmanns Gasthof - später 'Oldenburger Hof' - steht folgerichtig im Mittelpunkt der Darstellungen. Er war eines der markantesten Gebäude arn Markt mit dem größten Saal des Ortes (auf dem Bild links in der Mitte sicherlich etwas überdimensioniert dargestellt). Franz van der Wal hatte 1897 Emma ]osepha Fangmann geheiratet. Ihm gehörte auch die auf der Karte unten abgebildete Weberei und Färberei van der Wal & Co.

5 Das größte Dinklager Industrieunternehmen aus der Zeit der Jahrhundertwende zeigt uns diese Postkarte, die um 1900 entstanden sein dürfte. Der Dinklager Buchbinder Heinrich Krapp brachte sie auf den Markt. Krapp lebte und arbeitete damals in einem Gebäude hinter der Kirche (heute Katholische Öffentliche Bücherei). Die Zeichnungen und den Druck der Karte besorgte Hermann Paal aus Osnabrück. Die Zeichnung oben rechts zeigt in etwas idealisierter Form die Verwaltungs- und Betriebsgebäude der Maschinenfabrik Holthaus. Der Stellmacher Bernhard Holthaus hatte die Fabrik für landwirtschaftliche Maschinen im [ahr 1850 gegründet. Um 1900 zählte sie zu den größten Unternehmen des Großherzogtums Oldenburg. Die katholische Kirche (unten links) hat

der Zeichner recht gut getroffen; allerdings präsentiert er sie der Einfachheit halber ohne die umliegende Bebauung. Das Foto aus dem Kircheninneren (oben links) läßt schemenhaft noch die frühere

Einrichtung mit der eindrucksvollen Kommunionbank und der Kanzel erkennen.

6 Die Wasserburg Dinklage war immer ein bevorzugtes Motiv für die Postkartengestalt er. Zu recht, denn es ist das herausragende Gebäude der Dinklager Geschichte. Die Karte aus der Zeit um 1903 zeigt das Hauptgebäude der Dietrichsburg aus dem 16. Jahrhundert mit der umgebenden Burggräfte. Seit dem 17. Jahrhundert war die Familie von Galen im Besitz der ursprünglich drei Dinklager Burgen an dieser Stelle im Burgwald; die Dietrichsburg hatten sie zunächst in Verwaltung von der Familie von Dinklageivan Ledebur, bevor sie sie im 18. [ahrhundert auch ganz übernahmen. 1903 war Dinklage noch ein Stammsitz der Familie. Ferdinand Graf van Galen (1831 bis 1906), der Vater des späteren Bischofs van Münster - Clemens August Graf von Galen -, war der damalige Hausherr.

Eine Notiz am Rande: Die hier abgebildeten Postkarten aus der Zeit der [ahrhundertwende sind durchweg eng

beschrieben. Die Kartenvorderseite durfte laut Postvorschrift nur für Adresse und Briefmarke genutzt werden.

5

Grus aus Dinklage

Î. Oldenburg

t'Wl"t ,J;IIr,/ I",

f '

r- I~,

/ ( . / ./ ,....

/

I:',

;

1,/

7 Die kolorierte Ansichtskarte aus der Zeit um 1900 bringt uns die Bebauung der damaligen 'Hauptstraße' (heute Langestraße) näher. Rechts ist das Haus Driver zu sehen, in dem Emil Driver eine Apotheke eröffnet hatte. Später wohnte hier Iulius Mäckel- er hatte 1923 Paula Driver geheiratet. Die Apotheke wurde unter anderen von Constanz Mäckel weitergeführt, bis die Geschäftsräume in jüngster Zeit als Rechtsanwalts- und Notariatspraxis an Dr. Jürgen Hörstmann verpachtet wurden. Auf das Haus Driver folgen das Geschäftshaus Beckermann undetwas verdeckt - das alte Dinklager Spritzenhaus. An dieser Stelle errichteten in den zwanziger [ahren die Geschwister Wittrock ihr Geschäftshaus. Links sind die Häuser Grote und das alte Fachwerkhaus der Geschwi-

ster Kock zu erkennen (dazu später mehr).

8 'B. OstendorfNachfolger' steht als Inschrift an der Wand des 'Hotels im Stern'. Die um 1902 entstandene Postkarte verweist damit zugleich auf eine alteingesessene Dinklager Familie, die vermutlich im Verlauf des 19. [ahrhunderts das Gasthaus und Hotel Ostendorfbegründete. Der eindrucksvolle Bau, der heute noch fast unverändert an der Ecke Langestraße und Clemens- August -Straße steht, wurde um 1890 durch Einheirat von Ludwig Grote aus Badbergen übernommen. Die Familie Grote verkaufte das 'Hotel im Stern' schließlich an Kaaps; die Familie zog in das gegenüberliegende Haus an der Langenstraße (heute Schewe). Heute befindet sich im 'Hotel im Stern' ein Gasthaus. Auf dieser Aufnahme ist noch einmal wesentlich deutlicher das alte Dinklager Spritzenhaus zwischen dem Haus

Beckermann und dem Kaiserlichen Postamt zu erkennen.

;jru:;:; cus ~i:?k!C":Je t. Öldbp,

Hotel ;111 Ster"

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2018 Uitgeverij Europese Bibliotheek