Dinslaken in alten Ansichten Band 1

Dinslaken in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Gisela Marzin und Joachim Schulz-Marzin
Gemeente
:   Dinslaken
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4728-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dinslaken in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Dimlaken

Um die Gläubigen anzulocken.

In einem Gymnasium, THG genannt, Dieses kurze Gedicht entstand.

Die Lage von ihr ist bekannt,

Sie wird auch 'Stadt im Grünen' genannt.

Dort fließt die Emscher, dort strömt der Rhein, Wann wird endlich ein Fisch drin sein?

Dort windet sich der Rotbach, ein kleiner Fluß, Den man aber nicht kennen muß.

In der Stadt ist viel Verkehr,

Verursacht durch das Autoheer.

Hier ist eine Trabrennbahn bekannt Für große Rennen im ganzen Land. Sehr viel Kohle ruht tief im Boden,

In Lohberg wird sie gehoben.

Am Rhein liegt die Steag groß und haßlich, Aber sie liefert Strom unerläßlich.

Willst du Leute einkaufen sehn, Mußt du in die Neustraß' gehn.

Alte Sachen von der Stadt Man im Heimatmuseum hat.

Von den Kirchen läuten die Glocken,

Dieser Bänkelgesang eines vierzehnjährigen Schülers des Theodor-Heuss-Gymnasiums (THG) spricht offen aus, was er mit seiner Heimatstadt verbindet. Alltägliches kommt ihm in den Sinn: Der Autoverkehr, der ihm auf seinem Schulweg zu schaffen macht, der offizielle Werbespruch, 'Stadt im Grünen', der sich bei ihm - vielleicht entgegen eigener Erfahrung - festgesetzt hat, und die Schwaden des Steag-Großkraftwerkes, die überall sichtbar sind. Es ist das Heute, die Gegenwart, die den Jugendlichen bedrängt und beschäftigt. Die Geschichte der Stadt interessiert ihn nicht; einzige Ausnahme das Wörtchen 'alt', das eher im Sinne von wertlos, nichtssagend verwendet wird. Daß die Vergangenheit keinen Platz hat, ist angesichts seines Alters verständlich. Was kümmert junge Menschen das Vergangene, ihnen winkt die Zukunft. Noch aus einem anderen Grund fällt der Bliek zurück schwer. Dinslaken ist im Feuersturm des Zweiten Weltkrieges untergegangen, nur

wenig ist den 'finsteren Zeiten' entronnen. Was blieb, wurde oftmals viel zu schnell und rücksichtslos der Abbruchbirne geopfert. Dinslaken bildet hierin keine Ausnahme zu dem Umgang mit Geschichte in der Bundesrepublik nach 1945.

Dieses Büchlein kann und will das alte Dinslaken nicht rekonstruieren und die Sünden der Stadt sich selbst gegenüber verdecken. Wer die Bilder aufmerksam betrachtet, dem erschließt sich etwas von der untergegangenen Stadt. Mit einem 'Ach, wie war's damals doch so schön' sollte es der Leser nicht bewenden lassen, sondern sich fragen, warum gelingt es unserer Zeit nicht, die Heimatstadt so zu gestalten, daß wir mehr mit ihr verbinden als verstopfte Straßen und fehlende Parkplätze, ausgelastete Betriebe und blühenden Einzelhandel.

Die Autoren selbst haben bei der Arbeit gemerkt, wieviel Unbekanntes zu entdecken ist. Einen Mann, einen Künstler, lernten wir schätzen, dessen Leben und Werk im Verborgenen liegt. Es ist Kar! Lilienthai (1875-1946), von dem einige der hier versammelten Fotos stammen. Auf der Suche nach geeigneten Aufnahmen sind wir auf einen seiner

Skizzenblöcke gestoßen, und die darin enthaltenen Zeichnungen zeigen, daß er mehr getan hat, als nur auf den Knopf eines Fotoapparates zu drücken. Die Dokumentation seiner Stadt, selbst bei Auftrags- und Gelegenheitsarbeiten, war sein künstlerisches Anliegen und nahm wohl einen gewichtigen Platz in seiner Arbeit ein. Die systematische Pflege seines Werkes gäbe der Stadt einen Teil ihrer Vergangenheit zurück!

Einigen anderen, ohne deren Schaffen selbst ein solch' schmales Buch nicht entsteht, wollen wir danken: Der unermüdliche Heimatforscher Wilhelm Möllecken stellte Aufnahmen aus seinem reichen Bestand zur Verfügung, das Stadtarchiv Dinslaken war eine andere wichtige 'Fundgrube'. Von der schreibenden Zunft sind besonders Willi Dittgen, Rüdiger Gollnick und Gisela Marzin sowie die Stadtgeschichte von Rudolf Stampfuß und Anneliese Triller zu erwähnen. 'Ihr (Leser), die ihr auftauchen werdet aus der Flut (der Informationen)/ In der wir untergegangen sind! Gedenkt unsrerl Wenn ihr von unseren Schwächen sprecht! Mit Nachsicht (frei nach Bertolt Brecht).

1. Stillliegt sie da, die Altstadt. Kein Auto, kein Motorrad stört; noch muß der Pfarrer der St.-VincentiusKirche (Bildmitte ) nicht gegen den Lärm eines Trödelmarktes protestieren. Einheimische und Fremde grüßt der mit einer 'Welschen Haube' versehene Kirchturm. Von seiner Spitze überblicken wir Dinslaken, wie es um 1924 aussieht; wir erkennen die Häuser und Menschen, denen wir in diesem Buch begegnen werden. Zunächst schweift der Bliek über das evangelische Gotteshaus (rechter Bildrand, vom), den wuchtigen Saal des 'Franziskaner' (heute Stadtschänke) und das Hotel Rosendahl (heute Johanna-Haus), über Gärten und Felder hinaus in die niederrheinische Ebene. Kein Hochhaus oder Kraftwerk verstellt den Bliek.

DINSLAKEN

2. Die Bäume waren noch jung, gerade gepflanzt, der Umbau des Hauses, dem weitere folgen werden, abgeschlossen. Kreisverwaltung und Landrat waren angemessen untergebracht. Seit der Verlegung der Verwaltung von Ruhrort nach Dinslaken (1909) diente die ehemalige Wasserburg der Herzöge von Kleve als Kreishaus. Im frühen Mittelalter schützte die Burg das rechte Rheinufer , später wurde sie Sitz verschiedener Behörden. Jede, ob sie die klevische Lilienhaspel, den preußischen Adler oder die Burg selbst (Stadtwappen von Dinslaken) im Wappen zeigt, gestaltete die Gebäude entsprechend ihren Vorstellungen um: Wo früher der Landrat Obst erntete (links, hinter der Mauer), schwimmen heute Enten und Schwäne.

Dinslaken - Partie im Stadtpark

3. Erst Stadtpark, dann Hindenburg-Park (Paul von Beneckendorffund Hindenburg wurde 1917 Ehrenbürger der Stadt) und heute wieder schlicht Stadtpark heißt das grüne Zentrum Dinslakens. Im Hintergrund (rechts) der charakteristische Turm der katholischen Kirche. Die 'Welsche Haube' trug er seit 1924 (es war ein Geschenk von August Thyssen). Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Haube zerstört und durch ein einfaches Helmdach ersetzt. Die Wiese (Vordergrund) wurde, nachdem der Plan einer Thingstätte für die Nationalsozialisten gescheitert war, zum Freilichttheater am Fuß der Burg, die Auffahrt ist (links) zu erkennen, 1934 nach dem EntwurfHeinrich Nottebaums umgestaltet.

4. Ein Bär kommt in Grimms Märchen 'Tischchendeckdich, Goldesei und Knüppel aus dem Sack' im Zusammenhang mit den Brüdern (Mitte Friedhelm Schäfer, rechts Gerd Zeppenfeld) zwar nicht vor, aber das hat das Vergnügen der Kinder an der Aufführung der 'Jungen Bühne' im Freilichttheater an der Burg 1949 keinesfalls getrübt, eher die Spannung erhöht. Neben Kinderstücken wurden Friedrich Schiller und Curt Goetz, Carl Maria von Weber und Ralph Benatzky aufgeführt; Schauspiel und Musiktheater, Klassik und Boulevard umfaßte der Spielplan, kurz: ein Theater für alle. Und die Zuschauer kamen zuhauf; Dinslaken war das Salzburg des Ruhrgebietes.

5. Schon vor rund achtzig Jahren schwebte der Duft frischer Semmeln und Stuten aus der Bäckerei Schollin (links, Haus Nr. 16) über den Altmarkt und die angrenzenden Gassen. Das Rittertor (Hintergrund, Bildmitte), das als einziges von drei Toren erhalten geblieben und zum heimlichen Wahrzeichen der Stadt aufgestiegen ist, verbindet die Burg und das Freilichttheater mit den Häusern und Geschäften der Altstadt. Hinter dem üppigeren Baum verdeckt, vielleicht aus Diskretion, stand das Haus des ehemaligen Dinslakener Steuereinnehmers. Links von der Bäckerei war der Gerbereibesitzer Bleckmann zuhause. Er besaß Mitte des 19. Jahrhunderts die größte Lohgerberei in der Stadt und lastete zum Beispiel mit seinen Mahlaufträgen für Lohe (das ist junge Eichenrinde, die getrocknet, kleingehackt und gemahlen zum Gerben benutzt wurde) die Turmwindmühle in Hiesfeld aus.

6. Die Wandelbarkeit Dinslakens demonstriert der mächtige Kirchturm von St. Vincentius. Eine Stadtansicht um 1600 zeigt ihn mit einem spitzen Pyramidenhelm. 1817 wurde ihm die Haube mit vier Dreiecksgiebeln und nadelartig dünnem Helm aufgesetzt. In seinem Glockenstuhl hängen drei Glocken, die von ' Alexius Petit met syn twee Zoone' gegossen wurden. Die Familie Petit gehört zu den bekanntesten Glockengießern; noch heute existiert die Glockengießerei Petit & Gebr. Edelbroek in Gescher/W estfalen . In dem Fachwerkschuppen (Vordergrund) wurden möglicherweise in 'tiefer Grube ... mit Feuers Hülfe' die Glocken gegossen. 'Hoch auf des Turmes Glockenstube' können drei andere Glocken nicht mehr läuten, sie wurden 1914, zu Beginn des Ersten Weltkrieges, abgegeben, um sie zu Kanonen umzuschmelzen.

7. Ein Nachmittag im Mai des Jahres 1927. Die Eppinghovener Straße döst, die Geschäfte halten ihre Mittagsruhe. Es ist etwa 14.40 Uhr, wie die Uhr am Kirchturm anzeigt. Die Turmhaube mit Uhr war ein Geschenk von August Thyssen (1842-1926), Gründer eines großen deutschen Eisen- und Stahlkonzernes. Der Industrielle Thyssen war neben dem eisernen Kanzler, Otto von Bismarck (1815-1898), dem Sieger von Tannenberg und späteren Reichspräsidenten, Paul von Beneckendorff und Hindenburg (1847-1934) sowie Hermann Göring (1893-1946), dessen Rechte wurden 1945 aberkannt, einer der Ehrenbürger der Stadt. Seine Ehrenbürgerurkunde hängt heute im Ruhrlandmuseum in Essen.

8. Ein Absteeher ins Innere der Pfarrkirche St. Vincentius, etwa Mitte des 15. Jahrhunderts erbaut, nachdem sie 1436 von der Mutterkirche Hiesfeld abgepfarrt wurde. Der Bliek geht vorbei an den massiven Rundpfeilern in den gotischen Chor mit seinen Spitzbogenfenstern, vorbei an der Kanzel und fällt auf den Altar, der im Osten, nicht wie nach dem Wiederaufbau 1950/51 im Westen, plaziert ist. Der Altar ist um 1485 in einer Brüsseler Werkstatt entstanden und besteht aus einem geschnitzten Schrein und zu beiden Seiten angebrachten Flügeln. Schrein und Bildflügel zeigen die Geschichte der Passion Christi. Die Fenster wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört, 1965 wurden neue eingefügt. Aus der neugotischen Kanzel (von 1853) dienen vier gemalte Darstellungen der Evangelisten als Teil der heutigen Kanzel.

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