Dinslaken in alten Ansichten Band 1

Dinslaken in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Gisela Marzin und Joachim Schulz-Marzin
Gemeente
:   Dinslaken
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4728-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dinslaken in alten Ansichten Band 1'

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19. Nicht am Pol, sondern auch am Stapp entstand diese Aufnahme. Im Februar und März 1929 fror der Rhein bei Temperaturen bis zu minus 20 Grad zu, so daß man von einer zur anderen Seite gehen konnte. Selbst Autos versuchten die Überquerung, Pferdewagen sollen es geschafft haben. Das Naturschauspiel war gleichzeitig ein gesellschaftliches Ereignis. Jeder Dinslakener wollte dabeisein; Gruppen und Vereine ließen sich manchmal in wenig angemessener Kleidung trotz des Frostes zwischen den Eismassen ablichten. Fehlende Personen wurden einfach in das Eis hineinmodelliert.

20. Vom Eis in wärmere Gefilde - doch wir bleiben am Stapp (Bildmitte, oben). Bereits das Wort 'Kanute', teils aus dem Karibischen stammend, signalisiert Sonne und Sommer. Zeit für die Dinslakener Kanuten und Ruderer, ihre Boote zu Wasser zu lassen oder sich aus Anlaß einer Gedenkfeier (die nicht mehr zu ermitteln war) - vielleicht feierten die Sportler die erstmalige Aufnahme ihres Sportes in das Programm der Olympischen Spiele 1936 in Berlin - zu einem gemeinsamen Foto zusammenzufinden.

21. Von Stapp nach Eppinghoven. 'Ja, das gibt es nur einmal. . .', behauptete vor Jahren in einem Lied die inzwischen unerschütterlich zum Dinslakener Stadtgeschehen gehörende Karnevalsgesellschaft 'We sind wer dar' - nicht zu unrecht: Die urkundliche Überlieferung des Ortes reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Die katholische Pfarrkirche St. Johannes Evangelist, die 1898 und 1927/28 erweitert wurde, stammt aus dem 13. Jahrhundert. Bis in die Mitte unseres Jahrhunderts blieb Eppinghoven ein unbedeutendes Ackerdorfvor den Toren der Stadt, dann entwickelte es sich zum gesuchten Wohnsitz der Betuchten.

22. Für den Boden in und um Dinslaken waren schwere Karren, Wagen und andere landwirtschaftliche Geräte notwendig, Naben und Felgen mußten daher besonders kräftig und robust sein. Der Stellmacher Wilhelm Schlagheck verstand all dies nach alter Handwerkstradition herzustellen; der Umgang mit Säge und Bohrer, Stemm- und Zugeisen war ihm bestens vertraut. Obwohl die Werkstatt, die ein naher Verwandter, Arnold Zens, 1853 an der Heerstraße in Eppinghoven gegründet hatte, beim Rheinübergang der Amerikaner 1945 stark beschädigt wurde, feierte Wilhelm Schlagheck zusammen mit seinem Sohn und Nachfolger, Arnold, als Neunzigjähriger noch das einhundertste Jubiläum seines Betriebes.

23. Eine wichtige Persönlichkeit in Eppinghoven: Josef Kamps war Rendant der 1895 gegründeten Raiffeisenbank, die nach der Mitte des 19. Jahrhunderts entstandenen 'Sparkasse zu Dinslaken' das zweitälteste Geldinstitut am Orte war. Aufgabe der Bank im Sinne von Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818-1888) war es, 'kleineren Betrieben und Leuten' vor Ort zu helfen. Waren schon damals die Eppinghovener besser bei Kasse, daß sie keine finanziellen Mittel brauchten, und Josef Kamps kurz vor neun Uhr gemütlich die Zeitung lesen, eine Zigarre rauchen und Scherze mit seinem Hund, der einen Scheck zwischen den Zähnen hält, machen konnte?

24. Über den Einmarsch der Franzosen und Belgier, die im Januar 1921 mit zwei Kompanien Infantrie und zwei Batterien Artillerie Dinslaken besetzten und nach der Ablehnung ihrer Forderungen 'rücksichtslos' requirierten, gibt es eine Reihe von fotografischen Zeugnissen. Von den französischen Kriegsgefangenen des Ersten Weltkrieges findet sich hingegen wenig. Bei der Erweiterung des Bahnhofes und dem Neubau des Gebäudes wurden 'prisonniers de guerre' eingesetzt. Ob die abgebildeten Kriegsgefangenen, auf dem Gelände der 'Betonpfosten-Fabrik Joharm Kamps, Eppinghoven bei Dinslaken, Rotbachstr. 72, Fernruf 48' untergebracht, beim Bahnhofs- oder Straßenbau tätig waren, ist nicht bekannt. Vermutlich war der Mann mit Hut, Breeches und Hund, der Unternehmer Kamps, für sie verantwortlich. In Friedenszeiten hatte er sich spezialisiert auf 'komplette Einfriedungsanlagen' , also Zäune und Gitter; der richtige Mann am richtigen Platz.

25. 'Sauft Wasser wie das liebe Vieh und denkt, es sei Krambambuli.' Diese Aufforderung eines alten Studentenliedes war in Dinslaken Ende des 19. Jahrhunderts besser zu unterlassen, denn an sauberem Trinkwasser mangelte es. Umso unbegreiflicher muten die Auseinandersetzungen im Rat um das erste Wasserwerk an. Wegen der angestiegenen Bevölkerungszahl (von 1 237 Bürgern im Jahre 1818 auf 4006 am 1. Dezember 1900) und der Zunahme von Viehmärkten stand es mit dem Grundwasser, das den in der Stadt befindlichen Pumpen entnommen wurde, 'nicht zum Besten', so daß der Rat 1901 für das Abkochen des Trinkwassers im Amtsgericht täglich zwanzig Pfennig bewilligen mußte. 1902 wurde mit dem Bau des Wasserwerkes am Stapp begonnen; es wurden ein Maschinenhaus, eine Brunnenanlage (Abbildung) und ein Wasserturm errichtet. 1904 waren 170 Haushalte an das städtische Netz angeschlossen, 30 Pfennig betrug der Kubikmeterpreis für frisches sauberes Wasser.

26. Eine Wasserleitung wurde an der Friedhofstraße (heute Marktstraße ) in der Nähe des katholischen Krankenhauses nicht verlegt, vielmehr waren meist Frauen und wenige Männer im Jahre 1941 dabei, Luftschutzgräben auszuheben - unentgeltlich. Bekannte Dinslakener Namen waren unter den Fleißigen auf dieser Aufnahme. Für 350 ()()() Mark übrigens wurde das katholische Krankenhaus zwischen 1910 und 1912 errichteteine unvorstellbar geringe Summe angesichts heutiger Krankenhausbaukosten. Im März 1945 wurde das Gebäude fast völlig zerstört.

27. Der charakteristische Turm von St. Vincentius zeigt es an; nach dem Absteeher zum Stapp und nach Eppinghoven haben wir das Stadtzentrum wieder erreicht. Die Wiesenstraße, den alten Kern halbmondförmig nach Südosten begrenzend, erhielt wie einige andere Straßen ihren Namen 1893 durch ein Ortsstatut, das erstmalig Straßennamen in Dinslaken amtlich festlegte. An der Wiesenstraße, durch die die 'Kleinbahn Neumühl-Dinslaken' fuhr, wohnte der Stadtbaurat Heinrich Nottebaum, der das Gesicht der Stadt im ersten Drittel dieses Jahrhunderts entscheidend mitprägte. Seine Villa samt Garten lag schräg gegenüber dem Voswinckelshof, einem ehemaligen Landadelssitz dicht vor der Stadtmauer.

28. Das ist Heinrich Nottebaum. Er stammte aus Westfalen, war in Tilsit an der Memel beschäftigt, als er 1899 zum städtischen Bauführer berufen wurde. Über dreißig Jahre leitete er das Bauwesen und entwickelte 'durch eine großzügige Stadtplanung Dinslaken erst zu einer Stadt'. Daneben lehrte er in seinen Anfangsjahren am Rhein Fachzeichnen an der gewerblichen Fortbildungsschule. Dieser Mann wurde 1932, die Weltwirtschaftskrise hatte ihren Höhepunkt erreicht, aus Ersparnisgründen nichtwiedergewählt, obwohl die Parteien ihm das Vertrauen aussprachen. Im Hintergrund seines Büros steht das Modell der städtischen Sparkasse, so wie es 1929 an der Kaiserstraße (heute Friedrich-Ebert-Straße) errichtet wurde und noch dort zu finden ist.

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