Dinslaken in alten Ansichten Band 1

Dinslaken in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Gisela Marzin und Joachim Schulz-Marzin
Gemeente
:   Dinslaken
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4728-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dinslaken in alten Ansichten Band 1'

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59. Aufder Schachtstraße, ein typischer Name für die Siedlung Lohberg, feierten Kinder ein Fest. Huldvoll und ein wenig mißtrauisch bliekten 'Ihro Majestäten', Königin und König, in die Kamera, und ihre Untergebenen standen, wie es der Zeit entsprach, stramm. Alle waren mit einfachen Mitteln, aber liebevoll verkleidet bis in die Schuhspitzen hinein. Hinter dem hochherrschaftlichen Troß sehen wir die Gärten und Rückfronten einiger Häuser der Bergarbeitersiedlung. Wie großzügig die Anlage geplant und durchgeführt wurde, ist zu erkennen. Jeweils eine Haushälfte bewohnte eine Familie. Bei jedem Haus ließen sich der oder die Architekten etwas einfallen: Mal ist der Fries verändert, mal ein Fenster anders geschnitten; kein Haus gleicht dem anderen, obwohl die finanziellen Mittel sicher knapp waren und die Bauarbeiten rasch durchgezogen wurden. In dieser Umgebung spielten die Kinder gern.

60. Ob die 41 Jungen aus Lohberg damals gern zur katholischen Marienschule gingen, ist nicht bekannt. Was wir über die räumlichen Verhältnisse aus den Anfangsjahren dieser Bildungsstätte wissen, läßt Zweifel aufkommen. 1913 stand zum Schuljahresbeginn am 1. April eine Baracke zur Verfügung, später waren es sechs, darin wurden bis zu 18 Klassen unterrichtet - für die Kinder, Eltern und Lehrer war das kein Aprilscherz. Ein großzügiger Neubau mit Kochschule, Turnhalle und Bastelwerkstätten wurde 1920 fertig. Jahre später hieß die Erziehungsanstalt, wie so viele andere umbenannt, 'Karl-Broeske-Schule'. Dieser Name sollte an einen nationalsozialistischen Dinslakener erinnern, der sein Leben für die braune Bewegung hingegeben hatte. In Wahrheit ist das Ableben dieses vermeintlichen Aktivisten auf Eifersucht mit Todesfolge zurückzuführen. Aber dies erfuhren Schüler und Lehrer erst viel später, als die Schule längst wieder den Namen Marias trug.

61. Ende der zwanziger Jahre, viele waren ohne Beschäftigung, baute der ehemalige Bergmann Josef Borusak aus Lohberger Kohle eine 'Astronomische Kalender-Uhr', etwa einen Meter hoch, 90 cm breit und rund einen Zentner schwer. Sie zeigte die Stunden und Minuten, der Stand von Sonne und Mond, Datum und Tierkreiszeichen ließen sich ablesen, Figuren und Ornamente schmückten sie. Fünfeinhalb Jahre hatte der Dinslakener daran gearbeitet. Die Deutsche Arbeitsfront (DAF), nationalsozialistische Nachfolgeorganisation der aufgelösten Gewerkschaften, kaufte das von Fachleuten bewunderte und als Bildpostkarte verbreitete Werk, um es Robert Ley zu schenken. Fast erübrigt sich der Hinweis, daß seit dieser Schenkung die Uhr nicht wieder aufgetaucht ist.

Astronomische Kalender-Uhr a ?.?. ~ Kohle

hergestellt von J. Bor u , ., k Dinslaken-Lohberg

~, . .,. ' , ... '

62. Nicht nur Bergbau und Industrie kennzeichnen Dinslaken, vor allem nicht in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts. Weite Bereiche der Stadt und ihrer Umgebung waren ländlich, Kühe und Pferde augenfälliger als Esse und Förderturm. Für das Rotbachtal, von der Buschstraße gesehen, gilt das größtenteils bis heute. Terfeld, Becks, Friedrich und Sander wohnten 1909 in den Häusern (von links nach rechts), als Karl Lilienthai (1875-1946), der für Dinslaken das ist, was Eugène Atget für Paris und die Geschichte der Fotografie darstellt, die Aufnahme machte. Die Kinder aus diesem Gebiet gingen zur Nordschule (rechter Bildrand). Andere Namen sind vielleicht mittlerweile an den Haustüren, und die Bäume gewachsen, aber ruhig und etwas abgeschieden ist die Gegend geblieben.

63. Wer an der frischen Luft im Grünen, im Hiesfelder Wald oder auf der Kirchhellener Heide, spazieren ging, benötigte ab und an eine kleine Stärkung oder kühle Erfrischung. Dafür standen dem Wanderer und Spaziergänger mehrere Gaststätten und Restaurants zur Verfügung, um dort Kaffee und Kuchen zu trinken und zu essen oder 'ff Dortmunder Biere' und eine 'vorzügliche Küche' zu genießen. 'Im kühlen Grunde' konnte man derartiges bekommen, und für Hochzeiten und andere Feste bot der Wirt Bernhard Teriaak einen 'Saal mit Piano' an.

GruB aus Hiesfeld-Oberlohberg Restaurant "Jm kûhlen Grunde"

Jnh.: Bernh. Terlaak

Uberschweiiiinunq In Dinsloken und !iie~feJd om 6. J~li 1;06

64. Mit den Fluten des Rotbachs, die des öfteren für Überschwemmungen sorgten, kehren wir aus den Nordosten zurück in einen Teil Dinslakens, der über 800 Jahre selbständig war, und dessen Bewohner sich als die bessere Hälfte der Stadt empfinden, nach Hiesfeld. Als sich die Wassermassen über die Gemeinde ergossen (1906), gehörte Hiesfeld zu den größten Landbürgermeistereien in Preußen, und ihre Kirche, auf der Anhöhe liegend (Bildmitte, im Hintergrund), zählte zu den ältesten am Niederrhein. Die Krengelstraße, die damals wie heute bei der Kirche beginnt und an der Gaststätte Hölscher (Bildmitte, mit einer Art Mansardendach) vorbeiführt, war überspült, und bis an die Gleise der wichtigen Bahnstrecke Köln-Arnheim fehlte nicht mehr viel. Die Gebäude (im Vordergrund) gehörten zum Thyssen'schen Walzwerk und lagen bereits auf Dinslakener Gebiet.

65. Der 'rothe oder Mühlenbach, , der außerhalb des Stadtgebietes entspringt, durch Hiesfeld und Dinslaken fließt, bis er 'in den Rhein fällt', lieferte über Jahrhunderte Wasser und nahm schmutziges mit. Aufgrund verschiedener Faktoren wurde der Abfluß derart behindert, daß im 19. Jahrhundert 'bei jedem nur etwas bedeutenden Regen' der Bach 'inundierte', so daß 1884 'dringend notwendige Arbeiten' durchgeführt wurden, die gerade zwanzig Jahre ausreichten. Denn ab 1900 (unter anderem in den Jahren 1906 und 1917) richteten die Hochwassereinbrüche wieder schwere Schäden an, dauerhaftere Schutzmaßnahmen waren unumgänglich. 1919 begarmen die Arbeiten, 1932133 (Bild) wurde immer noch oder erneut reguliert; heute entbrennen wiederum heftige Diskussionen um den 'rothen' Bach und seine Regulierung.

66. Vom Osten gesehen die evangelische Pfarrkirche Hiesfeld mit dem mächtigen eingezogenen Spitzhelm. Das einschiffige Gotteshaus wurde im späten 12. Jahrhundert gebaut, die Gründung wird bereits im 10. Jahrhundert vermutet. Nach dem Brand von Kirche und Dorf, gelegt vom Kölner Erzbischof Dietrich lIl. von Moers, mußte das Langhaus erneuert werden, der Turm blieb im wesentlichen (bis heute) erhalten. Seit 1583 rufen die Glocken, eine stammt von dem bedeutendsten niederländischen Glockengießer des ausgehenden Mittelalters, Geert van Wou, die evangelischen Christen zum Gottesdienst. Der Abbruch (1929) des Bollwerk-Hauses (links neben der Kirche), in dem ein KolonialwarenhändIer seine Waren feilbot. gab die Kirche nahezu von allen Seiten dem Verkehr preis; darunter leidet die Aura eines solchen Gotteshauses und außerordentlichen Baudenkmals.

67. 'Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern mit Namen Nikodemus, einer von den Oberen der Juden. Der kam zu Jesus bei Nacht und sprach zu ihm: ... ' (Joh. 3.1 und 2). Diese Begegnung zwischen Jesus und Nikodemus stellte das Fenster in der evangelischen Dorfkirche Hiesfeld dar. Die Gemeinde stiftete es aus Anlaß des 25. Amtsjubiläums von Wilhelm Diederichs, der von 1887 bis 1931 Pfarrer dieser Kirche war. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Fenster zerstört. Anderes wurde während der verschiedenen Restaurierungen entfernt und ging verloren; in den fünfziger Jahren wurden 'die Kirchbänke von 1824/26 leider ersetzt'. Erhalten blieben unter anderem im Inneren die Epitaphe des 'Königl, Preus. obrist Lieutnant Der Infanterie Melchior Detlof von Köppern' und seiner Frau Wilhelmina Clara. Sie besaßen im 18. Jahrhundert 'Haus Bärenkamp', das nach der Abpfarrung Dinslakens bei der Pfarrei Hiesfeld verblieb.

68. Im Verhältnis zu Dinslakens Neustraße wirkt Hiesfelds Zentrum (Kreuzung Sterkrader Straße, Mittelfeld- und Krengelstraße) eher ländlich einfach, obwohll913 der Bürgermeistereibezirk 11 881 Einwohner zählte, die Stadt Dinslaken hingegen nur auf 10 055 Bewohner kam. Dafür besaß Dinslaken ein Kaiserliches Postamt, in Hiesfeld- Dorf befand sich lediglich eine Kaiserliche Postagentur (links in dem Klinkerbau mit dem Schild über der Tür); davon allerdings gab es noch zwei weitere: in Lohberg und in Schrnachtendorf. Die Postagentur zog wenige Jahre nach dieser Aufnahme in das weiße Eckhaus. Außer der Post beherbergte das Eckhaus, gegenüber der evangelischen Kirche gelegen, die 'Elegante Anstalt D. Möllecken' die Bekleidung 'nach Mass' anbot.

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