Dinslaken in alten Ansichten Band 1

Dinslaken in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Gisela Marzin und Joachim Schulz-Marzin
Gemeente
:   Dinslaken
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4728-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dinslaken in alten Ansichten Band 1'

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69. Schützenfest in Hiesfeld im Jahre 1905. Da war was los! Bürgermeister Hausmann verteilte Bonbons an die Kinder. Und was bekamen die Schützen? Die Gemeinde Hiesfeld konnte es sich leisten, freigiebig zu sein. Ihre Finanzen waren gesund, denn die Gemeinde hatte eine ordentliche Fläche vorzuweisen: 4 793,93 ha machten sie zur damals größten Landgemeinde Preußens. Diese Ausdehnung war jedoch gleichzeitig ihr Verhängnis. Als 'ein Zwitterwesen', halb industriell, halb landwirtschaftlich strukturiert, konnte sie sich gegen die Interessen und Bestrebungen der Großindustrie nicht behaupten. Noch zwölf Jahre konnte Bürgermeister Hausmann spendabel sein, dann wurde die Landbürgermeisterei aufgeteilt.

70. Ein Bliek von der Rotbachbrücke durch einen Teil der Sterkrader Straße zur evangelischen Pfarrkirche mit dem Westturm dessen großformatige flache Blendbogenpaare gut sichtbar sind. Der Spitzhelm des Gotteshauses ist aus dem 16. Jahrhundert. Linker Hand befindet sich das Lebensmittelgeschäft Dörnemann. Ein Gerhard Dörnemann hatte 1776 aus dem Besitz von 'Hans Hiesfe!d' eine Loh- und Ölmühle erworben, die in unmittelbarer Nähe dieses Geschäftes gelegen hat. Ruhig und gelassen wartet das Pferd auf seinen Kutscher, der sich wohl ein Bier in der Gaststätte von Heinrich Eickhoff (rechts) genehmigt. Eine Promillegrenze mußte er noch nicht beachten. Der Weg, der hinter dem Pferdegespann den Berg hinanführt (heute Hohlstraße), war optima! verkehrsberuhigt.

71. Auf dieser Aufnahme dominiert noch die evangelische Pfarrkirche Hiesfeld (Bildmitte ) das Zentrum des einstigen Dorfes. Zwei Bauernhöfe, einer unterhalb der Kirche (linker Bildrand, Mitte) und einer an der Marschallstraße, wo sich heute eine Zweigstelle der städtischen Sparkasse befindet, sind übriggeblieben, bald sind auch sie verschwunden. Die Wohn- und Geschäftsbauten, selbst auf dieser Aufnahme ist es zu sehen, rücken vor; an der Rolandstraße (rechte Bildecke ) wachsen neue Häuser empor. Bis die 'grüne Mitte' bebaut ist, dauert es nicht mehr lange. Ein öder Platz, eine Steinwüste (schräg gegenüber dem Kirchturm; das 'störende' Haus wurde abgerissen), bleibt. Jüngere Bewohner wissen nicht, daß es den Jahnplatz in den fünfziger Jahren gar nicht gab. Nur weil dort heute der Wochenmarkt und die Kirmes stattfinden, ist er nicht historisch gewachsen. Wenig erinnert in Hiesfeld an die Vergangenheit, und das Wenige hat man dem Würgegriff des Verkehrs ausgeliefert.

ûruss aus Hiesfeld

72. Tief in die Geschichte zurück verfolgen, läßt sich das Geschlecht derervon Hysfeld, die auf dem gleichnamigen vom Rotbach umspülten Rittergut saßen. Neben 'Haus Bärenkamp' und einem anderen Dinslakener Landsitz hatten die von Hysfeld das Recht an den klevischen Ständetagen, deren wichtigstes Privileg die Steuerbewilligung darstellte, als Vertreter des Adels teilzunehmen. Seit dem 17. Jahrhundert wechselten die Besitzer von 'Haus Hiesfeld'; 1657 trat ein Georg von Loen zu Pawmühlen als Eigentümer auf, weshalb der Besitz zeitweilig 'Haus Paumühlen' genannt wurde. Im 19. Jahrhundert wurden Haus und Hof aufgelöst und verkauft. Die Oberförsterei ist längst nicht so alt wie 'Haus Hiesfeld'; vermutlich wurde sie mit auf die Karte gesetzt, weil sie nach der Neugliederung des Forstwesens zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu einer von fünf Oberförstereien im Regierungsbezirk Düsseldorf aufrückte.

73. Zu den markanten Punkten der Hiesfelder Silhouette zählt neben dem Turm der Pfarrkirche die Turmwindmühle (Bild). Hundert Jahre genau tat sie ihren Dienst (1822-1922), im Verhältnis zu den beiden anderen Mühlen Hiesfelds, der Wassermühle bei 'Haus Hiesfeld' und der Loh- und Ölmühle unterhalb der Kirche, die urkundlich früher erwähnt sind, ist sie der Benjamin. Gerhard Eickhoff aus Barmingholten. der nach den Freiheitskriegen gegen Napoleon 'arbeitslos' war, denn den elterlichen Hof konnte er nicht übernehmen, ließ sich von der väterlichen Abfindung eine 'schöne, große Windmühle' bauen. Anfangs war die Mühle nicht ausgelastet, aber mit einem neuen Pächter ging's aufwärts - allerdings nicht mehr lange, denn die Konkurrenz der Maschine wurde zu mächtig. Der Betrieb wurde eingestellt. Im Zweiten Weltkrieg 'zerfetzten Granaten die Haube'. Die Mühle wurde inzwischen wiederhergestellt und ist seit einigen Jahren Museum.

74. Bei den Erntedankfesten in den dreißiger Jahren, die unter dem Schlagwort von 'Blut und Boden' standen, ehrten viele Hiesfelder den 'Reichsnährstand' ,obwohl dieses Gebiet 'seitJahren der Industrie verfallen' war. Trotz ihres Vorranges rollte im Erntedankfest ein Wagen, der eine Windmühlennachbildung präsentierte und mit Mehlsäcken bepackt war. Vorne und hinten trugen kleine und große Müller Tafeln mit der Aufschrift: 'Hitlers Reich - ein Bauern Reich.' Die Jungen auf unserem Foto ziehen einen Handwagen, beladen mit Mist. 'Hiesfelder Gold' - wie ist das wohl zu verstehen?

75. Der Erste Weltkrieg war einen Monat alt, als sich alle Klassen der Moltkeschule mit ihrem Hauptlehrer Neumann (im Vordergrund; die Lehrerin Frau Hübner und die Lehrer Grefer, Kuhlen und Bleckmann sind auf der Aufnahme nicht auszumachen) vor dem fahnengeschmückten Rathaus der Landbürgermeisterei Hiesfeld zur Sedanfeier versammelten. Der 2. September war nationaler Feiertag des 2. Deutschen Kaiserreiches und erinnerte an den Sieg der deutschen Armee unter der Führung des Namengebers der Schule, Helmuth von Moltke, über das kaiserliche Frankreich. Das Rathaus, 1911 erstellt, diente seit drei Jahren der Verwaltung und der Gemeindevertretung, nach weiteren drei Jahren hatte es ausgedient. Die Landbürgerrneisterei Hiesfeld wurde 1917 aufgeteilt zwischen Sterkrade, Hamborn und Dinslaken. Das ehemalige Rathaus blieb erhalten, ebenso die Moltkeschule, den Sedantag allerdings feiern sie nicht mehr.

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