Dippoldiswalde in alten Ansichten

Dippoldiswalde in alten Ansichten

Auteur
:   Guntram König
Gemeente
:   Dippoldiswalde
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6569-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dippoldiswalde in alten Ansichten'

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Einleitung

Erinnerungen an vergangene Zeiten - das ist das Anliegen dieses Buchbandes. Diese und [ene Erinnerung an früher möchte Ihnen das vorliegende Buch mit Abbildungen alter Stadtansichten einschließlich einiger alter Aufnahmen von Malter und seinerTalsperre sowie wenigenAbbildungen von den zu Dippoldiswalde eingemeindeten Orten wachrufen. Insgesamt 76 alte Ansichten stellt Ihnen dieses Buch vor. Gerade in den ersten Iahren nach der Wiedervereinigung har sich in der Stadt Dippoldiswalde besonders viele alte Bausubstanz in prächtiger Schönheit wieder hervorgetan. Enorm viele Walmhäuser erhielten eine neue Dachbedeckung sowie neue Fenster und Fassaden einen frischen Farbanstrich. Essenköpfe und Antennen verschwanden. Es entstanden Gewerbegebiete, viele Eigenheime; es erfolgte die Vollsanierung ganzer Wohngebiete. Aus Scheunen wurden Wohn- und Geschäftsräume; Straßen mit ihren Fußwegen auch im Stadtinneren wurden komplett neu gestaltet. Die derzeitige Rekonstruktion des Rathauses und des Schlosses soll nicht unerwähnt bleiben. Al! das sind deutlich sichtbare Veränderungen. Diese laufenden Veränderungen dokumentieren seit ihrer Existenz bis in die heutige Zeit immer wieder alte Ansichtskarten mit ihren verschiedensten, zeitgenössischen Abbildungen.

Ein Bruchteil alten Ansichtskartenmaterials und Fotos sollen durch diesen Dippoldiswalder Bildband nicht nur dem Heirnatfreund vorgestellt werden. Es ist nicht beabsichtigt, in der Ein-

leitung die Geschichte der Stadt ausführlich zu beschreiben. Aber dennoch sol! der Leser hierWesentliches über die Stadt mitgeteilt bekommen. Die erste bekannte urkundliche Erwähnung stammt von 1218. Im Zuge der ersten großen Rodung des Erzgebirgswaldes entstand der Ort durch Ansiedlungen im Tal der Roten Weißeritz vermutlich um 1100 oder eher. Den Namen soll die Stadt der Sage nach von einem Einsiedler namens Dippold (oder ähnlich) erhalten haben. Er soll auch der Stadtgründer gewesen sein, ist aber erst seit dem letzten Viertel des 16. Iahrhunderts im Stadtwappen mit verewigt. Vieles spricht aber auch gegen diese Auslegung. Durch den stark einsetzenden Silberbergbau bereits beginnend ab dem 13. [ahrhundert erlangte Dippoldiswalde schon frühzeitig Ansehen und Wohlstand. Seit 1363 hat der Ort Stadtrecht. Starke Zerstórungen erlitt er immer wieder duch Kriegseinwirkungen und große Stadtbrände, auch vom Hochwasser wurden Schäden verursacht. Die Bürger lebten und ernährten sich redlich in den vergangenen [ahrhunderten hauptsächlich von dem Bergbau, der Landwirtschaft und dem Handwerk. Ab Mitte des 19. [ahrhunderts entwickelte sich zusätzlich Kleinindustrie.

Die bedeutendsten historischen Bauwerke sind die Nikolalkirche - nut Abstand das älteste der Stadt - die Stadtkirche, das Schloß sowie das Rathaus, Letztere drei erheben sich dominant und fast geschlossen lnmitten der Stadt. Es versteht sich, daß der

alte Stadtkern unter Denkmalschutz steht.

Mit der Anbindung an das Eisenbahnnetz 1882/83 begann für das Weißeritztal und somit auch für Dippoldiswalde das sogenannte Industriezeitalter. Damit stellte sich auch der Fremdenverkehr ein. 1888 wurde das Gebäude der über viele Jahrzehnte international als Bildungseinrichtung anerkannten Müllerschule eingeweiht. Durch die vielen Müllerschüler aus aller Welt wurde das kulturelle Leben der Stadt sehr bereichert.

1913 wurde nahe der Stadt die Talsperre Malter eingeweiht. Die beiden Weltkriege forderten auch von den Dippoldiswaldern viele Opfer. Das [ahr 1945 war für die Einwohner wiederum ein schwerer Anfang, obwohl es nur wenige Zerstörungen gab. Wichtige Ereignisse waren 1951 die Eröffnung des Krankenhauses, 1994 die Zusammenlegung der Kreise Dippoldiswalde und Freital zum Weißeritzkreis und 1995 die Fertigstellung der für Dippoldiswalde wichtigen Ortsumgehungsstraße. Dippoldiswalde ist eine typisch sächsische Kleinstadt, rund 25 Straßenkilometer südlich der Landeshauptstadt Dresden. Sie ist eine verhältnismäßig kleine Kreisstadt mit reichlich 8500 Einwohnern (einschließlich der sieben Ortsteile ) und liegt sehr verkehrsgünstig an der B 170 / E 55. Dippoldiswalde wird auch als Tor zum landschaftlich reizvollen Osterzgebirge bezeichnet. Seines langen Namens wegen wird Dippoldiswalde nicht nur von den Einheimischen kurz Dipps genannt.

Herzlichen Dank den vielen freiwilligen Mitarbeitern, ohne deren Hilfe dieses Buch nicht möglich gewesen wäre.

Ein besonderer Dank an: Dr. Roman Bentele, Mathias Berndt, Peter Mende, Horst Schulz, DieterTeichmann, Dittmar Oelschlägel und Familie Zännchen.

Einen besonderen Dank auch an Herrn Gottfried Herold für die unentgeltlicheAnfertigung der Reproduktionen und Frau Constanze König für die Schreibarbeiten.

Dippoldiswalde, im Winter 1998

Quellen:

Chronik der Stadt Dippoldiswalde von Konrad Knebell920. Weißeritz-Zeitung van 1928.

Beitrag von Gerhart Wunderlich 1987.

Unsere Heimat - Bunte Bilder aus dem Dippser Land von Erhard Unger 1997.

1 Zu dieser Ansichtskarte aus dem Iahre 1901 ist ein interessanter Text bei den älteren Dippser Einwohnern in Erinnerung geblieben. Auf der Reichstädter Höhe war an der Linde ein Schild mit nachfolgendem Text angebracht:

Schau unser liebes Städtchen,

sieht es nicht aus wie ein Mädchen im schönen Sonntagskleid?

Schenk Herr in Deiner Güte den Frieden, verbonne Haß und Neid.

Das älteste Vereinszeichen des Dippoldiswalder Sängerbundes stellte eine gelungene Aussage dar.Auf einern vergoldeten Ehrenkranz mit dem Maßen 29 x 63 mm liegt ein silbernes, 63 mm brcites und 1 1 mm hohes Band. Rechts ist

zu lesen: M.Ges.VER. und links in zwei Zeilen: DIP POLDIS WALDE. Im Iahre 1921 wurde an 22 Vereinsmitglieder für 25jährige und längere Mitgliedschaft ein tragbares, 29 mm großes Ehrenzeichen

in versilbertem Messing vergeben. Nicht nur die Sangesbrüder selbst hatten Freude und Spaß an ihrem Gesang, auch für die Einwohner waren die Auftritte stets ein Ohrenschrnaus!

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2 Die auf der Ansichtskarte dargestellte Nicolaikirche ist ein historisch sehr bedeurendes Bauwerk. Es ist in die Landesdenkrnalli.ste aufgenommen worden. Erbaut wurde die turmlose Kirche im 12/13. [ahrhundert. Deutlich können die romanischen (z.B. Rundbogenfenster) und gotischen Bauelementen (z.B. Spitzbogen) erkannt werden. Aus dieser frühgotischen Zeit sind nur wenig Bauwerke erhalten geblieben, vor allem nicht in dieser unveränderten, vollständigen, fast unversehrten Gestalt. Diese günstige Konstellation ist sicher dem etwas abgelegenen Standort der Kirche zu verdanken, da der Stadtkern von Dippoldiswalde ja mehreren Zerstörungen anheimgefallen war. Gebaut wurde sie aus Bruchsteinen mit innerlichem und äußerlichem Kalkrnörtelbewurf. Das Gesimswerk und die ar-

chi tektonischen Verzierungen sind aus dem einheimischen sächsischen Elbsandstein gearbeitet, Wenn man dabei bedenkt, daß zur damaligen Zeit noch tiefe Wälder das Gebiet sehr unzugänglich machten, ist die Meisterleistung des Transports und der Bearbeitung des Materials hoch zu würdigen. Freuen wir uns über dieses besondere Bauwerk und wünschen, daß es noch vielen Generationen erhalten bleibt.

3 Auf der Neujahrs-Glückwunschkarte von 1 9 1 3 ist die Ansicht von Dippoldiswalde von der Reichstädter Höhe aus zu sehen. Beherrschend die Westseite des Schlosses mit dem hoch aufragenden Kirchturm der Stadtkirche dahinter, Links davon das große Dach des Rathauses mit dem Tûrmchen an der Nordseite. Im Vordergrund sind nur wenige Häuser an der Weißeritzund Gartenstraße (jetzt Dr.Friedrich-Straße) zu sehen. Es steht schon das 1903 errichtete Gebäude für die Königliche Bezirkssteuereinnahme. daneben der Lutherplatz. Der sogenannte Bahnhofsberg Verbindungsstraße zur Oberstadt - ist schon aufgeschüttet, am rechten Bildrand ist

ein Teil der alten Schule erkennbar, der Schulneubau von 191 1 ist noch nicht zu sehen. Die Aufnahme muß also vor dieser Zeit entstanden sein. Erkermbar ist auch der Bismarckplatz mit Bis-

marck-Denkmal (1896 errichter). Der Absender der Neujahrsgrüße ist Lehrer Rudolf Unger, ein engagierter Heimatforscher (wie auch sein Sohn Erhard Unger).

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4 Die Stadtkirche prägt das Stadtbild von Dippoldiswalde. Sie zählt zu den ältesten Gebäuden der Stadt, das heißt, sie hat eine über 700jährige Geschichte. Die ältesten Teile der Kirche sind der Unterbau des Turmes mit dem Hauptportal. Hier ist an den Rundbögen deutlich der romanische Baustil erkennbar. Zerstörungen im Hussitenkrieg (1429) und Dreißigjährigen Krieg (1632 und 1634) hielten die Dippser Bewohner nicht ab, bis 1638 die Kirche wieder in ihrer heutigen Gestalt aufzubauen. Besonders beachtenswert ist die kunstvolle Ausmalung im Kircheninneren aus der Zeit des Wiederaufbaus, die bei der Renovierung der Kirche 1960-

1963 wiederentdeckt und freigelegt wurde. Im Hintergrund des Bildes ist ein Teil der Ostfassade des Schlosses zu sehen und am rechten Bildrand eine Ecke des Pfarr-

hauses. Links neben der Kirche - hinter Bäumen versteckt - der Giebel der Superintendentur.

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Olppoldiswalde i. Sa.

Kirche

5 Dieses Bild aus den zwanziger [ahren zeigt das Rathans rnit seinern schönen Renaissance-Giebel aus dem 16. [ahrhundert. Am seitlich versetzten Haupttor befinden sich heute zwei Sitznischen und irn Bogenfirst ist das Wappen mit Umschrift 'Heinrich von Maltitz off Dippoldiswaldt 1534' erhalten.An den beiden Ecken dieser Giebelseite thronen zwei nahezu lebensgroße Sandsteinfiguren; die Mutter Maria rnit dem Kind als Schutzheilige der Stadtkirche und St. Laurentlus mit dem Rost als der der Stadt. In den letzten vier Iahren ist das Rathaus vollständig rekonstruiert worden. Nach dem Auszug der Kreissparkasse steht der frühere

Ratssaal mit seinem herrlichen spätgotischen Kreuzrippengewölbe als Hochzeitszimmer zur Verfügung. Auf dem Bild ist die TafelRestaurant Ratskeller' erkennbar. Rechts neben dem Rathaus

befand sich das Kolonialwarenhaus rnit Weinhandlung Richard Niewand. Im großen Haus ganz rechts mit ausgebautem Dachgeschoß befand sich eine Arztpraxis, in der unter anderen der bekannte

Sanitätsrat Dr. med.Voigt praktizierte.

Dippoldiswalde

Markt mit Rathaus

6 Der Marktplatz ist der zenrrale Platz von Dippoldiswalde, eingerahmt an drei Seiten durch Bürgerhäuser. Die Sûdseite wird vom Rathaus abgeschlossen. Auf der Karte mit Aufgabestempel vom 10. jannar 1908 sind die zwei Gebäude der Nordseite des Marktes bildbeherrschend. Das rechte Gebäude ist das ehemals Bürgermcister-Reichelsche-Haus. Es hat die vernichtenden Stadtbrände von 1632,1634 (Dreißigjähriger Krieg) und 1826 überstanden, wurde dann aber wegen Baufálligkeit 1851 abgerissen und neu aufgebaut. Heute ist es Polizeigebäude. Im linken Gebäude war lange Zeit die 'Lówenapotheke' unierge-

bracht. Anfang der neunziger jahre hat die Sparkasse das Gebäude übernornrnen und innen völlig neu ausgebaut. Die historische Fassade wurde jedoch original erhalten. Der gesamte Stadtkern, der sich

um den Marktplatz erstreckt, steht unter Denkmalschutz.

Dtppoldtsmclde, marktplatz

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",,6 Verla!! L. Kästner, !ÏDlloldiswalde

7 Diese sehr alte Aufnahme des Kirchplatzes starnmt aus der Zeit nach der [ahrhundertwende. Von der einstigen Metallgießerei war in der Weimarer Republik bereits nicht mehr viel zu sehen. Dieses Gebäude ist der linke Teil eines Doppelhauses, das den Kirchplatz auch heute zur Schuhgasse hin begrenzt. Schon immer befanden sich auf der gesamten rechten Straßenseite Ladengeschäfte, die von rechts nach links gesehen heute eine Generalvertretung der Allianz- Versicherung und den "leeklipper' beherbergen. Im Erdgeschoß gab es stets Spintuesen und Süßes zu kaufen. Im nächsten, gerundeten Haus befand sich eine Fischhandlung, die bis in die sechziger Iahre von Frau Krumpolt unterhalten wurde. Später Schreibmaschinenreparaturwerkstatt Zimmermann, dient der Laden jetzt

der Annahme und Ausgabe fûr die Textilreinigung. Die dahinterliegenden Gebäude gehörten von 1945 zum großen Teil dem Modekaufhaus Marschner. In der DDR wurde hier besonders Kinderbekleidung angeboten. [etzt befin-

den sich dort neben einern Fotoladen die regionalen Geschäftsräume der Dresdner 'Sächsischen Zeitung'. Das letzte Haus vor der Einbiegung in die Herrengasse hat die wohl wechselhaftesten Geschäfte aufzuweisen: vor

dem Zweiten Weltkrieg das Porzellan- und Tonwarengeschäft Fröbel der alteingesessenen Lohgerberfamilie Max Mende, nach 1945 eine 'EisBude', ein Lebensmittelgeschäft und zuletzt bis zur Wende ein Kinderkaufhaus.

8/9 links: Ein Foto von 1885 mit frohgelaunten, feiernden Menschen auf dem Markt vor dem Maltitzschen Portal. In diesem Gebäude mit Rundbogenportal befand sich im 16. [ahrhundert das Bergamt der Familie von Maltitz. SigismlUld von Maltitz der Ältere war damals Bergherr und Schloßherr zugleich, denn Dippoldiswalde hatte sich bereits im 13. und 14. [ahrhundert zu einem bedeutenden Bergbauort entwiekelt. Sigismund von Maltitz erfand 1 507 das N aßpochwerk, das jahrhundertelang auch über Europa hinaus zur Anwendung kam, denn es stellte in der damaligen Zeit für die Erzaufbereitung eine bahnbrechende technische Verbesserung dar.

Rechts: Noch einmal als Nahaufnahme das geschichtlich interessante und wertvolle

Rundbogenportal aus der Renaissance, das noch im denkmalgeschützten Stadtkern am Haus Markt Nr. 7 zu bewundern ist. Nach 1540 - in dem jahr wütete ein großer Stadtbrand - soll die Familie von Maltitz der Auftraggeber dieser kostbaren Sandsteinarbeit gewesen sein. Ein Blick auf das Portalläßt uns folgendes erkennen: Ganz oben in der

Mitte das Bild des auferstandenen Christus, links die älteste Form des Dippoldiswalder Stadtwappens mit nur zwei entwurzelten, kreuzweise dargestellten Bäumen, die daraufhinweisen, daß die Stadt durch Rodung entstanden ist. Auf der rechten Seite erblickt man ein leeres Wappenschild, in dem einst die Zeichen des Bergmanns,

Schlägel und Eisen, wohl enthalten waren. Die Mitte des Rundbogens zeigt das Wappen des Geschlechtes von Maltitz. In halber Höhe des Bogens rechts und links sind die Büsten von Kurfürst Johann Friedrich mit kursächsisehen Wappen und Herzog Heimich dem Frommen mit sächsischen Wappen dargestellt.

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