Dippoldiswalde in alten Ansichten

Dippoldiswalde in alten Ansichten

Auteur
:   Guntram König
Gemeente
:   Dippoldiswalde
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6569-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dippoldiswalde in alten Ansichten'

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10/11 Oben: EineAufnahme aus der Frühzeit der Fotografie. Sie zeigt den damallgen Platz am Oberen Thore (alte Schreibweise) mit der kleinen Schmiedegasse (jetzt Dresdner Straße). Weiterhin zeigt das Foto die Obertorpumpe mit ausgezimmertem Brunnenschacht und die große Wasserbütte, dahinter den GasthofRoter Hirsch'. Ebenfalls deutlich sichtbar ist die Postmeilensäule aus der Zeit August des Starken. aufgestellt 1723. Diese wurde 1873 als angebliches Verkehrshindernis und auch aus Verständnislosigkeit entfernt. Sie war einige Zeit 'bei der Linde am Obertor abgelegt und ging danach leider verloren. Sicher fand sie dann als Baumaterial Verwendung. Vielleicht will es der Zufall, daß diese barocke Postsäule von einer der nächsten Generationen einmal wiederentdeckt

wird. Alle Häuser des Obertorplatzes fielen 1868 und

1 87 1 einem großen Brande zum Opfer. So ging diese schöne Vorstadtidylle auf einmal gänzlich verloren.

Unten: Der Name 'Obertorplatz' stammt vom über jahrhunderte hier stehendem Obertor, einem großen Stadttor, her. Durch diesen Eingang gelangte man über die Herrengasse unmittelbar zum Stadtkern. Auch Dippoldiswalde hatte ab etwa 1360 eine Stadtbefestigung. Sie war durch eine Mauer mitWachtürmen einschließlich Wall und Stadtgraben völlig urnschlossen, um sich vor jeglichen Überfällen zu schützen. Durch die fast gänzliche Zerstörung der Stadt irn Dreißigjährigen Krieg fiel1632 auch das Obertor in Trümmer. Nach reichlich dreißig [ahren wieder aufgebaut, hatte es

seinen Zweck spätestens Mitte des 19. Jahrhunderts restlos verloren und wurde mitsamt dem mächtigen, viereckigen Turm 1845 abgetragen. Heute

existiert vom alten Obertorkomplex noch die Alte Wache, steinern errichtet 1 827 -1 830. Das Gebäude ist hier deutlich zu erkennen.

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12 Dieses Ansichtskartenmotiv zeigt die Herrengasse 1915 von 'unten'. In halber Höhe der Gasse treffen wir auf eine erwas versetzte, kleine Kreuzung, die Schuhgasse und Kleine Wassergasse mûnden hier im rechten Winkel. Dieser Bereich gehört zum historisch gewachsenen Stadtkern und ist denkmalgeschützt. Am oberen Ausgang der Herrengasse befand sich seit dem Mittelalter das Obertor, einer der beiden Hauptein- undAusgänge der bis etwa 1780-1790 fest ummauerten Stadt. Vom Obertor stadteinwärts führt diese Gasse direkt in das Stadtzentrum. Man steht danach unmittelbar vor dem Marktplatz mit seinem Rathaus sowie vor

dem Kirchplatz und der Stadtkirche. Ihren Namen erhielt die Gasse dadurch, weil früher die Fürsten und adligen Herren sie benutzten, um in das Stadtinnere, beispielsweise auch zum Schloß zu gelan-

gen. Auch bereits in früheren Zeiten war die Herrengasse eine belebte Straße.Alle Reihenhäuser besaßen kleine Handwerker- und Kaufmannsläden. Heute zieren auf alt gefertigte neue Laternen

das Kleinstadtstraßenbild und seit kurzem sogar ein Brunnen. Fast jedes Haus erstrahlt in frischer Farbe.

DIPPOLDISWALDE

Herrengasse

13 Auf der Abbildung dieser Ansichtskarte aus etwa gleicher Zeit um 1915 sieht man die Schuhgasse von ' oben'. Als in früher Zeit die Hauptansiedlung der entstehenden Stadt weit oberhalb des Flußes 'Weißeritz ' erfolgte, entstand mit der dichten Bebauung um den Marktplatz neben anderen kleinen Gäßchen auch dieses mit seinen Reihenhäusern. Das dürfte bereits Ende des 13.,Anfangdes I-l.Tahrhunderts gewesen sein. In alten Schriften ist zu lesen, daß das Schuhmacherhandwerk hier jahrhundertelang stark vertreten war, wodurch der Straßenname entstanden ist und unverändert erhalten blieb. Nicht nur wandernde Gesellen dieses Handwerks

fanden einst hier in der Schuhmacherherberge eine vorübergehende Unterkunft. 25 Schuhmacher betrieben beispielsweise 1824 ihr Handwerk in der Stadt, Noch in diesem [ahrhundert gingen

sechs Schuhmacher - sie wurden auch Schuster genannt - auf dieser Gasse ihrem Handwerk nach. Das war um 1925. Zwei Gedenkinschriften an den Fassaden der Häuser Nr. 2 und 17 erin-

nern an den gewaltigen Stadtbrand, der hier am 14. März 1826 ausbrach.

DIPPOLDISWALDE

Schuhçasse

14 Auf der Drei-Bild-Karte sehen wir das Eckgebäude Schuhgasse- Herrengasse, das ehemalige Café Schwarz. Es wurde, wie die meisten Häuser in diesem Teil der Stadt, nach dem verheerenden Stadtbrand am 14. März 1826 neu errichtet. Am anschließenden Haus (am Bildrand links) erkennt man bei genauem Hinsehen an der Front oberhalb der unteren Fensterreihe einen Mauervorsprung. Dort wird in einer Inschrift an diesen Brand erinnert: 'Gedenke an den Abend des 14tenMärzes 1826.'DieBesitzer bzw. Pächter des Cafés wechselten im Laufe der [ahre. Bekannt wird noch äl-

teren Dippsern der Besitzer Tiemann sein, dessen Sohn zu den bekarmten Boxern der Stadt zählte. Als 'Stadtcafé' war es viele Iahre in staatlicher Regie. Nach der Wende nun wieder in Privathand, loekt es

im neuenAmbiente mit ausgezeichnetem Gebäckangebot viele Gäste zur Einkehr.

15 Die seit jeher an der Einmündung derTechnikumallee - früher Weg zum 'Hexenplarz' und Anger genanntund Großer Mühlstraße bestehende Fein-, Brot- und Weißbäckerei wurde 1919 durch Herrn Alfred Böhme vom Vorgänger Herrn Schneider erworben und 1923 zu einem angeschlossenen Café ausgebaut. Dieses avancierte rasch zu einem beliebten Treffpunkt der Dippser Müllerschüler. Die historische Postkarte zeigt im Mittelteil die in der Bäckerei Böhme versammelten Lehrlinge der Dippser Bäckerinnung mit ihren Lehrmeistern und Gesellen im [ahre 1930. Im Zweiten Weltkrieg blieb die Bäckerei wegen des zum Wehrdienst eingezoge-

nen Meisters geschlossen. Nach derWiedereröffnung 1945 übernahm die staatliche Handelsorganisation (HO) den Handwerkerbetrieb und produzierte Backwaren aller Art bis zurWende 1989. Da-

nach erfolgte die Stillegung der Bäckerei. Im Ladengeschäft verkaufte man einige jahre noch Erzeugnisse der Dresdner Konditorei & Backwaren GmbH (BAKO), bis das Unternehmen 1997 entgültig

pleite ging. Heute wird der Laden durch die Fa. Werner Böhme an Obst- und Gemüsehändler vermietet.

1 6 Hier haben wir es mit einer aussagekräftigen Ansichtskarte aus dem [ahre 1908 zu tun. Rechts vorn sehen wir ein Stück vom damaligen Pfarrgarten. Schon drei Iahre nach Erscheinen dieser Karte war er Geschichte, weil hier der für Dippoldiswalde so wichtige Schulneubau in den Jahren 1910/11 fertiggestellt wurde. Dahinter erkennt man das Bismarckdenkmal und das Schloß. Deutlich sichtbar sind Reste der Stadtmauern, die bis heute erhalten geblieben sind. Links erkennen wir an der Ecke Schulgäßchen/Bahnhofstraße ein Wohnhaus mit dem Kolonialwarenladen Seifert. Seit 1936 ist dort die

Fleischerei Loose zu Hause. Auch heute, schon in der dritten Generation ansässig, sind die Fleisch- und Wurstwaren des Meisters sehr beliebt. Sie werden so gern gekauft, daß man teilweise wie zu DDR-

Zeiten am Wochenende Schlange stehen muß!

17 Am 27. September 1900 wurde die Karte, auf der das Bismarckdenkmal zu sehen ist, abgeschickt. Da war das Denkmal erst vier [ahre alt; es wurde im [ahr 1896 errichtet. Der Standort befindet sich auf dem ehemaligen Bismarckplatz, in der Nähe des Bahnhofsberges. Rechts ist der Eingang zur Schule oberhalb die 'Alte Pforte' - eine ehernals beliebte Gaststätte, die leider schon [ahre geschlossen ist. Der Name läßt Bezüge zur alten Stadtbefestigung zu, denn am Ende des kleinen Weges war früher eine Ausfallpforte in der Stadtmauer, Der große Steinblock des Denkmals ist ein erwa 10 000 kg schwerer Findling aus der Dippser Heide. Bismarck war Ehrenbürger der Stadt Dippoldiswalde, was auch in den Inschriften des Denkmals zum Ausdruck kommt: 'Ihrem gro-

Ben Ehrenbürger. Die dankbare Stadt Dippoldiswalde,' Neben dem Bild ven Bismarck befand sich die Inschrift: 'Wir Deutschen fürchten Gott, aber sonst nichts auf der Welt.' Ein Adler bekrönte das Denkmal. Obwohl 1918 die Bronzeteile mitAusnahme des Adlers zum Einschmelzen entfernt wurden, haben übereifrige 'Bilderstürmer' 1946 das Denkmal zerstört. Nicht nur dieses Denkmal fiel solchen Leuten zum Opfer! In diesem [ahr wurde in ganz Deutschland, so auch in Dippoldiswalde, des 100.Todestages Bismarcks, des 'Eisernen Kanzler' in ehrendem Rückbliek gedacht.

18 Einrnal kein gewöhnlicher Alltag - der 22. Mai 1914! Die Kunde vom Eintreffen eines größeren Motorbootes für die vor knapp acht Menaten eingeweihteTalsperre Malter hat sich bei den Dippsern schnell herumgesprochen. Natürlich ist die Neugierde nicht nur bei den Kindern groß, möglichst viele wollen es sehen. Es muß ein schöner, warmer Maientag gewesen sein - einige Kinder gehen barfuß - als das Boot, gezogen von einem Achtergespann, auf dem Obertorplatz eintrifft und dort eine Pause eingelegt wird. Heutzutage wäre ein solcher Halt auf diesem Platz gar nicht mehr denkbar wegen des Verkehrs. Allerdings würde ein solches Boot jetzt auch nicht mehr durch pferde fortbewegt werden. Die restlichen zwei Transportkilometer verliefen ebenfalls glatt. Noch am glei-

ehen Tag wurde das Motorboot unmittelbar am Ufer der Talsperre unter großer Beteiligung der Bevölkerung vom Bürgermeister Jal111 auf dem Namen 'Dippold' getauft. Die bereits seit dem 6. Mai 1914

liebt waren und fortan immer reichlich Fahrgäste auf dem Stausee zu befördern hatten.

aufderTalsperre verkehrende 'Undine' - ein etwa gleichgroßes Motorboot - zog es nach anfánglich vergeblichen Bemühens in das nasse Element. Es ist verständlich, daß die beiden Motorboote be-

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19 Die Aufnahme des Obertorplatzes ist in den dreißiger Iahren entstanden. Das Wartehäuschen hat die bis Ende der siebziger [ahre des vorherigen [ahrhunderts dort befmdliche Postmeilensäule aus der Zeit 'August des Starken' und den hölzernen Brunnen zur Pferdetränke verdrängt. Der motorstarke Büssing-Bus war für die Fahrten ins Gebirge genau der Richtige. Nur wenige dieser Busse haben den Krieg überstanden und fuhren noch in den ersten Iahren nach 1945, total überfüllt. Oft wurde die Fahrt durch Pannen unterbrochen. Mancher wird sich noch an Originale dieser Zeit erinnern, z.B. Schaffner Schieritz oder 'Herings- Kurt!'. Heute ist um das

ehemalige Wartehäuschen herum ein gut besuchtes Schnellimbiß-Restaurant der rührigen Familie Triller. Das im Hintergrund zu sehende Hotel 'Roter Hirsch' ist heute leider unbewirtschaftet und

schlummert dem Verfall entgegen. Dafür ist die Häuserzeile auf der linken Seite schön rcnoviert und hinterläßt einen ordentlichen Eindruck. Die durchführende Straße ist die B 170 von Dres-

den in Richtung ZinnwaldCSR, jetzt durch die Umgehungsstraße vom Verkehr etwas entlastet.

20 Die Herrengasse kann als 'Hauptgeschäftsstraße' von Dippoldiswalde bezeichnet werden. So sind die Erdgeschosse der gesamten Straße als Geschäftsetagen angelegt. Die Straße stellt die Verbindung vom Obertorplatz zum Marktplatz dar und steht, wie auch der übrige Stadtkern von Dippoldiswalde, unter Denkmalschutz. In dem imponierenden Eckhaus im Vordergrund, zur Zeit der Aufnahme vom Modehaus Bester belegt, wurde dort zu DDR-Zeiten das erste staatliche HO-Geschäft eröffnet, in dem es Waren ohne Lebensmittelmarken zu kanfen gab. Alten Dippsern sind die Geschäfte 'Zigarren-Fleischer', 'ElektroWeber' , Schmuckwaren

'Mieth' ,'Riemer-Nitzsche', 'Brillen-Henker' (jetzt Optiker Mücklich), 'Puppenbekleidung Klotz', 'SpielwarenBenedix' , 'Stadtcafé Schwarz', 'Lebensrnittel-Göhler' und 'Uhrmacher-Thoru' sicher

gut in Erinnerung. Nach der Wende konnten die meisten Häuser schon neu verputzt und renoviert werden, so daß es wieder eine sehenswerte Straße geworden ist.

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