Dippoldiswalde in alten Ansichten

Dippoldiswalde in alten Ansichten

Auteur
:   Guntram König
Gemeente
:   Dippoldiswalde
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6569-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dippoldiswalde in alten Ansichten'

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2 1 Der dominierende Bliekfang auf der rechten Seite des 'Bahnhofsberges' - die zur Stadt führende Bahnhofstraße wurde erst 1892 als Zufahrtsstraße aufgeschüttet - ist das Schulgebäude. 1842 wurde die 'alte Schule' (rechter Gebäudeteil) im ehemaligen Pfarrgarten errichtet. Da mit zunehmender Schülerzahl das Gebäude im Laufe der Iahre zu klein wurde, ist 1 9 1 1 das neue, stattliche Schulgebäude angebaut worden. Im linken Bildrand ist ein Teil des Hauses der Fleischerei Loose zu erkennen. Vor dem alten Teil des Schulgebäudes schaut das Dach eines kleinen Häuschens zwischen den Bäumen heraus. Dies ist das sogenannte Ups- Tullian-Haus, in dem der

berüchtigte Räuberhauptmann Ups Tullian, der in Dresden öffentlich hingerichtet worden ist, Unterschlupf gesucht hatte (1710).

ippotdiswalde

Bürgerschule

22 Dieses ist eine richtige volkstümliche Ansichtskarte nach 1900. Ein schöner Anblick - die Brauhofstraße mit Pferdegespann und spielenden Kindern. Links erkennen wir die alte Brauerei Rube. Erbaut vor 1900, wurde hier ein guter, starker Gerstensaft gebraut. Nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich hier eine Verteilungsstelle für notleidende Bürger und Flüchtlinge, unter anderem für Bettwäsche und Tabakwaren. Rechts vorn das Gebäude diente als Wohnhaus. In dieser Häuserreihe lebte ein Bauer namens Wenzel. Er mußte

sein einziges Pferd durch die Haustür auf die Brauhofstraße führen. Die letzten beiden

Häuser - schon am Niedertorplatz stehend - werden heute als Modegeschäft und Fleischerei genutzt. Bei Erscheinen dieser Karte hatte Fleischermeister Heinrich das Geschäft, dann folgte Familie

Man durfte schummeln heute ist so etwas undenkbar.

Querner und heute ist Fleischermeister Geißler Inhaber des Ladens. Alte Dippoldiswalder Bürger erinnern sich noch daran, daß damals beim Wiegen der Fleischwaren der Finger mit auf der Waage war.

DIPPOLDISWALDE

Brauhofstrasse

23 Der Niedertorplatz verrät, daß Dippoldiswalde früher eine umfassende Stadtmauer besaß, die durch Tore Ein- und Austritt gestattete. An dieser Stelle befand sich vor ihremAbbruch die Stadtmauer mit dem Niedertor; die Brauhofstraße entstand nach Wegfall der Mauer durch Aufschüttung des Grabens, der vor der Mauer einen zusätzlichen Schutz vor Angreifern bieten sollte. Eine feste Straßendecke war zur Zeit der Aufnahme noch nicht vorhanden, Staub und Schlamm daher nicht vermeidbar. Das dominierende Gebäude mit schönem Doppelwalrndach ist die Fleischerei Heinrich, heute immer noch Fleischerei, allerdings unter dem

Namen Geißler. Es stellt eins der drei Gebäude dar, die der Vernichtung durch den Stadtbrand von 1826 entgangen sind. Am linken Bildrand erkennen wir die 'Reichskrone' , einst ein beliebtes Ballhaus,

heute dem Verfall preisgegeben und schon teilweise abgerissen.

24 Um 1900 sehen wir auf dieser Ansichtskarte den Stadtpark von Dippoldiswalde. Ehemals Privatbesitz, ging später nach dem Tode des Besitzers diese Fläche in Stadteigenturn über. Schon um die Iahrhundertwcnde war dies ein gern besuchter Ort zum Spazieren und zur Erholung. Heute stehen noch wenige Bäume aus dieser Zeit und bieten immer noch einen kühlen und schattigen Platz zum Verweilen. Früher ging von der Rosengasse (Eckhaus) ein unterirdischer Gang in den Park. Das Eckhaus war ein Rasthaus der Bettelmönche nach heutiger Erkenntnis Franziskaner. Es bot damals durchziehenden Bettlern und armen Leuten Speisen und

Getränke an. Oberhalb verläuft der Weg - Seilerei - auch 'Die Scheißreihe' genalillt. Heute noch ist der Stadtpark ein gepflegter, gern besuchter Ort zur Erholung.

])ippoldiswalde Stadtpark

25 Aus dem Verlag 1. Kästner Dippoldiswalde stammt diese Ansichtskarte, Eiche an der Technikumallee, im Volksmund auch bekannt als 'Auf der halben Aue'. weil der Baum arn Wege nach der Aue, dem Volksfestplatz, gewachsen ist. Noch heute ist dieser, im Iahre 183 1 gepflanzt, ein stolzer und prächtiger Baum. Seine Wurzeln reichen fast bis an die Ebene des Stadtparkes hinunter. Durch Verlegen der Abwasserleitung wurde später - bis zur jetzigen Höhe Erde aufgeschüttet. Heute besitzt die Eiche einen Umfang von fünfMetern! Seit 1913 wird sie auch 'Körnereiche' genannt. Ein Verehrer des Freiheitskämpfers Theodor Körner, ein Rechtsariwalt aus

Dippoldiswalde, ließ zu dessen 100. Todestages eine Gedenktafel an eben dieser Eiche anbringen. Schon seit vielen Jahrzehnten benutzen junge und ältere verliebte Pärchen die Bank um den Baum

herum für ein romantisches Stündchen.

26 DieAnsichtskarte vom bekarmten Dippser Verlag Ludwig Kästner (am Marktplatz) zeigt die Deutsche Müllerschule, die erste in Deutschland! (Später kam eine zweite in Süddeutschland dazu.) Baubeginn war 1881, die feierliche Eröffnung 1888. Das rechte Gebäude war das eigentliche Schulgebäude. Die beiden linken Gebäude dienten vor allem der praktischen Ausbildung (Unterrichtsmühle und Maschinenhalle). Die Müllerschüler kamen nicht nur aus Deutschland. Auch viele ausländische Schüler besuchten diese Schule. Das Winterhalbjahr 1900/01 verzeichnet bereits mit 99 Schülern eine beachtliche Anzahl. Fröhliches Leben herrschte stets zu den Verbandstagen des Müllerschul-Vereins 'Glück zu!' ('Glück zu' ist der Gruß der Müller). Die Post würdigte

durch einem Sonderstempel mit der Inschrift: 'Dippoldiswalde - Stadt der MüllerschuIe' irn Iahre 1948 die Bedeutung der Schule. In den weiteren jahren der DDR wurde die Deutsche Müllerschule in

eine Ingenieurschule für Lebensmitteltechnologie umgewandelt, d.h. es wurden neben Müllern und Brauern auch Ingenieure für Lebensmitteltechnologie ausgebildet. Zwei neue Gebäude

(Schule und Wohnheim) wurden errichtet. Nach der Wende nahm leider die Zahl der Schüler bzw. Studenten rapide ab, so daß heute nur noch wenige Klassen bestehen.

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27 Diese Fotokarte zeigt Müllerschüler vor dem Gefallenendenkmal der Müllerschule. Auffällig ist die Kopfbedeckung mit Fuchsschwanz. Die Träger nannten sich 'Fuchsrnajore' und hatten schon mindestens ein Semester hinter sich. Sie ließen sich im Stammlokal Bahnhotel

von den Schülern irn ersten Semester beim Trinken und Fechten bedienen. Diese beiden 'Beschäftigungen' waren nach dem angestrengten Lernen ein abendfüllender, fröhlicher Ausklang des Tages. Das Gefallenendenkmal wurde nach 1945 entfernt. Auch in den folgenden [ahren sorgten die Müllerschüler für so manchen Streich in Dipps, die Kleiderordnung gehörte nun

jedoch der Vergangenheit an. Noch heute finden Treffen der ehemaligen Schüler statt und vielleicht lebt beim Austauschen der Erinnerungen so manche Version der 'Feuerzangenbowle' auf

28 Die Studenten der Deutschen Müllerschule, die seit 1888 in Dippoldiswalde besteht, liebten wie alle Studenten auch ein fróhliches Leben. Dies spielte sich vor allem im Studentenverein der Mullerschule, dem Verein 'Glûck zu' ab. Der Name stammt vom Gruß der Müller 'Glûck zu!'. Nicht alle Damen wollten Müllerinnen werden, jedoch gerne Müllersfrauen' Auf der Ansichtskarte ist ein Picknick festgehalten. Die eigentlichen Verbandstage fanden jeweils im Juli statt, da der Monat meistens ein Garant für schönes Wetter ist und es am besten im Grünen mundet. Die Bierabende der trinkfesten Studenten fanden im Bahnhotel, die festlichen Bälle in der

'Reichskrone' start. Waren die Studenten unter sich, ging es immer fröhlich zu!

Otrtin

.. 61üelt zu · Dippoldi wald .

Pieltni am

24. Rugust I 07.

29 Eine schone Ansichtskarte aus demjahre 1921 vom Verlag P. Quase Dippoldiswalde stellt den Rölligteich und im Hintergrund die Rölligmûhle dar. Links sehen wir das Holzgebäude zum Urnkleiden mit Kasse. In den zwanziger [ahren kostete der Eintritt zum Schlittschuhlaufen 5 Pfennige. Vielfach spielte damals zum Wochenende eine Musikkapelle zum fröhlichen Treiben auf dem und um das Eis. Es war ein beliebter Treffpunkt für Jung undAlt, die 'bessere Gesellschaft' war im organisierten Schlittschuhverein von Dippoldiswalde unter sich. Neben dem Eistanz fanden auch des öfte-

ren Familienveranstaltungen statt. Bekannte Einwohner wie Schnittwaren-Langer, Geometer-Hofmann, Ratsmühlenbesitzerin Erna Heise und die Tóchter des Stadtrates Heil zählten zu den ständigen

Schlittschuhläufern. Wer sich auf den Kufen nicht so sicher fühlte, schob seine Liebste auf einem Schlitten über das Eis.

30 Der "Ianzpalast Schûtzenhaus' ist den heutigen Einwohnern unter dem Namen 'Parksäle' bekannt. Die Bezeichnung 'Schützenhaus' rührt vom nahegelegenen, recht unscheinbaren Schûtzenhaus her. Diese Gaststatte war seit ihrer Eröffnung immer ein gastronomischer und kultureller Mittelpunkt in Dippoldiswalde. Seit erwa 1930 besuchten vor allem die Müllerschüler als Gäste das Haus. Nach 1945 tinterhielt die Familie Kaiser die Gaststätte als Pächter; danach, bei vielen Einwohnern noch gut in Erinnerung, die Familie Scannewin. Später übernahm die HO die Geschäfte. Wurden schon nach 1945 in den Räumen große gesellschaft-

liche Veranstaltungen, unter anderem Tanzabende, abgehalten, zieht die sehr gut eingerichtete Gaststätte auch heute noch ihre Gäste durch wohlschmeckendes Essen an und es finden fast wöchent-

lich Großveranstaltungen in den 'Parksälen' statt.

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