Dippoldiswalde in alten Ansichten

Dippoldiswalde in alten Ansichten

Auteur
:   Guntram König
Gemeente
:   Dippoldiswalde
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6569-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dippoldiswalde in alten Ansichten'

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3 1 Eine farbige Ansichtskarte vom Verlag der Schützengesellschaft aus dem Iahre 1903 zeigt uns diese schöne Ansicht vom Schützenfest. Schützengrüße wurden von hier an den Schützenkönig Franz Meyer in Dresden gesandt. Die Karte besitzt einen DR -Doppelbrückenstempel vom 13.Juli 1903.Rechts vorn erkennen wir das Schützenzelt sowie die Dippoldiswalder Gesellschaft mit der zur [ahrhundertwende typischen Bekleidung. Alle Damen und Herren tragen Hüte. Da das [ahr 1903 einen schönen Sommer aufwies, besaß man teilweise auch einen Sonnenschirm. Im Hintergrund sehen wir die Schützenhalle, die bis heute erhalten geblie-

ben ist. Vierzig Iahre hatte der volkseigene Betrieb der Energiewirtschaft dort seinen Sitz. Hinten links auf der Karte erblicken wir eine Aufnahme vom kleinen jahrrnarkr bzw. von Vergnügungszelten und

Hallen zum Schützenfest. Schützenfeste zur damaligen Zeit waren ein fester Bestandteil der Volksfeste für alle Bûrger.

32 Diese Fotokarte zeigt uns die Turnhalle von Dippoldiswalde. Der Allgemeine Turnverein baute diese erwa Mitte der zwanziger Iahre, Sie besteht heute noch unter dem Original-Namen: Ludwig[ahn- Turnhalle. Nicht alltäglich, erfolgte ihr Bau im Zusammenhang mit einer eigenen Hausmeisterwohnung. Der Dippser Schneidermeister Frisch war der erste Hausmeister und wegen seiner Disziplin und vorbildlichen Ordnung allseits geschätzt. Hier turnten auch über die Stadt hinaus bekannte Sportler, wie zum Beispiel Alfred Schitzel (in den fünfziger [ahren als strenger und gründlicher Lehrmeister im 'FerdinandKunert' Schmiedeberg be-

kannt).Auch die Turner Kurt Börner und Erich Zimmer erlangten hier sportlichen Ruhm. Sie waren alle Mitglieder der DippoldiswalderTurnerriege. Unmittelbar vor und nach dem Ende des

Zweiten Weltkrieges beherbergte dieTurnhalle Flûchtlinge aus dem ausgebombten Dresden und dem Osten. Im Iahre 1947 fand hier die erste Kunstaustellung mit starker Beteiligung statt.

33 Diese Mühle soll von Anbeginn ihres Bestehens stets eine Getreidemahlmühle gewesen sein, anfänglich in ganz bescheidenem Umfang. 1590 hatte sie zwei Mahlgänge. In der ersten Zeit wechselten mehrmals die Besitzer. Auch städtisch war sie eine Zeit lang. Daher auch der Name Ratsmühle. Mehrmals brannte sie nieder, zuletzt am 9. Juli 1866. Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt mußte sich hier bereits bewähren, nachdem sie ein [ahr zuvor gegründet wurde. Ab 1866 gleich wieder und größer erbaut, produzierte die Mühle bis 1960. 1906 war ein großer Getreidespeicher hinzugekommen. Hauptsächlich wurde Weizenmehl in verschiedenen Qualitäten hergestellt (das beste Mehl wurde beispielsweise auch zum Stollenbacken genommen). Aber auch Roggenmehl, ebenfalls

in mehreren Sorten, und zu Kriegszeiten sogar Gerstenmehl von guter Qualität verließen die Mühle. Futtermittel fielen als Nebenprodukte an. Die Mühle wurde von den hiesigen Bürgern auch Heisemühle genannt, da sie seit 1900 im Besitz von Christian

Bernhard Heise, danach vom Sohn Paul Richard Heise war. DieseAbbildung stammt aus den dreißiger [ahren. Rechts sieht man die Ausläufer der Birkenleite (früher Albertpark). dahinter die Berreuther Höhe. Links befindet sich das alte Kohl'sche Haus, dessen

Besitzer führte eine kleine Landwirtschaft. Gut zu sehen am Getreidespeicher ist die Laderampe. Die Ratsmühle besaß ein Anschlußgleis der Schmalspurbahn HainsbergKipsdorf.

34 Auf einer alten Fotoansichtskatte von 1865 ist die Gründungsmannschaft der Freiwilligen Feuerwehr von Dippoldiswalde versammelt. Der Gründungstag war der 26. März. Erste große Verdienste erwarb sich die Feuerwehr bei der Bekämpfung von kleinen und großen Bränden. Im Krieg 1866 unterstützte sie die Truppe bei der Ausbildung und Verpflegung. 1897 waren die Mannschaften beim Beseitigen der Schäden durch das große HochwasserTag und Nacht irn Einsatz. Ihre Ausrûstung war sehr einfach. Der Kommandant Herr Arthur Reichel- Strohhutfabrikant setzte sich im [ahre 1925 sehr intensiv dafür ein, daß nun auch in Dippoldiswalde das

erste Feuerwehrauto auf'Hartgummirädern mit offenem Dach eine Motorspritze bekarn. Eine Anlaßkarte von 1990 erinnert daran. Der Onkel des Kommandanten Reichel kam bei einer Brand-

bekämpfung auf einem Bauernhof in Luchau ums Leben.

35 Eine schwarz-weiße Ansichtskarte zeigt uns die Dippoldiswalder Handelsschule. Die Einweihung fand 1926 statt. Noch heute sehen wir über der Haupteingangstür diese Gedenktafel. Als die Ansichtskarte 1930 auf Reisen ging, war Herr Riechert der Direktor dieser Schule, ein sehr korrekter Mensch. Er unterrichtete auch selbst, unter anderem vermittelte er seinen jungen Schülerinnen und Schülern ausgezeichnete Schreibmaschinenkenntnisse. Dadurch bekamen sie beste Chancen, einen ordentlichen Berufsweg zu beschreiten. Weitere begabte Lehrer der damaligen Zeit waren Oberlehrer Michael, Herr Studienrat Hermann Brödel und

Landwirtschaftsrat Throm. Auf dieser Handelsschule sagte

der Direktor zur Entlassungsfeier folgenden Satz: 'Es zog aus Ost und West Gewitter schwer heran.' War das eine Vorhersehung? Leider stand

die Folgezeit diesen Worten sehr nah. Auch heute wird in dieser Schule unterrichtet und Wissen an die junge Generation weitergegeben.

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36 Auf der Karte vom Verlag Ludwig Kästner (auf dem Marktplatz ist das heutige Buchgeschäft Staeck der 'Rest' dieses Unternehmens) ist das sogenannte HeisterbergkDenkmal zu sehen. Es steht am Beginn der WeiBeritzstraBe, gegenüber der alten Post und wurde 1880 errichtet. Auf der Vorderseite ist auf der angebrachten Tafel zu lesen: 'Dem Andenken des Herrn Bürgermeisters Heisterbergk' , auf der Rückseite 'Seinem Begründer - Der Verschonerungsverein 1880.' Bürgermeister Heisterbergk machte sich verdient dadurch, daB er die erste städtische eiserne Wasserleitung im Königreich Sachsen 1867 errichten lieB (vorher kam das Wasser von

Steinborn in Obermalter in einer Holzröhrenleitung nach Dippoldiswalde). Erwähnenswert ist auch die irn Bild nicht zu sehende Abschlußmauer mit sämtlichen im üsterzgebirge vcrkommen-

den Gesteinsarten. Im Hintergrund das inzwischen abgerissene Haus, in dem 'Fahrrad-Schmidt' jahrzehntelang eine Fahrradreparaturwerkstatt unterhielt. Heute steht dort ein Autohaus.

37 Die Postgeschichte von Dippoldiswalde begann am 1. April 1818 mit der Eröffnung des Postamtes Il. Klasse im Seitengebäude des Schlosses. Weitere Unterbringungsorte waren im Beyerschen Haus auf der Herrengasse (ab 1835), in der Apotheke am Markt (ab 1856), im Haus von Riemer-Nitzsche auf der Herrengasse (ab 1 858) und im Postgut ab 1859 (Altenberger Straße, heute Busbahnhof). 1892/93 wurdedas neue Kaiserliche Postamt auf der Bahnhofsstraße Ecke Weißeritzstraße, das auf der Ansichtskarte abgebildet ist, gebaut. Ein eindrucksvoller Bau im Jugendstil, der jedoch auch nur bis 1935 der Post

Platz bot. Dann wurde ein Neubau auf der Gartenstraße (heute Dr.-Friedrichs-Straße) notwendig, der heute noch als Postarnt dient. Im ehemaligen Postgebäude war im Erdgeschoß einige Jahrzehnte die

Zahnarztpraxis van Dr. Heisig untergebracht, im Obergeschoß nach Auszug der Mieter ebenfalls eine Zahnarztpraxis. Am linken Bildrand erkennt man noch ein Stück des Heisterbergk-Denkmals.

DippoldiswaJde



Post

38 Auf dieser Ansichtskarte wird uns der Lutherplatz gezeigt. Verlegt wurde diese Karte als echte Fotografie von P. Quase Dippoldiswalde. Im Hintergrund sehen wir das Schloß, links das damals neu erbaute Stadtcafé. Im Vordergrund fällt der formschöne Telegrafenmast ins Auge. Dahinter erkennen wir ein offenes Auto - zur damaligen Zeit eine Seltenheit in Dippoldiswalde. Ob der Besitzer wohl gerade mit seiner Verlobten ein nettes Plauderstündchen im Café verlebt? Es wäre denkbar. Rechts erblicken wir das Eckhaus Langer mit seinem auffallenden Klinkersteinbau. Immer schon wird dieses Gebäude als Geschäftshaus genutzt und hat damit so

manche Krise erlebt und überstanden.Auch die ehemalige Post wurde aus diesen Steinen erbaut und erstrahit noch heute in alter Schönheit.

39 Die an dem kleinen Platz an der Bahnhofstraße zur Einmündung Gartenstraße hin stehende Gebäudefront war eigentlich nie eine richtige Lohgerberei, weil hier auf der rechtsseitigen Anhöhe über dem Flußlauf der Roten WeiBeritz zur Innenstadt hin kein Wasser aus einem Mühlgraben oder aus Quellen zurVerfügung stand. Jedoch wurden bis in die letzten achtziger Iahre hinein Aufkauf Trocknung und Gerbvorbereitung von Fellen aller Art zur Weiterverarbeitung getätigt. Vor allem handelte es sich um Annahme von Kleintierfellen wie Kaninchen, lämmchen und Ziegen. Eine wesentliche Bedeutung erlangte das Ge-

bäude nie. Zur Bahnhofstraße zu befanden sich stets ladengeschäfte. In jüngerer Zeit etablierten sich hier Elektrowarengeschäft, Briefmarkenzentrum, Verkauf erzgebirgischer Volkskunstartikel sowie

Reisebüro. Im Iahre 1898 erfolgte eine totale Modernisierung von Rückfront und Hofgebäuden. Es entstand eine neue Gaststätte 'Weißeritzgarten' mit Bowlingbahn, die es in Dippoldiswalde noch nie

gab und deshalb viel Zuspruch findet.

40 Auf dieser Karte ist der Bliek vorn Bahnhof auf den Freiberger Platz gerichtet. Die Bahnhofstraße verläuft in die Oberstadt, rechts abzweigend die Freiberger Straße. Im Zentrum steht die noch heute existierende Eiche, die 1887 zum 90. Geburtstag des ersten Deutschen Kaisers Wilhelm 1. gepflanzt wurde. Auf der rechten Seite der BahnhofstraBe sieht man die über mehrere Generationen geführte Bäckerei Schneider. Das dritte Haus auf der linken Seite stellt die Telegrafeneinrichtung auf dem Dach der 1892/93 erbauten alten Post dar. Der Blickfang im Hintergrund ist der Kirchturm der Stadt-

kirche, rechts hinten der alte und neue Schulbau (letzterer 1911 erbaut).

Dippoi<:iiswalde Freioerger Platz

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