Dippoldiswalde in alten Ansichten

Dippoldiswalde in alten Ansichten

Auteur
:   Guntram König
Gemeente
:   Dippoldiswalde
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6569-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dippoldiswalde in alten Ansichten'

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41 Diese farbige Ansichtskarte um 1920 stellt die 'Strohvilla' am Gerberplatz dar. Alteingessene Dippoldiswalder Einwohner erinnern sich noch gern an dieses eigenwillige Haus. Zu dieser Zeit wohnte dort eine schon recht betagte alte Dame namens Schröder, deshalb nannte man dieses Gebäude bis zuletzt 'Schrödervilla' . In den zwanziger jahren schlug der Blitz dort ein, ohne jedoch das mit Stroh gedeckte Dach in Brand zu setzen. Viele Einwohner staunten darüber, es handelte sich bei dem Einschlag urn einen sogenannten kalten Blitz. Im Vordergrund sehen wir etwas undeutlich das damals übliche Bauerngerät. Die Kinder der Stadt spiel-

ten gern in der Nähe des Hauses. In den dretßiger [ahren wurde die 'Schrödervilla', ein Unikat ihrer Art in Dippoldiswalde, beseitigt.

Dippoldiswalde

Aus alter Zeit

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42 In luftiger Höhe aus dem Dachgeschoß des Hauses Bahnhofstraße 15 erwa um 1925 aufgenommen, bietet sich dem Betrachter ein prächtiger Blick über den Freiberger Platz hinweg zur Oberstadt von Dippoldiswalde mit Schloß, Stadtkirche St. Marien und Mittelschule. Im Vordergrund links verläuft die Bahnhofstraße stadtwärts mit dem Eckhaus der ehemaligen Brot- undWeißbäckerei 'Kuchen-Schneider', die bis zur Wende 1989 noch als Backwarenverkaufsstelle existierte und jetzt anderen Verkaufszwecken dient. Den Vordergrund nimmt der Freiberger Platz ein. Beim Einmarsch von Panzerverbänden der Roten Armee arn 20.August 1968 in die Tschechoslowakei riß ein mit Munition beladener russischer LKW das halbe Haus Freiberger Straße 1 - im Bild direkt am rechten Rand - in

Trümmer, weil er von Reichstädt kommend, die Kurve nach rechts in Richtung Fernverkehrsstraße Dresden-Prag (heute Bundesstraße B 170) verfehlte. Glücklicherweise explodierte die Ladung nicht.

Aus politischen Gründen wurde das Haus trotz Planwinschaft in wenigen Tagen wieder instandgesetzt. Die in der Umzäunung befindliche Eiche steht noch heute auf einer Rabatte und begrenzt

den ständig mitAutos vollgeparkten Freiberger Platz zur Bahnhofstraße hin. Die Litfaßsäule wurde schon vor dem Zweiten Weltkrieg abgerissen.

Dippoldiswalde

43 Ein schoner Anblick, die alte Nikolaistraße, um 1820 wurde sieTöpfergasse genannt. Noch heute besteht diese Straße in der ähnlichen Erhaltung wie damals. Links erkennen wir, mit Ranken bewachsen, die Lohgerberei. Oft wechselten die Pächter bzw. Besitzer. Von 1825 bis 1850 war es Herr Karl Gottlieb Kästner. Bei Aufnahme dieser Karte gehörte sie Herrn Karl Wilhelm Müller. Rechts vorn wohnte der Totengräber GöhIer, sein Sohn betrieb dann ein Taxiunternehmen. Um 1843 stellte dieses Haus das Dippoldiswalder Stadtkrankenhaus dar. Das zweite Haus dieser Straßenreihe gehörte urn 1820 HerrnAdam Gottfried Loose. Das letzte, kleine-

re Haus gehörte von 1843 bis 1863 zum Besitz des Töpfermeisters Iohann Heinrich Christian Kammitz, die anschließenden zehn jahre dem Töpfer Georg Gottlieb Börner. Nicht auf dieser Karte zu

sehen, dennoch aber erwàhnenswert ist, daß sich schräg gegenüber der Lohgerberei das erste Totengräberhaus befand. Im ersten Stock war dort das Hospital mit 5 Quadratruthen Fläche untergebracht

(1 Quadratruthe = 18,447 Quadratmeter) .

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44 Zu den Industriegebäuden, die in der Folge des von Deutschland gewonnenen Krieges 1870/71 während der sogenannten Gründerzeit durch die aus Frankreich fließenden Reparationssummen gebaut werden konnten, gehört neben dem 'Weißeritztalwerk', dem BauhofNitzsche am Mühlgraben auch die Reichelsche Strohfabrik. Die dort gefertigten Strohhüte gaben einer ganzen Zeit das Gepräge. Auch der Export in mehrere Länder trug dazu bei, viele Arbeitsplätze, vor allem für geschickte Frauenhände, zu schaffen. Die große Weltwirtschaftskrise Anfang der dreißiger [ahre brachte die Pro-

duktion zum Erliegen. Nach verschiedenen Nutzern ist [etzt das Gebäude leerstehend, da es modernen Anforderungen nicht mehr entspricht und ein Umbau nicht lohnend ist. So wird leider wie-

der ein historisches Gebäude aus dem Stadtbild von Dippoldiswalde verschwinden.

Strohhutfabrik H. H. Reichei, Dippoldiswalde.

45 Diese Aufnahme - sie ist auch als Ansichtskarte gestaltet - zeigt den Strohhutfabrikanten Arthur Relehel voller Stolz am Steuer seines ersten Autos. Das Foto ist ' geschossen' worden 1915 oder 1916 im Gelände seiner Strohhutfabrik an der Bahnhofstraße. Arthur ReichelIebte von 1873 bis 1 957. Er war glücklicher Familienvater von sechs Kindern. Die Relehels gehörten ab etwa der [ahrhundertwende zu den wohlhabenden Dippoldiswalder Familien. Bereits sein Großvater Heinrich als auch sein Vater Gotthold waren sehr geschäftstüchtige Menschen. Der Großvater war es, der ab

1835 im damaligen Bürgermeister Schulz'schen Haus auf dem Markt einen Kolonialwarenladen einrichtete und auch bald anfmg, im Hinterstûbchen Strohhüte nähen zu lassen. Das 'Strohhutgeschäft'

lief bestens an. Arthur Reichel war unter leitender Führung setnes Vaters Mitinhaber der neuentstandenen großen Strohhutfabrik Reichel auf der Bahnhofstraße geworden. Sohn Arthur war seinen Ar-

beitem ebenfalls gut gesonnen, verständlich, daß er beliebt war. Bereits sein Vater gewährte - als erster Dippser Fabrikant - seinen Arbeitern sechsTage bezahlten Urlaub im Iahr. Arthur Reichel setzte

sich auch stets zum Wohl der Stadt ein; in den zwanziger Iahren leitete er als Kommandant die Freiwillige Feuerwehr Dippoldiswalde.

46 Auf der Ansichtskarte von 1906 ist eine Besucherszene mit dem König FriedrichAugust lIL vor der Strohhutfabrik Reichel im Bild festgehalten. Der König, der nach dem Tod seines Vaters Georg arn 14. Oktober 1904 die Regierung übernahm, war durch seine Volksnähe sehr beliebt. So war auch sein Besuch am 11. Juli 1906 in Dippoldiswalde vom herrlichen Empfang der Einwohner und Repräsentanten der Stadt geprägt. Unter anderem besuchte der König, der im schlichten Militärrock gekleidet war, die Reicheische Strohhutfabrik. Auf dem Bild ist neben dem König der Besitzer Arthur Reichel zu erkennen. Das ganz in weiß gekleidete Mäd-

chen, dem sich der König zuwendet, ist die älteste Tochter Edith, die erst vor kurzem hochbetagt verstarb. Aus Anlaß der Besichtigung hatte Herr Reichel ein Frühstückszelt aus Strohmatten errichten

lassen. Der König pflanzte zur Erinnerung an den Besuch eine Linde, die auch im Bild rechts zu sehen ist.

Zcr t.rinnerunq a. d. t:Sesuch Sr. JVlaJeslat des Königs r riedrich August ven Sachsen am 11. 7. 06 'in Dippoldiswalde.

47 Eine der wohl schönsten Ansichtskarten in diesern Buch ist die abgebildete Karte. Der König besucht im Iahre 1906 Dippoldiswalde. Ihm zu Ehren wurde auf dem Kirchplatz eine linde gepflanzt. Die Einwohner sind stolz, diesem Ereignis beiwohnen zu dûrfen. Der Amtshofwar prächtig geschmückt - es standen viele Fässer Bier bereit. Da der Biergenuß an diesem Tag kostenlos war, fand er regen Zuspruch. Die Festansprache hielt der Superintendent - er erntete dafür viel Applaus. In den zwanziger [ahren stellte der Pächter, Herr Hamann mit seinen SöhnenAlfred und Arthur, einen Mustergastwirt dar. Die Müllerschüler, organisiert im Verein 'Glück zu'.

waren hier gern zu Gast. Rechts im Gebäude befand sich eine Weinhandlung mit eigener Destillation und Verkostung. Noch heute erzählt man sich, daß so mancher Dippser Bürger nach solch

einer Verkostung auf unsicheren Beinen das Haus verließ. Die Kolonialwarenhandlung Richard Niewand betrieb in Dippoldiswalde die erste Kaffeerösterei. Sogar Dresdner kauften hier ihren Kaffee auf-

grund der guten Qualität. Zwischen beiden Gebäuden verläuft die Kirchgasse zum Markt, noch heute ein stilles Gäßchen.

48 Auf dieser Ansichtskarte vom Kunstverlag Alfred Hartmann aus Dresden sehen wir die Altenberger Straße, Ecke Freiberger Straße - eine seltene Aufnahme auf Karte. Der Schreiber muß wohl etwas verärgert über Dippoldiswalde gewesen sein, denn er vermerkt den Satz: 'Stadt der Städte - Rattennest!'!' Ob dieser Ausspruch mit den Ratten an der Weißeritz in Zusammenhang gebracht werden kann, ist leider nicht mehr zu klären. Links vorn erkennen wir das Kolonialwarengeschäft mit dem damaligen Pächter Familie Wolf - später Familie Klemm. Nach 1945 wechselten die Ladenbesitzer des öfteren. Einige Zeit war hier auch eine private

Wäschemangel untergebracht. Daliinter sieht man das HotelGoldene Sonne'. Noch heute erinnern sich ältere Dippser Einwolmer gern an die geselligen Abende im Restaurant. Im Gebäude

rechts oben befand sich nach 1945 eine Fahrrad- und Autoersatzteilverkaufsstelle. Man konnte hier auch seine Autobestellung abgeben. Erinnern Sie sich noch an die langen Wartejahre?

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49 Diese Ansichtskarte zeigt uns eine bekannte Straßenkreuzung in Dippoldiswalde - Ecke Altenberger Straße und Einmündung Freiberger Straße. Wir erkennen das heutige Stadtmuseum, ehernals Lohgerberei Ulbricht. Im Hochwasserjahr 1897 wurde der gesamte Platz überflutet und es mußte fleißig Hand angelegt werden, um die entstandenen Schäden zu beseitigen. Die Lohgerberei war bis etwa 1928 in Betrieb. Danach erfolgte die Nutzung alsWohnraum. In der Lederkammer war auch zeitweilig eine katholische Kapelle untergebracht. Seit 1975 ist in den Räumen das Lohgerber-, Stadt- und Kreismuseum fest etabliert. Links sehen wir den

Giebel der Bäckerei Grosche vormals Baumgarten. Noch heute verlassen knusprige Brötchen und wohlschmekkender Kuchen die Backstube. Das Eckhaus hinter dem Museum gehörte damals zum

Besitz der Lohgerberei. Heute befindet sich dort das Raumausstattergeschäft der Firma Zilka.

50 Auf dieser Ansichtskarte von Dippoldiswalde, vom Kunstdruckverlag Paul Heine Dresden angefertigt, ist der Blick von der Eichleite nach Süden auf die Stadt gerichtet. Im Vordergrund ist ein Güterzug der Schmalspurbahnlinie Hainsberg-Kipsdorf, die 1883 eingeweiht wurde, mit der berühmten 4K-Lok der Königlich -Sächsischen -Staatsei senbahn zu erkennen. Diese Lok kommt noch heute bei Traditionsfahrten zum Einsatz! Der letzte Güterzug fuhr am 30. Dezember 1994 (nachmittags gegen 15.30 Uhr ab Dipps). Der 'Große Teich' oder Rölligteich gehörte zur Rölligmühle. Er wurde im Winter als beliebte Eisbahn genutzt. Bis Ende der

vierziger jahre gab es sogar an manchen Tagen mal Musik zum Eislaufen. Das Stadtbad, das neben dem Teich errichtet wurde, ist auf dieser Aufnahme noch nicht zu sehen. Zu erkennen ist rechts oberhalb

des Teiches die 1888 eingeweihte Deutsche MüllerschuIe. In der Bildmitte dorninierten im Stadtbild die Stadrkirche mit dem Schloß und der kleine Rathausturm mit dem Häuserensemble um den

Marktplatz. Im Hintergrund beschließt der Kohlbusch das Panorama.

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