Dissen a. T.W. in alten Ansichten

Dissen a. T.W. in alten Ansichten

Auteur
:   Siegfried Scholz
Gemeente
:   Dissen a.T.W.
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4615-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dissen a. T.W. in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Im 4. Jahrhundert v. Chr. lebten in unserem Raum an der Osenegge, dem Teutoburger Wald, die Germanenstämme der Marser und Brukterer. Sie wurden um 600 n. Chr. von den Sachsen abgelöst. Karl der Große, Kaiser des Frankenreiches (768-814), zwang diesen Volksstamm nach jahrzehntelangem Kampf, das Christentum anzunehmen. Es wird davon ausgegangen, daß in Dissen, das zu dieser Zeit als Mittelpunkt des Gaues Sutherbergi (Süderberge, südlich des Gebirges) galt, um 800 die erste Kirche gebaut wurde. Um das Gotteshaus herum siedelten sich die Menschen mit Vorliebe an. Dieser Bezirk, Wigbold oder Weichbild genannt, verschaffte ihnen besonderen Schutz und gewisse Vorrechte. Nach der Zerstörung der Iburg verlegte der Frankenherrscher die Gaugrafschaft von dort nach Dissen. Ein Edelvogt als Vertreter des Kaisers beaufsichtigte die verstreut liegenden Königs- oder Reichshöfe und fungierte als oberster Richter und Heerführer des Gaues.

Die Vermutung, daß der Ortsname Dissen auf den in germanischer Zeit als Himmelskönig, Walter des Rechts, später als himmlischer Kriegsherr verehrten Tyr (auch: Tiu, Ziu) zurückgeht, ist wohl kaum aufrechtzuerhalten. Die Benennung Thys, auf die man den ältesten überlieferten

Ortsnamen Tissene (mit seinen Abwandlungen Dyssene, Dhissene und Disne) zurückzuführen versuchte, ist für die Gottheit nirgends zu finden. Viel eher könnten die Disen, die zu dem einst auch in der Osenegge (Os oder As = Gott) beheimateten Göttergeschlecht der Asen gehörenden göttlichen Jungfrauen, Seherinnen und Verkünderinnen des persönlichen Schicksals, bei der Namensgebung Pate gestanden haben. Vielleicht war der an der Stelle des späteren Kirchenbaues vermutete Kultplatz tatsächlich eine Weihestatt für Tyr, die jedoch von den Bewohnern der Umgebung in erster Linie für den Anruf der dem AsenGott nahestehenden Disen aufgesucht wurde, um das persönliche Schicksal zu erkennen, was menschlich gut zu verstehen wäre. Eine Quelle am Petersberg (Petersbrink) , den Dissener Bach speisend, soll früher ebenfalls nach der Dise, der heiligen Jungfrau der alten Sachsen, benannt worden sein. Hieß der Wasserlauf ursprünglich möglicherweise Disen-Bach, an dem sich, in der Nähe eines Heiligtums für Tyr und die Disen, der Ort Dissen entwickelte? Es ist anzunehmen.

In einer Urkunde, in welcher der Meierhof zu Dissen (an der Stelle des jetzigen Rathauses), Sitz eines Aufsehers

und Verwalters, erstmals genannt wird, überschrieb Kaiser Ludwig der Fromme, Sohn Karls des Großen, im Jahre 822 diesen Hof dem Bischof von Osnabrück. 1236 fielen Burg und Kirche in Dissen - beide im Bereich des heutigen Kirchenumlandes liegend - einem Kampf zum Opfer, der vom Bischof zu Osnabrück, verbündet mit dem Grafen von der Ravensburg, gegen den Grafen von Tecklenburg ausgetragen wurde. Wibold von Dissen, der einzige namentlich bekannte Ritter von Dissen, verband sich mit dem Tecklenburger, um die weltlichen Machtsansprüche des Osnabrükker Kirchenherrn abwehren zu helfen. Tecklenburger und Dissener unterlagen in der Schlacht bei Bergeshövede. Im selben Jahr wurde Dissen erstürmt und die Burg dem Erdboden gleichgemacht. Der Ort büßte seine Bedeutung ein, der Bischof dagegen weitete seinen Einfluß aus. Dern Meier zu Dissen erwuchsen neue Befugnisse. Er wurde mit der Ausübung der bischöflichen Gerichtsbarkeit und der Holzgrafschaft betraut und wirkte bei der Besetzung der Pfarrstellen mit. Am 22. September 1276 fand die Einweihung der in Anlehnung an die Frühgotik erbauten Mauritiuskirche statt.

Dissen gehörte nach dem Verlust seiner Selbständigkeit

zum Fürstbistum Osnabrück, das als weltliches Territorium 'Hochstift Osnabrück' bis 1802 bestehen blieb. In den Wirren des Dreißigjährigen Kriegs (1618-1648) hatte auch Dissen unter Gewalttaten und Plünderungen durch Truppen verschiedenster Herkunft zu leiden. Ab 1803 unterlag das ehemalige Fürstbistum wechselhaften Herrschaften:

Hannover, Frankreich, Preußen. In diesem Jahr ließ Napoleon das Königreich Hannover besetzen. Dissen erhielt bis 1813 eine französische Besatzung.

1807 kam das Osnabrücker Land an das von Napoleons Bruder Jerome beherrschte Königreich Westfalen, 1811 an das Kaiserreich Frankreich. 1813 erfolgte wieder der Anschluß an das Königreich Hannover, das seinerseits 1866 Bestandteil Preußens wurde. 1832 vernichtete eine furchtbare Brandkatastrophe einen großen Teil von Dissen. Danach aufgebaute Bausubstanz ist bis heute erhalten geblieben. Wegen ihrer Originalität sollte sie weiterhin gepflegt und der Nachwelt überbracht werden. Seit 1951 besitzt Dissen Stadtrechte.

1. Bliek vom Kirchturm. Wahrscheinlich im Jahre 1930 nahm Wilhelm Poggenpohl diesen Teil von Dissen auf. An der Großen Straße in der Bildmitte entsteht gerade das Wohn- und Geschäftshaus Fark (heute Kleine- Tebbe). Das prächtige Fachwerkgebäude rechts davon, 1815 erbaut und 1880 von Gärtnermeister Albrecht gekauft, sowie die Gewächshäuser dahinter, mußten 1980 einem Neubau weichen. Das 1835 errichtete Haus Brandt an der gegenüberliegenden Straßenseite, einst mit Manufakturwarengeschäft, zu dem einmal eine Färberei auf der 'Legge' am Kaiser-Wilhelm-Platz (Anbau Horst) gehörte, steht ebenfalls nicht mehr. Der Garten im Vordergrund liegt im Bereich des alten Frommenhofes.

2. Waschtag auf dem Frommenhof. Der direkt am Wirtschaftsgebäude vorbeifließende Dissener Bach diente, wie hier bei einer großen Wäsche im Jahre 1898, als natürliches Spülbecken. Viel Handarbeit war damals noch nötig. Am 15. Mai 1851 heiratete der 1820 im Elternhaus an der Viehstraße (heute Südstraße ) geborene August Wilhelm Schulze Friederike Fromme, zog auf den Hof und nahm ihren Namen an. Von 1846 bis 1850 hatte er sich in Amerika aufgehalten. Dort entstand ein Reisetagebuch. Sein Bruder Johann Heinrich gründete 1830 im nahen Borgholzhausen die 'Erste Westfälische Lebund Honigkuchenfabrik Heinrich Schulze'.

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3. Jugendherberge Frommenhof. Die Tuschezeichnung (Kopie) von der 'Mädel-Bleibe auf dem Frommenhofe zu Dissen (Teutoburger Wald)' stammt aus dem Gästebuch und wurde am 31. August 1924 angefertigt. Der erhaltenswerte Fachwerkbau diente von 1921- die Einweihung erfolgte zum Pfingstfest dieses Jahres- bis 1928 als Mädchen-Herberge. Wie aus einer Bleistift-Zeichnung vom 5. Juli 1924 zu ersehen ist, waren Räume und Einrichtung sehr einfach gehalten. Für durchziehende Jungen gab es bis etwa 1930 eine Übemachtungsmöglichkeit im ehemaligen Legge-Gebäude am Kaiser-WilhelmPlatz. In der Folgezeit, wohl bis gegen Ende der dreißiger Jahre, konnten jugendliche Wanderer auf dem Boden der Volksschule Unterkunft finden.

4. Die Volksbank. Auf der Abbildung Nr. 1 ist die 'Volksbanke.G.m.b.H.' am linken Bildrand zu sehen. Sie wurde in den zwanziger Jahren in einem Gartengelände erbaut, das zur Schmiede Schöwerling gehörte. Heute befindet sich darin eine ImbißGaststätte. Das Aussehen des Hauses und der Umgebung hat sich stark verändert, weil an der Ostseite die Straße 'Auf der Worth' bis zur Großen Straße durchgebaut worden ist. Als Fortsetzung dieser Verkehrsverbindung in nördlicher Richtung entstand 1973 die Dieckmannstraße, benannt nach dem Unternehmer Wilhelm Dieckmann, der Dissen bereits 189911900 mit Elektrizität versorgte und zum Wohl der Allgemeinheit wirkte.

5. Große Straße. So sah der westliche Teil der Großen Straße in den zwanziger Jahren aus. Links die Besitzung Borghaus, dahinter der schmale Eingang in die Viehstraße. Das Abbruchgebäude ist Haus Meckfessel. Der Neubau, bis heute erhalten, wurde etwas weiter zurückgesetzt. Rechts Kortejoharm und Feldmann. Im Gasthaus und in der Bäckerei Scharegge, später Borghaus-Diekelmann, arbeitete der Geselle Franz. Eines Tages beschloß er, nebenbei eine edle Hühnerrasse zu züchten. Er kaufte Bruteier. Zwei Freunde nahmen der Glucke die Eier weg und legten ihr solche von verschiedenen Rassen unter. Auf Anfrage erklärte der 'Züchter' später empört: 'Is nix woarn, is nix woarn, luder Janhagel, luder Janhagel!'

6. Haus Kortejohann. Dieses Gebäude und die Besitzung Feldmann links daneben wurden abgerissen, damit an dieser Stelle das Wohn- und Geschäftshaus Fark gebaut werden konnte. Ein Teil des Neubaues entstand zunächst auf dem Feldmann-Grundstück. Hinein zogen Feldmanns und die Familie Torwegge aus dem Haus Kortejohann. Dann erst kam das abgebildete Haus zum Abbruch und die Bauarbeiten wurden fortgeführt. Im Erdgeschoß des Anwesens gab es einmal ein Konsum-Geschäft. Rechts vom Haus befindet sich der Eingang zu 'Albrechts Hagen' , einem Teil des Noller Kirchweges, der in Richtung Frommenhof und Zuckerbrink seine Fortsetzung hatte.

7. Die Firma Homann. Das Foto zeigt den Fabrikkomplex von der Meller Straße aus. Im Laufe der Jahrzehnte sind die Anlagen verändert und erweitert worden. 1876 gründete der spätere Kommerzienrat Fritz Homann das Unternehmen für 'Westfälische Fleisch- und Wurstwaren'. Verschiedene Spezialitäten gingen in den Export. In einer Festschrift zum hundertjährigen Firmenjubiläum heißt es zu den Aktivitäten des Gründers: 1882 beginnt er als einer der ersten deutschen Hersteller die eben erst erfundene Margarine zu produzieren. Jene Margarine, die man damals als Butter-Ersatz entwiekelt hatte, eine Erfindung des franzosischen Chemikers M ège- Mouriès im Jahr 1869.

8. Fritz Homann. Der erste Firmenchef, 1912 zum Königlich Preußischen Kommerzienrat ernannt, kümmerte sich auch um allgemeine Angelegenheiten. Auf ein Schreiben an das Reichs-Postamt in Berlin ging ihm, nach einer Chroniknotiz von Kantor Wallis, folgende Antwort vom 27. März 1909 zu: Das dortige Postamt soll Ihrem Antrage entsprechend fortan die Bezeichnung 'Dissen (Teutoburgerwald)' fûhren. Die Ober-Postdirektion in Oldenburg (Grhzgt.) ist angewiesen worden, die aus Anlaß der Namensänderung etwa entstehenden Kosten von Ihnen einzuziehen. Fritz Homann starb 1914. Seine Söhne Fritz und Hugo übernahmen die Geschäftsführung.

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