Dülmen in alten Ansichten

Dülmen in alten Ansichten

Auteur
:   Heinz Brathe
Gemeente
:   Dülmen
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2988-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dülmen in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Das Bild auf dem Einbanddeckel vermag den Betrachter zu irritieren, Zwischen den Türmen öffnet sich der Bliek in die Lüdinghauser Straße und auf die Kirche. Es fehlen am Tor das Verbindungsstück und an St. Viktor die Turmgalerie. An beiden Bauwerken wurden die Ergänzungen 1908 angebracht. Diese sind damit ein verläßliches Merkmal bei der zeitlichen Bestirnrnung alter Ansichten aus Dülmen.

Seit ein paar Jahren macht es sich der in den Niederlanden beheimatete Verlag 'Europäische Bibliothek' zur Aufgabe, größere und kleinere Städte Westeuropas in alten Ansichten bekannt zu machen .. Er beschränkt sich bei der Zusammenstellung der Bildbände auf den Zeitraum von 1880 bis 1930, auf ein halbes Jahrhundert also, das durchgreifende Veränderungen in allen Bereichen gebracht hat,

Der Verlag möchte entsprechend seiner Intention etn fotografisches Bild aus den Jahren vermitteln, in denen Gas, Etektrizität und Wasser noch eine Besonderheit waren, das Straßenbild bestimmt wurde durch Spaziergdnger, Karren, Fahrräder und gelegentlich ein Automobil, in denen man sich mit langen Röcken, Stehkragen, Tellermützen, Kniehosen, weißen Schürzen und Schniirstiefeln kleidete. Außer den Abbildungen von Häusern, Straßen, Kirchen,

Läden werden auch Schulklassen, Vereine, bekannte Persönlichkeiten und ähnliches wiedergegeben.

Eine stattliche Anzahl von Bildbänden schildert bereits anhand von Ansichtskarten und sonstigen Fotos das Leben zu 'Großvaters Zeiten' in Orten der verschiedensten Regionen. Für die Niederlande hat der Verlag in seiner umfangreichen Buchreihe bisher an die 1 000, für Belgien mehr als 350 und für Frankreich etwa 150 Bände herausgebracht. Die Bundesrepublik dürfte mit rund 250 Darstellungen bedacht worden sein. Im Münsterland sind es außer Münster, die Städte Hamm, Kamen, Lengerich, Lüdinghausen, Recklinghausen, Rheine und Warendorf.

Auch in Dü1men gibt es für die Spanne von 1880 bis 1930 trotz der Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges ein nach Menge und Güte geeignetes Bildmaterial. Es wurde für den vorliegenden Band gesichtet und ausgewählt. Vermutlich befinden sich in manchen Familien weitere interessante Fotos, die mangels Kenritnis nicht herangezogen werden konnten, Das aus 76 Bildern zusammengesetzte Dü1mener Portrait stützt sich deswegen in der Hauptsache auf die Bestände des Stadtarchivs, Einige der Aufnahmen stammen aus der Sammlung des 1957 verstorbenen Stadbaumeisters a.D, Anton Bancken.

Nur in einigen Fällen ließen sich die Namen der Fotografen ermitteln. Ein großer Teil der Aufnahmen ist von Bernhard Homann angefertigt worden. Er unterhielt in Dülmen bis zum Ersten Weltkrieg ein 'Photographisches Labor'. Einige gehen auf Hermann Kleimann zurück, der sich 1918 als Berufsfotograf niederließ. Außerdem sind zu nennen die Amateure Max Hackebram, Anton Kersting und Josef Sievert. Die Anordnung der Bilder und der erläuternde Text beabsichtigen, einen möglichst vielseitigen und wirklichkeitsnahen Eindruck vorn Aussehen der alten Stadt und vorn Leben ihrer Bewohner zu vermitteln. Der Rundgang beginnt an der Lüdinghauser Straße und führt über die Ringe zu den Zeugen der ehernaligen Stadtbefestigung. Er folgt dann der Münster- und Marktstraße, verweilt an Rathaus, Kirche und Schloß und endet an den Gedenkstätten der A.K. Emmerick. Aufnahmen von öffentlichen Einrichtungen und besonderen Ereignissen vervollständigen schließlich das Mosaik, in dem Einzelheiten gelegentlich einern glücklichen Umstand zu verdanken sind,

Dem Zufall kann man es zuschreiben, wenn von der Coesfelder Straße und ihren Häusern kein Bild zur Verfügung stand. Auch muß es als bedauerlich erscheinen, daß der wünschenswerte Einblick in das

politische Geschehen oder in die Welt der Arbeit und der Werkstätten nicht möglich ist. Fotografiert zu werden oder selbst zu fotografieren galt damals nicht als etwas Selbstverständliches. Es war eine kostspielige Sache, die im allgemeinen dem besonderen Anlaß oder der nicht alltäglichen Situation vorbehalten blieb.

Die Vielzahl der Neubauten macht zur Genüge deutlich, daß die fraglichen fünf Jahrzehnte auch in Dülmen durch eine dynamische Aufwärtsentwicklung - vergleichbar nur der des rasanten Wiederaufbaus nach 1948 - gekennzeichnet waren. Die vorn nahen Ruhrgebiet ausgehende Welle der Mechanisierung und Industrialisierung rollte über die Stadt hinweg und verwandelte rasch deren Gesicht und Lebensgewohnheiten. Wer das alte Dülmen vor der Zerstörung gekannt hat, weißt allerdings, daß auch während der dreißiger Jahre recht erhebliche Verbesserungen und Verschönerungen im Bild der Stadt vorgenommen worden sind.

Für den expansiven Trend jener Zeit von 1880 bis 1930 lieferte das erstaunliche schnelle Wachstum der Bevölkerung einen überzeugenden Beweis. Es ließ in Dülmen die Zahl der Einwohner von 4 300 auf 9930 ansteigen.

1. Zur 600. Wiederkehr des Tages der Stadtrechtsverleihung wurde 1911 dieses Portrait Dülmens auf Postkarten und in Festschriften verbreitet. Das etwa 1 x 2 Meter große Ölbild stammte von der Hand des Düsseldorfer Kunstmalers Professor Dr. August Schlüter und war ein Geschenk des Herzogs von Croy. Es erhielt seinen Platz über dem Kamin im Sitzungszimmer des Rathauses und ging 1945 mit Rathaus und Stadt unter. Eine stark verkleinerte Kopie wird im Stadtarchiv aufbewahrt.

Vor dem Lüdinghauser Tor befand sich seit alten Zeiten der Begräbnisplatz der Juden, weil diese nicht auf dem Kirchhof um St. Viktor bestattet werden durften. 1905 wurde der alte Judenfriedhof geschlossen und 1937 eingeebnet.

'J)ü/men i. Wesif.

Gesamtansicht

2. Vom Wasserturm aus reicht die Sicht weit nach Osten. Aus dem Dureheinander der Häuser heben sich zwei größere Bauten ab, links im Mittelgrund das Rathaus mit seinern hellen Treppengiebel und rechts vor der Baumkulisse die breite Front des Herzog von Croy'schen Schlosses. Vorn fällt der Bliek in die zur Kirche sich neigende Barkener Straße. Von ihr zweigt vor dem zweistöckigen Eckhaus - einer ehemaligen Lohgerberei der Brokweg ab. Ein wenig unterhalb dieser Stelle sperrte bis zum 18. Jahrhundert das Neutor, das jüngste der fünf Tore, dem Fremden den Zutritt zur befestigten Stadt.

3. Als Stadt im Grünen präsentiert sich Dülmen vorn Dach des Bendix'schen Fabrikgebäudes aus. Den Horizont nimmt größtenteils der Wildpark ein. Die Silhouette des Zentrums bestimmen außer St. Viktor der Wasserturm und der Schornstein der mehrgeschossigen, 1752 gegründeten Mühle und Brennerei Schücking. Das durch seine weißen Umrahmungen auffallende Wohnhaus am rechten Bildrand hat sein Aussehen bis heute bewahrt. Hinter ihm sind die 1883 eröffnete Weberei A.W. Ketteler und die Villa ihres Besitzers, der Familie Specht, zu erkennen. Der Gartenweg links führte in die Bauerschaft Daldrup. Er hieß, bevor er nach dem Ehrenbürger Vikar Friedrich Ruin (t 1889) benannt wurde, Alter Daldruper Weg.

4. Seit der Stadtrechtsverleihung verteidigte die Bürgerschaft die ihr zugestandenen Freiheiten durch Gräben und Wälle und durch eine Mauer, über deren Höhe und Stärke nichts bekannt ist. An der Innenseite verlief eine Ringstraße, so daß jede Stelle unbehindert zu erreichen war. Als die Mauer im 18. Jahrhundert niedergelegt wurde, entstanden lange Reihen von kleinen, zumeist zweistöckigen, Fachwerkhäusern. Der Strang zwischen Lüdinghauser Tor und Nonnenturm lag am Ostring. Das massive Gebäude rechts an der Einmündung der Nonnengasse war bis 1811 die Kirche des 1471 gestifteten A ugustinessen-Klosters Agnetenberg.

5. Zwischen den Toren verstärkte jeweils ein Turm die Befestigungen. Im Osten war dies der rechteckige Nonnenturm, der zugleich als Pulverturm gedient hat. Im Norden sicherte der runde Lorenkenturm die Stelle, an der die Tiber in den Stadtgraben überging. Die von drei Bächen gespeiste Tiber und der ungestörte Zufluß ihres Wassers hatten für die Verteidigungsbereitschaft der Stadt größte Bedeutung. Im Lorenkenturm war auch das Gefängnis untergebracht. Später drängten sich zu beiden Seiten die oft schmucken Häuser des Nordrings. Da sie keinen Hofraum besaßen, herrschte vor ihren Türen ein reges Leben und Treiben.

... . .

~

6. Eine Vorstellung von der steinernen Umwehrung der Stadt vermittelte der Bliek aus der Kötteröde auf den am Südring gelegenen Tiberturm. Er hatte diesen Namen, weil unweit seines Standortes die Tiber den aufgestauten Stadtgraben in Richtung Hausdülmen verliefs. Hinter dem Turm befand sich ehemals am Lauf der Tiber eine stadteigene Wassermühle ('Peppermühle') und seit der Mitte des 19. Jahrhunderts die Schloßgärtnerei. Durch einen Bombenvolltreffer wurde der Tiberturm 1945 völlig zerstört und zum Grab mehrerer Dülmener, die hinter der dieken Wandung Schutz gesucht hatten.

7. Nicht immer waren die Häuser an den Ringen in gutem Zustand, wie dieses Bild von der Rückseite des Westrings ahnen läßt, Der an die Barkener Straße grenzende Teil galt als Armenviertel. Die kleinen Hausgärten stießen an den randgefüllten Stadtgraben. Hier hatte die 'Neusträßer Gemeinheit', einer der fünf Stadtbezirke, ihre Waschstelle und Bleiche. Maschinen und Weißmacher kannte man noch nicht. Die gereinigten Stücke wurden auf der grasbewachsenen Fläche ausgebreitet und durch die natürliche Kraft der Sonne aufgehellt. Waschstelle und Bleiche sind später durch das Feuerwehrgerätehaus überbaut worden.

8. Als Dülmen 1870 eine Bahnstation erhielt, belebte sich der Verkehr auf der Lüdinghauser Straße zunehmend. Zwischen Gleisübergang und Marienplatz wurde die Straße befestigt, in Dreierreihen mit Ulmen bepflanzt und oft einfachheitshalber 'Bahnhofstraße' genannt, weil sie die kürzeste Verbindung zum Hauptbahnhof darstellte. Zur Vermehrung des Verkehrsaufkommens trug nicht unerheblich die Firma Bendix bei. 1902ließ sie das über den Zweiten Weltkrieg gerettete hohe Lagerhaus errichten, das den 'Wilhelminischen Stil' seiner Zeit dokumentiert. Das Denkmal für die zwölf Dülmener Opfer der Bismarck'schen Einigungskriege wurde 1897 enthüllt.

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