Dülmen in alten Ansichten

Dülmen in alten Ansichten

Auteur
:   Heinz Brathe
Gemeente
:   Dülmen
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2988-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dülmen in alten Ansichten'

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OÜLMEN Mari~nptatz

9. Während der Inflation mußte die Lüdinghauser Straße 1922 ihren üppigen Baumschmuck hergeben. Die Ulmen waren von einer Pilzkrankheit befallen. Ihr Verkauf erbrachte rund 52 Millionen Reichsmark, mit denen größtenteils die Elektrifizierung der Innenstadt bezahlt werden konnte. Der Baumbestand auf dem Emmerick-Friedhof links hinter der vergitterten Mauer blieb erhalten. Dort hatten die Dülmener seit der Schließung des St.-Viktor-Kirchhofs von 1809 bis 1900 ihre Toten begraben. Die alte Häuserfront hinter der Mariensäule - mit dem Café Uckelmann rechts - ist unschwer im gegenwärtigen Baubestand wiederzuerkennen.

DüL:ME.", Lüdinghäufer Tor

10. Das Postamt bezog 1887 rechts an der Ecke zum Nonnenwall ein neues Gebäude. Die Beförderung aller Sendungen zum und vom Bahnhof erfolgte damals mit pferdebespannten Wagen. Die Tiere waren links hinter dem Lüdinghauser Tor in einer Stallung der Wirtschaft 'Schmitz an den Türrnen' untergebracht. Die Straßenseite gegenüber der Post nahm das 1846 von Kaplan Franz Bergfeld gegründete 'Franz-Hospital' ein. Es mußte im Laufe der Zeit mehrmals erweitert werden. Oberhalb des Portals lagen der Verbandsund der Operationssaal. Am 11. Februar 1945 wurde der Straßentrakt total zerstört. 16 Schwestern und 41 Soldaten und Zivilisten fanden in den Trümmern den Tod.

11. Das Tor öffnete den Zugang zur mittleren Lüdinghauser Straße. Rechts gehörten drei Häuser der Familie Schücking; im mittleren hatte sie ihre Wohnung. Im vierten Haus rechts lebte bis 1927 Klara Koch, Sie wurde 1911 die Titelperson in Max von Spiessens dreibändigern Werk 'Tante Kläres Raritäten'. Die Büeher umfaßten 'Kulturgeschichtliche Bilder aus der Vergangenheit' des Dü1mener Raumes.

Seit 1865 gab es eine privatbetriebene Gasanstalt, die 1897 in der Besitz der Stadt überging. Sie versorgte Haushaltungen und Straßenlaternen mit 'Leuchtgas',

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12. In der mittleren Lüdinghauser Straße standen eiruge der ältesten und historisch interessantesten Häuser. Im dritten rechts hatte die Verwaltung des 1803 aufgelösten Fürstbischöflichen Amtes Dülmen ihren Sitz. Im zweiten links praktizierte bis 1832 der Arzt -Dr. Wesener, dessen Tagebücher eine der wichtigsten Quellen über A.K. Emmerick sind. Die zumeist um die Jahrhundertwende restaurierten Bauten offenbarten eine bürgerliche Wohlhabenheit, die ihre Eigentümer als Kaufleute oder Gewerbebetreibende erlangt hatten. Um 1920 waren ihre Namen: rechts: Luke-Rubbert, Kaute-Lödding, KauteLödding, Simons, Hü1ck, Sim ons und Horstmann und links: Schrewe-Dresernann, Mues, Röckmann, Hölscher und Niehoff.

13. Den Kirchhof von St. Viktor umgab eine Ziegelsteinmauer. Von der unteren Lüdinghauser Straße trennte ihn eine schmale und hohe Häuserzeile mit überkragenden Geschossen. Acht Fachwerkbauten waren zu einer architektonisch bemerkenswerten Einheit verschmolzen worden. In der Mitte führte 'das Treppchen' - mit seinen abgenutzten Stufen ein beliebtes Motiv der Fotografen - von der Schloßstraße zur Kirche. Das vordere der acht Häuser - es gehörte den Kopperschmidts wurde 1906 wegen Baufälligkeit abgetragen. Zwei weitere erlitten nicht viel später das gleiche Schicksal. An die alte Stiege erinnert heute ein moderner zweiteiliger Aufgang.

Dülmen Münsterstra6e

14. Die obere Münsterstraße ist in unseren Tagen trotz des tosenden Verkehrs nicht breiter als im Jahre 1910. Der ziemlich gleichförmige Stil ihrer und vieler anderer Bürgerhäuser deutet daraufhin, daß etwa seit 1880 in der gesamten Stadt eine ungemein rege Bautätigkeit geherrscht hat. Rechts wohnten die Familien Tornbrink, Ludwig Kirschner und Heinrich Kirschner, links die Familien Fleiter und Wenner. Die Fleiters betrieben eine Bäckerei. Alexander Wenner amtierte nahezu dreißig Jahre als Richter. Die 1849 gebildete evangelische Gemeinde hatte seit 1856 an der Münsterstraße ihr Gotteshaus. Der Turm war 1892 aufgezogen worden.

15. Der Kreuzweg hatte seinen Namen bereits um die Mitte des 18. Jahrhunderts. Denn zu dieser Zeit ließ die katholische Gemeinde einen Feldkreuzweg durch die östlichen Fluren der Stadt anlegen. Der mit den Stationen des Leidens Christi ausgestaltete Weg begann an der Kirche, folgte ein gutes Stück der Münsterstraße und bog dann nach rechts zum Wette-Bach ab. Dort verlief er parallel zu dessen Bett bis zur Kreuzkapelle und wandte sich schließlich über die Lüdinghauser Straße wieder St. Viktor zu. Die Station rechts war das 1736 von den Familien Trippelvoet-Elmerinck gestiftete 'witte Krüz'. Die linke Linde wurde 1903 durch einen Orkan, die rechte 1945 mit dem Kreuz durch eine Bombe vernichtet.

16. Vor dem Geschäftshaus des Schneidermeisters Schlüter teilte sich die Münsterstraße in einen linken und rechten Arm. Über den rechten, die 'Bergstraße' , lief der Durchgangsverkehr. Der Münsterstraße hätte auch der Name 'Brauer-Straße' angestanden. Denn auf den Bezug auswärtigen Biers konnte man in Dü1men verzichten. Von den fünf Brauereien waren drei an der Münsterstraße ansässig. Zwei von ihnen - Limberg und Sternemann lagerten tief in der Erde bis in den Sommer natürliches Eis. Die beiden denkmalwürdigen Fachwerkbauten rechts gehörten dem Brauer und Gastwirt Lohmann. Sein Betrieb erzielte einen nur kleinen Umsatz und mußte aufgeben. Die Gastwirtschaft führte die Familie Stewen weiter.

17. Nur wenige Schritte vom Lohmann'schen Anwesen entfernt lag versteekt hinter der Straßenfront das Gotteshaus der jüdischen Gemeinde. Seit dem preußischen Emanzipationsgesetz von 1811 begarmen die Juden sich zusammenzuschließen. Die Zahl ihrer Familien stieg bis 1862 von 13 auf 28. Der alte Schulund Betraum in der Kötteröde entsprach nicht mehr den Bedürfnissen. 1863 erwarb die Gemeinde an der mittleren Münsterstraße das Haus links und richtete in ihm die Schule und die Wohnung des Rabbiners ein. 1864 wurde die sechseckige Synagoge erbaut. Während der 'Reichskristallnacht' ging sie 1938 infolge Brandstiftung in Flammen auf. Die alarmierte Feuerwehr mußte tatenlos dem Zerstörungswerk zusehen.

18. An der Münsterstraße rechts wohnten der Sanitätsrat Dr. Ludwig Wiesmann und der Rentner Franz Froning in herrschaftlichen Häusern. Rentner zu sein, hieß damals, vorn Ertrag eines großen Kapitals zu leben. 1931-1932 karnen dort die Dechanei und die Stadtsparkasse unter. Hinter dem vierten Haus links befand sich der Eingang zur Synagoge. Vorn zweiten Haus aus wurde ein Teil der Männerwelt mit Hüten versorgt. Möglicherweise demonstrieren die Söhne des Hutmachermeisters Schmitz die Qualität der Erzeugnisse ihres Vaters. Die Brennerei und Wirtschaft Deipenbrock-Runte dürfte das älteste Gasthaus am Platze gewesen sein. 1756 hatte es den Namen 'Zum Römischen Kaiser',

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