Dülmen in alten Ansichten

Dülmen in alten Ansichten

Auteur
:   Heinz Brathe
Gemeente
:   Dülmen
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2988-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dülmen in alten Ansichten'

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19. Ein Fotograf zog offenbar immer wieder viel Aufmerksamkeit auf sich. Hier ist die leicht abschüssige 'Bergstraße' festgehalten worden. Sie verband die Münsterstraße mit der Coesfelder Straße. Zum täglichen Bild gehörte auch der Postbote mit seinem Karren. Das Tor rechts verschloß die Scheune der Familie Deipenbrock-Runte, das Tor links die der Familie Sch1üter. Das zweistöckige Haus links weist sich mit dem angebauten Saal als Hotel aus. Zur Zeit der Aufnahme war die Familie Kalvelage - später die Familie Hilger sein Besitzer. Gebaut hatte es der Wirt Bernhard Ostrop. Einiges deutet darauf hin, daß er als der legendäre 'Natz von Dü1men' gelten darf.

20. Links beginnt die Coesfelder Straße. Das Haus mit dem Walmdach und Torbogen wurde 1860 von Anton Holthöver angekauft und 1895 umgebaut. Es beherbergte von 1723 bis 1845 in seinen Räumen und Ställen eine Station der zwischen Münster und Köln beziehungsweise Wesel verkehrenden Post. Der Auspann der Pferde und die Bewirtung der Reisenden oblagen erblich der Familie Berning. Das Gästebuch könnte viele erlauchte Namen aufzählen. 1780 machten hier Gustav Hl. von Schweden, 1821 Friedrich Wilhelm Hl, von Preußen halt. Hinter den drei Fenstern rechts im ersten Stock soll Kaiser Napoleon übernachtet haben. Clemens Brentano und Heinrich Heine kehrten hier ein. Goethe aß 1792 für fünf Groschen westfälischen Schinken.

21. Im Jahre 1889 mußte Heinrich Ueing, der letzte Kuhhirte der Stadt, seinen Dienst aufgeben und umlernen. Vermutlich im selben Jahr entstand diese fremd anmutende Aufnahme im nördlichen Teil der Viktorstraße, die nur von der Bergstraße aus einen Zugang hatte. Das querstehende Haus des Stellmachers Kissenkötter sperrte die Straße an der gegenüberliegenden Seite nach Norden hin ab. Die vier Fachwerkhäuser mit ihren Delentüren sind charakteristische Beispiele für das bis zum 19. Jahrhundert in Kleinstädten anzutreffende 'Ackerbürgerhaus'. Mensch und Tier lebten unter einem Dach. Garten und Ackerf1ur lagen außerhalb der Mauer, Der Weidegrond galt als gemeinsamer Besitz.

Der Volksmund nannte diesen Winkel 'de Küttelstroat' .

22. Wie rasch einzelne Straßenzüge um die Jahrhundertwende ihr Gesicht änderten, erläutert ein etwa zehn Jahre jüngeres Bild der Viktorstraße. Die rechte Seite nimmt fast ganz das Betriebs- und Wohngebäude der 1842 gegründeten A. Laumann'schen Verlagshandlung ein. 1875 war die Firma vom Kirchplatz an die Viktorstraße übergesiedelt. Ihre Tätigkeit hatte Rom durch die Verleihung des Titels 'Verleger des heiligen Apostolischen Stuhles' anerkannt. Noch vermag Steffen Kissenkötter in seinern an den Lorenkenturm angelehnten Haus der neuen Zeit zu trotzen. Hinter dem Eckhaus links verbirgt sich der für den Abbruch bestimmte älteste Teil der Straße.

23. Im Jahre 1910 ist der Durchbruch zur 'Promenade', dem jetzigen Königswall, vollzogen. Auf der linken Seite der Viktorstraße hat sich das neue Druckerei- und Bindereigebäude der Firma Laumann breitgemacht. Es überragt weithin die Urngebung, 1m Hintergrund wird das 1897 errichtete Amtsgericht sichtbar. 1906 entstand in seiner Nähe das nach 1945 als Polizeistation genutzte Gefängnis. Eine wichtige Rolle war noch einmal dem Lorenkenturm zugedacht. Bei der Elektrifizierung der Innenstadt erhielt einer der vier Transformatoren in ihm seinen Standort. Am 21. Januar 1923 - zehn Tage nach der Besetzung des Ruhrgebietes durch französische Truppen - wurde vom Lorenkenturm aus erstmals das Leitungsnetz unter Strom gesetzt.

24. Vom ehemaligen 'Königsplatz' vor Holthöver führte die obere Marktstraße zum Zentrum der Stadt. Links waren die Hauseigentümer die Familien Reinermann, Mölleck, Brox, Bödiger und Döpper. Im zweiten und dritten Haus rechts unterhielten in einträchtigem Nebeneinander die Familien Rössing und Havestadt eine Schenkwirtschaft. Das erste Haus rechts wurde 1880 vom zwanzig Jahre zuvor entstandenen Ko1ping-Verein erworben. Er eröffnete in ihm ein 'Gesellenhaus'. In den vorderen Räumen hatte 1876 K. Pütz das Büro der von ihm redigierten 'Dülmen-Ha1terner Volkszeitung' untergebracht. Das Blatt war bis 1907 ein Konkurrenzunternehmen der seit 1868 erscheinenden 'Halterner Zeitung' und der seit 1874 von J. Horstmann verlegten 'Dülmener Zeitung'.

25. Vor der Trippelvoet'schen Scheune und der Schenkwirtschaft Wening öffnete sich die Marktstraße zu einem freien Platz. Vom Westring und von der Tiberstraße war dieser, nicht anders als heute, durch die Marktgasse zu erreichen, Auf der unteren Hälfte des Platzes - zwischen der Kolonial- und Feinkosthandlung Trippelvoet und der Hackebram'schen Apotheke - fand einmal im Monat ein Viehmarkt statt, der auch Schaulustige anzog. Verkauft wurden hauptsächlich in Kisten antransportierte Ferkel. Viele der städtischen Haushaltungen mästeten für den eigenen Bedarf Schweine, Der mit Stroh beladene Wagen ist vor dem Haus Trippelvoet abgestellt.

Dülmen Marktplatz

26. Den Marktplatz mit dem Rathaus und dem Jubiläumsbrunnen von 1911 umsäumten auf zwei Seiten Bürgerhäuser unterschiedlichen Alters. Vorn rechts war seit 1702 die bis 1921 einzige Apotheke der Stadt angesiedelt. Sie befand sich zweieinhalb Jahrhunderte im Besitz der selben Familie. 1845 wurde das barocke Giebelhaus durch einen massigen Neubau ersetzt. Im Traufenhaus links hatte bis 1931 der Pfarrdechant von St. Viktor seine Wohnung. Im Haus nebenan wurde 1858 Theodor Althoff geboren. Er übernahm 1885 das elterliche Textilgeschäft und weitete es binnen kurzer Zeit zu dem bekarmten Warenhauskonzern aus. 1920 verband er sein Unternehmen mit der Karstadt AG.

27. Das Rathaus erfuhr 1934 unter der Leitung des Stadtbaurneisters Baneken eine gründliche Restaurierung, die unverhofft einen Teil der Baugeschichte aufdeckte. Der gotische Bachsteinbau mit dem Treppengiebel und den durch Ziegelmuster aufgelockerten Wandflächen hatte einst zur Marktseite eine vierbogige offene Halle. Urkundlich ist das Rathaus erstmals 1408 erwähnt. Die freigelegte Bausubstanz gehörte in das 15. oder 16. Jahrhundert. Das linke Drittel mit dem Durchgang zum Kirchplatz ('Scharre') konnte als spätere Ergänzung identifiziert werden. Um Platz zu gewinnen, hatte die Stadtverwaltung 1814-1815 die Halle zumauern und die Außenwände mit Zement verputzen lassen. An der rechten Ecke des Rathauses dürfte der Pranger gestanden haben.

28. In der Stadtrechtverleihungsurkunde vom 22. April 1311 wurden Dü1men durch den fürstbischöflichen Landesherrn außer dem Recht der Selbstverwaltung und der Befestigung zwei Jahrmärkte zugestanden. Sie sollten am 1. Mai und am IO. Oktober abgehalten werden. In dieser Bestimmung hat die zweimal jährlich stattfindende Kirmes ihren Ursprung. 1894 beschlossen die Stadtverordneten die Einführung eines Wochenmarktes am Dienstag und Freitag, Die abgedruckte Aufnahme eines Weehenmarktes entstand im Oktober 1937. Auf Veranlassung der Nationalsozialisten wurde der Jubiläumsbrunnen 1938 zum Gymnasium verlegt, damit die gesamte Fläche des Marktes für Aufrnärsche zur Verfügung stand.

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