Dülmen in alten Ansichten

Dülmen in alten Ansichten

Auteur
:   Heinz Brathe
Gemeente
:   Dülmen
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2988-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dülmen in alten Ansichten'

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29. Einer der schönsten und vertrautesten Winkel in der alten Stadt waren die der Ostseite des Rathauses vorgelagerten Bürgerhäuser Kersting und Zumbrink. Sie hatten in Breite und Höhe abgestufte Ausmaße und bildeten mit dem Rathaus eine harmonische Einheit. Nach links war der Bliek frei auf den Kirchplatz; rechts führte das Gäßchen zum Markt. In den Bildrand ragen links die Sakristei von St. Viktor und rechts das 'Frauenbund-Haus' hinein. Das vordere - blechbeschlagene - Haus Zumbrink bot noch 1930 nicht nur seinen Bewohnern, sondern auch etlichen Kleintieren ein Obdach. Allgemein hieß es 'dat Bliekhüsken'.

30. St. Viktor bildete zu allen Zeiten für Dülmen und seine Urngebung den religiösen Mittelpunkt. Kunsthistoriker bezeichneten die Kirche selbst als eine dreischiffige gotische Hallenkirche, die erst durch mehrfache Umbauten während des 13. bis 16. Jahrhunderts ihre endgültige Gestalt erhielt. Die Anfänge der Gemeinde reichen bis in das frühe 9. Jahrhundert - wahrscheinlich bis auf den Heiligen Liudger - zurück. Seit 1323 war St. Viktor eine der acht Stiftskirchen des Bistums Münster und mit einem Kapitel von zwölf Kanonikern ausgestattet. Der wuchtige Turm ragte seit 1601 über das Land. Auf dem Kirchhof fanden nahezu tausend Jahre die Toten ihre Ruhestätte.

31. Zwischen 1858 und 1862 mußte das Kircheninnere eine respektlose Reinigungsaktion über sich ergehen lassen. Ihr fiel der alte Schmuck einschließlich der Grabplatten der Kanoniker und Adelsfamilien zum Opfer. Verschont blieben lediglich das Sakramentshaus und die Sedilien. Chor und Gemeinderaum wurden entsprechend dem romantisierenden Geschmack jener Jahrzehnte 'neugotisch' eingerichtet. Das neue Inventar kam teilweise durch Stiftungen zusammen. Die Kosten für die Ausgestaltung des Chores mit Altar, Kandelabern und Fenstern trug Herzog Rudolf von Croy, Im Boden vor dem Hochaltar befand sich bis 1951 die Gruft der Herzöge Anna Emanuel (t 1803) und August Philipp (t 1812) und ihrer Frauen.

32. Um die Jahrhundertwende war an St. Viktor eine großzügige Restaurierung des Außenmauerwerks vonnöten. Sie erfolgte 1908-1909 unter Dechant Börste (t 1925). Bei dieser Gelegenheit kam es vor allem am Turm zu einer wesentlichen Änderung: Er erhielt wieder die 1836 durch Blitz und Brand zerstörte Galerie mit den Ecktürmchen. Der Helm selbst wuchs um dreizehn Meter über sich hinaus. Außerdem wurde ein neues vierteiliges Geläute montiert. Die Glocken empfingen ihre Weihe am Sonntag dem 18. Juli 1909 nach dem Hochamt im Beisein einer vielköpfigen Menge. Gut zwei Wochen später ertönte erstmals ihr Klang über der Stadt.

33. Die mittlere Marktstraße war nur einseitig bebaut. Die Mauer rechts faßte den Kirchhof nach Westen hin ein. Durch die Seitenstraße, die Neustraße, gelangten die Bauern aus Merfeld zur Kirche. Sie stellten während des sonntäglichen Gottesdienstes ihre Kutschwagen vor den Häusern Leeser, Timpte und Havestadt ab. Die Pferde wurden ausgespannt und an den Pfählen festgebunden. Bevor Clemens Timpte seine Eisenwarenhandlung eröffnete, besaß an jener Stelle die Familie Meiners eine Kupferschmiede. Unter der großen Linde vor ihrem Haus ließ sich C1emens Brentano in den Jahren 1819 bis 1824 immer wieder auf einer Bank nieder, Um sich versammelte er die Kinder und erzählte ihnen aus seinen Märchen.

34. Die Marktstraße steilte die Verbindung zwischen den Ausfallstraßen nach Münster und Haltern her. Sie bot für den überörtlichen Verkehr die einzige Möglichkeit, das Zentrum zu durchqueren. An eine Umgehung der Stadt wagte noch niemand zu denken, obwohl sie bereits in den dreißiger Jahren erforderlich gewesen wäre. Die mit der Front zum Marktplatz gelegenen Häuser rechts - das vordere war das ehemalige Café Wiesmann - engten die Marktstraße so sehr ein, daß sich in dem gefürchteten Nadelöhr nur kleine Fahrzeuge begegnen konnten. Die Aufnahme ist kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges entstanden. Sie zeigt links die Geschäfte Hili, Ahlert und Horstmann.

35. In Dülmen erhielten alle Straßen erst 1902 verbindliche Namen. Gleichzeitig wurden die Häuser straßenweise numeriert. Die untere Marktstraße hieß bis dahin 'Große Burgstraße', im Unterschied zur Schloßstraße, die als die 'Kleine Burgstraße' bekannt war. Die Bezeichnung 'Burgstraße' erschien angebracht, weil beide Straßen in Richtung Süden zu der einst fürstbischöflichen Burg Hausdülmen verliefen. Die abgebildeten Häuser auf der Ostseite der unteren Marktstraße gehörten den Familien Bachtler, Vagedes und LauerEinhaus. Das rechte rnit dem steinernen Torbogen war ein Renaissance-Bau des 17. Jahrhunderts. Er wurde als Scheune genutzt und um 1930 durch den Einbau von Wohnungen vor dem Verfall gerettet.

36. Wer die untere Marktstraße passierte, sah sich nach einer scharfen Linkskurve durch einen efeubewachsenen Bogen hindurch dem Schloß der Herzöge von Croy gegenüber. Den Grundstein für den repräsentativen Wohnbau im klassizistischen Stil legte 1834 Herzog Alfred. Für die ebenfalls 1834 gegründete Firma Aloys Kirschner war die Ausführung des Projektes bis 1844 der erste Großauftrag. Die Gestaltung des Vorplatzes, von dem hier nur der Bogen sichtbar ist, folgte in den siebziger Jahren. Die Marktstraße ging vor dem Schloß in die nach rechts abbiegende Halterner Straße über. Im Hause vorne rechts betrieb Wil helm Knüvener sein 'Schloß Café'.

37. An Unterhaltung hatte die Stadt außerhalb ihrer zahlreichen Gaststätten und der regelmäßig wiederkehrenden Feste nicht allzuviel zu bieten. Dann und wann sorgten auch Konzerte oder Theateraufführungen für Abwechslung, Seit 1910 zeigten das - 1919 ausgebrannte - Metropoltheater in der Lüdinghauser Straße und seit 1920 das Zentraltheater am Hinderkincksweg über das Wochenende Filmstreifen mit stummen Mimen in ihren seltsamen Bewegungen. Den Tanzlustigen war an den Sonntagen im 'Schloß Café' eine gern wahrgenommene Möglichkeit gegeben, sich im Takt modischer Rhythmen zu bewegen.

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38. Schon von weitem erkannte man, ob sich der Herzog im Schloß aufhielt. Eine Fahne in den rot-weißen Farben des Hauses Croy verkündete vom Mast auf dem Dach die Anwesenheit. Das Gebäude links der Auffahrt diente als Marstall und Wohnung einiger Bediensteter. Auf der gegenüberliegenden Seite stand bis 1844 das sogenannte 'Alte Schloß'. Der fast quadratische Bau stammte vermutlich aus dem 17. Jahrhundert und wechselte mit dem großen Garten mehrfach den Besitzer, 1804 kaufte Herzog August Philipp das Anwesen und richtete in ihm seine Residenz ein. Herzog Alfred ernpfing dort 1833 den preußischen Kronprinzen Friedrich-Wilhelm,

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