Dülmen in alten Ansichten

Dülmen in alten Ansichten

Auteur
:   Heinz Brathe
Gemeente
:   Dülmen
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2988-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dülmen in alten Ansichten'

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39. Die Luftaufnahme macht deutlich, wie sehr der Bau des Schlosses und die Anlage des Lustgartens im Südosten der alten Stadt die organisch gewachsenen Strukturen verändert haben. Rechts oben drängen sich in dichtem Nebeneinander die Häuser an Marktstraße, Kötteröde und Südring, Über dem Schloß und dem Vorplatz heben sich der Tiberturm und links von ihm die Schloßgärtnerei ab. Am Schloß selbst wurde der Garten 1861 in einen englischen Park umgestaltet. Fast gleichzeitig begann der Ausbau des Wildparks und des Vorparks, der Schloßgarten und Wildpark zu einer Grimzone verband. Der Schloßgarten war der Bevölkerung einmal im Jahr, am Weißen Sonntag nach Ostern, zugänglich.

40. Jedermann kannte den Platz zwischen Vorpark links und Schloßgarten rechts als 'Burgtor' . Das seit 1770 abgetragene Stadttor - sein Aussehen hat Merian auf dem Kupferstich von 1640 überliefert - befand sich allerdings ein wenig weiter rückwärts. Der zur Kirche verlaufende Straßenzug war die 'Kleine Burgstraße' , die spätere Schloßstraße. Vorn rechts führte der Mühlenweg über den Teutenrod zur Großteichsmühle und von dort nach Sythen und Haltem. Er war seit ältesten Zeiten die einzige Verbindung in den Süden. Die heutige Kunststraße der B 51 durch Hausdülmen nach Haltern wurde erst seit 1811 auf Befehl Napoleons angelegt.

41. Leider läßt sich das Panorama der Stadt nicht mit Ansichten der Werkstätten und Betriebe vervollständigen. Es ist dies umso bedauerlicher, weil die aufkommende Industrialisierung auch Dülmen ihren Stempel aufgedrückt hat. Die schematische Zeichnung der 'Eisenhütte Prinz Rudolph' aus dem Jahre 1890 gibt stellvertretend dafür ein beredtes Zeugnis. Die Hütte war 1842 durch einen Gesellschaftsvertrag entstanden. 1875 mußte sie aus Rentabilitätsgründen auf die Gewinnung von Roheisen verzichten. Der 1844 eingeleitete Maschinenbau hatte eine bessere Zukunft. Die erforderlichen Materialien lieferte das nahe Ruhrgebiet. Die Fertigprodukte transportierten pferdebespannte Wagen für den Versand zum Bahnhof.

42. Der oberen Borkener Straße verschaffte die Gasanstalt den Namen 'Gasstraße'. Das Betriebsgebäude mit den kohlegespeisten Gasöfen und der die Nachbarschaft überragende Gasometer lagen ein wenig abseits der Straße. Als die Stadt 1897 die Anstalt kaufte, war das der Beginn der Stadtwerke. Ihnen schräg gegenüber erbaute 1900 der Land- und Gastwirt Anton Lödding den Merfelder Hof. Der größere Teil der Bauern aus Merfeld stellte hier an den Sonn- und Feiertagen seine Fahrzeuge und Pferde ab. In einem rückwärtigen Gebäude des Merfelder Hofes eröffnete Alfred Grothe 1920 sein Zentraltheater. 1931 führte er dort den ersten Tonfilm vor.

43. Bis in die zwanziger Jahre hieß die Borkener Straße 'Neustraße'. Links begann der Westring. rechts der Südring. Weiter unterhalb - am vorgerückten Haus Salomon befand sich der Schnittpunkt mit der Tiberstraße. Im zweiten Haus links bot die Bäckerei Rassenberg ihre Ware an. Im hellen Gebäude rechts kamen von 1870 bis 1890 einige Klassen der Volksschule unter. Die 1868 fertiggestellte Bü1tschule vermochte die Kinderscharen nicht zu fassen. Erst 1889 und 1909 wurden die J osefschule und die Overbergschule gebaut. Bis dahin mußten zwei Behelfsunterkünfte - die 'Neusträßer Schule' und an der Münsterstraße die 'Schildschule' - die Raumnot lindern.

44. Neubauten wie die der Kaufleute Homann und Havixbeck schienen das kleine Fachwerkhaus an der Ecke Neustraße und Tiberstraße zu erdrücken. Es war das bis zur Zerstörung der Stadt sorgsam gehütete Sterbehaus der A.K. Emmerick (1776-1824). Seitdem sich 1812 am Leibe der ehemaligen Klosterfrau die Wundmale Christi gezeigt hatten, kamen namhafte Persönlichkeiten des katholischen Lebens in Deutschland nach Dülmen, um am Krankenlager der Stigmatisierten zu verweilen. Der rheinische Romantiker C1emens Brentano blieb fünf Jahre in der Stadt und zeichnete in umfangreichen Tagebüchern die Visionen auf. A.K. Emmerick und Clemens Brentano haben Dülmen in der Welt bekannt gemacht.

45. A.K. Emmerick erhielt ihre letzte Ruhestätte auf dem Friedhof an der Lüdinghauser Straße. Ihr Grab war Jahr für Jahr das Ziel ungezählter und oft von weither angereister Pilger, 1937 entstand auf dem Friedhof nach den Plänen des Dominikus Böhm einer der modernsten Kirchenbauten der damaligen Zeit, den Bischof Clemens August von Galen am 16. November 1938 konsekrierte. 1975 wurden die Gebeine der A.K. Emmerick in die HeiligKreuz-Kirche übertragen und in der Krypta beigesetzt.

Die barocke Kreuzigungsgruppe schmückte einst den Kirchhof von St. Viktor, 1939 fand sie einen neuen Platz an der Nordseite der Heilig-Kreuz-Kirche. 1956 wurde sie an den Kolpingplatz gebracht, wo sie jetzt zu verfallen droht,

46. Das Andenken an A.K. Emmerick über die eigene Zeit hinaus bewahrt zu haben, war das Verdienst des Augustinerpaters Thomas Wegener (t 1918). Er trug alle Erinnerungsstücke zusammen und deutete unermüdlich in Wort und Schrift das Sühneleben. Pater Wegener gab auch den Anstoß für den 1892 eingeleiteten Seligsprechungsprozeß. 1898 wurde an der Lüdinghauser Straße das 'Emmerick-Haus' errichtet. Der kleine Anbau links nahm das von A.K. Emmerick im Haus des Bäckermeisters Lirnberg an der Münsterstraße bewohnte 'Leidensstübchen' auf. Der Zweite Weltkrieg verschonte die Gedenkstätte. Sie wurde 1956 in das Kloster der Augustiner im Wedeier verlegt.

47. Um eine den Verhältnissen entsprechend wirksame Feuerwehr aus freiwilligen Helfern zu bekommen, mußten zwei Anläufe unternommen werden. Der 1879 gebildete Löschzug löste sich nach acht Jahren auf. Die 1902 erfolgte Neugründung schuf die noch heute bestehende Wehr. 1879 ließ die Stadt für den Löschzug an der Ecke Coesfelder Straße und Lohwall (gegenüber dem Fotogeschäft Kleimann) einen Geräteschuppen mit Steigerturm bauen. 1937 konnte er abgerissen werden, als an der Ecke Borkener Straße und Lohwall ein neues Gerätehaus zur Verfügung stand. Die Aufnahme zeigt eine Brandwache aus den Tagen des Stadtjubiläums von 1911.

48. Außer den privaten Brunnen spendeten um 1890 etwa dreißig über die Altstadt verteilte öffentliche Pumpen das benötigte Wasser. 1899 nahmen die Stadtwerke eine zentrale Versorgung in Angriff. Zunächst reichten drei nahe dem Gaswerk niedergebrachte Tiefbrunnen aus, 1909 mußten drei weitere auf der 'Ziegenwiese' arn Eingang des Wildparks gebohrt werden. Bis 1955 - bis zum Bau des neuen Wasserwerks bei Hausdü1men - haben jene sechs Brunnen den Stadtbewohnern, wenn auch zuweilen sehr unzulänglich, das Wasser geliefert. Der schlanke, im Jahre 1900 von der Firma Wilhelm Weber aufgezogene Turm speicherte es und garantierte den erforderlichen Druck. Seit 1970 fehlt der Wasserturm in der Silhouette der Stadt.

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