Dülmen in alten Ansichten

Dülmen in alten Ansichten

Auteur
:   Heinz Brathe
Gemeente
:   Dülmen
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2988-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dülmen in alten Ansichten'

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59. Erbprinz Karl Alfred von Croy und Prinzessin Maria Ludmilla von Arenberg schlossen 1888 die Ehe. Bei der Rückkehr von der Hochzeitsreise wurden sie vor dem Schloß empfangen. Ehrenjungfern geleiteten das junge Paar zur Freitreppe, wo ihnen die Honoratioren der Stadt, an ihrer Spitze Bürgermeister Bocksfeldt, den Willkommengruß entboten. Die Pfarrgeistlichkeit mit Dechant Dr. von Galen hielt sich ein wenig respektvoll zurück. Die Bürgerschützen waren in weißen Hosen und mit Gehrock und Zylinder 'unter Gewehr' getreten. Die Schwerterträger hatten sich an der Treppe aufgestellt. Die von einem münsterischen Fotografen angefertigte Aufnahme dürfte die älteste zur Stadtgeschichte sein.

60. Leiter des Postamtes war 1893 Direktor Görlich, der in jenem Jahr ein nicht näher bekanntes Dienstjubiläum feierte. Aus diesem Anlaß lud er die hier wiedergegebene Festgesellschaft in die Wirtschaft Limberg an der Münsterstraße, in das spätere 'Bürgerhaus', ein. Unter den Gästen befanden sich Landrat August von Bönninghausen, Bürgermeister Karl Bocksfeldt und Sanitätsrat Dr. Ludwig Wiesmann (vordere Reihe erster, vierter und fünfter von links). Die Gesellschaft gruppierte sich auf dem Hof der Limbergs für das Foto. Dieses ist deswegen von besonderem Wert, weil das vergitterte Fenster oberhalb der Kegelbahn zu der Wohnung gehörte, in der A.K. Emmerick von 1819 bis 1821 gelebt hat,

61. Zum Gedenken an die 1854 von Papst Pius IX vollzogene Verkündung des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis Mariae fanden 1904 überall in den katholischen Landen Feiern statt. In Dülmen wurde am 19. Juni 1904 während einer Volksmission an der Lüdinghauser Straße, gegenüber dem Emmerick-Friedhof, der Grundstein für eine 'Mariensäule' gelegt. Der die Mission haltende Franziskanerpater Ambrosius - man sieht ihn auf dem Podest bei seiner Ansprache - mauerte die Urkunde ein. Am 7. Mai 1905 versammelte sich am Marienplatz abermals eine große Menschenmenge, als die Säule mit der bronzenen Marienstatue auf der Bekrönung die Weihe erhielt.

62. Im Juni 1910 beging die Kolpingfamilie ihr fünfzigjähriges Bestehen. Auf dem Kreuzweg formierte sich unter starker Beteiligung auswärtiger Vereine ein Festzug, wie ihn die Stadt bis dahin nicht erlebt hatte. Die einzelnen Innungen der Handwerker stellten phantasievoll aufgebaute Wagen. Unter den wenigen Aufnahmen, die von dem Ereignis berichten, ist diese die am besten gelungene. Sie zeigt die Innung der Maler und Anstreicher, die mit ihren Senioren Conrad, Dresemann und Wierman an der Ecke Kreuzweg und Elsa-Brandström-Straße für den Fotografen posierte.

63. Einen Höhepunkt erreichte das kirchliche Leben immer wieder durch den Empfang des Bischofs, der die Gemeinde in regelmäßigen Abständen zur Spendung der Firmung aufsuchte. Radfahrer und Reiter holten den hohen Herrn an der Stadtgrenze ab und geleiteten ihn in einem offenen Kutschwagen zum Kirchp1atz, wo ihn inmitten einer großen Menschenschar Bürgermeister und Dechant begrüßten. Im Mai 1911 galt das Zeremoniell dem Weihbischof Dr. Illigens, der in St. Viktor eine mehrtägige Firmungsreise durch das Dekanat begarm. Eine Eskorte weißbemützter Männer auf buntgeschmückten Rädern brachte den Bischof von Dü1men nach Romp. Dort entstand dieses Bild vor der Wirtschaft Schürmann.

64. Das größte Fest, das das alte Dülmen vor seiner Zerstörung gefeiert hat, war 1911 das 600jährige Stadtjubiläum. Nach langen und vielfältigen Vorbereitungen verlief es unter stärkster Anteilnahme der gesamten Bevölkerung und bei günstigstem Wetter. An der Münsterstraße überraschte die Teilnehmer eine von Hellebardieren bewachte Rekonstruktion des im ausgehenden 18. Jahrhundert abgebrochenen Münstertores. Da authentische Pläne und Zeichnungen fehlten, dürften Original und Kopie kaum übereingestimmt haben. Am linken Bildrand erscheint die Spar- und Darlehnskasse, die damalige Gewerbebank. Durch den Torbogen geht der Bliek in die obere Münsterstraße.

65. Am 5. August 1911, dem zweiten der drei denkwürdigen Tage, übergab Sanitätsrat Dr. Wiesmann nach dem sonntäglichen Festhochamt den von der Bürgerschaft gestifteten Marktbrunnen in die Obhut der Stadt. Als Ehrengäste waren zugegen der Oberpräsident von Ratibor und Corvey, der Regierungspräsident von Jarotzki und der Landrat von Fürstenberg sowie als Vertreter des Bischofs der Domkapitular Grewing. Den musikalischen Teil der Enthüllungsfeier besorgte das Musikkorps des InfanterieRegiments 13 in Münster. Der Entwurf für den Brunnen stammte von Professor Kreis (Düsseldorf), die Ausführung erfolgte durch den Bildhauer Sommer (Berlin). Die Kosten beliefen sich auf rund 15 000 Mark.

66. Am Nachmittag bewegte sich ein mit viel Mühe und Geld zusammengestellter historischer Festzug durch die Straßen. 308 Personen und 81 Pferde, dazu zwei Ochsen und acht Hunde, demonstrierten den Zuschauern die wichtigsten Stationen der Stadtgeschichte. Auf einem der Wagen - hier vor der Wirtschaft Reekers am Kreuzweg wurde die Verleihung der Stadtrechte am 22. April 1311 durch den münsterischen Fürstbischof Ludwig Il, dargestellt. Um den Bischof waren außer dem Pfarrer der ehemalige Dorfschulze, die beiden seit 1311 gewählten Bürgermeister und zwei Ratsherren versammelt.

67. Durch die Viktorstraße gelangte der Festzug auf den Markt. Die Gruppe der 'Pestprozession des Jahres 1382' erinnerte an den Ursprung der Osternachtprozession. Für den vom Tod hinweggerafften Pfarrer trug der Bürgermeister das Kreuz des Auferstandenen durch die Stadt. Ihm eilten Kinder voraus, die mit Schellen die wenigen Überlebenden aus ihren Häusern holten. Hinter einem berittenen Herold folgten im Festzug die Vertreter der Kaufmannsgilden mit einem Planwagen. Sie verwiesen auf die von 1450 bis 1600 währende Zeit einer wirtschaftlichen Blüte. Dü1men gehörte damals mit anderen Orten Westfalens dem norddeutschen Bund der Hanse an.

68. Nach den anstrengenden Festen gab es für deren Organisatoren nicht selten einen feucht-fröhlichen Ausklang. Das Offizierkorps des Bürgerschützenvereins veranstaltete im Herbst, wenn die Uniformen für das nächste Jahr eingernottet waren, eine Herrenpartie. 1912 war Lette das Ziel, wo sich die Beteiligten für die Nachwelt in einem 'Gruppenbild mit König' festhaIten ließen. Links und rechts der Majestät Bernhard Benker (ohne Hut) haben sich Oberst Thomas Göllmann und Major Kar! Trippelvoet niedergelassen. Die musikalische Unterhaltung bestritt Natz Griese, Das Schild trug Heinrich Tork, der von 1919 bis 1936 als Pedell des Gymnasiums fungierte.

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