Dülmen in alten Ansichten

Dülmen in alten Ansichten

Auteur
:   Heinz Brathe
Gemeente
:   Dülmen
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2988-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dülmen in alten Ansichten'

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69. Die besonders wegen der wirtschaftlichen Prosperität weitverbreitete ein wenig selbstzufriedene und hochgernute Stimmung wurde durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges jäh zerrissen. Am 17. August 1914 fand der erste Dü1mener den Tod auf dem Schlachtfeld. Weitere 226 sollten bis 1918 das gleiche Schicksal erleiden. Von den an der Westfront eingebrachten Gefangenen trafen die ersten Franzosen im Spätherbst 1914 in Dü1men ein. Vor dem Haus des Uhrmachermeisters Niehoff in der Lüdinghauser Straße wurden sie mit ihren Bewachern bei einem kurzen Halt von staunender Schuljugend urnringt.

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70. Hinter Hausdü1men entstand 1915 im Auftrage des VII. Armeekorps in Münster eine großzügig geplante und nachts angestrahlte Barackenstadt für 10 000 Kriegsgefangene. Den Wachdienst versah ein Bataillon des Landsturms. 1918 erhielten alle Gefangenen die Freiheit, außer den etwa 750, die an den Folgen einer Verwundung oder Krankheit gestorben und auf dem Lagerfriedhof begraben worden waren. Vom Herbst 1919 bis zum Frühjahr 1920 diente die Barackenstadt für die aus alliiertem Gewahrsam entlassenen deutschen Soldaten als letzte Station bei der Rückkehr in das zivile Leben.

71. Militärische Tradition wurde in Dülmen seit 1872 gepflegt, als sich Soldaten der Bismarck'schen Einigungskriege zu einem Kriegerverein zusammenfanden. Um 1910 gründeten ehemalige Gardisten, Kavalleristen und Marineangehörige eigene Abteilungen. Die Tätigkeit dieser Vereine wurde durch den Ersten Weltkrieg nur unterbrochen. 1922 konstituierte sich in Stadt und Amt als Dachorganisation der Ortskriegerverband. Zu seinem Programm zählte alljährlich ein Winterfest. Im Februar 1924 gab der Vorhang ein 'stumrnes Bühnenbild' frei. Sein mögliches Thema 'Von starker Hand beschirmt, thront unbesiegt Germania' verlieh einer Zeitströmung den sichtbaren Ausdruck.

72. Den Toten des Ersten Weltkrieges setzten Stadt und Amt 1925 an der Marktstraße ein DenkmaL Der trauernde Löwe war ein Werk des münsterischen Bildhauers Albert Mazotti. In der Festschrift las man über ihn die ahnungsvollen Worte: ... Nur die Spannung in dem muskulösen Leib verrät, daß er sich nicht für die Dauer gebeugt niedergelassen hat ... Am Ende des Zweiten Weltkrieges stand das Denkmal unversehrt und einsam - gleichsam als unzerstörbare und eindringlicher gewordene Mahnung - inmitten einer kaum vorstellbaren Trümmerwelt. Seine Enthüllung war 1925 mit einem Aufmarsch der Kriegervereine - im Bild die berittenen Kavalleristen - verbunden.

73. Für die Geschichte der Dülmener Post brachte der 1. April 1929 einen bernerkenswerten Einschnitt. An jenem Tag wurden die pferdebespannten Wagen aus dem Verkehr gezogen und durch motorisierte Fahrzeuge ersetzt. Ein Umzug machte am zweiten Ostertag der Bevölkerung den Fortschritt der Zeit bewußt. Auf dem Nonnenwall stellten sich die beteiligten Postbeamten bereit. Den Aufmarsch eröffnete ein Postreiter, ein Autobus beschloß ihn. Die Baracke war bis 1931 die Annahme- und Ausgabestelle für Pakete. Der Post benachbart lagen die Villa Leonhard Schlieker und das Bürohaus Schlieker.

74. Nach der tiefgreifenden Erschütterung durch den unglücklichen Ausgang des Ersten Weltkrieges vollzog sich überall in Deutschland eine verstärkte Besinnung auf die überlieferten Werte. Mit beachtlichem Erfolg widmete sich in Dülmen ein 1924 gegründeter Heimatverein der Klärung geschichtlicher Zusammenhänge und der Pflege westfälischen Brauchtums. 1925 erschienen erstmals Heimatblätter. Im selben Jahr führte eine vereinseigene Spielschar Karl Wagenfelds 'Altwestfälische Bauernhochzeit' auf. Die Darbietungen fanden immer wieder ein überaus positives Echo. 1930 gestaltete die hier abgebildete Spielschar Wagenfelds 'Altwestfälisches Schützenfest'.

75. Um 1930 steuerte ein Flugzeug planmäßig die Orte des Münsterlandes an. Es war mit einer Spezialkamera ausgerüstet. Der Kopilot lieferte in Dillmen ein überraschend klares und von der Mittagssonne ausgeleuchtetes Bild ab, Es war die erste Luftaufnahme, die das gesamte Zentrum einfing. Sie wurde auf Postkarten angeboten und gern gekauft. Aus der Vogelschau stellte sich die Innenstadt deutlich erkermbar in ihrer um St. Viktor gewachsenen historischen Form dar. Die Bäume des Kirchplatzes verdeckten das Rathaus. Am oberen Bi1drand verlief schnurgerade die Straße nach Münster, am unteren endete die von Haltern auf dem Vorplatz des Schlosses,

76. Fünfzehn Jahre später fotografierte ein englisches Aufklärungsflugzeug eine andere Stadt. Aus dem zerschlagenen und in eine trostlose Kraterlandschaft verwandelten Zentrum hob sich als größte und markante Ruine die der St-Viktor-Kirche ab. Von den Wohn- und Geschäftshäusern um sie herum blieben oft nicht einmal Spuren ihrer Grundrisse. Unter den Trümmern hatten etwa dreihundert Menschen den Tod gefunden. Auf die Frage nach dem Anlaß der totalen Vernichtung fand man bisher nur eine Antwort: Die Überquerung des Niederrheins durch die Alliierten und die systematische Bombardierung des Hinterlandes an den Tagen zuvor brachten am 21. und 22. März 1945 dem alten Dülmen den Untergang.

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