Dorfen in alten Ansichten Band 2

Dorfen in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Joe A. Schmöger
Gemeente
:   Dorfen
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6550-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dorfen in alten Ansichten Band 2'

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S9 In der früheren Gemeinde Hausmehring steht das ehemalige Schloß Moosen am südlichen Hang des Isentales. Wening hat dieses Schloß abgebildet, das sich im Besitz zahlreicher bayerischer Adeliger befunden hatte, unter anderen der Haslang, der Westacher und sogar der Preysing. Einer der letzten war Reichsgraf Topor-Morawitzky, der 1729 bis 1771 das pfleggericht Dorfen innegehabt hatte. Eine Verwandte, Maria ]osepha Hyacintha (1714 bis 1787 [1789?]), war eine der Mätressen des Kurfürsten Karl Albrecht (als Kaiser: Karl VII.) gewesen, hatte von ihm das ehemalige Fugger- Toerring'sche Palais in der Prannergasse in München als

Douceur erhalten und war schließlich mit dem Fürsten Portia verheiratet worden. Als 'Palais Portia' besteht das Gebäude bis heute. Sie stiftete für zwei Spitäler in München Geldbeträge zur Beschaffung

von Krankenbetten. Die Karte zeigt das Schloß von Osten. Im Hintergrund, jenseits der Bahnlinie, ist die pfarrkirche von Dorfen zu erkennen. Karte etwa 1900-1910.

60 Im [ahre 1857 erwarb Pfarrer Schmitter, den wir schon als Gründer der Heimvolksschule in Algasing kennengelernt hatten, das Schloß mit den verbliebenen Ökonomiegebäuden, um ein Heim für verwahrloste Kinder zu gründen. 1865 wurden die 'Armen Schulschwestern' die Eigentümer. Sie richteten eine Mädchenerziehungsanstalt und ein Kinderheim ein, das bis heute besteht. Seit 1925 wird daher der Ort 'Klostcr' Moosen genannt. Das ehemalige Ökonomiegebäude ist hier neben dem Schloßbau mit seiner Kapelle zu sehen. Karte etwa 1900-1910.

Mädchenerziehungsanstalt Moosen bei Dorfen

61 Im Garten, zwischen dem Schloß mit der Kapelle und den anderen Gebäuden, sind hier die Mädchen aus dem Heim versammelt. Die jungen Frauen im Hintergrund, links neben dem mächtigen Baum, sind wohl Betreuerinnen. Die Kinder tragen durchweg Schürzen, um die Kleidung zu schonen. Karte etwa 1900-1910.

62 ]oseph (Ordensname: Benedikt) Peruschitz, geboren 1871 in Straßlach als Sohn eines Maurerpoliers, der

1872 mit seiner Familie nach Dorfen übersiedelte, wurde 1895 in Scheyern zum Priester geweiht und feierte am

5. Mai 1895 in Dorfen seine erste Heilige Messe, die Primiz, an die dieses Bild erinnert. Anschließend war er Lehrer in Scheyern und sollte in den USA in einer Ordensniederlassung ein Erziehungsinstitut nach deutschem Muster einrichten. Am 15. April 1912 kam er als Passagier der Titanic ums Leben. Eine Überlebende des Unglücks berichtete, ihn und einen anderen Priester mit den verzweifelten Passagieren betend gesehen zu haben. Im Dorfener Friedhof erinnert ein Kreuz an ihn, auch im Kreuzgang des Klosters Scheyern (Landkreis Pfaffenhofen an

der Ilm) befindet sich eine Gedenktafel für Pater Peruschitz. Datum (Primiz) 5. Mai 1895.

63 Die Karte ist mit dem Druckvermerk versehen 'Zur Erinnerung an meine 35jährige Dienstzeit' und sie trägt handschriftlich den Vermerk: 'Martin Hopf, Gemeindediener, geboren 1.12.1858 in Schwindkirchen, Gemeindediener von Zeilhofen' , sowie das Datum: 's.rv 1896.' Er hat sich in seiner Uniform, die Mütze mit der weiß-blauen Kokarde und dem bayeri-

sc hen Löwen, mit Koppel und Säbel verewigen lassen. An dem Kettchen an der rechten Brustseite hat er entweder seine Uhr oder eine Trillerpfeife getragen.

Karte datiert 1896.

64 XaverTerofal, Enkel des ersten Apothekers in Dorfen (Konzession 1829) namens Karl Terofal, der seinerseits vermutlich von einem französi sc hen Adeligen namens Laforet abstammte, wurde am 20.Januar 1862 inderWeinwirtschaft 'Zelzcr" (vgl. Bilder Nr. 22 und 23) geboren. Als Mitbegründer und langjähriger Direktor des Schlierseer Bauerntheaters erlangte er zu seiner Zeit Weltruhm. Auf der Schießscheibe ist er in Tracht porträtiert. Die Karte ist in den Anfangsjahren des Ersten Weltkriegs geschrieben, wohl an einer Jahreswende, da Terofal für das neue [ahr von Gott 'Sieg und Frieden' erbittet.

Karte etwa 1915/16. (Vgl. Band 1,15 und 28.)

KUNZ·MEYER

MutNCHt:N

65 Vor dem Theaterbau in Schliersee ist die Truppe des Bauerntheaters aufgereiht: am Tisch rechts vorne sitzen XaverTerofal und seine Frau Anna, die aus Isen (siehe Bilder Nr. 49 und SO) stammte. Beide tragen, wie auch die übrigen Mitglieder des Ensembles, die als 'Schliersccr' oder 'Miesbacher' bezeichnete Tracht des Voralpenlandes, die allgemein als die klassische 'Gebirgstracht' gilt. Unter den jungen Frauen befinden sich auch die drei Töchter der Eheleute Terofal, die auf der nächsten Karte zu sehen sind.

Karte etwa 1920-193 O.

66 Neben Xaver undAnna Terofal sind hier die Töchter Fanny, Therese und Anna abgebildet. Fanny heiratete den Volksschauspieler Karl Mittermayer, der nach den Eheleuten Terofal das Theater leitete. Nach seinem Tod 1941 übernahm seine Witwe die Direktion. Sie baute nach einem Brand von 1947 das Theater wieder auf. Auf der Karte bringt XaverTerofal erneut seinen sehnlichen Wunsch nach Frieden und die allgemeine Verunsicherung zum Ausdruck: 'ßald heißt es, der Krieg kann nicht mehr lang dauern, dann heißt es wieder das Gegenteil...'

Karte datiert 1 S. April 1915.

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und seine Familie

67 Den Kaspar Stein hatten wir im Band 1 als jungen Burschen und alten Milchhändler gesehen. Hier haben wir ihn noch einmal, zu irgendeinem festlichenAnlaß: in seiner guten Joppe, mit den Ehrenzeichen für die Teilnahme an den Feldzügen 1866 (Kreuz) und 1870/71 (Medaille), sowie der Spange des Veteranendenkzeichens. Aufnahme um 1910.

(Vgl. Band I, SO und 56.)

68 Nur zu besonderen Festtagen stellten sich die Leute früher dem Fotografen. Hier ist es ein Brautpaar, das sich an seinem Ehrentag für die Verwandtschaft abkonterfeien ließ. Das weiße Kleid für die Braut war ersichtlich noch nicht Mode geworden; dafür trägt sie die Brautkrone, die in den Familien von Mutter auf Tochter vererbt und in Ehren gehalten wurde, dazu einen kräftigen Rosmarinzweig und einen reizenden Brautstrauß in Biedermeierart. Der Bräutigam ist in einen langen Gehrock mit Samtkragen gekleidet; auch er trägt, auf dem Aufschlag, einen Rosmarin und hält in der linken Hand einen flachen Hut. Der Stil der Kleidung entspricht der bürgerlichen Mode in einem kleinen Markt, wie es Dorfen um 1900 war.

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