Dorpat-Tartu in alten Ansichten

Dorpat-Tartu in alten Ansichten

Auteur
:   Erik Thomson
Gemeente
:   Dorpat-Tartu
Provincie
:   Estland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1753-1
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dorpat-Tartu in alten Ansichten'

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9. Seit im Jahre 1710 die erste Universität ihre Tore schloß, fehlte es nicht an Bernühungen um ihre Wiedereröffnung. Immerhin sollte noch fast ein Jahrhundert vergehen - eine Zeit, in der neben Dorpat auch Mitau in Kurland als Sitz einer künftigen Universität ins Gespräch kam -- bis der Plan verwirklicht werden konnte. Nach Bestätigung der Universitätsstatuten durch Alexander 1. von Rußland fand am 21. April 1802 in einem Gebäude am Großen Markt, das heute noch steht, die feierliche Eröffnung der neuen Universität, der Universitas Dorpatensis. statt.

10. Diese winterliche Aufnahme eines estnischen Heeresfliegers stamrnt aus dem Jahre 1922. Sie zeigt uns das geistige Zentrum von Dorpat: das Hauptgebäude der Universität, in den Jahren 1803/1809 errichtet. Auf seiner Rückseite, flankiert von den beiden Seitenflügeln des Hauptgebäudes, ist das Dach der Universitätskirche zu sehen. Diese Gebäude gehören zu den wenigen bedeutenden Bauten des alten Dorpat, die den Zweiten Weltkrieg unversehrt überstanden haben. Die Pläne für das Universitätsgebäude schuf der aus Schlesien stammende Universitätsarchitekt Johann Wilhelm von Krause,

11. Dort, wo sich heute das Hauptgebäude der Universität befindet, stand früher die alte Marienkirche aus dem 13. Jahrhundert. Sie wurde 1625 zur Garnisonskirche, 1632 Universitätskirche. Während des Nordischen Krieges zerstört, diente sie später als Steinbruch. Die bei den Ausschachtungsarbeiten für das neue Universitätsgebäude auf dem umliegenden Friedhof gefundenen Gebeine wurden bei dieser Gelegenheit in den Wallgraben umgebettet. Ein Gedenkstein bezeichnet ihre neue Ruhestätte. 1m Hintergrund erkennen wir auf diesem Bild den Turm der Sternwarte.

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12. Im Hauptgebäude der Universität, das im Jahre 1809 fertiggestellt wurde, spiegelt sich ein Stück Universitätsgeschichte. Es beherbergte die Universitas Dorpatensis, aus der viele berühmte Gelehrte hervorgegangen sind. Sie wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts einer drastischen Russifizierung unterzogen, die Stadt in 'Jurjew' umbenannt. Auf den Giebel des Gebäudes setzte man ein russisches Doppelkreuz, auch ein byzantinisches Glockentürmchen. Der Rückschritt der Leistungen der Universität war unverkennbar. 'Auf das Grab der Wissenschaft gehört auch ein Kreuz' sagte damals ein bekarmter Dorpater Theologe.

13. Im Jahre 1918 wurde Dorpat von deutschen Truppen besetzt, im September eine deutsche Universität eröffnet, die beim Zusammenbruch Deutschlands im November 1918 ihre Tore jedoch wieder schließen mußte. Die Universität wurde den Esten übergeben, konnte jedoch, da der Freiheitskrieg Estlands alle Kräfte des Landes in Anspruch nahm, erst am 1. Dezember 1919, ein Jahr nach der Übernahme von den Deutschen, als Universität Tartu des Freistaates Estland feierlich eröffnet werden. Der 1. Dezember gilt seitdem als ihr Jahrestag, der überall in der Welt, wo estnische Flüchtlinge in größerer Zahl leben, festlich begangen wird.

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14. Auf den Fundamenten des im Jahre 1704 zerstörten Bischofsschlosses errichtet, ist die Sternwarte, die diese alte Ansicht zeigt, mit heutigen Einrichtungen dieser Art verglichen, ein überaus bescheidenes Bauwerk; sie genoß jedoch bereits um die Mitte des 19. Jahrhunderts Weltruf. Der im Jahre 1810 von Johann Wilhelmvon Krause errichtete kreuzförmige klassizistische Bau, dessen Turm im Jahre 1824 seine heutige Gestalt erhielt, wurde durch den aus Altona gebürtigen Astronomen Friedrich Georg Wilhelm von Struve (1793-1864) berühmt. Struve wirkte hier von 1820 bis 1839 und rüstete die Dorpater Sternwarte mit den besten Beobachtungsinstrumenten der damaligen Zeit aus.

TARTU. Tähetorn, DORPAT. Sternwarte.

15. Die Dorpater Sternwarte beherbergte seit den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts der Welt größtes Linsenfernrohr, den Frauenhoferschen Refraktor, mit dem beachtliche wissenschaftliche Leistungen erzielt wurden. Struve verließ Dorpat im Jahre 1839, um die Leitung des Observatoriums Pulkovo bei St. Petersburg zu übernehmen. In Dorpat traten an seine Stelle Johann Heinrich Mädler (1794-1874) und, in unserem Jahrhundert, Ernst Öpik (geboren 1893), ein Astronom vom Weltruf, dessen 'Untersuchungen über die Fixsternsysteme' 1956 in Haarlem von der holländischen Gesellschaft der Wissenschaften preisgekrönt wurden.

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Anatomieuni

16. Das alte Anatomikum ('Theatrum Anatomicum'), im Jahre 1805 nach Plänen von Joharm Wilhelm von Krause erbaut, gehört zu den ältesten Gebäuden auf dem Domberg. Sein mittlerer Teil - die Rotunde in klassizistischem Stil - wurde durch den Anbau von Flügeln, die sich ihm halbkreisförmig anschlossen, später erweitert. Eine nochmalige Erweiterung durch den Anbau großer Eckhäuser, erfolgte in den Jahren 1856/1860. Seit dem Bestehen des Anatomikums fanden hier mehrere Lehrstühle der Medizinischen Fakultät ihren Platz: Anatomie und Pathologische Anatomie, Physiologie und Pharmakologie; viele bedeutende Gelehrte haben hier ihre Vorlesungen gehalten.

17. Die Gründung des Botanischen Gartens erfolgte bereits im Jahre 1803. Seine Fläche beträgt nur 3,28 Hektar. Auf seinem Gelände stand ehemals der Pulverturm, als Hügel noch erkennbar, der beim Angriff der Russen im Jahre 1704 erbittert umkämpft war. Im Botanischen Garten erinnert ein Gedenkstein an 'G.A. Germann. I. Direktor. 1803-1809'. Unter Kar! Friedrich von Ledebour (1785-1851) und Alexander von Bunge (1803-1890), bedeutende Botaniker, erlangte Dorpats Botanischer Garten Weltruhm. Ledebour, aus Stralsund gebürtig, erlangte durch seine 'Flora rossica' europäischen Ruf.

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18. Dieser 'Gruss aus Dorpat", zugleich Glückwunsch zum Neuen Jahre, wurde am 28. Dezember 1898 abgeschickt und am 13. Januar 1899 am Bestimmungsort, Wonsees über Kulmbach in Bayern, abgestempelt. Wir sehen auf der Karte (von links nach rechts) markante Bauwerke der Stadt: die Steinbrücke, die wir noch mehrfach sehen werden, die Domruine - nur schemenhaft über den Baumwipfeln zu erkennen, und das Hauptgebäude der Universität (mit dem Türmchen der Sternwarte im Hintergrund), darunter noch einmal die Domruine, hier den zur Universitätsbibliothek ausgebauten Altarchor.

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