Dorpat-Tartu in alten Ansichten

Dorpat-Tartu in alten Ansichten

Auteur
:   Erik Thomson
Gemeente
:   Dorpat-Tartu
Provincie
:   Estland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1753-1
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dorpat-Tartu in alten Ansichten'

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29. Heute steht die Steinbrücke nicht mehr. Als im Jahre 1941 der Krieg zwischen der Sowjetunion und dem damaligen Deutschen Reich ausbrach und der zunächst siegreiche Vormarsch der Deutschen Wehrmacht die baltischen Länder erreichte, wurde sie von der Roten Armee bei ihrem Rückzug in die Luft gesprengt und dabei völlig vernichtet. Heute führt an ihrer Stelle lediglich eine Fußgängerbrücke über den Fluß, die im Jahre 1959 dem Verkehr übergeben wurde.

TART,(!. Kivisild DORPAT. Steinbrücke

30. Hier sehen wir die Steinbrücke einmal aus einer ganz anderen Perspektive vom Ostufer des Embach aus. Wir sehen, daß der Verkehr über die Brücke auf den Großen Markt einmündet, an dessen entgegengesetztem Ende das Rathaus mit seinem barocken Türmchen gerade noch zu erkennen ist, während am linken Bildrand ein Teil des Kaufhofes, vom eifrigen Treiben eines Markttages umflutet, in das Bild hineinragt.

31. Im Mittelpunkt dieser Luftaufnahme - die eine Verlängerung des Bildes links darstellt - steht das Rathaus. Wir sehen aber nicht nur dieses, sondern überblicken den Großen Markt in seiner ganzen Ausdehnung und einen guten Teil der Innenstadt zu Füßen des Dornberges, der sich links oben andeutet. Am rechten Bildrand ragt das Hauptgebäude der Universität in das Bild. Vieles, was wir hier sonst noch vor uns ausgebreitet sehen, sieht heute ganz anders aus, insbesondere wurden die Häuser hinter dem Rathaus durch Kriegseinwirkung zerstört und nicht wieder aufgebaut, während Rathaus und Universität erhalten blieben.

32. An beherrschender Stelle und als Abschluß des Großen Marktes steht das Rathaus, das dritte an dieser Stelle, nachdem das erste zu Beginn des 17. Jahrhunderts, das zweite während des Nordischen Krieges völlig zerstört wurde. Es dauerte lange, bis an einen Neubau gedacht werden konnte, denn Krieg und Brand, Pest und Verschleppung der Bevölkerung hatten der Stadt in einem Maße zugesetzt, daß ihr Wiederaufbau sich verzögerte. Mit dem Bau des neuen Rathauses wurde im Jahre 1782 begonnen; sieben Jahre später war es fertiggestellt.

33. Hier sehen wir den Großen Markt, vom Rathaus aus fotografiert. Die Weitläufigkeit des Platzes wirkt durch seine Menschenleere und das Fehlen von Fahrzeugen besonders eindrucksvoll. Die klassizistischen Fassaden der Wohnhäuser, die an ihm liegen und zu denen auch ein Haus des Feldmarschalls Fürst Barclay de Tolly gehörte, verleihen dem Platz sein besonderes Gepräge. Er findet seinen eindrucksvollen Abschluß mit den Triumphbogen der Steinbrücke. Die Aufnahme stammt aus dem Jahre 1918.

TARTli. Raekoda DORF A:[. Rathaus

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34. Autor des Projekts und Leiter der Bauarbeiten bei der Errichtung des Rathauses war der aus Deutschland eingewanderte Baumeister J.H.B. Walter. Das Bauwerk gehört der frühklassizistischen Bauperiode an, mit der Abweichung allerdings, daß das Türrnchen barocke Züge aufweist. Estnische Kunsthistoriker sehen in den im 17. Jahrhundert in den Niederlanden verbreiteten Stadtpalästen große Vorbilder für das Dorpater Rathaus, das heute den Stadtsowjet der Deputierten der Werktätigen und das Exekutivkomitee beherbergt. Die hinter dem Rathaus sichtbaren Gebäude fielen dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer.

35. Die vier markantesten Gotteshäuser evangelisch-lutherischer Gemeinden in Dorpat zeigt diese Karte: die pseudogotische Petrikirche wurde in den Jahren 1882/1884 errichtet, während die Pauluskirche, in den Kriegsjahren 1915/1919 erbaut, ein Werk des finnischen Architekten Eliel Saarinen ist. Die aus dem frühen 14. Jahrhundert stammende Johanniskirche wurde ebenso wie die im Jahre 1842 vollendete Marienkirche während des Zweiten Weltkrieges zerstört. Beide Kirchen sind nicht wieder aufgebaut worden, während die beiden erstgenannten Kirchen heute wieder gottesdienstlichen Zwecken dienen.

Peetr ik irfk P erri k I rche

Jaanikirik Johanniskirche

Paulusikirik Pauluskirche

)Iaarjakink Marieuktrche

Tartu - Dorpat

36. Mit dem Bau der St-Johanniskirche wurde um das Jahr 1330 begonnen. Bilderstürme haben sie im Jahre 1525 heimgesucht; während des Nordischen Krieges hat sie stark gelitten. Sie wurde 1719/1721 wiederhergestellt, 1832/33 erneut repariert und umgebaut. Am 25. August 1944 ist die Kirche bei der Bombardierung der Stadt durch die Rote Armee niedergebrannt. Der Helm des monumentalen 61,5 Meter hohen Turrnes ist dabei eingestürzt, 1952 das Gewölbe des nördlichen Seitenschiffes mit der Nordwand und den Pfeilern. Ein Wiederaufbau der Kirche hat bis heute nicht stattgefunden.

37. Die St.-Johanniskirche ist ein mittelalterliches Bauwerk ersten Ranges. Sie weist im Gegensatz zu der meist herben Schmucklosigkeit der Bauformen in Estland ein ungewöhnliches Maß an skulpturalem Schmuck ihrer Backsteinfassaden auf. Die dreischiffige Basilika zeigte auch in ihrem Inneren neben Resten einer alten Bemalung einen Fries mit Terrakottaköpfen und Terrakottagruppen, wie sie anderweitig in der deutschen Backsteingotik nicht anzutreffen sind. Da bisher nichts Entscheidendes zur Erhaltung dieses einzigartigen Baudenkmals getan worden ist, dürfte es wohl dem allmählichen Untergang geweiht sein.

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38. Das starke Anwachsen der estnischen Stadtbevölkerung Dorpats erforderte um die Mitte des 19. Jahrhunderts die Errichtung einer neuen Kirche, die den Namen Marienkirche erhielt. Diese 'neue' Marienkirche - eine erste Kirche dieses Namens war im Jahre 1704 zerstört worden - wurde am 11. Januar 1842 geweiht und diente seit 1867 der Landgemeinde Dorpat als Gotteshaus, Im Jahre 1941, während der Kämpfe um die Stadt, wurde auch diese Marienkirche zerstört. Ihre Ruine wurde nach 1944 zur Turnhalle der Landwirtschaftlichen Akademie umgebaut.

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