Dorpat-Tartu in alten Ansichten

Dorpat-Tartu in alten Ansichten

Auteur
:   Erik Thomson
Gemeente
:   Dorpat-Tartu
Provincie
:   Estland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1753-1
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dorpat-Tartu in alten Ansichten'

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39. Im neugotischen Stil wurde die katholische Kirche errichtet, die uns diese Abbildung zeigt. Nachdem jahrhundertelang die katholische Kirche über zahlreiche Gotteshäuser und Klöster in Dorpat verfügt hatte, bereitete der Siegeszug der Reformation ihrer Vorherrschaft ein Ende. Als im Jahre 1582 die Stadt vorübergehend den Polen übergeben wurde, faßten noch einmal für kurze Zeit die Jesuiten festen Fuß in der Stadt, doch mit der Besetzung durch die Schweden unter König Gustav 11. Adolf wurde sie endgültig dem lutherischen Glauben zurückgewonnen. Die Zahl der Katholiken war seitdem in Dorpat nur noch gering.

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40. Am 31. Januar 1860 fand unter starker Beteiligung der Bevölkerung die Einweihung der Universitätskirche statt. Nach den erfolgreichen Bemühungen des damaligen Kurators des Dorpater Lehrbezirks, Senator Georg von Bradke (1796-1862) um die Begründung der Universitätsgemeinde, war am 28. August 1856 der Grundstein zur Kirche gelegt worden, die nach den Plänen des Universitätsarchitekten Rathhaus errichtet werden sollte. Die Kirche dient heute als Lese- und Studiensaal im Lehrbetrieb der Universität.

41. Die Universitätskirche erfuhr schon bald nach ihrer Einweihung im Jahre 1860 eine Verschönerung ihres Innenraumes. Nach Plänen des Rigaer Architekten M. Holst erhielt sie einen neuen Altar und eine neue Kanzel, die im Jahre 1868 zur Aufstellung gelangten und einige Jahre später durch Professor Theodosius Harnack, den Vater des bekarmten Berliner Theologen Adolf von Harnack, noch einige Verbesserungen erfuhren. Seit dem Zweiten Weltkrieg befinden sich Altar und Kanzel der Universitätskirche in der Kirche von Oberpahlen (Pöltsamaa) in Estland, wo sie pietätvoll erhalten werden.

42. Die estnische Pauluskirche wurde im Jahre 1919, als das estnische Volk noch seinen Freiheitskrieg um das Selbstbestimmungsrecht führte, nach den Plänen des finnischen Architekten Ellel Saarinen errichtet. Ihre schöne Altarskulptur stammt vom bekarmten estnischen Bildhauer Amandus Heinrich Adamson und stellt Christus und Maria Magdalena dar. Der Meister hat sie in den Jahren 1922/23 angefertigt. Die Kirche wurde im Jahre 1944 zerstört, in den Jahren 1959/60 jedoch wieder aufgebaut und 1966 erneut geweiht.

43. Die estnische Gemeinde der Marienkirche wuchs während des 19. Jahrhunderts in kurzer Zeit so stark an, daß am 27. Oktober 1867 beschlossen wurde, die Marienkirche solle der Landgemeinde, eine geplante Petrikirche der Stadtgemeinde als Gotteshaus dienen und damit eine Teilung vorzunehrnen, die mehr oder weniger auf dem Papier geblieben ist. Der Grundstein für die in neugotischern Stil erbaute Petrikirche wurde 1882 gelegt; die Kirche wurde am 16. September 1884 eingeweiht und dient auch heute als Gotteshaus. In ihrer Nähe befindet sich ein Gedenkstein. Er erinnert daran, daß an dieser Stelle im Jahre 1869 das erste All-estnisene Sängerfest stattfand.

44. Den Gebeinen der Toten, die beim Neubau des Hauptgebäudes der Universität im Jahre 1803 ausgegraben wurden und im Wallgraben eine neue Ruhestätte fanden, wurde nach einem Entwurf des Universitätsarchitekten Johann Wilhelm von Krause hier ein schlichtes Denkmal errichtet. Es ist das älteste Denkmal in Dorpat und trägt an seinen vier Seiten in estnischer, russischer, deutscher und lateinischer Sprache folgende Inschrift: 'Hier ruhen die Gebeine verschiedener Völker. Dorpat begrub sie vom XIII.-XVIII. Jahrhundert bei St. Marien. Auf ihren Gräbern gründete Alexander I. den neuen Wohnsitz der Musen. Man weihte ihnen diesen Ort der Ruhe. Juni MDCCCVr (1806).

45. Vier Denkmäler zeigt unser Bild: Carl Ernst von Baer (1792-1867), den berühmten Biologen, Begründer der modernen Embryologie und vielseitigen Gelehrten, Ernst von Bergmann (1836-1907), den Chirurgen von Weltruf und Leibarzt Kaiser Friedrich In. von Deutschland, Friedrich Robert Faehlmann (1798-1850), Arzt und Schriftsteller, Initiator der im Jahre 1838 begründeten Gelehrten Estnischen Gesellschaft, Willem Reimann (1881-1917). Diese hier abgebildeten Denkmäler gehören zu den ältesten der Stadt, die in den letzten Jahrzehnten nicht müde wurde, immer neue Persönlichkeiten durch die Errichtung von Denkmälern zu ehren.

46. Zu den bedeutendsten Gelehrten, die in Dorpat ihre letzte Ruhestätte gefunden haben, gehört Carl Ernst von Baer. Am 17. Februar 1792 auf dem Gute Piep in Estland geboren, wirkte Baer als Biologe, Anatorn, Entdecker des Säugetiereies, Forschungsreisender und Geograph ein ungewöhnlich vielseitiger Gelehrter, lange Jahre in Königsberg in Preußen und in St. Petersburg. Seinen Lebensabend verbrachte er seit 1867 in Dorpat, wo er am 16. November 1876 gestorben und auf dem alten St.-Johannisfriedhof beigesetzt worden ist,

47. Auf dem Domberg in Dorpat steht das Denkmal für den großen Gelehrten. Es wurde nach einem Entwurf des Bildhauers Alexander Opekushin (1841-1923) angefertigt, nachdem eine Geldsammlung Spenden aus aller Welt eingebracht hatte und ein internationaler Wettbewerb ausgeschrieben worden war, der nicht weniger als 24 Entwürfe für ein Denkmal erbracht hatte. Die Skulptur zeigt den Gelehrten und Denker als alten Mann. Das Denkmal wurde in St. Petersburg aus Kupfer gegossen und am 28. November 1886 - im zehnten Todesjahr des Gelehrten - feierlich enthüllt.

48. Hinter der Chirurgisohen Klinik auf dem Domberg wurde im Jahre 1913 ein nach einem Entwurf des deutschen Bildhauers A. Hildebrand (1847-1921) errichtetes Denkmal für den Chirurgen Ernst von Bergmann enthüllt. Diese Ehrung geht auf eine Initiative des Dorpater Chirurgen Werner Zoege von Manteuffel (1857-1926) zurück. Ernst von Bergrnann, am 16. Dezember 1836 in Riga geboren, wirkte von 1871 bis 1877 als Professor der Chirurgie in Dorpat, danach in Würzburg und seit 1882 in Berlin. Er hat sich durch die Einführung der Aseptik und als Begründer der Hirnchirurgie große Verdienste erworben und starb in Wiesbaden am 25. März 1907.

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