Dorpat-Tartu in alten Ansichten

Dorpat-Tartu in alten Ansichten

Auteur
:   Erik Thomson
Gemeente
:   Dorpat-Tartu
Provincie
:   Estland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1753-1
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dorpat-Tartu in alten Ansichten'

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79. Das Institutsgebäude der Universität an der Gartenstraße, auch 'Neue Universität' genannt, sehen wir hier in seiner ganzen Größe. Es beherbergte zahlreiche wissenschaftliche Einrichtungen, wie etwa das Zoologische Museum, das auf das bereits im Jahre 1802 gegründete Naturwissenschaftliche Kabinett der Universität zurückgeht. Auch das im Jahre 1810 gegründete Geologsiche Museum befindet sich in diesem Gebäude. Bei der großen Zahl der in Dorpat wirkenden Gelehrten und Forschungsreisenden ist es dabei nicht verwunderlich, daß Sammlungen von unschätzbarem Wert in diesen Museen zusammengetragen worden sind.

80. Wir sehen hier eine Zeichnung Rudolph Julius von zur Mühlens aus der Mappe seiner 'Dorpater Skizzen', im Jahre 1885 im Laakmann Verlag zu Dorpat erschienen. Es zeigt auf den Stufen zum Säulenportikus, der das Hauptgebäude der Alma mater Dorpatensis ziert, einen Mann von geradezu unnahbarer Schönheit und Würde, bereit zum Empfang von Exzellenzen. Wen die vier Köpfe in den Ecken dieses Blattes darstellen, vermag an dieser Stelle nicht gesagt zu werden; es ist dem Herausgeber leider nichts über sie bekannt, auch der Künstler selbst scheint sich über sie nicht geäußert zu haben.

81. Die Zierde des Hauptgebäudes der Universität ist seine Aula. In ihr fanden alle mit dem Leben der Universität verbundenen festlichen Veranstaltungen statt. Dern Spiegelgewölbe der Aula, dem aus 28 Säulen bestehenden Säulengang, der Balustrade der Galerie verdankt dieser Raum seine Schönheit. Seine Länge betragt 23 Meter, die Breite 14 Meter, die Höhe zirka 10 Meter. Säulen, Galerie und Balustrade sind aus Holz, die Säulen hohl; dieser Tatsache verdankt der Saal seine vorzügliche Akustik. Durch einen Brand im Hauptgebäude der Universität irn Jahre 1965 wurde die Aula stark beschädigt. Sie wurde jedoch in kurzer Zeit in ihrer ursprünglichen Gestalt wiederhergestellt; Iediglich die Kronleuchter, die unser Bild zeigt, wurden durch andere Beleuchtungskörper ersetzt.

82. Auf dem Dachboden des Hauptgebäudes der Universität befanden sich noch im 19. Jahrhundert fünf Karzer, in denen Studenten wegen geringfügigerer Vergehen für einige Tage bis zu einem Monat eingesperrt wurden. Durch einen Brand im Jahre 1965 sind diese 'historischen' Karzer zerstört worden. Mit diesem melancholischen Bild aus dem Dorpater Karzer beginnen wir hier eine Bilderfolge, die, wie es sich für eine Universitätsstadt gehört, dem studentischen Leben in der Musenstadt, die man das 'Heidelberg des Nordens', auch 'Embach-Athen' genannt hat, gewidmet ist.

83. Zu den ältesten Darstcllungen einer Mensur im alten Dorpat dürfte dieses Bild gehören, dessen Herkunft unbekannt ist und das mit der Angabe 'urn 1830' datiert ist. Nicht nur den Beteiligten sollten wir unsere Aufrnerksamkeit schenken, sondern auch das 'Beiwerk' beachten, wie etwa den schönen Ofen, die Ansätze zu einer Bibliothek, die altertümlichen Pfeifen an der Wand. Wir wissen nicht, wo diese Mensur geschlagen wurde, nichts weist auf die Zugehörigkeit der dargestellten Studenten zu einer der alten Dorpater Verbindungen hin.

84. Dieses Bild nun zeigt eine Mensur in Dorpat, rund ein halbes Jahrhundert später. Die vorsichtige Datierung auf der Rückseite des Bildes weist auf das 'Ende der siebziger Jahre' hin. Wie sehr hat sich das Bild gewandelt, vor allem hinsichtlich der Kleidung! In der Mitte zwischen etwa 1830 und 1930 stehend, und es ist interessant dies feststellen zu können, weist dieses Bild sehr viel mehr Gemeinsanikeiten mit 1930 auf, als mit 1830, wie jeder, der im alten Dorpat studiert hat, bezeugen kann.

85. Über eines der repräsentativsten Conventsquartiere im alten Dorpat verfügte die im Jahre 1821 gegründete Korporation 'Estonia'. Wie die anderen alten deutschen Verbindungen erlebte sie mit 127 Aktiven im Jahre 1885, also kurz vor der Russifizierung der Universität, einen Höhepunkt ihrer traditionsreichen Geschichte. In den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen hatte die estnische Korporation 'Rotalia' in dem stattlichen Gebäude ihren Sitz. Heute beherbergt es einen akademischen Verein.

86. An der Mühlenstraße irn alten Dorpat lag das Conventsquartier der Korporation 'Livonia', die, im Jahre 1822 gegründet, die Farben Rot-Grün-Weiß trug, Auch sie bestand bis zum Jahre 1939. Lang istdie Reihe jener Livonen, die es im späteren Leben zu hohem Ansehen in und außerhalb der Heimat gebracht haben, wie an einigen Namen gezeigt werden zoll. Livonen waren die Professoren Axel, Erich, Otto und Adolf von Harnack, die Astronomen August, Herrnann, Ludwig und Otto Wilhelm von Struve, der Philosoph Graf Hermann Keyserling und der bekannte Dichter Siegfried von Vegesack.

87. Der 'Livonia' gehörten an: der Indologe Leopold von Schroeder (Wien), der Chirurg Ernst von Bergmann (Berlin), der Jurist Axel Freiherr von Freytagh-Loringhoven (Breslau), der Publizist und Diplomat Julius .von Eckardt (Großvater Felix von Eckardts, Bundeskanzler Adenauers Pressechef), Hermann Hesse (Großvater des gleichnamigen Dichters und Nobelpreisträgers), der Kulturhistoriker Victor Hehn, der Geologe Gregor von Helmersen. Das Bild zeigt den Saal im Conventsquartier der 'Livonia' mit dem Korporationswappen, Die eisernen Läden an den Fenstern stammen aus dem Revolutionsjahr 1905/06.

88. Da die schmucken Zweispänner in der Mühlenstraße vor dem Conventsquartier der 'Livonia' stehen, dürfte es sich auf diesem Bild um Livonen handeln, die sich auf eine Ausfahrt vorbereiten. Wie ein Bliek in das Album der Korporation zeigt, haben der 'Livonia' im Laufe ihrer Geschichte auch einige Esten angehört, wie zum Beispiel Jakob Hurt (1839-1906), der Begründer und Präses der 'Gesellschaft estnischer Schriftsteller' (Eesti Kirjameeste Selts).

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