Dortmund - Bövinghausen in alten Ansichten

Dortmund - Bövinghausen in alten Ansichten

Auteur
:   Inge Nieswand
Gemeente
:   Dortmund-Bövinghausen
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2120-0
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dortmund - Bövinghausen in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Seit einigen Jahren gibt es in Bövinghausen den Volkshochschulkursus 'Auf den Spuren der Stadtteilgeschichte Bövinghausen'. Die Fotos, die von den Teilnehmern zusammengetragen wurden, bildeten den Grundstock zur Ausstellung anläßlich der 1 IOD-Jahrfeier. Während dieser Ausstellung kamen noch weitere Fotos ans Tageslicht. Es wäre schade, diese Schätze wieder in Truhen und Kästen verschwinden zu lassen; sie sollten einer breiten Öffentlichkeit zugänglich sein, daher dieses Buch.

Mein Dank gilt allen, die beim Sammeln geholfen haben. Es sind die Familien Jünger, Vierschilling, Mäder, Boehnke (Huge), Voß, Glitza, Wierhake, Askamp, Prein, Grewe, Mittelviefhaus, Schürmann, Kowalke, Beckmann, Koch, Siwek, Rosteck, Leineweber, Krumme, Windau, Hedtke, Fastbinder, Oecking, Stumpe, Svenson, Pidun, Mummedey und Berger. Ein ganz besonderer Dank gilt Herrn Paul Jünger, der die Texte auf sachliche Richtigkeit überprüft hat, denn er ist ein lebendes Geschichtsbuch für unseren Ort.

Das Buch widme ich meinem Mann, einem gebürtigen Bövinghauser, und meinen Kindern, ebenfalls von Geburt an Bövinghauser. Ich danke ihnen für die Geduld, mit der sie die Unordnung in unserem Wohnzimmer während der Zeit des Entstehens dieses Buches ertragen haben.

1 100 Jahre Bávinghausen

In Throtmanni liber homo Arnoldus VIII denarios

solvit - In Dortmund zahlt uns der frete Mann Arnold acht [Silberl-Pfennige, so heißt es im Heberegister des Klosters Werden aus dem Jahre 882. Und ein paar Zeilen weiter: In Bëvinghausen zahlt Waldger von einer halben Hufe (halbe Hofstelle} 10 Scheffel Roggen und acht Pfennig Heerschilling. Aufgrund dieser ersten urkundlichen Erwähnung können die ehemals Freie Reichs- und Hansestadt Dortmund und der Vorort Bövinghausen auf eine I lOOjährige Geschichte zurückblicken. So begingen sie 1982 ihr 1100jähriges Bestehen. Über viele Jahrhunderte hinweg bestimmten die beiden Gemeinden ihre Geschicke für sich allein. Erst 1928 wurde der entscheidende Schritt besiegelt und Bövinghausen mit der Stadt Dortmund vereint.

Aus der frühen Geschichte Bövinghausens gibt es nicht allzuviel zu berichten, die meisten Erwähnungen bezogen sich auf Steuer- oder Gerichtsakten. Eine erwähnenswerte Begebenheit trug sich 1617 zu.

Joharm Hubbert der Ältere stiftete den Erlös aus dem Verkauf dreier Flecken (Land) auf der Lindenbicke an Johann Cloestermann aus Bövinghausen den Armen des Ortes. Als Treuhändler setzte er ein 'zwei gute und ehrbare Männer, Johann Schulte zu Rade und Melchior Haacke'. Ausgefertigt wurde das Vermächtnis durch den Schulmeister und Köster zu Castrop, Röttger Schnütkern, Zeugen waren Wilhelm Röver zu Castrop und Johann Cloestermann.

Vor 1800 gehörte Bövinghausen als Teil des Kirch-

spiels Lütgendortmund zum Oberamt Bochum. Diesern Oberamt stand ein Droste vor, der dann später Amtmann genannt wurde. Seine Ernennung erfolgte durch den Landesherrn aus einer der adligen Familien der Umgegend. Zu seinen Obliegenheiten gehörte es auch, die Abgaben und Gefälle einzuziehen. Ihm unterstand auch die Verwaltung der Polizei. Der Droste ernannte den Vollziehungsbeamten, damals Frone genannt. Das Richteramt wurde von einem besonderen Richter versehen, Sitz des Amtes und des Amtmanns war die Stadt Bochum. Ein Amtsschreiber besorgte die Schreibarbeiten. Die Verordnungen wurden sonntags im Gottesdienst verlesen oder durch Anschlag an der Kirchentür bekanntgegeben.

Im Jahre 1818 lebten 147 Personen in 16 Häusern in der Bauernschaft Bövinghausen und der Bövinghauser Landwehr, 1849 waren es 181 Einwohner in 21 Häusern.

Den großen Aufschwung nahm Bövinghausen durch die Kohle. In näherer Umgebung wurden 1853/54/55 drei Zeehen eröffnet und 1878 die Emschertalbahn gebaut. Aber richtig los ging es, als 1898 der erste Spatenstich zum Bau der Zeche Zollern II getan wurde. Die Zeche brauchte Arbeiter, sie wurden in Ostpreußen, Westpreußen und Schlesien angeworben. Die Arbeiter brauchten Wohnungen, es begann eine rege Bautätigkeit. Die Einwohnerzahl stieg von 531 im Jahre 1895 auf 1 124 im Jahre 1900 und 2 168 im Jahre 1905, 1910 waren es 4 698, einschließlich der

eingemeindeten Einwohner Westrichs. Der Bahnhof mußte erweitert werden, Schulen und Kirchen wurden gebaut, der Ort blühte.

Im Jahre 1928 wurde Bövinghausen nach Dortmund eingemeindet. Es hatte zunächst ein heftiges Tauziehen um Bövinghausen stattgefunden. CastropRauxel, Bochum und Dortmund, alle drei hätten Bövinghausen gern bei sich aufgenommen. Bövinghausen entschied sich für Dortmund. Allerdings gingen Teile des Ortes an die beiden Nachbarstädte, was alte Bövinghauser noch heute mit Wehmut erfüllt.

Der Zweite Weltkrieg hat auch Bövinghausen nicht verschont, wenngleich die Schäden mit den Zerstörungen in der Innenstadt nicht zu vergleichen waren. Inzwischen ist die Zeche stillgelegt, am 1. Oktober 1954 wurde der letzte Kohlenwagen gefördert, 1966 wurden auch die Seilfahrt und Materialförderung eingestellt. Dennoch bleiben Bövinghausen und Zollern eng miteinander verbunden. Der Name Bövinghausen wird durch das im Aufbau befindliche Industriemuseum Zollern über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt werden. Im ehemaligen Verwaltungsgebäude der Zeche ist bereits die Forschungsstelle der Volkswagenstiftung zur Erhaltung von Baudenkmälern eingerichtet worden. Die 'Alte Kolonie Zollern II' wird zur Zeit modernisiert und im alten Stil wieder hergerichtet. Bald wird Bövinghausen ein lohnendes Ausflugsziel sein.

" B'" h e (bovin k husun) gemeinsam mit Dortmund in der Hebeliste des

1. Erste Erwähnung von ovmg aus n

Klosters Werden,

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Bd' nhof

2. Herzlich Willkommen im Bövinghausen der Jahrhundertwende! Steigen Sie ruhig aus, Sie irren sich nicht. Der Bahnhof Merklinde gehört zu Bövinghausen. Als 1878 die Emschertalbahn gebaut wurde, erhielt die Station den Namen Merklinde (siehe Foto 3). Dieser Name wurde erst 50 Jahre später bei der Eingemeindung nach Groß-Dortmund in 'Bahnhof Bövinghausen' geändert. Die Emschertalbahn führt vom Dortmunder Hauptbahnhof über Huckarde, Rahm, Matten, Lütgendortmund, Bövinghausen, Castrop und Wanne-Eickel nach Oberhausen.

3. Dieses Foto Ist leider nicht von guter Qualität. Es wurde einer Zeitung entnommen, das Original ist nicht mehr aufzufinden. Da es jedoch das einzige vom alten Bahnhof ist, erscheint es mir wichtig, veröffentlicht zu werden. Mitten im Feld, dort wo später das Gemeindegasthaus gebaut wurde, stand ein aus Brettern gebautes Stationshäuschen, ein Schuppen für Güter, ein Schuppen für die Draisine und zwei Weichenstellerbuden. Personen- und Güterverkehr waren in einer Dienststelle zusammengefaßt. Es gab ein Nebengleis für den Güterverkehr. Die Bahn teilte den Ort in zwei Hälften, der Übergang war an der heutigen Uranusstraße,

4.-5. 1. August 1898, dieses Datum brachte die einschneidende Wende im Leben der Gemeinde Bövinghausen. An diesem Tage erfolgte der erste Spatenstich zum Bau der Zeche 'Zollern I1'. Durch den Einsturz des Schachtes verzögerten sich die Bauarbeiten, so daß erst 1900 die Kohleförderung aufgenommen werden konnte. Den ersten Förderwagen voll Kohle brachte man dem Gemeindevorsteher Holthaus. Im Jahre 1900 betrug die tägliche Förderung 400 bis 500 Wagen Kohle, 1940

waren es 2 700 bis 3 000 Wagen mit je 0,85 Tonnen täglich. Während zunächst 30 bis 40 Pferde unter Tage gehalten wurden, stellte man 1910 aufBenzolmaschinen und 1914 aufElektromaschinen um. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Zeche nicht zerstört. Am 1. Oktober 1954 wurde der letzte Kohlenwagen gefördert, 1966 wurden auch die Seilfahrt und Materialförderung eingestellt. 'Zollern H' soll als Industriemuseum weiterleben.

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aOVINGHAUSEN

Zeche Zollern 2

6. Über den Grubenweg gingen die Bergleute zur Zeche, In der Bildmitte ist die Hauptverwaltung zu sehen. In diesem Gebäude ist heute die Forschungsstelle der Volkswagen-Stiftung zur Erhaltung von Baudenkmälern untergebracht. Die Schornsteine, Fördergerüste und Kühltürme stehen leider nicht mehr.

7. Ein ganz seltenes Foto. Die Beamten und Angestellten der Schachtanlage 'Zollern II' haben sich im September 1930 aus Anlaß des Ausscheidens des Betriebsführers Herrn Bobeth fotografieren lassen. Der Überbau (Tulpe) über der Eingangstür zur Maschinenhalle dürfte nur noch auf wenigen Fotos zu sehen sein. Von links nach rechts, hintere Reihe: Kastrup, Sander, Leineweber, Vortmeier, Hohmann, Brinkrnann, Quisbroek, Pöting, Eichmann, Dohle, Böhm, Moskwa und D. Schmitz. Vor ihnen: Schwettmann, Rommeswinkel, Albach, Hennecke, Moitzheim, Rech, Meyer, Kaldich, Lindemann, Heimann, Spang und Gießmann. Vor ihnen: Scharpenberg, Biemer, Hötzel, Golkowski, Bobeth, Oecking, Schenk, Hartke, Hackmann, Glebe, Rehpöhler, Kronsbein, F. Schmitz und Simonmeier. Vordere Reihe: Pappert, Grüe, Redeeker, Keimer, Loh, Scharf, Dr. Randebrock, Müller-Klönne, Hansberg, Droop, Dietzel, Munk und Burges.

8. Kernstück des neuen Industriemuseums wird die ehemalige Maschinenhalle von 'Zollern Il' sein. Im Gegensatz zu der alten Gepflogenheit, Betriebsanlagen ohne Rücksicht auf das äußere Ansehen zu errichten, hat man hier die Schönheitsregeln der Baukunst zur Geltung kommen lassen. Man sagte sich, daß der Bergmann, dem man in den neuen Kolonien ein behagliches Heim zu schaffen bemûht ist, es angenehm empfinden mûsse, auch an der Arbeitsstelle schöne Bauten und große und luftige Räume zu haben. Man wollte, ohne die Zweckmäßigkeit der Anlagen zu beeinträchtigen, auf das ästhetische Empfinden fordernd einwirken. So schrieb der damalige Werksdirektor, Herr Bergassessor Randebrock, in der Fachzeitschrift 'Glückauf' 1905 über die neuerrichtete Schachtanlage 'Zollern Il'.

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