Dortmund - Wickede - Asseln in alten Ansichten

Dortmund - Wickede - Asseln in alten Ansichten

Auteur
:   Werner Hartwig
Gemeente
:   Dortmund-Wickede-Asseln
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1906-1
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dortmund - Wickede - Asseln in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Beginnen wir sofort mit dem Wichtigsten: dem Hellweg. Der Hellweg ist jene uralte Heeres- und Handelsstraße, welche in Duisburg begann und über Dortmund, Unna, Soest und Paderborn nach Höxter an der Weser führte. Zwischen Dortmund und Unna reihen sich die Hellwegdörfer wie Perlen einer Kette aneinander: Körne, Wambel, Brackel, Asseln, Wiekede und Niederrnassen.

Der Hellweg und die Landwirtschaft prägten jahrhundertelang das Leben in unseren Gemeinden. Einen Umbruch gab es in der zweiten Hälfte des 19. J ahrhunderts, als Industrie und Technik auch WickedeAsseln erfaßten. Nun gab es den Bergbau, die Eisenbahn, eine Post, Straßenbahn, elektrischen Strom (1906), Gas (1905/06), Geschäftshäuser, viele neue Erwerbszweige und Einkommensquellen. Die Einwohnerzahlen stiegen durch starke Zuwanderungen aus den damaligen östlichen deutschen Provinzen Ostund Westpreußen sowie Posen sprunghaft an. Aus dieser Zeit des Aufbruchs in das Industriezeitalter stammen die Fotos dieses Buches. Obwohl Wiekede und Asseln den Zweiten Weltkrieg recht glimpflich überstanden haben, wurde in den letzten zwei Jahr-

zehnten viel abgerissen oder auch neu gebaut. Daher hat sich das Aussehen der Orte in dieser Zeit stärker verändert als früher in Jahrhunderten. Man kann feststellen, daß auch ohne Kriegszerstörungen von den Baulichkeiten der alten Ortskerne, wie sie sich um die Jahrhundertwende darboten, nur noch wenig vorhanden ist. Deshalb ist es an der Zeit, das damalige Aussehen unserer Orte im Bild festzuhalten!

Wickede hatte 1885 nach einer amtlichen Statistik 1952 Einwohner, Asseln im Jahre 1880 sogar einige mehr, nämlich 2307. Die damaligen Einwohner hatten es sicherlich auf einem Gebiet besser als wir: man wurde zusammen groß und jeder kannte jeden. Man freute sich mit den Nachbarn oder litt mit ihnen. Man feierte gemeinsam frohe Feste und war eingebettet in eine große Dorfgemeinschaft. Die Kornmunikation untereinander funktionierte noch! Heute haben die Dortmunder Vororte Wiekede und Asseln zusammen 26 291 Einwohner (1979), aber die meisten Neubürger 'wohnen' hier nur, ansonsten hat eine große gegenseitige Anonymität umsichgegriffen. Deshalb ist es nicht nur Zweck dieses Buches, Ortsgeschichte für kommende Generationen zu bewahren

oder bei Eingesessenen alte Erinnerungen wachzurufen, sondern auch zugleich den Neubürger anzusprechen, damit er seinen Wohnort verstehen, lieben und schätzen lernt. Er soll begreifen können, warum heute manches gerade so und nicht anders ist. Daher hat der Verfasser mit Absicht möglichst viele zusätzliche Informationea in den Bildtext eingearbeitet und hofft, mit diesem Buch etwas zur Integration unserer Neubürger beizutragen!

Der politische Werdegang von Wiekede und Asseln ist größtenteils identisch. Die Anfänge beider Orte liegen im Dunkeln, aber es kann als sicher angesehen werden, daß hier schon zu spätrömischer Zeit Menschen wohnten; darauf deuten Münzfunde in beiden Ortschaften hin. Eine planmäßige Besiedelung scheint dagegen erst zu fränkischer Zeit stattgefunden zu haben. Im 9. Jahrhundert wurden beide Orte erstmalig urkundlich erwähnt. Beide gelangten 1243 in den Besitz des Grafen von der Mark und Anfang des 17. Jahrhunderts über Erbschaft an das Kurfürstentum Brandenburg und damit später zum Königreich Preußen. Am 1. April 1928 wurden Wiekede und Asseln von Dortmund eingemeindet.

Rechtzeitig zur offiziellen Jubiläumsfeier im Jahre 1982, anläßlich der 1100jährigen Wiederkehr der urkundlichen Ersterwähnung Asselns, erscheint dieses Buch, wobei der Verfasser hofft, damit auch einen kleinen Beitrag zur Ausgestaltung des Jubiläums getan zu haben.

Aus der Vielzahl der vorliegenden Fotos konnte leider nur eine begrenzte Anzahl herausgegriffen werden, so daß viele durchweg veröffentlichungswürdige Abbildungen übrigblieben, die eventuell den Grundstock für einen Folgeband bilden könnten, falls dieses erste Werk wohlwollend aufgenommen wird. Zugleich soll all denen gedankt werden, die beim Zustandekommen dieses Buches mitgeholfen haben ..

Die meisten Fotos wurden vor 70-80 Jahren aufgenommen. Daher beruht ein großer Teil der dazugehörigen Texte auf Aussagen und Informationen älterer Mitbürger, denn gedruckte Quellen stehen nur sehr begrenzt zur Verfügung, Achtzig Jahre sind aber eine lange Zeit, und manches ist vergessen , anderes verschwimmt in der Erinnerung! Dieses bittet der Verfasser zu berücksichtigen, falls sich sachliche Fehler eingeschlichen haben sollten.

Zeche Holstein

Gruß aus Wlckede-Asseln

1. Diese alte Postkarte zeigt die beiden maßgeblichen Faktoren, welche früher das Leben in Wiekede und Asseln prägten und bestimrnten: den Hellweg sowie die Industrie in Gestalt zweier Zeehen 'Holstein' in Asseln und 'Massen' in Wickede. Die beiden Hellwegaufnahmen entstanden in Wickede zwischen dem Rübenkamp und der Eichwaldstraße.

2. Gesamtansicht Wiekedes um 1930 von der höher gelegenen südlichen Feldmark aus, Das Foto wurde westlich des Gutes Schorlemmer aufgenommen. Man erahnt wieder die überragende Bedeutung des Hellwegs, denn die Bebauung scheirit wie ein schmales Band ven links nach rechts durch das Bild zu laufen. Im linken Drittel erkennt man den Turm der evangelischen Johanneskirche und vorn die Fronten der am Rübenkamp stehenden Häuser. Dieser Straßenteil hieß früher Winkelweg. Davor verläuft die Eisenbahn.

Gruss aus ët,"ln f!ina"'nh~r fh. Lind cm ac-.

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3. Auftakt soll ein Spaziergang über den alten Wiekeder Hellweg sein, wobei der Ort anhand alter Postkartenansichten vorgestellt wird. Beginnen wir im Westen an der Asseiner Grenze. Dort lag das bekannte Restaurant 'Lindenhof' von Theodor Lindemann. Die Postkarte stammt von 1905 und zeigt vor dem Gebäude das Gartenrestaurant mit einer gepflegten Hecke zur Straße hin. Diese war sicherlich nur als Schattenspender gedacht, denn Autos und Abgase gab es noch nicht und selbst die Straßenbahn kam erst ein Jahr später. Wir sehen ferner das Restaurant-Innere sowie das Gesellschaftszimmer mit Billard. Preußisch exakt sind Tische und Stühle ausgerichtet, und von der Wand blickt der unglückliche 88-Tage-Kaiser Friedrich III.

Klubzimmer

Tennisplatz

4. Diese Postkarte stammt ebenfalls vom 'Lindenhof", wurde aber ungefähr 25 Jahre spater geschrieben. Oben sehen wir wieder die Vorderfront des Gebäudes. Das Gartenrestaurant zur Straße hin ist verschwunden. Auf der linken Seite hatte sich um 1925 ein Delikatessengeschäft niedergelassen, welches aber schon bald schließen mußte. Um 1930 war hier das Wachlokal der Pohzei. Unten sehen wir den ersten Tennisplatz Wiekedes. welcher 1926 von einer Interessengemeinschaft in Eigenhilfe errichtet worden war, wobei der Wirt Lindemann das Grundstück zur Verfügung gestellt hatte. Zugleich baute er einen kleinen Saalanbau, damit die Tennisfreunde auch zünftig feiern konnten. Wir sehen dieses 'Klubzimmer' in Bildmitte.

5. Wenn man nach 1906, als die Straßenbahn schon fuhr, vom 'Lindenhof in östliche Richtung zum Ortszentrum schaute, so bot sich dem Betrachter dieses Bild: links erkennt man eine Ecke des Hohmannschen Hauses und dahinter die hohe Giebelwand des Gebäudes von Rektor Küppermann (heute Hofmann). Dahinter liegen die Besitzungen von Wiesmann und Grewe. Rechts stehen die Häuser Hellmuth, Bleidick und Becker. Am 11. April 1945 warfen die Amerikaner an dieser Stelle Splitterbomben. Sieben Tote waren zu beklagen, unter ihnen Herr Bleidick sowie Rektor Küppermann. Obwohl der Hellweg auch damals schon eine Hauptverkehrsader war, ist davon auf der Abbildung noch nicht viel zu merken.

6. Diese Postkarte ist die bisher älteste Ansichtskarte aus Wiekede und wurde 1901 abgestempelt. Die Aufnahme wurde aus den östlichen Giebelfenstern des Büsgenschen Hauses (heute Wiekeder Hellweg 28) gemacht. Der Hellweg ist noch nicht ausgebaut und anstelle einer Kanalisation gibt es beiderseits tiefe Gräben. In der Mitte, mit einer Kutsche davor, liegt die Gaststätte Stiepelmann, rechts daneben der Bauhof, denn Stiepelmann war nicht nur Wirt, sondern auch Bauunternehmer. Auf der Abbildung unten links sehen wir das Geschäftshaus von Daniel Dülken, heute Metzgerei Sprenger, und daneben das Krieger-Ehrenrnal von 1864-1866 und 1870/71 mit der Viktoria. Es hatte 250 Taler gekostet und war 1871 eingeweiht worden.

Wickede·

Hel1wegnraße

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7. Diese Ansicht entstand ungefähr 200 Meter weiter östlich in gleicher Himmelsrichtung. Im Hintergrund ist der Turm der Johanneskirche zu erkennen. Links liegt das alte Düddersche Haus, welches inzwischen einem Neubau weichen mußte, und dahinter die Backhaussche Besitzung, heute Schumacher. Danach folgt das Gebäude mit dem Laden des ehemaligen Pferdernetzgers Lampersbach. Die Straßenbahn befindet sich in Höhe des alten Mailandschen Besitzes (heute Shell- Tankstelle). Davor mündet rechts der Rübenkamp in den Hellweg ein. Östlich davon, wo heute ein Parkplatz an der Fußgängerampelliegt, gab es früher Garten- und Weideland, von einer Hecke säuberlich eingefaßt.

8. Auf der westlichen Ecke Rübenkamp/Hellweg lag früher der Oesingmannsche Bauernhof. Er mußte weichen, als die neue katholische Kirche 'Vorn Göttlichen Wort' errichtet wurde. Heute gibt es hier Parkplätze sowie das Ärztehaus mit der Marien-Apotheke. Im Hintergrund erkennt man das alte Lohsträtersche Fachwerkhaus,

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