Dresden in alten Ansichten

Dresden in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Rudolf Förster
Gemeente
:   Dresden
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1846-0
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dresden in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Dresden - am EIbebogen zwischen der romantischen Sächsischen Schweiz und den sanften Hängen der Lößnitz gelegen, von schattigen Wäldern umgeben, hat seit jeher einen besonderen Reiz auf seine Besucher ausgeübt und sich die treue Liebe derer erworben, die Dresden ihre Heimatstadt nennen dürfen.

Mit dem Bilde auf dem Einband, das Julius Otto Fritzsche 1910 vorn Treiben auf dem Weihnachtsmarkte um den Goldenen Reiter inmitten des Neustädter Marktes malte, möge der Betrachter der alten Dresdner Ansichten in das Leben der Stadt am Anfang unseres Jahrhunderts eingestimmt werden. Zur Jugendzeit unserer Großväter hatte sich die sächsische Hauptstadt zu einer charakteristischen deutschen Großstadt entwiekelt und sich dennoch ihre in jahrhundertelanger Geschichte erworbenen Schönheiten erhalten.

Die Stadt war neben der markgräf1ich-meißnischen Burg auf dem Taschenberge, wo heute das Schloß steht, begründet worden und übernahm ihren Namen von dem sorbischen Fischerdorfe der dresdany, der 'Sumpfwaldleute' , das mit seiner Kirche, die am Platz der heutigen Frauenkriche stand, außerhalb der Mauern der deutschen Stadt blieb. Urkunden, die Dresden erwähnen, sind aus den Jahren 1206 und 1216 erhalten; die Stadtrechte mit Bürgermeister- und Schöffenwahl finden wir vom Landesherrn 1292 ausdrücklich bestätigt. Das kleine Städtchen brauchte aber noch zweihundert Jahre, ehe es mit der alten Elbhandelsstadt Pirna konkurrieren konnte und wirkliche Bedeutung erlangte die Stadt erst nach 1485, als die wettinischen Markgrafen von Meißen und Herzöge von Sachsen Dresden zu ihrer Residenzstadt erwählten. Unter Herzog Moritz begann der Ausbau Dresdens, zumal er 1547 die Kurwürde erlangen konnte. Recht resolut zwang der neue Kurfürst 1549 auch die Ratsherrn von Alten-

dresden, das seit 1403 eigene Stadtrechte besessen hatte, sich mit Neudresden zu einer Stadt zusammenzutun; aber es war wohl vor allem sein Bruder und Nachfolger August, dessen Regierungszeit Dresden die ersten Ansätze für die spätere Bedeutung und Pracht der kurftirstlich-sächsischen Hauptund Residenzstadt zu danken hat. Mit seiner 1560 begründeten Kunstkammer begann der Weg Dresdens zur Sammlungsstätte unschätzbarer Werke der Weltkunst.

Über 100 Jahre nach ihm kam mit Friedrich August 1. ein Kurfürst in Dresden zur Regierung, der bis zu seinem Tode 1733 vor allem mit seinem Baumeister Matthaeus Daniel Pöppelmann der Residenzstadt jenes Gesicht als Barockstadt gab, das bis in unsere Tage ihren weltweiten Ruf begründet. Seine großen politischen Ambitionen konnte er durch den Erwerb des Titels August H., König von Polen, nur teilweise befriedigen und auch bei seinen Kriegszügen war er wenig erfolgreich. Für ihren anspruchsvollen Landesherrn mußten die Untertanen zwar viel Geld aufbringen, die Bemühungen um dessen Beschaffung brachten andererseits aber auch das Manufakturwesen und den Handel in Gang, sie führten sogar zur Erfindung des Böttcherporzellans, Seine sicher kostspieligen, aber eben vor allem prächtigen Ideen und seine Bauaufträge ließen den einmalig schönen Zwinger erstehen - und regten wohl auch die Bürgerschaft an, sich von ihrem Ratszirnmermeister George Bähr die herrliche Frauenkirche erbauen zu lassen - und schließlich entstand nach Vorstellungen Augusts an der Stelle des fast völlig abgebrannten Altendresden die 'Neue Stadt by Dresden'. Daher kam es auch, daß Neudresden bald die Altstadt genannt wurde. Der Sohn, als Kurfürst von Sachsen Friedrich August H., als Polens König August III., füllte die Schatzkammer Dresden weiter mit Kunstschatzen aus ganz Europa an - die barocke Kunststadt

Dresden blieb uns als Erbe dieser 'augustäischen' Zeit, auch die verheerende Beschießung durch den großen Friedrich von Preußen 1760 konnte daran nichts mehr ändern.

Im 19. Jahrhundert erging es Sachsen nicht allzu gut. Napoleon belohnte den Kurfürsten für den Eintritt in seinen Rheinbund mit der Erhebung zur Majestät - König von Sachsen; doch dafür mußten 20 000 sächsische Soldaten im russischen Feldzuge des Eroberers elend untergehen und der Wiener Kongreß 1815 gab ihrem König nicht einmal die Hälfte seines Landes zurück. Als sich die deutschen Fürsten in Bismarcks preußisch-deutsches Kaiserreich einvernehmen ließen, nahm das kleine Sachsen nur den 36. Teil der Fläche des neuen Reiches ein, stellte aber fast den 13. Teil an Bürgern. Darin zeigte sich auch die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und die Hauptstadt des sächsischen Königreiches ging dem 20. Jahrhundert schon als eine moderne Großstadt entgegen.

Unsere Ansichten von Dresden, wie es damals war, sollen die Gedanken in diese Zeit zurückführen; die kleinen Texte möchten helfen, die Bilder in die Welt von damals und in den historischen Ablauf einzuordnen. Vor allem solche Ansichten und Szenen wurden ausgewählt, die wir heute nicht mehr zumindest nicht mehr so - sehen können. Denn das war die Tragik dieser Stadt, daß nicht nur die Modernisierung das Bild der Stadt und des Lebens ihrer Bürger verändert hatte: die furchtbare, totale Zerstörung der historischen Innenstadt von Dresden und der Tod so vieler seiner Bürger infolge der Bombardierungen am 13. und 14. Februar 1945 durch englische und amerikanische Geschwader schien danach alle Bilder Dresdens nur noch als traurige Erinnerung gelten zu lassen. Die Bürger dieser Stadt haben es nicht geduldet und es gibt wieder, allen schmerzlichen, unwiederbringlichen Ver-

lusten zum Trotze, das historische Elbflorenz und die moderne Großstadt Dresden, Zentrum des gleichnamigen Bezirkes in der Deutschen Demokratischen Republik.

Dresden hat eine Anziehungskraft von eigener Art. Die Harmonie von Stadt und Landschaft, von Architektur und Kunst, Wissenschaft und Industrie, vom liebevollen Bewahren der Traditionen und jugendlicher Aufgeschlossenheit für das Morgen, diese Grundzüge Dresdens haben sich durch Jahrhunderte behauptet und bestimmen sein heutiges Gesicht. Diese Stadt entläßt ihre Burger nicht, mögen sie wohin auch immer gezogen sein, sie bleiben Dresdner und fühlen sich verantwortlich für den Frieden ihrer schönen Stadt.

QUELLENNACHWEIS:

Titelbild, Nr. 1, 14, 18,23,29 - 31, 33, 38, 42, 51, 54, 55, 60, 86, 111, 116, 117: Museum für Geschichte der Stadt Dresden, Bildarchiv.

Nr. 6 - 10, 12, 15 - 17, 19 - 21, 25 - 28,32,36,37,39 - 41, 44, 49, 52, 53, 59, 62 - 64, 67, 69, 72, 74, 75, 77 - 80, 8284,90,93 - 97, 99 - 101, 103, 106 - 110, 112, 113,115:

Museum für Geschichte der Stadt Dresden, Post- und Ansichtskartensammlung.

Nr. 114: Museum für Geschichte der Stadt Dresden, Sammlung zur Geschichte der Feuerwehr.

NI. 2 - 5, 11, 13, 22,24,34,35,43,45 - 48, 50,56 - 58,61, 65,66,68, 70, 71, 73, 76, 81, 85, 87 - 89, 91,92,98,102, 104, 105: Persönlicher Besitz.

1. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bot sich erstmals die Gelegenheit, die schöne Lage Dresdens aus der Vogelperspektive zu betrachten und im Bild wiederzugeben. Noch beschränkte sich das bebaute Stadtgebiet auf das heutige Zentrum, nur vereinzelt strebten neu bebaute Gebiete dem Anschluß an die Vororte zu. Doch die Industrialisierung brachte ein schnelles Wachstum der Einwohnerzahlen, von knapp 200000 im Jahre 1875 stiegen sie bis 1903 auf 440000 an. Das war neben der Eingemeindung solcher bisher selbständiger Ortschaften wie Strehlen, Striesen, Pieschen, Trachenberge, Gruna und Löbtau vor allem auf die Zuwanderung vieler Arbeiter zurückzuführen, denn die schöne sächsische Residenzstadt Dresden entwickelte sich schnell zu einem für diese Zeit hochmodernen Industriezentrum.

fr~u~n·~hcht

Dresden - Ierrassenuier

WesflidJes Panorama

Könlgl:'! Ca!ol,,·Blûck~

frlr.drlch August-B.ûcke

Schlo$stutm

K.th. ~olkircht

2. Das berühmte Panorama am altstädtischen Ufer der Elbe bewegte Gottfried Herder, Dresden 'ein deutsches Florenz' zu nennen. 1738 war George Bährs machtige Kuppel der Kirche 'zu unserer lieben Frauen' vollendet und 1755 trat ihr die zierliche italienische Schönheit der katholischen Hofkirche von Gaetano Chiaveri gegenüber. An der Brühlschen Terrasse, die Johann Christoph Knöffel zwischen 1739 bis 1753 auf alten Festungswerken als Prachtgarten für den Grafen Brühl angelegt hatte, wurden noch vor der Wende zum 20. Jahrhundert die Sekundogenitur und die Kunstakademie mit dem Ausstellungsgebäude des Sächsischen Kunstvereins erbaut. Die nach Gottfried Sempers Plänen erbaute Hofoper vollendete ein architektonisches Ensemble von ganz besonderer Schönheit und Eigenart.

Dresden

Minis;erium

Cè:rol"brûcke

Albert·Brücke

3. über der Kuppel des 'Kunstvereins' zeigt uns der Bliek nach Osten die 1875 erbaute Albertbrücke und die zwischen 1892 und 1895 entstandene Carolabrücke, zwischen denen wir am Ufer die damals so beliebten schwimmenden Badeanstalten erkennen; man konnte tatsächlich noch baden in der Eibe! Das 1905 bezogene Gebäude der Ministerien für Inneres, Äußeres, Kulrus und Justiz im Dresdner Barockstil gibt der trotz politischer Einbeziehung in das preußisch-deutsche Reich doch stark gewachsenen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedeutung Sachsens und seiner Landeshauptstadt Ausdruck. An der gegenüberliegenden Seite des Carolaplatzes hatte das Finanzministerium noch vor der Jahrhundertwende ein repräsentatives Gebäude erhalten.

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4. Das Residenzschloß der sächsischen Könige zeigt sich hier vom Theaterplatz mit seiner besonders repräsentativen Front. Aus der mittelalterlichen Burg auf dem Taschenberge war durch Voigt von Wierandt im 16. Jahrhundert das erste Renaissance-Schloß geworden, aus dem sich - vor allem durch Wolf Caspar von Klengel, den Architekturlehrer August des Starken - die heutige Form des Schlosses ausbildete, dessen Schönheit trotz der Zerstörung im Februar 1945 erkermbar und als Substanz für den Wiederaufbau erhalten blieb.

5. Aus dem Tor über den äußersten Pfeilern der Elbbrücke entstand schon im 15. Jahrhundert das 'Elbische' oder auch 'Wasserthor'. Als eines der ältesten Beispiele einer künstlerischen Bautätigkeit in Dresden wurde es das Kernstück des Georgenbaues, der mit der Hofkirche und dem Aufgang zur Brühlschen Terrasse das Gesicht der Altstädter Seite vor der historischen Dresdner Elbbrücke bestimmt. Der erste Georgenbau des Schlosses war 1701 abgebrannt und dafür 1715 bis 1717 ein neuer Schloßflügel über dem Tor errichtet worden. In seiner hier abgebildeten Gestalt wurde der Georgenbau mit dem gleichnamigen Tor erst 1901 vollendet.

Dresden

BIîc'" "on eer Bruhlsc ren Terrasse

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6. Dieses schöne Tor, das Juan Maria da Padua und Hans Walther Mitte des 16. Jahrhunderts für die Schloßkapelle geschaffen hatten, kam, nachdem 1737 dort der letzte Gottesdienst gehalten worden war, in die Sophienkirche, die nun zur evangelischen Hofkirche wurde. Dort blieb es bis 1864, um schließlich wieder zum königlichen Schloß als 'Portal am Jüdenhofe' verlegt zu werden. Die Gegend des Jüdenhofes leitet ihren Namen von dem ehernaligen Gemeindehaus der Juden in Dresden her, das jedoch nur bis zum Jahre 1411 hier gestanden hatte.

Dresden - Stallhof

7. Der Stallhof des Residenzschlosses, zu dem auch das spätere Johanneum gehörte, beherbergte nach manchen Umbauten seit 1722 die Gemäldegalerie der sächsischen Kurfürsten Friedrich August I. und Il., die in dieser Zeit als August Il., der Starke genannt, und August lIl. auch Könige von Polen waren. Nach der Zerstörung im Februar 1945 wurde die hier zu besehende Seite der Stallgalerie in sorgsamer Arbeit restauriert und läßt uns die Pracht des alten Hofes wieder erstehen. Die andere, der Augustusstraße zugewandte Seite des 'Langen Ganges' schmückt der originelle 'Fürstenzug' mit der Darstellung aller Regenten Sachsens aus dem Hause Wettin bis Ende des 19. Jahrhunderts.

8. Auch am Beginn des 20. Jahrhunderts hielt der sächsische Königshof an den äußeren Attributen der Residenzstadt eines feudalen Hofes fest. Die Wachaufziige, hier die Ablösung der Gardereiter im Schloßhofe, waren jedoch mehr ein dekoratives Schauspiel als Ausdruck königlicher Souveränität; diese war seit 1871 endgültig im preußisch-deutschen Kaiserreich aufgegangen. Immerhin nahm das Königreich Sachsen ähnlich dem bayrischen durch eine ihm verbliebene Militärverwaltung unter einem eigenen 'Ministerium des Kriegs' eine Sonderstellung ein, es bestanden sogar Gesandtschaften Großbritanniens, Rußlands, Österreich-Ungarns, Preußens und Bayerns beim Hofe.

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