Dresden in alten Ansichten

Dresden in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Rudolf Förster
Gemeente
:   Dresden
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1846-0
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dresden in alten Ansichten'

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29. Am anderen Ausgange der Brühlschen Terrasse hatte sich die jüdische Gemeinde Dresdens zwischen 1838 und 1840 ihre Synagoge von keinem geringeren als Gottfried Semper errichten lassen, der auch die Innenausstattung im maurischen Stil entwarf. Dieses Bild stammt nicht aus der Bombennacht des 13. Februar 1945, es zeigt das von faschistischer SA und SS in der berüchtigten 'Kristallnacht' 1938 angesteckte Gotteshaus der Juden. In diesem Brande deutet sich der weltweite Kriegsbrand schon an, den Hitler ein Jahr darauf entfachte und in dem auch Dresden selbst so furchtbar leiden mußte. Von den 6000 jüdischen Bürgern Dresdens konnten nur 2 000 emigrieren, die anderen wurden ermordet oder sind bis heute vermißt. Auch an die vom Faschisrnus Gemordeten und an die Opfer in den überfallenen Ländern möge dieses Bild ehrend erinnern.

30. Nach 1900 wurde der Postplatz einer der verkehrsreichsten Kreuzungspunkte Dresdens. Dennoch behielt er mit seiner originellen Bebauung einen eigenartigen 'dresdnerischen' Reiz. Leider wurden alle auf dem Bild sichtbaren Gebäude im Februar 1945 völlig zerstört. Seit 1843 schmückte der nach einem Entwurf Gottfried Sempers errichtete Cholerabrunnen den Postplatz, bis er 1925 aus verkehrstechnischen Gründen zum Theaterplatz hin verlegt werden mußte; ein Freiherr von Gutschmid hatte ihn zum Dank für die Rettung Dresdens vor der Seuche gestiftet. Über den Platz erheben sich die zwei schönen Türme der Sophienkirche, die von 1599 bis zu ihrer Zerstörung 1945 diesen Platz schmückten.

31. Unmittelbar hinter dem Postplatz begann mit der Wallstraße typisohes Altdresden. Aus einem Gäßchen 'An der Mauer', das bis 1810 am Festungswall entlang führte, wurde nach der 'Dernolierung' der Stadtbefestigungen eine Straße, die schließlich 1828 ihren heutigen Namen erhielt. Die Straßenzüge am Wall bildeten auch nach der sogenannten Entfestigung Dresdens mit dem Ring eine deutliche Markierung der Urnrisse der Festung, als die Dresden bis in den Anfang des 19. Jahrhunderts galt. Die Fliegerbomben 1945 ließen von den alten Häusern nichts übrig.

Dresden - l5auplbahnhc/

32. An Stelle des früheren Böhmischen Bahnhofs war arn südlichen Ausgange der Prager Straße nach 1861 ein massives Gebäude in einer Art Renaissance-Stil als Hauptbahnhof für Dresden errichtet worden, das schließlich bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zu einem für die damalige Zeit mustergültigen Großbahnhof ausgebaut wurde, für den die nach oben verlegten durchgehenden Gleise neben den im Mittelbau nach der Art eines Kopfbahnhofs endenden Strecken charakteristisch wurden. Diese Konstruktion ermöglichte einen 'kreuzungsfreien' Straßenverkehr in die sich rasch entwiekeinde Südvorstadt trotz der starkbefahrenen Bahnverbindung nach Böhmen, Prag und Wien.

33. Seit 1851 war südlich der alten Stadtmauern in Weiterführung der innerstädtischen Seestraße die Prager Straße entstanden, die ein Stadtführer von 1918, etwa der Zeit dieser Aufnahme also, so beschreibt: ... die verkehrsreichste Straße Dresdens ist zugleich die Glanzvollste duren die Menge ihrer Kunst-, Galanterie- und Modewarenläden. Hier flaniert zu ieder Tageszeit die elegante Welt Dresdens, hier beschaut man die Auslagen der Luxusgeschäfte, hier läßt man das einheimische sowie das fremde Publikum revue passieren. Auch die alte Prager Straße fiel den Bomben zum Opfer, an ihrer Stelle verbindet heute eine repräsentative Fußgängerzone den Hauptbahnhof mit dem Altmarkt.

Dresden - Ringstrape

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34. Am Ende der Seestraße, zur Ringstraße hin, ließ sich der Goldschmied Heinrich Mau 1890 bis 1892 nach dem Vorbild des Gewandhauses zu Braunschweig das Viktoriahaus errichten. über einer repräsentativen Gaststatte im Erdgeschoß erhob sich dieses stattliche und originelle Geschäftshaus und führte den Passanten in die berühmte Prager Straße ein. Durch das gediegene Juweliergeschäft von Mau gab das Bauwerk in 'deutscher Renaissance' der an Bank- und Handelshäusern, vornehmen Cafés und Restaurants reichen Gegend zwischen Altmarkt und Hauptbahnhof noch einen besonderen Akzent.

DRESDEN

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35. Nachdem das noch aus der augustäischen Zeit stammende barocke Rathaus am Altmarkt für die Behörden der schnell wachsenden Großstadt Dresden zu klein geworden war, ließen sich die Stadtväter das Neue Rathaus am Ring errichten. Neben abbruchreifen Altbauten mußten ihm auch wertvolle Architekturdenkmale, wie das Palais Loss und das historische Fraumutterhaus weichen. Nach fünfjähriger Bauzeit war das Werk 1910 schließlich vollendet, und der von dem Bildhauer Richard Guhr geschaffene vergoldete Rathausmann auf seinem höchsten Punkte sollte bald zu einem neuen Wahrzeichen Dresdens werden. Der sehr kräftig geratene Turm löste damals manchen Widerspruch bei den Bewunderern der Dresdner Stadtsilhouette aus. Nach 1945 konnte das Rathaus, nicht aber der hier abgebildete Straßenzug, wieder aufgebaut werden.

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36. Mit allen Gebäuden um den Pirnaischen Platz fiel auch der Kaiser-Palast dem Krieg zum Opfer. Wenn er sich gegenüber den bescheiden-schönen Wohnhäusern, die nach Entwürfen Gottlob Friedrich Thormeyers den Platz umrahmten, auch etwas zu protzig vordrängte, so werden alte Dresdner sich doch an dieses charakteristische Geschäftshaus erinnern, das 1897 im Stil des Nee-Barocks errichtet wurde. Im Erdgeschoß des Hauses befand sich ein repräsentatives Restaurant, gegenüber lag die 'Mohren-Apotheke'.

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37. Der Theaterplatz bot um 1900 noch dieses idyllische Bild. Mit dem Hoftheater, dessen erster Bau 1869 abgebrannt war, und das nach Gottfried Sempers Plänen unter der Bauleitung seines Sohnes Manfred zwischen 1871 und 1878 neu errichtet wurde, entstand ein nicht nur den Theaterplatz, sondern das ganze Dresdner Kunstleben mitbestimmender Bau. Nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg scheuten Dresdens Bürger und ihr Rat keine Mühen, sich und der Theaterwelt dieses Denkmal grofsartiger Architektur zu retten und schließlich wieder aufzubauen.

38. An dieses Bild werden sich selbst alte Bürger Dresdens nicht mehr erinnern können. Es zeigt uns das Leben auf der alten Augustusbrücke vor dem Hintergrund des damals noch ganz anderen Gesichtes des Schloßplatzes. Der damalige Georgenbau des Schlosses wirkte bescheiden gegenüber dem betont prunkvollen, 1901 abgeschlossenen Umbau. Dieses Bild läßt Gedanken an die alte Burg auf dem Taschenberge aufkommen, bei der Dresden etwa 700 Jahre vor dieser Aufnahme entstanden war. Linker Hand steht zu dieser Zeit noch das Brühlsche Palais, das bald dem neuen Ständehaus weichen mußte. Immerhin, die Pferdebahn fuhr schon bis hinaus nach Pieschen, das am rechten Ufer des nördlichen Elbbogens eine noch relativabgelegener Vorort Dresdens war.

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