Dresden in alten Ansichten

Dresden in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Rudolf Förster
Gemeente
:   Dresden
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1846-0
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dresden in alten Ansichten'

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59. In der Mitte des 19. Jahrhunderts hatte der Verfasser einer Reisebeschreibung über Dresden die 'Große Wirtschaft' im königlichen Großen Garten wegen ihres guten 'Kaffees, Cacaos, Bieres und Kuchens' gelobt, aber das Publikum 'aus allen Ständen' ob seiner Spießigkeit arg verspottet. Die Dresdner aber focht das nicht an und ein Frühschoppen am Sonntagvorrnittag oder ein Familienkaffee beim 'allwöchentlich stattfindenden Gartenkoncerte' war sehr beliebt. So war aus dem kleinen Kaffeeausschank, mit dem der königliche Hofgärtner 1782 im Hause des Fasanenwärters begonnen hatte, ein gut gehendes Restaurant entstanden, in dem vor der Jahrhundertwende sogar ein Sommertheater auftrat.

60. Dresden verlor mit seiner Entwicklung zu einer Stadt der Industrie und der technischen Wissenschaften im Übergang zum 20. Jahrhundert keineswegs seinen Charakter als Stadt der Künste und der Künstler. Das Feld ihrer Tätigkeit wurde weiter, die Übergänge zum Kunstgewerbe brachten neue Möglichkeiten und zu dem Hof des Landesfürsten kamen neue Auftraggeber und Mäzene aus der aufblühenden Wirtschaft. Neben den seriösen und gewichtigen Künstlergesellschaften waren selbst die Kegelklubs, zu denen sich wie auf unserem Bilde aus dem Großen Garten Gleichgesinnte zusammenfanden, Statten freundschaftlichen Austauschs.

61. Die Innere Rampische Straße vor dem Hintergrunde der Frauenkirche war einer der im Februar 1945 leider völlig untergegangenen ältesten Teile der Dresdner Innenstadt. Wir finden sie bereits 1370 als Rampische Gasse erwähnt, seit 1859 wird sie amtlich als Straße bezeichnet. Bis 1945 war die aus dem 17. und 18. Jahrhundert stammende Bebauung mit vorwiegend bürgerlichen Wohnhäusern völlig erhalten geblieben. Hohen architekturgeschichtlichen Wert hatten vor allem das Haus Nr.9, das vor 1690 vom kurfürstlich-sächsischen Oberlandbaumeister Joharm Georg Starcke erbaut war, und die auf Matthaeus Daniel Pöppelmann zurückgehenden Häuser NI. 3 und 5.

RIl-Dresden

Solzçasse

62. Ebenfalls zum Stadtviertel um die Frauenkirche gehörte die Salzgasse, die etwa um 1550 bebaut worden ist und anfangs das Rosengäßlein hieß. Von 1587 bis 1945 stand hier das Salz-Siede- und Speicherhaus, von dem sich der erst im 18. Jahrhundert gebräuchliche neue Name herleitete. Nur die auf dem Bild sichtbare Seite der Gasse war bebaut, die andere Front bildete die alte Kaserne am Zeughause, die später abgerissen wurde, wodurch sich die Breite dieser Gasse auf der Abbildung erklären läßt. Die in früheren Zeiten übliche Gepflogenheit, sich an solchen abgelegenen Stellen allerlei Unrates zu entledigen, verschaffte dem Gäßchen den wenig schmeichelhaften Spottnamen 'Todte Hühnergasse'.

RI/es Gehöft, Ziegelstrabe

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63. In der dicht besiedelten Pirnaischen Vorstadt, zur Elbe zu, wo sich heute weiträumig gebaute neue Wohnhäuser erheben, lebten in den stillen Seitenstraßen zum Beginn des 20. Jahrhunderts vor allem kleine Handwerker, Arbeiter und ärmere Teile der jüdischen Bevölkerung Dresdens. Dieses alte Gehöft in der Ziegelstraße erinnert noch an die Zeit, wo die Ackerbürger einen hohen Anteil an der Bevölkerung der eng an den Stadtmauern gelegenen Vorstädte bildeten. Die spätere Ziegelstraße wurde schon um 1400 als Czigelgasse erwähnt, sie verband damals die Ziegelwiese mit der Rats-Ziegelscheune. Zur Zeit der Aufnahme dieses Bildes lag das Gehöft schon 'mitten in der Stadt', zwischen dem Albertinum und dem neuen Amtsgerichtsgebäude am Sachsenplatz,

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64. Nicht einmal 500 Schritte vorn Zwinger und vorn Postplatz entfernt hatte sich um den Fischhofplatz ein besonders interessantes Stück Alt-Dresden erhalten. 1411 wird hier ein 'Fischersdorf' erwähnt, das wir nicht mit dem alten sorbischen Dreszdany verwechseln durfen. Auch nachdem es 1550 in die Stadt einbezogen wurde, blieb der alte Dorfplatz als Fischhofplatz erhalten; der Name stellte wohl auch einen Bezug zu dem Hof-Fischgarten in der Nähe her, in dessen Umgebung sich die Fischhändler ansiedelten.

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gehöft Fischhofpla/z 12 (gas/haus I rei .J:ilirn)

65. Der Gasthof 'Zu den drei Lilien' auf dem Grundstück Fischhofplatz NI. 12 konnte seine Geschichte bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts zurückführen. Trotz mancher Um- und Anbauten hatte er den Charakter des typischen Gasthofes bewahrt und der auf unserem Bild gezeigte Hof läßt das ehrwürdige Alter dieses Hauses deutlich werden. Mit dem Fischhofplatz selbst sind viele Erinnerungen an die Arbeiterbewegung in Dresden verbunden. In den hiesigen 'Annensälen' tagte 1871 der Il. Kongreß der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Deutschlands, 1874 nahm Kar! Marx hier an einer Versammlung teil.

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é:röd.lhall.n an der Stijfs/rasse

66. Wo sich heute die Neubauten um den Freiberger Platz erheben, waren 1736 die ersten Häuser für eine kleine Straße gebaut worden, die zu einem Platze mit dem bezeichnenden Namen 'An der Entenpfütze' gehörte. Seit 1568 hatte hier ein Pestlazarett gestanden, aus dem sich das Stadtkrankenhaus entwickelte, welches 1849 nach der Friedrichstadt verlegt wurde. Der Name Stiftstraße kam 1836 nach der dort gelegenen, seit 1741 bestehenden Ehrlich'schen Schulstiftung in Gebrauch. Nach 1900 gab es hier das erste Elektrizitätswerk Dresdens als Zeichen der neuen - und die Trödelhallen als Zeichen der alten Lebensweise.

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67. Das ist ein charakteristisches Bild vom Alltag in der Dresdner Innenstadt zu Anfang unseres Jahrhunderts und die Trompeterstraße, die wir hier von der Waisenhausstraße abgehen sehen, erzählt ein Stück Geschichte dieses Alltages. Ihren Namen erhielt sie nämlich von einem Lokal, das schon seit 1635 Gasthofgerechtigkeiten besaß und das 'Schlößchen' hieß. Weil es nun in der Mitte des 17. Jahrhunderts in den Besitz eines kurfürstlich-sächsischen Feldtrompeters kam, wurde das allen alten Dresdnern bekannte 'Trornpeterschlößchen' daraus. Es bewirtete seine Gäste bis zur Zerstörung im Februar 1945.

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68. Dieses seltsame Haus am rechten neustädtischen Ausgange der Augustusbrücke fiel dem Besucher der Stadt wohl durch seine originelle Form auf, die ihm im Volksmund die Bezeichnung 'Die Brille' eingetragen hatte. Der Hofnarr August des Starken und seines Sohnes, der Joseph Fröhlich, soll sich das Gebäude auf einem ihm 1755 zum Geschenk gemachten Grundstück haben errichten lassen. Er war ein sehr kluger Kopf, der in seinen Späßen der Hofgesellschaft manche sonst unaussprechbare Wahrheit sagte und dem sogar der allmächtige Günstling und Minister Graf Brühl mit oft nur säuerlichem Lächeln zugehört haben mag. Der ehemalige Müllergeselle war für seine Zeit außergewöhnlich gebildet und nach seinem Tode erschien 1763 seine kritische Abrechnung mit der Hofkamarilla, der 'Politische Kehraus'.

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