Dresden in alten Ansichten

Dresden in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Rudolf Förster
Gemeente
:   Dresden
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1846-0
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dresden in alten Ansichten'

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69. In der Nähe des 1546 abgerissenen Augustinerklosters in der Neustadt, damals noch Altendresden geheißen, wurde zwischen 1568 und 1613 der Jägerhof errichtet. Nur sein westlicher, im Stil der Renaissance erbauter Flügel blieb erhalten und der nach dem Februar 1945 wieder aufbaufähige Teil dieses Bauwerks beheimatet heute das Museum für Volkskunst, dessen Anfänge auf den verdienten sächsischen Volkskunstforseher Professor Oskar Seyffert zurückgehen. Bis dahin hatte der Jägerhof, der bei seiner offiziellen Einweihung ein Jahr vor dem Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges drei große Höfe umfaïste, als kurfürstlicher Jagdhof, schließlich als Kavallerie- und Pionierkaserne und als Offizierskasino gedient,

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70. Unter dem um die Förderung der Stadt Dresden verdienten Kuntirsten August entstand im 16. Jahrhundert an der Weißeritz 'obig dem Kupferhammer', eine Pulvermühle. In den folgenden Zeitläuften mußte sie allerdings oftmals neu aufgebaut werden, denn 1621, 1689, 1730, 1775 und 1796 brannte sie, meist infolge von Explosionen, völlig nieder. An die alte Pulvermühle mit dem 'Herrenhaus' werden sich selbst die ältesten Dresdner nur noch aus einer Zeit erinnern können, da sie ihr explosives Gewerbe schon aufgegeben hatte. Die technische Entwicklung hatte sie überholt, und für die um sie herum am Weißeritzgraben aufwachsenden Mietshäuser war sie eine doch zu gefährliche Nachbarschaft; deshalb diente sie ab 1875 dem friedlichen Mühlengewerbe.

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71. Im Jahre 1764 hatte ein Oberst von Roth vorgeschlagen, ... zur Erreichung des Points in der Artilleriekunst mit allem Geschûtz sehr accurat zu schießen und zu treffen. .. besagten Kupferhammer zu einer inventieusen horizontal auch perpendicular Bohr Maschine einzurichten. So wurde aus dem Kupferhammer am Weißeritzgraben das Kano nenbohrw erk, in dessen Turm die massiven Rohlinge durch den Druck ihres Eigengewichtes auf den wassergetriebenen Bohrer zu Geschützrohren wurden; damals ein technisches Meisterwerk! Zu Zeiten unserer Großeltern war aus dem alten Kanonenbohrwerk die 1870 vom Werkmeister Herzog begründete Sächsische Stahl-Windmotoren-Fabrik geworden; der charakteristische Turm ist 1928 leider einern Großfeuer zum Opfer gefallen.

72. Wenn aus den Handwerks- und Manufakturbetrieben Dresdens in den Jahrzehnten vor und nach der Jahrhundertwende eine rasch aufblühende Industrie wurde, so war das zu einem erheblichen Teil das Verdienst der fleißigen, beruflich hochqualifizierten und politisch gebildeten Arbeiterschaft, die auf ihre gewerkschaftlichen Traditionen - schon 1900 zählte das Gewerkschaftskartei 16 150 Mitglieder - und auf ihre hervorragende Stellung in der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung Deutschlands, die 1903 ihren Parteitag in der sächsischen Metropolo abhielt, sehr stolz sein konnte. Den Arbeitern in den Betrieben der königlich-sächsischen Eisenbahn, die sich hier im Wagen-Werk des Rangierbahnhofs Dresden-Friedrichstadt als Gemeinschaft vorstellten, war das Koalitionsrecht allerdings noch versagt.

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73. Diese Karte aus dem Jahre 1904 zeigt durch den regen Verkehr auf der Falkenbrücke, wie dringlich notwendig dieser Übergang über die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stark ausgebauten Eisenbahngleise geworden war. Hier kreuzte der Verkehr aus der Innenstadt nach der gewerbereichen Plauenschen Vorstadt alle Züge vom Hauptbahnhof nach Dresden-Neustadt und nach dem Südwesten; dazu kam noch der rege Rangierverkehr mit dem Verschiebebahnhof Friedrichstadt. Die kleine, 1876 dem Verkehr übergebene Überführung aus Elbsandstein und Stahl wurde für viele Bewohner dieses dichtbesiedelten Gebietes, wie dem Schreiber dieser Karte, zum alltäglichen Weg.

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74. Als unübersehbares Zeichen der neuen Energiequelle Elektrizität war am Wettiner Platz am 28. November 1895 das Städtische Elektrische Lichtwerk eröffnet worden, aus dem sich in den folgenden 20 Jahren das für damalige Verhältnisse sehr leistungsfähige Westkraftwerk entwickelte. Die Anlage produzierte nach dem Wechselstrornsystern. Erweiterungsbauten, neue Maschinenhäuser und die damit verbundenen Kühlanlagen ließen das hier noch etwas idyllische Bild bald verschwinden, und die Genugtuung über die Versorgung mit dem sauberen elektrischen Strom wurde zumindest für die Einwohner der Wilsdruffer Vorstadt durch die rußigen Rauchfahnen aus den dieken Schornsteinen arg getrübt.

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75. Als die Erben Gottlieb Traugott Bienerts 1912 ihre neue Hafenmühle in der Friedrichstadt errichten ließen, fand ein Unternehmen weitere Ausdehnung, das mit der industriellen und gesellschaftlichen Entwicklung Dresdens eng verknüpft ist. Mit seinem Sinn für technischen Fortschritt hatte der Gründer der Firma die Hofmühle in Dresden-Plauen, die er 1852 übernahm, zu einem leistungsfähigen Industriebetrieb ausgebaut, und auch die Gemeinde Plauen konnte aus den Anlagen zur Gas- und Wasserversorgung seiner Mühlen erheblichen öffentlichen Nutzen ziehen. Bienert und seine Söhne sind in die Geschichte Dresdens auch durch das Bemühen um soziale Einrichtungen für die Arbeiter und Angestellten ihrer Betriebe und um das kulturelle Leben der Stadt eingegangen.

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76. Mit dem 1913 fertiggestellten Bauingenieurgebäude und dem Observatorium begarm die Technische Hochschule Dresden auch im Stadtbild unübersehbar in Erscheinung zu treten. Aus der im Brühl'schen Gartensaal 1828 eingerichteten Technischen Bildungsanstalt war am Bismarckplatz ein Polytechnikum entstanden, das 1890 den Status einer Hochschule erhalten hatte. Das neue Gebäude des Architekten Martin Dülfer an der George-Bähr-Straße in der Südvorstadt wurde zum Zentrum einer Bildungsstätte, an der Mitte der zwanziger Jahre bis zu 3 000 Studenten immatrikuliert waren. An der heute größten technischen Bildungsanstalt der Deutschen Demokratischen Republik, der Technischen Universität Dresden, erhalten über 13 500 Studenten aus vielen Ländern ihre Ausbildung zu Naturwissenschaftlern, Diplomingenieuren und Ingenieurpädagogen.

77. In den zwanziger Jahren unseres Jahrhunderts mußte die Arbeiterschaft auch in Dresden nicht nur ständig um die Wahrung der nach dem November 1918 errungenen demokratischen Freiheiten und sozialen Rechte kämpfen, die Erinnerungen an diese Zeit sind auch mit vielen gemeinschaftlichen Aktionen um die Verbesserung des Alltagslebens wie auch um die Teilnahme am geistig-kulturellen Leben verbunden. In Dresdens Arbeitervierteln entwickelte sich ein selbstbewußter Lebensstil mit eigenen Traditionen. 1925 hatte sich zum Beispiel das 'OrtskarteIl Arbeiterheim Dresden-Cotta' konstituiert und errichtete sich ein Volkshaus, an dessen Grundsteinlegung diese Ansichtskarte erinnern soll,

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78. Selbst bei der Errichtung eines so profanen Bauwerks wie dem Schlachthofe gelang es den Bauherren und Baumeistern in Dresden noch, eine sinnvolle und zweckmäßige Schönheit der Architektur zu wahren, wie sie unser Bild aus der Zeit um die Jahrhundertwende erkennen läßt. Die Dresdner Fleischerinnung konzentrierte das Schlachten auf den 1873 eröffneten 'Centralschlachthof und Viehmarkt', zumal der Dresdner Rat aus hygienischen Gründen bereits in dieser Zeit die Einrichtung neuer Privat-Schlächtereien im Bezirk der Stadtgemeinde untersagt hatte. Deshalb stand der neue Schlachthof auch den außerhalb der Innung gebliebenen Fleischern offen.

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