Düsseldorf in alten Ansichten Band 2

Düsseldorf in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Hermann Kleinfeld
Gemeente
:   Düsseldorf
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5173-3
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Düsseldorf in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

'Die Stadt Düsseldorf ist sehr schön .. .', dieser Satz Heinrich Heines, des großen Sohnes dieser Stadt, wird gern und oft zitiert. Zweifellos hatte er recht. Denn er, der 1797 hier geboren wurde, erlebte die Schleifung der die Stadt wie ein Korsett einengenden Festungswerke mit. Dank des kongenialen Planungstrios Gartenbaumeister Maximilian Friedrich Weyhe, Hofbaumeister Huschberger und Wasserbaumeister Bauer sah er die Neugestaltung des Stadtrandes und das Entstehen der prächtigen Alleen wie der Königsallee und der Heinrich-Heine-Allee, die bis jetzt siebenmal ihren Namen wechselte.

Die Industrialisierung ab der Mitte des 19. Jahrhunderts, gab weiten Teilen der Stadt ein völlig anderes Gesicht. Stadtteile wie Oberbilk, Flingern, Rath wurden geprägt von Fabriken und ihre zumeist ländliche Struktur ging unter im Bau von Wohnungen, Schulen, Kirchen und Gesundheitseinrichtungen, mit denen die ständig wachsende Bevölkerung versorgt werden mußte.

Während in den oben genarmten Stadtteilen der Bau von Wohnungen für Arbeiter und das Kleinbürgertum überwog, neigte man in der Innenstadt zur repräsentativen Bauweise. Die 'Gründerjahre' wirkten sich auch auf die Architektur aus. Man entdeckte Deutschlands mittelalterliche Vergangenheit und baute neuromanisch oder in Neorenaissance. 'Wilde Männer' mit Keulen bekrönten Giebel. Karyatiden stützten mit ihren Häuptern Erker und Balkone. Wappen und Ritterhel-

me zierten die Fassaden. Heute stehen wir lächelnd vor den wenigen noch vorhandenen Relikten dieser Zeit. Düsseldorf, die Kunst- und Gartenstadt, ging unter im Bombenhagel des Zweiten Weltkrieges. Der Aufbau erfolgte im Rasterstil der folgenden Jahre: glatt, steril und einförmig. Wen wundert es, daß die Postmoderne wieder Rundungen, Erker und Bögen entdeckt hat.

Nicht immer hatte die Stadtplanung der Nachkriegszeit eine glückliche Hand. Mehr als feindliche Bomben an Kulturdenkmälern zerstörten, fiel der Spitzhacke der fünfziger Jahre zum Opfer. Kunsthalle, Tonhalle, Düsselschlößchen, um nur einige Objekte zu nennen an denen die Herzen der alten Düsseldorfer hingen, wurden, obwohl noch wiederherstellbar , beseitigt.

Heute braucht man Bildbände wie den vorliegenden, um sich die Schönheiten des alten Düsseldorfs vorstellen zu können. Und manchen Düsseldorler der älteren Generation wird Wehmut erfassen beim Betrachten der Bilder dieser Stadt um die Jahrhundertwende: die schönen, baumbestandenen Straßen und Plätze , die Parkanlagen. die ihr den Ruf einer Gartenstadt einbrachten, die repräsentativen Gebäude die der Kultur dienten, von derten nur die Kunstakademie blieb.

Man lebt gern in Düsseldorf, der rheinischen Stadt. Ihre Bewohner sind heiter und stehen dem Leben positiv gegenüber. Leben und leben lassen ist ihre Devise. So dachte man schon vor hundert Jahren und fuhr sonntags, soweit es das Wetter zuließ, mit der 'Elektrischen' hinaus

ins Grüne. Allenthalben gab es in den Vororten Ausflugslokale in ländlicher Umgebung, in denen man für einige Stunden die Enge der Fabrikhallen und Werkstätten vergessen konnte. Ja, einige der Lokale hatten sogar Spielplätze für die Kinder mit Rutschen und Schaukeln, etwas, das die Stadtverwaltung erst in den zwanziger Jahren in den städtischen Anlagen anbot.

Im Gegensatz zu anderen Bildbänden kommen in diesem Band von 'Düsseldorf in alten Ansichten Band 2' nicht nur die Vorzeigeseiten der Innenstadt ins Bild, sondern auch seine Vororte und Stadtteile, die leider nicht alle berücksichtigt werden konnten. Manche haben eine ältere Geschichte als Düsseldorf selbst und das Bildmaterial über sie würde mehrere Bildbände füllen. Und gerade hier hat sich in den letzten Jahrzehnten viel geändert. Wo einst Fabriken das Bild prägten, erheben sich heute Verwaltungsgebäude, wie beispielsweise am Berta-von-Suttner-Platz und auf dem Gelände des früheren Oberbilker Stahlwerks entsteht das neue Internationale Handelszentrum. Auf dem Grund und Boden eines Rittergutes wuchs vor dreißig Jahren ein neuer Stadtteil empor: Garath.

Dieser Band soll eine kleine Erinnerung sein für die, die noch das alte Düsseldorf kannten und der jungen Generation soll er zeigen, wie schön diese Stadt auch früher war. Eine Wandlung hat stattgefunden. Das Stadtbild hat sich verändert, es mußte sich dem steigenden Verkehr und den geänderten Funktionen anpassen. Gerade

in den letzten Jahren hat man den Fußgänger wieder entdeckt. Einst verkehrsreiche Straßen wurden autofreie Zonen und Wohnviertel 'verkehrsberuhigt'. Es entstanden Grünzonen wo einst Autoblech die Straßenränder säumte.

Jede Zeit hat ihr eigenes Gesicht und unser heutiges Düsseldorf ist die Stadt der jungen Generation, die sich mit ihrer Heimatstadt genauso identifiziert wie es ihre Vorfahren taten. Denn Düsseldorf ist schön und es lohnt sich hier zu leben.

Doch lassen wir uns jetzt einmal einfangen vom Zauber dieser Stadt um die Jahrhundertwende und danach, wie sie sich dem Bürger und Besucher einst präsentierte. Die Bildvorlagen stammen ausschließlich aus dem reichen Bildbestand des Stadtarchivs Düsseldorf, dem für die Zurverfügungstellung herzlich gedankt werden muß.

Düsseldorf, im März 1991

Hermann Kleinfeid

Quellen:

Hugo Weidenhaupt, Kleine Geschichte der Stadt Düsseldorf, 9. Aufl. 1983.

Edmund Spohr, Düsseldorf-Stads und Festung, 1978. Bernard Henrichs, Düssetdorj-Stadt und Kirche, 1982.

1. Düsseldorf, die Stadt am Rhein; doch Jahrhunderte hindurch zeigte sie dem Strom nur ihre Rückfront. Diese frühe Aufnahme, sie trägt fälschlich den Pràgestempel 1908, ist bereits um 1860 entstanden. Die Häuser der Krämerstraße, ja die ganze Stadt überragend der Turm der Larnbertuskirehe. Rechts anschließend das ehemalige kurfürstliche Pagenhaus. Der runde Schloßturm bildet die Nordwestecke des Schlosses, das 1872 einem Brand zum Opfer fällt, jetzt aber noch seine, wenn auch vom Zahn der Zeit angenagte Fassade dem Rhein zuwendet. Links unter Bäumen versteekt das Ausflugslokal 'Zur Wilhelmshöh' in OberkasseI. Im Vordergrund die uniformierten Zöglinge der Erziehungsanstalt mit ihrem Aufseher.

2, Die Rheinfront und das Schloß um 1870 einmal aus einer anderen Perspektive. Vor dem Schloß am Rheinwerft haben zwei Dampfer der Preußisch-Rheinischen Schiffahrtsgesellschaft, heute KölnDüsseldorfer, festgemacht. Im Vordergrund die 'Mathilde, Erbgroßherzogin von Hessen', erbaut 1837, und dahinter, das älteste Dampfschiff der Gcsellschaft, die 1825/26 erbaute 'Conkordia'. Links die dicht am Wasser stenenden Häuser der Kramerstraße.

3. Lebhafte Ladetätigkeit am Rheinwerft vor der Altstadt um 1890. Auch hier sieht man, wie dicht sich die Häuser an den Fluß drängen und kaum einen Durchlaß in die Stadt bieten. Die Schiffsbrücke, die sich von rechts in das Bild schiebt, läuft genau auf das Zolltor zu, das, kaum sichtbar , nicht mehr als die Toreinfahrt eines Hauses ist. Rechts im Hintergrund die Front der Dammstraße, die bei der Rheinufervorschiebung 1902 verschwand. Oben links erkennt man den Turm der Maxkirche.

4. Wirklich nur eine kleine Durchfahrt durch zwei Häuser war das Zolltor, dessen Innenansicht wir hier von der Zollstraße aus sehen, Wagen mußten das an der Rheinstraße gelegene Rheintor benutzen. da die Öffnung nach Höherlegung des Rheinwerfts nicht mehr für die Durchfahrt geeignet war. Ursprünglich, im 15. Jahrhundert, war das Zolltor ein Viereekturm und Bestandteil der Befestigung. Nach 1800 erhielt es seine hier sichtbare Form und behielt sie bis zum Abriß 1897. Ganz links am Bildrand liegt die noch heute existierende Gaststätte 'En de Canon'.

5. Seit 1839 verband die Schiffsbrücke Düsseldorf mit dem linksrheinischen Ufer. Rheinauf- oder -abwärts fahrende Schiffe machten sich durch Böllerschüsse im Rheinbogen bemerkbar, worauf das Mittelteil ausgeschwommen wurde, wie diese Aufnahme zeigt. Hier passiert der Dampfer 'Viktoria' der Köln-Düsseldorfer Schiffahrtsgesellschaft die Brücke. Erst mit der Errichtung der festen OberkasseIer Rheinbrücke 1898 hatte die Schiffsbrücke ihre Daseinsberechtigung verloren. Am gegenüberliegenden Ufer befindet sich links das Ausflugslokal 'Zur Wilhelmshöh' und rechts 'Zur schönen Aussicht'. Die Schuppen in der Mitte gehören zum alten Oberkasseier Bahnhof.

6. Ein denkwürdiger Tag für Düsseldorf, dieser 8. März 1902. Mit dem Setzen des Schlußsteins in den Sockel des Pegeltürmchens wurde das neue Rheinufer eingeweiht. Vom 1896 eingeweihten Hafen im Süden bis zur 1898 freigegebenen Rheinbrücke im Norden erstreckte sich jetzt das neue Rheinwerft und die Hochwasserschutzmauer. Endlich hatte die Stadt und ihre Bevölkerung den Rhein als Erlebnis entdeckt. Niemand an diesem Tag ahnte, daß dieses, als 'Bauwerk, das die Jahrhunderte überdauern möge' von den Rednern gefeierte Projekt, schon 88 Jahre später nicht mehr dem Verkehr genügen würde. Seit 1990 fressen sich die Bagger ins Erdreich um die Rheinuferstraße unter die Erde zu verlegen.

7. So stellt sich daß neue Rheinufer 1908 dar. Es wurde stellenweise bis zu dreißig Meter weit vorgeschoben mit breitem Werft, die Hochwasserschutzmauer als Promenade gestaltet, die immer wieder unterbrochen wird durch Veranden, wie hier an der Schulstraße, Kioske und Rampen. Im Hintergrund sieht man die Rheinbrücke, in der Mitte St. Lambertus und den Schloßturm, der erst ein Jahr später sein spitzes Dach bekommen soll. Rechts, das helle Eckhaus zwischen Zollstraße und Rheinort, beherbergte bis zu seiner Zerstörung 1943 das beliebte Tanzlokal 'Rheinschlößchen '.

Düsseldorf

Düsseldorfer Räuber

8. 'Düsseldorfer Rabauken' müßten sie eigentlich wie in der Mundart heißen. Trotz Verbot treiben sie sich am unteren Rheinwerft herum und den Werftmeister zur Verzweiflung. Es sind die typischen Altstadtjungen, zu jedem Streich bereit. Und dazu bietet das neue Rheinwerft immer neue Anregungen. Besonders beliebt die gefährliche und daher besonders reizvolle Fahrt auf dem Bremserpodest der Waggons der Hafenbahn. Hier sehen wir sie um 1910 vor dem Pegeltürmchen.

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