Duisburg - Hüttenheim in alten Ansichten Band 2

Duisburg - Hüttenheim in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Harald Molder
Gemeente
:   Duisburg-Hüttenheim
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6475-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Duisburg - Hüttenheim in alten Ansichten Band 2'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Einleitung

Es ist mir eine große Freude, nunmehr den zweiten Band mit alten Ansichten und Fotografien aus Duisburg-Hüttenheim vorlegen zu können. Dieses geschieht gerade rechtzeitig zum 8S. Stadtteiljubiläum. War die Zukunft der 'Alten Kolonie Hüttenheim' bei Erscheinen des ersten Buches noch völlig ungewiß, hat sich das Bild bis zum heutigen Tage grundlegend gewandelt. Dachte man damals noch über den Abriß nach, hat man den Wert der alten 'Arbeiterkultur' erkannt und die Siedlung im Iahr 1986 unter Denkmalschutz gestellt. Nicht zuletzt hat der Band 1 von 'Hüttenheim in alten Ansichten' mit hierzu beigetragen. Er hat den Beteiligten auf 76 Seiten einen Einblick in längst vergang ene Zeiten der alten Arbeitersiedlung gegeben und eine Entscheidung für eine sichere Zukunft derselben erleichtert. Er hat gezeigt, daß in der alten Siedlung ein gutes Stück Duisburger Arbeitergeschichte geschrieben wurde, daß hier nicht nur Steine, Glas und Dachziegel demAbbruchbagger anvertraut würden, sondern daß in dieser Siedlung nunmehr 8S [ahre Menschen gelebt haben.

Ein ausgeprägtes Vereinsleben hat sich entwickelt, das man auch heute noch antrifft. Viele liebgewonnene Dinge der Vergangenheit bilden heute einen festen Bestandteil im Siedlungs- und Stadtteilleben. Sie sind 'Tradition' geworden. Man denke hierbei nur an das alljährlich wiederkehrende Schützen-und Volksfest.

Diesem möchte ich mit einem kleinen Rückblick auf das erste Schützenfest im [ahr 1929 einen besonderen Blickpunkt in diesem Band widmen.

Doch auch viele andere Vereine, die teilweise längst Vergangenheit sind, werden wir wiedersehen. Insbesondere der Alltag der Menschen in den oft nicht leichten ersten zwei Jahrzehnten des Bestehens wird in zahlreichen Momentaufnahmen des Siedlungslebens wieder lebendig. Historische und teilweise längst vergangene oder im schlimmen Bombenhagel des Krieges vernichtete Blicke in die Straßen und Winkel des Stadtteiles sind zu sehen.

Und nicht zuletzt soll, stellvertretend für die vielen, vielen anderen Hüttenheimer Originale und Typen, einigen Menschen, die die Siedlungsgeschichte mit prägten, eine Erinnerung zuteil werden.

Ich hoffe, daß auch dieser Bildband zu anregenden Gesprächen über die Vergangenheit der 'Heimat' Hüttenheim führen wird. Denn gerade in den vergangenen zwölf]ahren ist die alte, mit zahllosen Anekdötchen und Geschichten behaftete' Alte Kolonie Hüttenheim' wieder zur Heimat für viele junge Familien geworden. Sie werden viele Dinge sehen, die ihnen einen neuen Bezug zu dieser Heimat geben werden. Und, wie auch beim

Erscheinen des ersten Buches, werden die alten 'Hüttenheimer longes und Mädkes', die ihr Leben rund um den Turm an der Rosenbergstraße verbracht haben, in Erinnerungen schwelgen und sagen: 'Mensch, weißt Du noch?'

Ich wünsche allen Lesern bei ihrem Gang durch die 'Gute alte Zeit' in Hüttenheim viel Freude, und allen 'Nicht-Hüttenheimem' einen Einblick in eine Siedlungsgemeinschaft, wie man sie heute kaum noch findet.

Humld Molder

1 Blicken wir zu Beginn einmal zurück in i ene [ahre, als noch niemand an die 'Alte Kolonie Hüttenheim' dachte. Unsere Aufnahme zeigt die alte Medeforther Mühle am Grenzbach zwischen den Gemeinden Huckingen und Wanheim-Angerhausen, dem 'Angerbach', im Iahr 1912. Seit [ahrhunderten drehte sich das schwere Mühlrad und trieb den Mühlstein für die Bauern der Umgebung an. Seit 1434 wird die Mühle fast immer im Zusammenhang mit der Festung 'Angerort' genannt, die an der Mündung des Baches in den Rhein lag. Doch die Industrie hält langsam Einzug und verdrängt nach und nach die ländliche Idylle. Die Mühle versank

beim Hochwasser im [ahr 192 1 in den trüben Rheinf1uten und wurde durch dieses zerstört.

2 Hier sehen wir das alte Haus Angerort im [ahr 1908. Der Name ist abgeleitet von der mittelalterlichen Schreibweise 'aart', was 'Winkel' bedeutet, den der bereits erwähnteAngerbach an seiner Mündung in den Rhein bildet. Im [ahr 1425 nötigte das Herzogtum Berg die acht Ämter in seinen Grenzen zu Abgaben für den Bau dieser Grenzfestung gegen das Herzogtum Kleve-Mark. Acht [ahre später stand das Haus in seinen wesentlichen Teilen. Es hat seither große Beachtung über alle Jahrhunderte hinweg gefunden. Albrecht Dürer erwähnte es 1 520 in seinem Tagebuch und der Dichter [ohann Heinrich

Nonne fast dreihundert [ahre später im Iahr 1808. Nach seiner Zerstörung im [ahr

1 642 wechseln die Besitzer fortwährend. Heute ist das 1908 von der Firma Schulz & Knaudt erworbene alte

'Schlóßchcn' ein historisches Kleinod im Stadtteil Hüttenheim.

3 Diese Winteridylle wurde im [ahr 1914 aufgenommen. Man kann hier sehr gut die Lage von Mühle und dem GutshofMedefurth erkennen. Doch wuchtig überragt das neue Verwaltungsgebäude die beiden Zeugen aus ländlicher Vergangenheit. Im Hof wohnte lange [ahre die Familie des Direktionsfahrers Friedrich Plehn. Das Verwaltungsgebäude hatte auch gerade den Besitzer gewechselt. Durch Fusion war die alte, renommierte Firma Schulz & Knaudt, die sich hier, von Essen kommend, eine neue Zukunft aufbauen wollte, an die Firma Mannesmann in Düsseldorf übergegangen. Diese hat hier in Hüttenheim im Laufe der [ahrzehnte einen

der größten Stahlstandorte der Stadt Duisburg aufgebaut. An all dieses dachte der Fotograf dieser Aufnahme in jenen Tagen allerdings noch nicht. Er hat diese schöne Ansicht der Nachwelt als bleibendes

Dokument zur Erinnerung an längst vergangene Zeiten auf die Platte gebannt.

4 So fing der industrielle Aufschwung im [ahr 1909 an. Ein hochwasserfreies Terrain hatte die Firma Schulz & Knaudt aus Essen gesucht und gefunden. In der damaligen Gemeinde Huckingen entstand die Keimzelle jenes Werkes, das im Laufe von fast neun Jahrzehnten bestimmend war für die Entwicklung des heutigen Stadtteiles Hüttenheim. Zahllose Generationen fanden hier 'Lohn und Brat' auf dem späteren 'Mannesmann Hüttenwerk'. Unsere Aufnahme zeigt die Arbeiten zum Bau der Öfen im alten 'Siemens Martin Werk r unweit des Rheins und der mittelalterlichen Festung Angerart. In der Bildmitte sehen wir im Anzug Josef

Herzberg, der vom [ahr 1910 bis zum [ahr 1936 Werkmei ster in der Bauabteilung der Firma Mannesmann war. Die Industrie hielt Einzug.

5 Und hier sehen wir nun die 'Gute Alte Kolonie' an einem schönen Sommertag des [ahres 1930. Sie war das Zuhause der Arbeiterfamilien der Firma Mannesmann. Unser Blick geht aus dem Pfarrgarten der alten katholischen Kirche auf die Rückfront der Gartenstraße, heute Am Himgesberg. Das Wahrzeichen der Siedlung, der Turm an der Rosenbergstraße, überragt deren Dächer weithin sichtbar. Damals trug er noch seine alte Turmhaube. Sehr schön erkennen wir auch die Lage der Kleingärten hinter der Kolonie und die Bebauung an der auslaufenden Lindenstraße, heute An der Batterie. Links hinter den Bohnenranken ist schwach

das alte Gebäude der Metzgerei [akobs und des Puppendoktors Burtscheid zu erkennen. Auch hier hat sich der Blick im Laufe der [ahrzehnte völlig gewandelt. Und wo damals noch frische Tulpen

blühten, rauscht heute der Verkehr über die verlegte Mannesmannstraße.

6 Die Montage der wuchtigen Dampfmaschinen zum Betrieb der Anlagen im Siemens Martin Werk I wurde auf dieser Aufnahme aus dem [ahr 1909 festgehalten. Die Aufsicht hatte abermals Josef Herzberg, den wir in der Bildmitte vor dem großen Schwungrad erkennen. Eine schöne Erinnerung an die Kindertage der Firma Schulz & Knaudt. Ende der sechziger [ahre wurde die alte Werkshalle abgebrochen, da neue Techniken der Stahlerzeugung das alte Siemens-Martin- Verfahren immer mehr verdrängt hatten. Doch war dieses kurz nach der Jahrhundertwende bahnbrechend und führte die

Firma zumindest für kurze Zeit zu einem wirtschaftlichen Aufschwung.

7 So bescheiden waren die Anfänge der industriellen Revolution im Norden der damaligen Bürgermeisterei Angermund, zu der der gesamte heutige Duisburger Süden noch bis zum [ahr 1929 gehörte. Wir sehen eine schöne Ansicht der damals noch in der Gemeinde Huckingen gelegenen Firma Schulz & Knaudt aus dem [ahr 191 2. Sehr imposant war der Neubau des Siemens-MartinWerkes mit seinen hohen Kaminen am Rheinufer in der ansonsten ländlich geprägten Gemeinde. In der Mittagspause brachten die Kinder aus Hüttenheim ihren Vätern, die damals noch zwölf Stunden arbeiten mußten, die 'Henkelmänner' bis an den Werks-

zaun. Heute befindet sich das gesamte Werksgelände auf Hüttenheimer Gebiet. Nur noch im Namen erinnert man sich der alten Zugehörigkeit zur Gemeinde Huckingen.

HUCKINGEN. 8cIIulz·Knaudl'lch. Wirke.

8 'Lort us mol nach Iffkes Mamm jonn!' Dieses war ein Ausspruch, den man in den ersten [ahren der Siedlung Hüttenheim oftmals hörte. 'Jflkes Mamm' war der Inbegriff für die ersten Bewohner, wenn es um die Freizeitgestaltung ging. Im schönen, benachbarten Niederrheindorf Ehingen lag die alte Gaststätte direkt am Rhein, zu dem man über die herrliche Gartenterrasse gelangte. Eigentlich hieß die Gaststätte 'Zur guten Quelle' und viele Hüttenheimer erinnern sich gerne an jene Tage, als 'Iffkes Mamm' resolut Streitigkeiten zwischen den 'Ehinger Jonges' und den 'Neueu' aus Hüttenheim schlichtete. Wir sehen auf unserem Foto aus

dem [ahr 1915 'Jffkes

Mamm' , mit bürgerlichem Namen Elisabeth Gertgens (links), aus Ehingen mit ihrer Familie. Rechts ihr Ehemann Fritz Gertgens und die Kinder Elisabeth, Fritz und vorne die

kleine Sybilla. Im [ahr 1944 verstarb 'Jffkes Mamm' .

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2018 Uitgeverij Europese Bibliotheek