Duisburg - Hüttenheim in alten Ansichten Band 2

Duisburg - Hüttenheim in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Harald Molder
Gemeente
:   Duisburg-Hüttenheim
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6475-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Duisburg - Hüttenheim in alten Ansichten Band 2'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

39 Ein Prosit der Gemütlichkeit. So dachte es sich wohl der Hüttenheimer Bäckermeister Richard Bölke, als er sich, trotz mahnender Worte seiner lieben Frau, im 'Nachthemd' zum Dämmerschoppen in sein Stammlokal, die alte Wirtschaft von Heinrich Dickmann, davonschlich. Eine schöne Aufnahme aus dem [ahr 1928, die eindeutig den Humor und die Lebensfreude der alten Hüttenheimer aufzeigt. Man verstand es

damals, das Leben so zu nehmen, wie es kam. Denn der Zusammenhalt im alten Hüttenheim war gerade in schlechten Zeiten immer vorbildlich, und die Familien standen eng zusammen. Nachbarschaftshilfe wurde

groß geschrieben. Hinter dem Tresen sehen wir Frau Dickmann und rechts neben Richard Bölke den damaligen Brandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Hüttenheim, August Dübbert.

40 Das Werk Mannesmann wuchs ständig und der Bedarf an Wohnungen für die neuen Arbeiter des Werkes ebenso. UndsoentstandimJahr 1928 die Siedlung an der Straße Im Höschegrund und der Iûlichstraße, heute Klettenweg. Ebenfalls errichtet wurden

die Häuser zwischen Grenzweg und Medefurthstraße. Die Baumaterialien mußten allerdings vom Werk Mannesmann bis zum Baugelände transportiert werden. Dieses geschah mit der hier abgebildeten Feldbahn. Im Hintergrund sehen wir den ehemaligen 'Daneskotten ' , ein Zeugnis der bäuerlichen Vergangenheit Hüttenheims. Dahinter ragt der ebenfalls in diesemjahr errichtete Neubau

der Familie Danes hervor. Leider ist nur ein Arbeiter vielen Hüttenheimern noch bekannt, Karl Domnick, den wir rechts im Bild sehen.

41 Und hier blicken wir in die 'gute Stube' der Familie Domnick im Haus Rosenbergstraße 28. Wir sehen die Mutter von Karl Domnick mit ihrerTochter Erna, die in den sechziger [ahren zu einem Hüttenheimer Original avancierte. Die Aufnahme gibt einen Eindruck von den Wohnverhältnissen im ersten Viertel des zwanzigsten [ahrhunderts wieder. Fransenlampe und das imposante Glasbuffet zeigen, daß die Lebensqualität in der Alten Kolonie, die früher eine reine Arbeitersiedlung war, nicht wesentlich schlechter war, als in den sogenannten bürgerlichen Kreisen. Die Aufnahme zeigt jedoch auch, daß es die Hüttenheimer verstanden,

etwas aus ihrem Leben zu machen. Die Lebensqualität wurde in den vergangenen [ahren von vielen neu zugezogenen Familien erkannt, nachdem die Siedlung als

Denkmal der Arbeiterkultur saniert worden ist.

42 Im Iahr 1929 blicken wir hier vom Dach des ein [ahr zuvor erbauten Thomas-StahlWerkes auf die neuen Siedlungshäuser der Beamtenkolonie. Zwischen Graf-SpeeStraße, Mückestraße und Tirpitzstraße, heute Kolumbusstraße, waren die Häuser für die neuen Mitarbeiter des Werkes mit großzügigen Hausgärten gebaut worden. Auch heute noch spricht man bei diesem Siedlungsteil immer noch von der Beamtenkolonie, obwohl es sich bei deren Bewohnern niemals um Beamte gehandelt hat, sondern stets um ganz normale Angestellte. Auch liegt die Siedlung seit demjahr

1929 nicht mehr in Huckingen, sondern in Hüttenheim. Links im Bild erkennen wir die Werkshallen des alten Blechwalzwerkes und des Rohr- und Bodenwerkes. Bis weit nach Huckingen hinein

ging damals noch der Blick über die freien Felder und Äcker der Bauern.

43 Auch dieses gab es bereits im alten Hüttenheim. Aus dem Radfahrverein 'Fahr Wohl' hervorgegangen war ein Hüttenheimer Radsportidol der späten zwanziger [ahre. Wir sehen auf diesem Foto Peter Behmer, der auf dem Drahtesel so manchen Erfolg davontrug. Er war der Sieger bei der Radfernfahrt 'Quer durch die Bürgermeisterei Angermund' und trägt voller Stolz die Schleife, die ihm von Bürgermeister Karl Beck überreicht worden war. Doch sind die Zeiten, da Hüttenheim im Mittelpunkt des Radsportes stand, schon lange vorbei. Und dennoch, bis weit in die fünfziger [ahre hinein war das sportliche Großereignis in demArbeiterstadtteil das Radrennen 'Rund um Hüttenheim' . Auf einem nicht für jeden Teilnehmer leichten Parcours ging es über die Batterie, den Himgesberg,

die Ungelsheimer Straße zum Start und Zielpunkt An der Steinkaul.

44 Endlich war es soweit! Im [ahr 1928 wurde das fehlende Teilstück der alten Straßenbahnlinie 8 zwischen dem Angerbach am MannesmannTor 1 und der Rosenbergstraße in der Alten Kolonie fertiggestellt. Betrieben wurde die Linie bis zur Mitte der dreißiger [ahre durch die Düsseldorf-Duisburger Kleinbahn GmbH. Ein Segen für die Hüttenheimer und viele andere Bewohner des damaligen Nordens der Bürgermeisterei Angermund war dieses Bauprojekt allemal. Die Zeiten der langen Fußmärsche waren endlich vorbei und von der Wirtschaft von Stefan Hickmann an der alten Huckinger Straße gelangte man nun problemlos bis zum

Hauptbahnhof in Duisburg. Sehr schön zu erkennen ist derTriebwagen mitAnhänger an seiner Endstation. Längst vergessen allerdings ist die auf dem Reklameschild erkennbare Zigarettenmarke

ALVA, der Stumpen für 5 Pfennige. Noch bis zum Ende der fünfziger [ahre fuhr die alte Linie 8 bis zu diesem Punkt.

------

45 Ein Traditionsverein im alten Hüttenheim war und ist der 'Bürgerschützenverein' . Am 1 S. Juli 1928 in der alten Hüttenheimer Gastwirtschaft 'Zum Stern' von Stefan Hickmann gegründet, bestimmt er seit nunmehr sieben [ahrzehnten das kulturelle und sportliche Leben im Stadtteil Hüttenheim und seit Mitte der siebziger [ahre auch im Nachbarstadtteil Ungelsheim. Im [ahr 1998 kann er auf sein siebzigjähriges Bestehen zurückblicken, und aus diesem Grund möchten wir an dieser Stelle ganz besonders auf das erste [ahr seines Bestehens zurückblicken. Trotz der Krisenlage konnte der junge Verein im [ahr 192 9 sein erstes Schützen-und Volksfest

feiern. Vom 4. bis 6. August stand ganz Hüttenheim Kopf. Der gesamte Ort präsentierte sich im Schmuck von Fahnen und Wimpeln und erwartete die Dinge, die da kommen sollten. Den Auftakt bildete

ein großer Festumzug, den wir hier auf der alten Huckinger Straße sehen.

46 Angeführt wurden die Schützen von Oberst Franz Walter, dem Besitzer des Lebensmittelgeschäftes. Nun war es daran, den ersten Schützenkönig zu ermitteln. Dieses geschah bis zu Beginn des Zweiten Weltkrieges auf dem Vogelstand der Mündelheimer Schützen im Ehinger Büschken. Zahllose Schützen der ersten Stunde sehen wir auf dieser Aufnahme. Sie entstand beim Kampf um die höchsten Würden des Vereins. Auch die Bevölkerung aus Hüttenheim und Umgebung nahm regen Anteil an diesem Ereignis. Ein alter Hüttenheimer erinnert sich, daß damals nur Kleinkinder, Kranke und Gebrechliche zu Hause geblieben sind. Alle anderen

Siedlungsbewohner zog es zum Schießstand in Ehingen. Nachem der letzte Rest des Vogels von der Stange geholt worden war, lag es an Peter Beeker, mit dem Pferd nach Hüttenheim zu reiten und

dort auf dem Platz vor dem Turm allen daheimgebliebenen die frohe Botschaft zu verkünden.

47 Und auf dieser Aufnahme sehen wir nun den ersten Schützenkönig des Bürgerschützenvereins Hüttenheim, Kapellmeister Paul Urbanski, beim Einzug auf den Festplatz gegenüber der Wirtschaft 'Zum Deutschen Eek' von Fritz Lösken, die wir rechts im Bild noch erkennen können. Und zur Königin hatte sich König Paul 1. keine Geringere gewählt als die Gattin van Wirt Fritz Lösken, Frau Johanna Lösken. Hinter dem ersten Hüttenheimer Königspaar sehen wir die Majestäten der geladenen Vereine aus Wanheim, Buchholz, Huckingen und Großenbaum. So hatte also alles im [ahr 1929 angefangen. Und im Laufe der [ahrzehnte hat

sich an der alten Hüttenheimer Schützentradition nur wenig geändert. Auch heute noch fiebert der ganze Stadtteil dem alljährlichen Schützenfest entgegen und der Verein führt die Tradition weiter,

ganz im Zeichen des Fahnenspruches von 1929: 'Für Glaube, Sitte und Hcimat!'

48 Ackerbau und Viehzucht bestimmten im [ahr 1930 noch das Bild in Hüttenheim. Theodor Wilke sehen wir hier mit einem, damals noch von pferden gezogenen, Pflug auf dem Gelände der in den fünfziger [ahren erbauten Volksschule an der Heinrich-Bierwes-Straße. Im Hintergrund erkennen wir die Bebauung an der Schulz-Knaudt-Straße. Diese ländliche Idylle gibt es heute an dieser Stelle nicht mehr und auch die Schule dient mittlerweile anderen Zwecken. Nur die im Hintergrund erkennbaren Kamine der Firma Mannesmann stehen noch immer an der gleichen Stelle. Bereits damals waren sie ein deutliches Zeichen vom immer weiter voranschreitenden Moloch Industrie im Stadtteil Hüttenheim.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2020 Uitgeverij Europese Bibliotheek