Duisburg - Hüttenheim in alten Ansichten Band 2

Duisburg - Hüttenheim in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Harald Molder
Gemeente
:   Duisburg-Hüttenheim
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6475-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Duisburg - Hüttenheim in alten Ansichten Band 2'

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49 Eine Ansicht, die im Laufe der [ahrzehnte ihr Aussehen sehr verändert hat, sehen wir auf diesem Foto aus dem [ahr 1930. Wir sehen noch einmal Theodor Wilke aus Hüttenheim voller Stolz auf seinem neuen Motorrad am Großen Graben auf der Brücke über den 1926 verlegten NeuenAngerbach. Im Zuge der Mündelheimer Straße war ein Neubau erforderlich geworden. Im Hintergrund erkennen wir das Haus Neuhaus und die nur leicht bebaute, damalige Unterstraße, heute Raiffeisenstraße. Von einer traurigen Begebenheit zeugt allerdings das Loch in der unteren Bildmitte. Es entstand in den Schreckenstagen des Zweiten Weltkriegs während des sechs Wochen andauernden Artilleriebeschusses aufDuisburg-Hüttenheim. Im März 1945 durchdrang ein Granatsplitter

die Brieftasche, in der Theodor Wilke dieses Foto trug, und tötete ihn.

SO Als im [ahr 1928 die evangelische Gemeinde Hüttenheim van der alten Ehinger Volksschule in das neu erbaute Gemeindehaus an der JülichstraBe umzog, lieB es sich der Arbeiterverein der Gemeinde bei der Einweihung nicht nehmen, ein Erinnerungsfoto an diesen denkwürdigen Tag machen zu lassen. Viele alte bekannte Gemeindemitglieder gehörten diesem Verein an. Dieses verwundert nicht im ehemaligen Arbeiterstadtteil Hüttenheim, in dem fast jeder Bewohner sein Brot im Werk der Firma Mannesmann verdiente. Wir sehen unter anderen den Rektor der alten Ehinger Schule, Herrn Mannherz, der den Verein lange

[ahre leitete, in der ersten Reihe. Die Fahne hat auch heute noch einen Ehrenplatz im alten Gemeindehaus, das im [ahr 1998 sein siebzigjähriges Bestehen feiern kann.

5 1 'Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt' heißt es in einem alten Volkslied. Hierfür reichte es in den [ahren der Wirtschaftskrise kaum in den Hüttenheimer Familien. Und so zog es denn den Gardeverein Hüttenheim im [ahr 1929 nur in die ländliche Idylle des alten Niederrheindorfes Ehingen. Und dennnoch, gerade in der damaligen Zeit waren weitergehende Ausflüge oftmals gar nicht notwendig, hatten doch auch die naheliegenden Ausflugsziele ihren besonderen Reiz. Und so sehen wir auf diesem Foto folgende Vereinsmitglieder in fröhlicher Runde, von links: Frau Linnebach, Frau Lohe, unbekannt,

Herrn Linnebach, Herrn Lohe, HerrnAvisius, Herrn Koths, Herrn und Frau Ottersbach und Herrn und Frau Kathreiner. Auch diesen Verein gibt es schon lange nicht mehr.

52 Voller Stolz präsentiert sich hier vor dem werkseigenen Krankenwagen die Werksfeuerwehr der Firma Mannesmann im [ahr 192 7. Im [ahr 1919 gegründet, war die neue Errungenschaft, die Unfallopfer zu transportieren ein Segen für alle Mitarbeiter des Werkes. Zuvor war die einzige Möglichkeit für den Transport eine sogenannte Nasenquetsche, eine simple Trage auf einer Karre. Zu den Rettern in der Not zählten damals folgende Wehrleute, von rechts: [ohann Karp, Peter Koletzki, [ohann Blosen, unbekannt, Brandmeister Heinen (im Hintergrund), Fritz Rödiger, der Leiter der Wehr Kurt Limbäcker und [osef Tupp' Kramer. Imposant

dient das heute noch immer an dieser Stelle stehende Verwaltungsgebäude der Firma Mannesmann als Kulisse für das Erinnerungsfoto.

S3 Ein weitererTraditionsverein im alten Hüttenheim war das im [ahr 1913 gegründete Männerquartett. Zwei [ahre nach der Fahnenweihe im [ahr 1927 nahmen die Sangesbrüder gerne an der ersten Parade des 1928 gegründeten Bürgerschützenvereins im Rahmen des ersten Schützenfestes teil. Diese wurde abgehalten vor der Wirtschaft Hickmann an der alten Huckinger Straße. Den 'Spazierstock' anstatt eines Gewehres geschultert erwies man den Schützen aus Hüttenheim die Ehre und trug zur feierlichen Gestaltung der Fahnenweihe bei. Auch heute noch herrscht in vielerlei Hinsicht ein harmonisches Verhältnis zwischen den Hüt-

tenheimer Vereinen. Das Männerquartett zählt seit langen [ahren leider nicht mehr dazu. Es hat sich aufgrund des mangelnden Nachwuchses in den sechziger [ahren aufgelöst.

S4 Die Mannesmann-Bauabteilung zog es im Sommer des [ahres 1929 an die Mosel. Es gehörte damals zum traditionellen, alljährlichen Freizeitvergnügen für die Arbeiter des Werkes Mannesmann, die

von der Firma für jede einzelne Abteilung angebotene Reise mitzumachen. Mit 'Quetschkommode' und guter Laune konnte man zumindest für einen Tag Abstand zur alltäglichen

Arbeit auf dem Werk gewinnen. Bei dem damals noch üblichen zwölfStunden Arbeitstag war dieses sicherlich nur ein kleines Vergnügen, das allerdings von vielen Hüttenheimern wahrgenom-

men wurde. Und so sehen wir auch auf diesem Foto viele gute alte Bekannte aus dem Hüttenheim jener [ahre, frei nach dem Motto 'Fahtr ins Grüne, blau zurück'!

SS Große Erfolge feierte in den zwanziger und dreißiger [ahren die 'Theatergesellschaft Gut Spiel' aus Hüttenheim. Beliebt waren die Aufführungen im großen Saal der Wirtschaft Becker in Ehingen. Unser Foto zeigt die Akteure mit ihren schmucken Kostümen, für deren Gestaltung anscheinend der Sohn des damaligen Rektors der katholischen Schule in Ehingen, Eich, verantwortlich zeichnete. Und da man für die Haarpracht inklusive falscher Bärte auch einen Fachmann benötigte, besann man sich auf den Hüttenheimer Friseurmeister Paul Fastenrath, den wir rechts im Bild sehen. Und in einer Nebenrolle agierte kein geringerer, als

Schustermeister Hennes Küster aus Hüttenheim, den wir vorne links erkennen. Leider gibt es auch diesen kulturell engagierten Verein schon lange nicht mehr.

S6 Zahlreiche Gruppen hatten sich im Laufe der [ahrzehnte auch in den beiden Kirchengemeinden von Hüttenheim gebildet. So sehen wir hier den Chor der katholischen Gemeinde St. Maria Himmelfahrt im [ahr 1 930. Mit dabei erkennen wir in der Bildmitte den damaligen Plarrer Dr. Anders. Der Chor ist eine der wenigen Institutionen im Gemeindeleben der seit seiner Gründung Bestand hatte. Er ist auch heute noch ein fester Bestandteil während der Messen und kultureller Repräsentant weit über die Grenzen des Stadtteiles Hüttenheim und der Stadt Duisburg hinaus. Besonders zeigt sich sein Können bei den alljährlich stattfindenden Kon-

zerten in der Vorweihnachtszeit. Mit Herrn Andreas Rabeneck hat er nach Leo Schuhen einen neuen engagierten Chorleiter gefunden, der ein langjähriges Fortbestehen garantiert und dem

Stadtteil weiterhin einen kulturellen Hochgenuß.

S7 Im Iahr 1930versammelten sich die Bewohner der Häuser Gartenstraße 1 S -19 im Hof ihres Wohnhofes zum Erinnerungsfoto. Doch nicht im Sonntagsstaat, sondern in der damals typischen Mode der Arbeiterfamilien stellte man sich dem Fotografen. Die Herren trugen Schlägermütze und die Damen waren stolz auf ihre Kittelschürze. Und dennoch, obwohl man nicht viel hatte in den [ahren der Krise, war man zufriedener und ging die Arbeit, die der Tag mit sich brachte, gemach an. Trotz der vielen Einschränkungen hat sich im Laufe der [ahre der Zusammenhalt der Hüttenheimer Familien immer wieder bestätigt. Doch gerade in Notzeiten ist die

heute kaum noch existierende Nachbarschaftshilfe groß geschrieben worden.

58 Waschtag in Hüttenheim im [ahr 193 O. Wie es damals üblich war, wurde die große Wäsche noch mit der Hand am Zuber auf dem Waschbrett in der eigens dafür vorgesehenen Waschküche gewaschen. Unser Foto zeigt Friedchen Veit, heute Stellbrinck, von der Mittelstraße. Sie war damals Hausangestellte der Familie Weiß an der GrafSpee-Straße / Ecke SchulzKnaudt -Straße. Die Häuser der neuen Siedlung waren gerade zwei [ahre fertiggestellt, und die Familie Weiß war eine der ersten, die hier eingezogen war. Gerne erinnert sich Friedchen Stellbrinck an die [ahre im Haushalt von Familie Weiß zurück, da sie eine gute Vorbereitung auf die eigene Ehe waren. Das Foto ist ein schönes Dokument seiner Zeit, die zwar noch nicht über die technischen Errungenschaften ver-

fügte, aber dennoch vielen alten Hüttenheimern in guter Erinnerung geblieben ist. Denn in der großen 'Hiittenheimer Familie' verbrachten alle' die schönste Zeit ihres Lcbens'.

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