Ebersberg in alten Ansichten Band 1

Ebersberg in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Markus Krammer
Gemeente
:   Ebersberg
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3045-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ebersberg in alten Ansichten Band 1'

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9. Dieses Bild zeigt den Auszug aus der Pfarrkirche zur Fronleichnamsprozession am 26. Mai 1910. Ganz Ebersberg ist in Festtagstracht auf den Beinen, um bei dieser traditionellen Prozession mit dabei sein zu können. Unter dem Traghimmel geht Pfarrer Lochner mit dem Allerheiligsten, begleitet von zwei Kooperatoren. Ihm folgt der Bürgermeister mit seinem Gemeindeausschuß und den Vorstanden der Ebersberger Ämter. Die vier Altare waren wie auch heute noch aufgestellt an der Mariensäule, in der Sieghartstraße, am Beginn der Häfelestraße und am Schloß. Entlang des Prozessionsweges hatte man die Häuser mit Birkenbäumen und Kränzen geschmückt.

10. Von 1913 bis 1946 wirkte Pfarrer Martin Guggetzer als Seelsorger in Ebersberg. So manchem wird er noch in guter Erinnerung als hervorragender Schwammerlkenner und Berater für Obst- und Gartenbau sein. Mit der Baumschere bewaffnet, konnte man ihn oft in den Obstgärten beim fachgerechten Zuschneiden der Bäume beobachten. Für die Kinder war er nicht nur ein guter Religionslehrer, sondern auch bekannt als ausgezeichneter Erzähler spannender Geistergeschichten. Als Heimatforscher und Kunstkenner von Rang befaßte sich Guggetzer in erster Linie mit der Geschichte Ebersbergs und seiner Umgebung. 1946 resignierte der zum Geistlichen Rat und Ebersberger Ehrenbürger ernannte Würdenträger und verstarb am 8. August 1950.

11. Um 1890 entstand dieses Bild vom Friedhof mit Kapelle, der damals den südlichen Ortsrand Ebersbergs bildete. Nachdem im Zuge der Säkularisation verfügten Abbruch der alten Ebersberger Pfarrkirche Sankt Valentin, die an der Stelle des heutigen Neuwirtshauses stand, wurde auch der Friedhof an den Südrand Ebersbergs verlegt. 1807 fand die Einweihungsfeier durch Pfarrvikar Grünwald statt. Erst 24 Jahre später begarm man mit dem Bau der Kapelle und am 30. Oktober 1831 vollzog Dekan Kaspar Bader aus Grafing die Benedizierung. Die Kosten für diese Kapelle betrugen 1 255 Gulden und 14 Kreuzer, wobei der gesamte Betrag durch Spertden gedeckt werden konnte. 1884 erneuerte man die Friedhofkapelle nach den Planen der Bezirks-Ingenieurs Emil von Scala.

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Marienplalz gg. Osten

12. Dieses idyllische Bild bot der Marienplatz um 1910. Auf dem mit großen Feldsteinen gepflasterten Platz ist noch weit und breit kein Auto zu sehen und es gab auch noch kein Gerangel um Parkplätze, wie in der heutigen Zeit. In der Mitte steht die alte Mariensäule, die 1785, als die Malteser-Ritter Klosterherren in Ebersberg waren, aus Anlaß der Verlegung einer Wasserleitung von Graf von Flachslanden, 'Malteser-Ordens-Gesandter und Statthalter des Baierischen Großpriorats', errichter wurde. Auf dem Bild oberhalb der Säule steht das Haus des "Torschneiders' (mit Treppengiebel), das noch an das alte Burgtor, aber auch an den Eingang zum ehemaligen Kloster erinnert. Die Pfarrkirche mit seinem wuchtigen Turm und der ehemalige langgezogene Klostertrakt schließen das Platzbild im Osten harmonisch ab.

13. Den westlichen Abschluß des in der Gesamtanlage noch mittelalterlichen Marktplatzes bildet das massive, mit Krüppelwalmdach versehene ehemalige Hofwirtshaus und heutige Rathaus. Diese Aufnahme entstand um 1895 vom Turm der Pfarrkirche aus. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Platzbild an einigen Stellen verändert. So steht anstelle des alten Pfarrhofes (links von der Mariensäule) heute die Kreissparkasse Ebersberg. Rechts neben dem Rathaus ist noch das Anwesen des damaligen Sattler Voigt zu sehen, das man um die Jahrhundertwende abbrach und gegen das heutige Haus des Uhrengeschäftes Bauer mit typisch wilhelminischer Fassade ersetzte, Wie am oberen Teil des Bildes zu sehen ist, hörte die Bebauung im Westen des Marktes in Höhe des heutigen Kindergartens schon auf.

14. Der erste Obelisk auf dem Marktplatz wurde anläßlieh der Verlegung einer Wasserleitung durch den Malteser-Orden im Jahre 1785 errichtet. 1864 krönte man das Bauwerk mit einer Marienstatue und wandelte sie damit in eine Mariensäule um. Knapp 50 Jahre spater ging der Markt Ebersberg daran, die Wasserversorgung neu aufzubauen. Zur Erinnerung sollte deshalb wieder ein Denkmal errichtet werden. Man entschloß sich nun, das neue Denkmal an die Stelle des alten 'baufälligen' Obelisken zu setzen. Nach einem Entwurf vom Bildhauer Hans Schwegerle sollte nun der Steinmetzmeister Josef Maier die neue Säule anfertigen. Die Bevölkerung Ebersbergs war allerdings nicht geschlossen für eine Erneuerung, sondern ein Teil wollte die alte Mariensäule belassen. Sogar Ludwig Thoma schaltete sich ein und nannte den Bürgermeister wegen dieser 'ruchlosen Tat' einen 'Gewalthaber'. 1m April 1913 wurde aber doch der alte Obelisk abgetragen und die neue 'aus rheinischem Tuff" gehauene Säule aufgestellt.

15. So präsentierte sich das Rathaus zur Isengaufeier am 20. Juni 1925. Das heutige Rathaus war viele Jahrhunderte als Wirtshaus genutzt. Schon um 1420 als 'Untere Taverne' genannt, wurde es unter Abt Leonhard 1529 in der heutigen wuchtigen Gestalt als Hofwirtshaus aufgebaut. Im Flötz ist noch ein sehr schönes, fein gegliedertes, spätgotisches Rippengewölbe und im Sitzungssaal, der ehemaligen Wirtsstube, die alte geschnitzte Holzdecke zu sehen. Am 16. Januar 1873 kaufte die Gemeinde das Hofwirtshaus um den Preis von 12000 Gulden vom letzten Hofwirt Mathias Huber. Seither dient das Gebäude als Rathaus. 1907 richteten Kooperator Bergmaier und Bürgermeister Eichberger im Speicher des Rathauses ein Heimatmuseum ein, in dem bald darauf viel wertvolles Inventar aus der Heirnatgeschichte ausgestellt war.

16. Am 23. Juli 1925, kurz nach 10 Uhr, gellte der Ruf durch den Markt: 'Das Rathaus brennt!' Wie sich später herausstellte, war die Brandursache ein Isolatorenturm am Dach des Rathauses. Obwohl die örtliche Feuerwehr sofort mit Löschmaßnahmen begann, konnte der Brand nicht mehr unter Kontrolle gebracht werden. Pfarrer Martin Guggetzer, der Leiter des Heimatmuseums, stürrnte noch die Stufen zum Speicher des Rathauses hinauf, um wenigstens die wertvollsten Stücke des Museums retten zu können. Er mußte aber wegen herabfallender brennender Dachbalken und Ziegel die Flucht ergreifen. Der ganze Dachstuhl brannte ab und mit ihm das Museum. Durch das Löschwasser wurde im Sitzungssaal die gotische Holzdecke schwer beschadigt. Mit Hilfe der Freiwilligen Feuerwehr München wurde schließlich der Brand gelöscht. Frau Irmgard Gruber hielt dieses dramatische Foto kurz nach Ausbruch des verheerenden Brandes vom Schloß aus fest.

17. Der Name 'Gasthaus zum Neuwirt' besagt schon, daß es sich hier dem Alter nach um eine junge Gastwirtstradition handeln muß. Bis zum Jahre 1808 stand an dieser Stelle die dem heiligen Valentin geweihte Pfarrkirche mit angrenzendem Friedhof. In ältesten Chroniken wird berichtet, daß Graf Sieghart, als er im Jahre 887 die Burg in Ebersberg erbaute, auch die damals wohl noch aus Holz bestehende Valentinskirche renovieren ließ. Benediktinerabt Eticho errichtete im 11. Jahrhundert einen massiven Steinbau. Im Zuge der Aufhebung des Klosters wurde der Abbruch des Kirchleins verfügt. Die bisherige Klosterkirche fand nun als Pfarrkirche Verwendung. Am 13. November 1806 hielt Pfarrer Peter Grünwald die letzte Messe in diesem Gotteshaus. 1808 erklang bereits die erste Tanzmusik in den Räumen des Neuwirtes.

18. Das um 1910 angefertigte Foto zeigt das Gasthaus 'Zur alten Post' am Marienplatz. Diese Bezeichnung erinnert noch an die einst durch den Ort ftihrende wichtige Salz- und spätere Poststraße von München nach Salzburg. Entlang dieser Route waren Poststationen eingerichtet, wobei Ebersberg aber nicht die Bedeutung zukam wie Zorneding oder Steinhöring. Ebersberg war also nur Durchgangsort, in dem, wie aus einem Schreiben vorn Jahre 1817 bekannt ist, zu dieser Zeit der Schullehrer Dausch die mit dem Postwagen kommende Briefpost und Pakete für Ebersberg übernahm und 'wetterspedierte'. Erster 'Postexpeditor der Brief- und Fahrpostexpedition ohne Poststall zu Ebersberg' war Georg Hofbauer, seit 1846 verheiratet mit Franziska Amler, Besitzerin des 'zweigädigen gemauerten Bergerwirtshauses', dem heutigen Gasthaus 'Zur alten Post'.

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