Ebersberg in alten Ansichten Band 1

Ebersberg in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Markus Krammer
Gemeente
:   Ebersberg
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3045-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ebersberg in alten Ansichten Band 1'

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19. 'Zum Handschuhbäcker' lautete früher der Hausname für die jetzige Konditorei Scharrer am Marienplatz. Der Name läßt sich zurückverfolgen bis auf das Jahr 1655, wo in den Pfarrmatrikeln ein Martin Handschuech als Bäcker genannt ist. Dieser Name ist heute vollkommen in Vergessenheit geraten, obwohl er um 1910, als dieses Foto aufgenommen wurde, noch gebräuchlich war. In diesem Gebäude ist wohl auch die alte Kloster- und spätere Residenzbäckerei (abgeleitet von der Jesuitenresidenz im Kloster von 1595 bis 1773) zu suchen. Um die Jahrhundertwende hatte hier Josef Wellnhofer seine Bäckerei und Konditorei.

EBERSBERG

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20. So sah die Häuserfront an der Nordseite des Marienplatzes um 1910 aus. Links war der KiermeierWirt, an den heute nur noch eine kleine, in die Mauer eingelassene Marrnortafel erinnert. Das danebenstehende Haus mit dem geschwungenen neubarocken Giebel beherbergt heute das Textilgeschäft ReischI. Am 4. Februar 1747 kam im folgenden 'Melber-Haus', erkenntlich an dem großen Dachaufzug für die Mehlsäcke, Mathias Huber, der spätere Pater Candid Huber, der als bedeutender Forstbotaniker in die Geschichte einging, zur Welt. Im nächsten Haus, wieder mit geschwungenem Giebel, war der Platzschmied, der um 1740 erstmals Erwähnung fand. Im rechten Haus mit der Neu-RenaissanceFassade (heutige Volksbank) hatte der Metzger Altinger in früheren Jahren seinen Laden aufgeschlagen.

21. Im Jahre 1839 kaufte die Gemeinde Ebersberg dieses Haus am Marienplatz und verwendete es bis zum Jahre 1926 als Schulhaus. Einem am 12. Januar 1862 beim Jägerwirt in der Heinrich-Vogl-Straße (jetziges Birkrnaier-Haus) durch einen Maurer gelegten Brand fielen 17 Häuser, darunter auch das Schulgebäude, zum Opfer. Wohl zum nicht geringen Leidwesen der Schüler verbrannten dabei sämtliche Akten. Vorrübergehend mußte der Unterricht in den Sälen beim Kirmeierwirt (heutige Metzgerei Grasser) und beim Hölzerbräu erfolgen. Viele Ebersberger sind in den knapp 100 Jahren in dieses Schulhaus zum Unterricht gegangen und haben sich dort das Grundwissen für ihr späteres Leben geholt.

n-5ch Ie, Ebersberg - U1richstrasse.

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22. Da das alte Schulhaus am Marienplatz allmählich aus allen Nähten platzte, baute die Marktgemeinde nach den Plänen des Architekten Schott aus München, ausgeführt durch Baumeister Otter aus Ebersberg, ein neues Mädchenschulhaus. Die Baukosten betrugen 45000 Mark. Am 16. September 1907 erfolgte die Einweihung des Hauses und zugleich die Übertragung des Unterrichts an den Orden der 'Armen Schulschwestern'. Ebersberg hatte nunmehr ein eigenes Knaben- und Mädchenschulhaus, In den siebziger Jahren wurde das Gebäude zu Schulzwecken nicht mehr verwendet. Trotz erheblichen Protestes mehrerer Jugendlicher, die das alte Schulhaus für ein Jugendzentrum einrichten wollten, hat die Stadt 1979 den Abbruch verfügt, da das Gelande für einen dringend erforderlichen Erweiterungsbau des Kindergartens benötigt worden ist.

23. Im Oktober 1925 begarmen die Bauarbeiten für ein neues Knabenschulhaus mit Lehrerwohnung im Westen des Marktes. Nach den Plänen von Architekt Uli Seeck zogen die örtlichen Handwerker in nur knapp einem Jahr die gesamte Baumaßnahme durch, sodaß am 5. September 1926 die Einweihung vorgenommen werden konnte. Als Vertreter der oberbayerischen Kreisregierung war Oberregierungsrat Rauch anwesend. Um 9 Uhr 30 war Aufstellung eines Festzuges vor dem alten Knabenschulhaus am Marienplatz. Nach dem Festgottesdienst in der Pfarrkirche bewegte sich der Zug unter Blechmusikklängen zum neuen Schulhaus. Die Festansprache hielt dort Bürgermeister Josef Müller. Nach dem Mittagessen im Café Staudenraus am Klostersec begarm das traditionelle Kinderfest, das sich bis in den späten Nachmittag hinzog.

24. Wenn man heute die ältere Generation von Ebersberg befrägt, ob sie aus der Schulzeit noch den Lehrer Anton Wiest kennen, so runzeln die meisten die Stirn und aus ihren Äußerungen ist zu entnehmen, daß Wiest, der auf diesem Bild ganz links zu sehen ist, mit seinen Schülern nicht gerade zimperlich umgegangen ist. Als 1907 dieses Foto von der 6. Mädchenklasse gemacht worden ist, dieses Jahres konnte das neue Mädchenschulhaus an der Ulrichstraße bezogen werden.

25. Der Ebersberger Bezirks-Ingenieur Emil von Scala, Initiator vieler Veranstaltungen, trat besonders auch um die Jahrhundertwende als Organisator glänzender Kinderfeste auf, bei denen anschließend ein 'Lebendes Bild' fotografisch festgehalten wurde. Die Gemeindeväter von Ebersberg bemühten sich schon seit langem, eine Lokalbahn in den Ort zu bekommen und gründeten deshalb im Frühjahr 1891 ein Eisenbahn-Komitee. Urn nun diese Bemühungen zu unterstreichen, arrangierte im gleichen Jahr Emil von Scala irn Rahmen des Kinderfestes das oben gezeigte 'Lebende Bild' und betitelte es: 'Ein süßer Traum Ebersbergs.'

26. So sah das Gelände wo heute das Bahnhofsgebäude steht um 1898 aus. Ein Ochsenfuhrwerk zieht gemächlich am Weg vcrbei und im Garten hat unter einem Sonnenschirm ein Maler seine Staffelei aufgeschlagen, um die alten, mit Brettern verschlagenen Stadel noch ein letztes Mal im Bild festzuhalten. Schon seit Jahren bernühte sich der Markt um einen Anschluß an die Bahnstrecke RosenheimMünchen. Zuerst dachte man an eine Verbindung Kirchseeon-Ebersberg, ließ aber dann diesen Gedanken zugunsten eines Projekts Grafing Bahnhof-Markt Graflng-Oexing-Ebersberg fallen. Am 12. Dezember 1895 wurde das Projekt schließlich dem Landtag vorgelegt. Der Kostenvoranschlag lautete auf 393 300 Mark, wobei die beteiligten Gemeinden 38 500 Mark für Grundabtretungen bereitstellen mußten.

27. Im Frühjahr 1896 genehmigte die Kammer der Abgeordneten schließlich den Bau der Lokalbahn Grafing-Ebersberg. Doch nun begannen lokale Streitigkeiten um den Standort des Bahnhofes. Es gab sechs Vorschläge, wobei letztlich zwei in die engere Wahl gezogen wurden. Bürgermeister RadI machte sich stark für einen Bahnhof in unmittelbarer Nähe des Krankenhauses, Gutsbesitzer Haan plädierte für den Südbahnhof beim Friedhof. Durch Unterschriftensammlungen, Flugblätter, Zeitungsartikel, Versammlungen und Petitionen an die Königliche Eisenbahn-Generaldirektion versuchte jede Partei recht zu bekommen. Sieger blieb schließlich Jakob Haan. Im Oktober 1898 wurde mit dem Projekt begonnen. Das obige Bild zeigt das Bahnhofsgebäude im Rohbau, aufgenommen am 19. Juli 1899.

28. Am 6. November 1899 war es endlich so weit. Der lang ersehnte Tag der 'Technischen Prüfung der Lokalbahn Grafing-Ebersberg' war gekommen. Die Marktgemeindeverwaltung Ebersberg, unter ihrem Bürgermeister Georg Radi und Beigeordnetem Josef Haggenmiller, lud hierzu eigens zu einer 'FestFeier' ein. Die Herren der Generaldirektion und der Abgeordnetenkammer wurden mit dem ersten Zug um 12 Uhr Mrttags erwartet. Der ganze Markt war mit Blumen, Girlanden und Triumphbögen geziert. Unter dem Jubel der Bevölkerung fuhr pünktlich der erste Zug mit geschmückter Lokomotive im Bahnhof ein. Bezirks-Geometer Amann und Beigeordneter Haggenmiller begrüßten die Ehrengäste, an der Spitze Generaldirektor Ritter von Ebermayer. Dann bewegte sich der Zug zum Neuwirt, wo ein üppiges Festmal auf die Honoratioren wartete.

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